Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo!

    Glückwunsch zu Deinem Start.

    Ganz zu Beginn meiner Abstinenz dachte ich auch mal, ich könnte die Kontakte zu Personen aufrecht erhalten, mit denen ich früher getrunken habe. Nein, das ging absolut nicht. Wenn das wesentliche Bindeglied in dem gemeinsamen Konsum bestand und genau der fällt weg, dann ist nichts mehr so, wie es mal war.

    Meine Kontakte zu früheren Zechkumpanen sind schlichtweg eingeschlafen, weil es nüchtern einfach nicht passt.

    Zu Veranstaltungen, bei denen der heftige Konsum von Alk im Vordergrund steht, zieht es mich nicht hin, da ich so etwas schlichtweg im Kopf nicht mehr aushalte.

    Im Ergebnis bin ich zufrieden mit meinem jetzigen Leben. Und das darf gerne so bleiben.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich wünsche einen schönen Urlaub.

    Du schreibst hier sehr viel persönliche Dinge. Ich finde, sie wären in der "Grünen"Abteilung = Geschützter Bereich besser aufgehoben. Denk mal darüber nach, den Zugang zum grünen Bereich zu beantragen, wo nicht jedermann mitlesen kann.


    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich lebe jetzt mehr als 8 Jahre abstinent.

    Mir ist der Ausstieg erst gelungen, als ich bereit war, meine Abstinenz, somit meine Gesundheit und mein Leben an oberste Stelle zu setzen. Dem habe ich alles andere untergeordnet. Dazu gehört es, zunächst mal allen riskanten Situationen, so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen.

    Ich bin nicht der Meinung, dass eine Neuling auf einer Familienfeier eines hochaktiven Alkoholikers etwas zu suchen hat. Das birgt viel zu viele Risiken. So eine feucht-fröhliche Party ist eine enorme Herausforderung und kann heftig nachwirken, insbesondere im Anschluss an die Feier, wenn die Schwester nicht mehr "aufpasst".


    Geh noch mal gründlich in Dich, ob Deine Teilnahme wirklich erforderlich ist.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Davon befreit würde ich mich auch nicht bezeichnen. Ist man von diesen Gedanken als Alkoholiker überhaupt jemals befreit?

    Wenn der Gedanke, irgendwann ginge doch noch mal was mit dem Stoff, aufkommen sollte, wäre es gut, ihn sogleich in seine Schranken zu verweisen. Mir gab ein erfahrener Suchtmediziner am Ende meiner Therapie mit auf den Weg: "Der erste Schritt in Richtung Rückfall wird gemacht, wenn sich nicht mehr regelmäßig mit dem Thema befasst wird."

    Der Richtigkeit dieser These bin ich vielfach begegnet.

    Bring Dich doch einfach regelmäßig hier ein, dann verlierst Du das Thema auch nicht aus den Augen. Allein schon mit dem Aufrufen dieser Seite wird Dir das Thema vor Augen gehalten.

    Mir hat es geholfen, die Abstinenz mit sportlichem Training zu vergleichen. Wenn ich nicht "trainiere", ist die Kondition ruck zuck weg.

    Hallo!

    Schade, dass Du einen Rückfall, den andere wegen der Kürze und geringen Umfangs eher als Vorfall bezeichnen, hattest. Gleichzeitig es es gut, dass Du ihn, wenn auch verspätet, hier mitteilst und Dich wohl wieder frei schwimmen konntest.

    War der Rückfall der Grund, weshalb Du Dich hier so rar gemacht hast?

    So eine Schilderung habe ich schon öfter gehört. Erst wird das eigene Training, von manchen auch Trockenarbeit genannt, vernachlässigt, dann wird eine alkoholträchtige Veranstaltung besucht und dort kommt es zum Rückfall.

    Hast Du Dich eigentlich jemals von dem Gedanken befreit, dass irgendwann doch noch mal was mit dem Stoff gehen kann?

    Was machst Du jetzt anders, um Dich zu schützen?

    Ich weiß, Fragen über Fragen, die m.E. ihren Sinn haben.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Ich muss komplett verinnerlichen, dass es kein erstes Bier mehr gibt!

    Das sehe ich auch so. Es hat bei mir jedoch ein paar Mnate gedauert, bis der Gedanke vertrieben war, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol. Letzteres nenne ich "Trinkvorbehalt". So lange der durchs Hirn spukt, wird es schwer, wenn nicht gar unmöglich, dauerhaft abstinent zu leben.

