Dank eurer Antworten ist mir nun klar geworden, das die Frage "Was ist Alkoholmissbrauch?" keine medizinische, biologische oder technische ist, sondern eine ethisch/moralische.
Diese Schlussfolgerung ziehe ich nicht. Alkoholmissbrauch ist selbstverständlich gesundheitsschädlich und daher medizinisch (biologisch) relevant.
Weshalb missbräuchliches Trinken nicht schädlich sein soll, kannst Du gerne mal erläutern. Da bin ich mal gespannt.
Das abhängige Trinken knüpft letztlich ans missbräuchliche Trinken an, wenn der Betreffende nicht mehr "ohne" kann, also für sich gesehen trinken muss.
Ich frage mich jedoch, was Dir die Unterscheidung bringt, wo doch -so meine bescheidene Meinung- die Übergänge letztlich fließend sind. Ich kann heute nicht mehr sagen, wann mein missbräuchliches -nach Deiner Lesart wohl unschädliches- Trinkverhalten in ein süchtiges umschlug. Den Kippunkt kann ich für mich nicht benennen.
Oder suchst Du nur einen Aufhänger für Dich, dass Du lediglich missbräuchlich getrunken hast, jedoch nicht süchtig?
Wenn Du Dich als Alkoholiker siehst, ist der frühere Missbrauch vor dem süchtigen Saufen für Dich letztlich irrelevant, weil Du nie wieder in ein Stadium vor dem Missbrauch zurückgelangen wirst.
Sucht ist eine Einbahnstraße, der Weg führt immer nur nach vorne, niemals mehr zurück in frühere Zeiten vor dem Missbrauch/Suff.
Oder geistert bei Dir im Hirn noch irgendwo der Gedanke umher, irgendwann in der Zukunft, da ginge doch noch mal was mit dem moderaten und gesellschaftlich akzeptierten Trinken?
ich vergleiche meine Sucht gerne mit einer Allergie. es gibt etliche Leute, die an Intolleranzen leiden und bestimmte Lebensmittel nicht konsumieren dürfen, ohne zu erkranken. Bei mir ist es halt der Alkohol, den ich nicht vertrage und auch nie mehr vertragen werde.