Beiträge von Carl Friedrich

    Übrigens wäre ich mal beinahe, bei einem Schokokuchen vom Katzenschutzverein hier reingelaufen. Kuchen und Muffins, sind die Mienenfelder

    Viele Süßigkeiten, außer klassischer Schokolade und normale Plätzchen sind letztlich riskant. Ich lasse sie weg, insbesondere so "Dinger" mit Füllung. Letztere wird halt gerne mit Alk gepanscht. Gilt leider auch für viele Desserts in Restaurants.

    Der fahrlässige Konsum von Alk kommt halt hin- und wieder vor, sicherlich auch schon mal bei mir, obwohl ich bei Süßspeisen sehr vorsichtig bin. Da darf meine Frau erst die Vorkosterin machen. Sonst schnüffel ich halt daran. Rumrosinen lassen sich prima riechen. Mich haben Desserts bislang nie getriggert.


    Gefährlich für mich ist das, was ich früher gesoffen habe: Bier und Schnaps incl. des Anblicks von entsprechenden Gläsern und Flaschen. Also Apfelschorle aus einem Weißbierglas geht gar nicht. Habe ich mal gemacht und wurde recht schnell kräftig durchgeschüttelt. Mein Suchtgedächtnis rebellierte und verlangte nach dem "richtigen" Stoff. Auch Mixgetränke aus Longneckflaschen gehen bei mir gar nicht und machen mich zeitnah unruhig.

    Dies nur mal so zum Vergleich, vielleicht kannst Du damit etwas anfangen.

    Ich stelle mal die These in den Raum, dass ich nicht alleine mit dem Wunsch bin, irgendwann doch mal wieder "gesund" zu konsumieren. Klar ist der da, streite ich nicht ab.

    Ich bin schon ein paar Jährchen dabei und musste feststellen, dass ein Hauptgrund für einen Rückfall nach einer Phase der längeren Abstinenz gerade in dem genannten Grund, ich nenne ihn "Trinkvorbehalt", zu erblicken ist.


    So lange noch irgendwo im Hirn der Gedanke herumspukt, man könne irgendwann mal wieder "moderat" was trinken, wird es schwer mit der dauerhaften Abstinenz. Denn es kommt der Tag, da gaukelt das weiterhin glänzend funktionierende Suchtgedächtnis dem Betreffenden vor, er sei doch schon so lange clean, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, sich zu belohnen und mal einen zu trinken.


    Ich räume gerne ein, dass ich den erwähnten Trinkvorbehalt in meiner Anfangszeit auch mal hatte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ihn aus meinem Oberstübchem vertreiben konnte.

    Trinke seit 13 Jahren nicht mehr und diesen Wunsch, normal trinken zu können, habe ich nicht gehabt. Hätte ich den Wunsch gehabt, wäre das für mich eine Hintertür gewesen, doch noch irgendwie weiter trinken zu können.

    Das sehe ich genau so.

    Endlich Frühling, zumindest meteorologisch. Bin gleich besser drauf als im Winter, den ich überhaupt nicht mag, es sei denn, ich könnte ihn südlich des Äquators verbringen.


    Heute mal eine ordentliche Runde auf dem Rad gedreht, an einer Tanke etwas 0-Cola gegen den Durst geholt, keine Gedanken an den Konsum alkoholischer Getränke oder gar Suchtverlangen verspürt. Ich merke, ich bin schon lange in der Abstinenz beheimatet.


    Wenn ich hier bei manchern Neulingen so lese, wie schwer es doch falle, gar nicht mehr mit den alten Saufkumpels abhängen zu können, muss ich irgendwie schmunzeln. Saufkumpane? Zu denen habe ich schon seit Jahren keinerlei Kontakt mehr. Wenn ich mal einen treffe, gibt's ein "Hallo", ab- und an etwas "small talk", aber das war es schon. Uns verbindet überhaupt nichts mehr.