    Hallo , ist das dann wirklich so, dass man als trockener Alkoholiker kein alkoholfreies Bier

    oder Radler mehr trinken kann? Weil das zu gefährlich ist? -

    Ich kann nur raten, Finger weg. Eines habe ich in meiner Therapie gelernt:

    "Alles, was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol, ist tabu."

    Das Zeug ist aus den angeführten Gründen viel zu nahe am Original dran und kann enorm triggern.

    Kleines Beispiel aus meinem ersten Jahr. Früher hatte ich mal eine recht ansehnliche Sammlung von Weißbiergläsern. Nach ein paar Monaten dachte ich mir nichts Schlechtes und mischte mir in einem dieser Gläser eine Apfelschorle. Kurze Zeit später verspürte ich das Verlangen nach einem richtigen Weißbier. Ich konnte es sogar schon schmecken.

    Mein Suchtgedächtnis verbindet schon mit dem Glas automatisch den Konsum des Weißbiers, zumindest wenn ich es mit einer Flüssigkeit befüllt in der Hand halte.

    Den besagten Fehler habe ich nur einmal gemacht. Meine Gläser habe ich alle verschenkt.

    woher diese Gedanken kommen könnten

    Das sind einfach nur "nette Grüße" vom Suchtgedächtnis, das phänomenal gut funktioniert. Du näherst Dich Deinem Geburtstag. Hast Du es da früher "krachen lassen"? Dann hast Du den Trigger für das Suchtgedächtnis. Es sieht den Geburtstag und freut sich auf den Stoff, wobei es den Umweg über die alkoholarme Variante geht, da ihm klar ist, dass es dabei wohl nicht bleiben wird. Der alkoholarme Zeug ist dann einfach das Einfallstor für den "richtigen" Stoff.

    Dies alles kenne ich von mir. Du bist nicht die Erste und Einzige, der so etwas widerfährt.

    Bei mir hat das Suchtgedächtnis verschiedene Tricks ausprobiert, von sanftem Umschmeicheln bis hin zur brachialen Methode. Nur letztere war für mich gefährlich. Den Einschleimer habe ich stets zügig ins Leere laufen lassen.

    Du hast die Gefahr erkannt und auch gebannt. Das ist schon mal was.

    Es gibt aber immer wieder Sonderaufbauten mitten im Laden, zwischen Fleisch- und Wursttheke etc. mit Alkohol, das finde ich nicht so gut.

    Die Dinger sind mir inzwischen völlig egal. Ich nehme sie allenfalls beiläufig zur Kenntnis, ohne ihnen Beachtung zu schenken. Das ist halt einer der Vorteile einer mehr- (lang-)jährigen Abstinenz.

    dann kommt zumindest mir immer schnell der Gedanke: Ein paar Flaschen gehen schon, du darfst nur nicht abstürzen, ging doch früher auch.

    Das sind "freundliche Grüße" vom Suchtgedächtnis. Es will Dich einlullen, damit Du wieder zur Flasche zu greifst.

    Es ging früher, als Du noch nicht abhängig gesoffen hast, sondern in der Lage warst, deinen Konsum zu kontrollieren. Ein Alkoholiker kann nicht kontrollieren, das ist sein Erkennungszeichen.

    Das Suchtgedächtnis ist eine sehr heikle Angelegenheit. Leider sitzt es dort im Hirn, wo der Wille allein wenig bis nichts ausrichtet, nämlich da, wo die Automatismen wie Laufen, Schwwimmen, Radfahren ... abgespeichert sind.

    Muss ehrlich sagen so Geschichten machen mir etwas Angst.


    Liest sich als wäre es nicht so leicht dauerhaft abstinent zu leben und gleichzeitig soziale Kontakte zu führen.

    Angst ist ein schlechter Ratgeber und verunsichert bloß. Respekt vor der Krankheit ist m.E. der bessere und positvere Ausdruck.

    Es ist auch eine Frage der persönlichen Festigung. Ich bin über 8 Jahre dabei und weiß, was ich kann und was nicht. Den Respekt habe ich mir sehr wohl bewahrt. Fühle ich mich unwohl, dann bin ich weg. Wohl gemerkt, bei mir sitzen keine ausgeprägten Zecher, sondern Wenig- oder Garnicht-Trinker. Bislang bin ich mit Restaurants, Bistros, Feiern u.ä. damit gut zurecht gekommen.

    Zu den sozialen Kontakten: Mir fehlt nichts. Nur zu früheren Saufkumpanen ist der Kontakt eingeschlafen.

    Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich in eine Kneipe oder ein Festzelt setzen würde, aber in einem Restaurant etwas essen,

    das empfinde ich schon lange als etwas ganz Normales.