    Mein Leben verläuft in Etappen. Die Saufetappe, die viel zu lange gedauert hat, ist hoffentlich endgültig vorbei.


    *edit* Zitat gelöscht*

    ich keinen eindeutigen Unterschied von Menschen mit und ohne (bekannten oder mutmaßlichem) Alkoholproblem in der Reaktion auf mich als Abstinenzler entdecken kann.

    OK.


    Die Beobachtung habe ich in meinem Umfeld nicht machen können. Weinigtrinkern war und ist es völlig schnuppe, dass ich nichts trinke. Vieltrinkern habe ich durch meine Abstinenz wohl einen Spiegel vorgehalten. Der Anblick hat nicht immer Gefallen ausgelöst.

    Mit zunehmender Dauer meiner Abstinenz ist jedoch der Kontakt zu Vieltrinkern eingeschlafen. Sie passen nicht zu mir und ich nicht (mehr) zu ihnen.


    Bei neuen Kontakten halte ich mich automatisch von Leuten fern, die ein gestörtes Verhältnis zum Stoff zeigen, den anderen sage ich, wenn ich überhaupt noch mal gefragt werde, dass ich nichts trinke. Das wird bislang so akzeptiert. Nachfragen hat es schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gegeben.

    Möglicherweise war es aber die Zeit wo ich normalerweise mit dem Trinken begonnen habe

    Das kenne ich zur Genüge.

    In den ersten Monaten kam am Freitag nachmittag häufig dezenter Druck auf, weil ich mich früher zu der Zeit stets mit dem Stoff fürs Wochenende eingedeckt hatte. Das legte sich mit der Zeit.


    Das ist halt die Verknüfung im Suchtgedächtnis zwischen einer bestimmten Situation und dem Trinken. Diese muss sich erst lösen und das benötigt halt Zeit.

    Ich habe zu keiner Zeit auf Säfte verzichtet, jedoch presse ich selbst. Nur ab- und an mische ich mir mal eine Apfel- oder Johannesbeerschorle an. Pur ist mir das Zeuig viel zu süß.

    Und Kaffee trinke ich ebenso und zwar den richtigen "mit" Koffein. Getriggert wurde ich davon noch nie.

    Früher habe ich Bier und Schnaps missbräuchlich gesoffen und nicht zu viele Äpfel oder Bananen in mich rein gestopft.


    Sind diese "Empfehlungen" denn nicht schon überholt? Ich frage mich, ob sie auch noch heute im Jahr 2024 in stationären Therapien nahe gelegt werden? In meiner ambulanten Therapie 2015 war dies defintiv nicht der Fall.

    Der Wille ist ganz stark da.

    Der Wille allein hält einen leider nicht abstinent, da muss schon mehr hinzukommen, denn die Sucht ist stärker als der Wille. Ohne ihn läuft jedoch gar nichts.


    Du bist erst ein paar Tage dabei. Ich bin anfangs gut mit der 1-Tagesstrategie gefahren, indem ich mir jeden Morgen vorgenommen habe: "Heute trinkst Du nichts." So kam dann Tag zu Tag und Woche zu Woche, bis ich diese Form der Autosuggestion nicht mehr benötigte.


    Was ich ausdrücken möchte, gehe Deinen Weg weiter Schritt für Schritt. Alles Weitere tritt dann noch hinzu.


    Mir haben gerade zu Beginn Fachliteratur, meine ambulante Therapie und dieses Forum hier geholfen. Es war halt der 3-Klang der verschiedenen Hilfen, die mich unterstützt haben, mich aus meinem Schlamassel zu befreien.

    Ich habe aber Angst vor einer Situation, bei der ich es nicht schaffe.

    Wirklich Angst oder lediglich die Befürchtung, ggf. einer Situation nicht gewachsen zu sein. Sich den nötigen Respekt vor dem Alkohol zu bewahren ist m.E. eine der Grundvoraussetzungen für den gelungenen Ausstieg aus der Droge Alkohol.