    So ist es auch bei mir. Ob im Restaurant etwas getrunken wird, lässt mich kalt. Allerdings sitzen an meinem Tisch keine trinkfreudigen Gesellen, der Rest ist mir wurscht. Das darf gerne so bleiben. Sollte dennoch mal mein Suchtgedächtnis anspringen und mich piesacken, dann weiß ich was zu tun ist, nämlich zügig die Örtlichkeit zu wechseln.

    Hallo!

    Wenn Du Dich outest warten alle nur noch auf Deinen Rückfall, Krankmeldung heisst " der säuft bestimmt wieder", genauso wie längeres Nichtmelden bei Leuten die wissend sind.

    Man muss sich vor Augen führen, das man mit dieser Erkrankung wenig akzeptiert wird. Ich informiere niemanden mehr darüber, ich trinke kein Alkohol und basta. Die Frage nach dem Warum wird nicht beantwortet und verläuft im Sande. Meine Strategie funktioniert bis dato, ich darf nur einen Fehler nicht machen: Irgendwas vergessen.

    Genau praktiziere ich es seit mehr als 8 Jahren. Du hast meine Ansicht, insbesondere zum "Outen", auf den Punkt gebracht. Die Einweihung von Arbeitskollegen halte ich für riskant und habe ganz bewusst davon abgesehen. Ich habe nur die eingeweiht, die es wirklich was angeht und der Kreis ist sehr eng gezogen.

    Glückwunsch zu Deiner langjährigen Abstinenz.

    Leider habe ich von meiner PKV eine Absage für die Klinik bekommen

    Schade. Ich bin selbst "Privat" und kenne das Problem. Eine ambulante Therapie wurde bei mir übernommen. Sie ist halt billiger.

    Das zeigt, dass Private bei Kuren und Reha letztlich schlechter gestellt sind, als Sozialversicherungspflichtige. Die Bewilligung derartiger Maßnahmen ähnelt stets einem Gnadenakt.

    Wie sieht es denn ggf. mit einer "ambulanten Therapie" bei Dir aus?

    Ich denke gerade in der Anfangsphase ohne Alkohol sollte man nicht viel arbeiten oder was meint ihr?

    Es gilt das richtige Maß zwischen zu viel und zu wenig zu finden. Ich weiß, Maßhalten war auch nie meine Stärke :wink:

    Mich wundert es. warum in einer Situation, in der es mir eigentlich gut gehen muesste,

    es mir schlecht geht und ich Saufdruck verspuere?

    Die Abstinenz ist keine Garantie für ein zufriedenes Leben, aber die Grundvoraussetzung dafür.

    Auch wenn es platt klingen mag, unser Leben ist nun mal wie eine Achterbahnfahrt, auch emotional.

    Ich musste lernen, mich selbst ohne den Filter, Schleier und Stimmungsaufheller Alkohol zu ertragen. Ich habe gelernt, auch mal negative Gefühle zuzulassen. Mir hilft dann immer, rauf aufs Rad und anständig kurbeln, einen Spaziergang machen, ins Fitnesstudio oder die Sauna zu fahren, mit der Frau reden, telefonieren oder ein paar Dinge, z.B. momentan frische Erdbeeren, einzukaufen. Hauptsache etwas Ablenkung und irgendwie unter Leute kommen.

    Auch hilft es mir, mir klar zu machen, dass sehr viele andere Leute viel schlechter dran sind. Ich kenne viele, die sicherlich gerne mit mir tauschen würden, ich aber nicht mit ihnen. Von daher geht's mir wirklich gut.

    Ich kann auch im Supermarkt ganz entspannt an den ganzen Flaschen vorbeigehen, oder mich zwischen Personen setzen, die Alkohol trinken.

    Überschätzte Dich bitte nicht. Mitten zwischen zechenden Zeitgenossen zu hocken, ist für einen frisch Abstinenten eine enorme Herausforderung und m.E. der falsche Ort. Ruckzuck wird mal das eine oder andere Glas angeboten oder Dein Suchtgedächtnis schlägt vor lauter Alkohol im Umfeld Kapriolen, bis Du womöglich zum Glas greifst. Du wärst nicht der Erste, der auf so eine Art rückfällig wird.

    Einem Neuling wird hier gerne geraten, erst mal den Alkohol auf Distanz zu halten und ihm nicht hinterher zu laufen. Das nennt sich Risikominimierung.

    Mit so Sprüchen, es mache Dir alles gar nichts aus, redest Du Dir nur selbst was ein und übersiehst das Risiko.