    Ich bin jetzt schon ein paar Jahre dabei, aber Angst habe und hatte ich keine.


    Wer gerade zu Beginn, insbesondere im ersten Jahr, den Weg der Risikominimierung geht, reduziert die Gefahr, plötzlich vom Suchtverlangen verführt zu werden. Dazu gehört es, erst mal einen großen Bogen um saufende Zeitgenossen und Ereignisse zu machen, bei denen der heftige Konsum von Alk im Vordergrund steht und der eigenen Abstinenz, der Gesundheit und somit dem eigenen Leben die absolute Priorität im Leben einzuräumen, dem alles andere konsequent unterzuordnen ist.


    Diese Angst hat wohl jeder hier und sie ist auch begründet.

    Widerspruch: Ich nicht.

    Und soweit ist es beurteilen kann, etliche andere, die langjährig dabei sind, auch nicht.

    Aktuell meinen viele ich würde nur fasten.

    Und wenn die Fastenzeit vorbei ist und Du trinkst immer noch nichts, kommt vielleicht die Frage nach dem "warum" auf.

    Dann liegt es an Dir, was Du dem Fragenden erzählst. Hier im Forum wird die Frage, wer alles eingeweiht wird, sehr unterschiedlich gehandhabt. Einige gehen sehr offen mit dem Thema um, andere, zu denen ich gehöre, haben nur diejenigen eingeweiht, die es wirklich was angeht und den Kreis sehr eng gezogen. Die ach so netten Arbeitskollegen gehören da sicherlich nicht zu.

    Insofern gibt es m.E. keine allgemein empfehlenswerte Richtschnur. Das entscheidet letztlich jeder für sich selbst.

    Was ich schlimm an unserer Gesellschaft finde, wenn man Alkohol ablehnt, wird man nahezu ausgegrenzt.

    Das dachte ich anfangs auch mal. Diesen Gedanken gaukelt Dir Dein Suchtgedächtnis vor. Dein Blick und Deine Denke sind einfach noch zu alkoholfixiert.

    Das legte sich bei mir mit der Zeit.


    Der Körper ist schnell entgifet, aber bei der Psyche und dem Denken dauert es wesentlich länger, als mal eben ein paar Tage keinen Alk rein zu kippen.


    Ich kann Dir versichern, ich bin weder ausgeschlossen, noch ausgestoßen, nur die Kontakte zu früheren Saufkumpanen sind eingeschlafen. Statt dessen habe ich mir neue Kontakte aufgebaut und zwar zu Leuten, die allenfalls moderat etwas trinken, also nicht so wie ich es früher getan habe.

    Denen ist es egal, ob ich etwas mittrinke oder nicht, weil für sie der Alkohol eine völlig andere Funktion hat als früher bei mir. Da sie selbst kein Problem mit dem Stoff haben, ist es ihnen auch wurscht, weshalb ich nicht trinke. Ihre Denke dreht sich halt nicht um das Suchtmittel, sondern um ganz andere Dinge.


    Neugierig waren nur Leute, die selbst ein problemtaisches Trinkverhalten haben. Durch meine Abstinenz habe ich ihnen wohl einen Spiegel vorgehalten und das abgebildete Antlitz schien ihnen nicht so recht zu behagen.


    Mach Dir weniger Gedanken um irgendwelche Leute und zieh Dein Ding konsequent durch.

    Du bist auf dem richtigen Weg und es geht spürbar voran. Das große Ärzteprogramm gehört einfach ins Abstinenzprogramm, damit Du weist, woran Du bist.

    Obwohl mein Körper vom Alkoholkonsum gezeichnet ist, ist es nicht zu spät, es gibt Hoffnung. Es ist wunderbar zu sehen, wie mein Leben sich in nur wenigen Wochen so positiv verändert hat. Das macht mir Mut.

    Das liest sich überzeugend.


    Weiterhin viel Geduld, Freude und Zuversicht