Beiträge von Carl Friedrich

    Selbst Ähnlichkeiten kann ich in die Tonne hauen.

    Dann tue es doch :lol:, die geäußerte Ansicht selbst teile ich jedoch nicht.

    Selbst bei meiner langjährig qualmenden Gattin griff letztlich die 1-Tagesmethode am Besten. Sie ist seit ca. 3 Jahren unfallfrei nikotinfrei. Auch konnte ich ihr als Motivationshilfe klar machen, dass ich als Ex-Trinker den viel schwierigeren Ausstieg aus der Flasche geschafft habe, dagegen sei die Aufgabe der Qualmerei doch wahrlich ein Kinderspiel. Das war natürlich ein taktischer Kniff von mir, der sie bei der Ehre packte. Ich habe ihr erklärt, was mir bei Suchtdruck gut half und die Methode auch bei "Rauchdruck" anwendbar und erfolgversprechend sei, da der Schmacht auf 'ne Kippe nicht ewig andauere und nach wenigen Minuten verflogen sei.

    M.E. gibt es daher bei den ganzen Süchten durchaus Parallelen, die beim erfolgreichen Ausstieg eine hilfreiche Stütze sein können..

    Mich verwundert, dass ich so einige Abstinente getroffen habe, die irgendwie nicht die Finger von dem Dreckzeug Nikotin lassen können oder wollen, selbst wenn sie beim Alkoholausstieg sehr konsequent und zielstrebig wirkten und vorgingen.

    Jedoch mit einem hochwertigen Kaffeevollautomat . Nur Knopf drücken, fertig.

    Wichtiger ist das, was oben reinkommt, nämlich die Bohnen. Was nützt der scheinbar beste Automat, wenn oben Billigkram vom Discounter reingeworfen wird. :wink:

    Bislang war ich stets zu sparsam und altmodisch für so einen Automatenkram. Ich hole mir lieber gute Bohnen von einer Rösterei, gerne mal für Kg-Preise von 40€+, daheim wird manuell gemahlen und dann von Hand aufgegossen.

    Worauf ich da hinaus will, ist. Nicht saufen machen auch Geldressourcen frei.

    Das Geld wird halt für Schöneres ausgegeben.

    Eine reine Espressomaschine könnte mir auch gefallen, jedoch kein Kapselgedöns. Die gönne ich mir vielleicht nächstes Jahr.

    Wenn ich jedoch lese. „Mein Therapeut hat gesagt“ ist keine Selbsthilfe und macht mich auch stutzig. Dann bin ich nicht mehr bei mir, sondern stecke in den Ausführungen des Therapeuten fest. Benutze den Therapeuten, unabhängig seines Wissens über die Sucht, als Prellbock, wenn beim Umsetzen seiner Thesen mal etwas in die Hose geht.

    Auch ich habe mal meine Therapeuten zitiert. Aber nur zu Punkten, die mir wichtig erscheinen, hinter denen ich voll und ganz stehe und bei denen ich mich sicherlich nicht hinter ihnen verstecken möchte.

    Ich merke mal wieder, dass Du irgendwie eine latente Aversion gegen Suchttherapeuten hast :winking_face: .

    ich war immer Opfer der Gesellschaft, Opfer der Ärzte oder Therapeuten, Opfer von Behörden, Opfer von Mitmenschen, von Familie und und und ....

    Aus dem Grund habe ich nie getrunken. Ich war und bin kein Opfer. Ich war Täter. Aufgrund meines intellektuellen Zuschnitts und meines Werdegangs war es mir klar, dass ich soff. Das habe ich gerne und regelmäßig verdrängt und mir eingebildet, ich hätte es im Griff, um gleich das nächste Weizen einzuschenken.

    Dein Thema bestätigt erneut, dass es vielfältige Gründe für ein Abgleiten in den Alkohol gibt, die nicht für alle gleichermaßen gelten.

    Meines Erachtens liegt häufig ein multikausales Geschehen vor, d.h. ein Zusammentreffen mehrerer Ursachen führt zu dem Ergebnis.

    Bei mir vermochten meine Suchttherapeuten den eigentlichen Grund für meine Sauferei nicht herauszufiltern.

    Hallo Ena!

    Danke für Deine Antwort. Deine Vorbereitung liest sich gut, vor allem konsequent. Das lässt sich leider nicht von jedem Neueinsteiger behaupten. Und in gut 3 Wochen geht's ja schon los mit der Therapie.

    Und wenn es mal drückt, dann ist das Forum hier ja rund um die Uhr geöffnet. Hier findest Du schnell Ratgeber, Antworten oder nur ein offenes Ohr (bildlich).

    Da unser Nachwuchs z. Zt. in Mittelfranken aufgeschlagen ist, kennen wir dort einige schöne Orte, auch zur Weihnachtszeit. Wir erhalten an Weihnachten als Mitbringsel stets eine Kiste Elisenbruch, eingeschweißte Schäufele, Gelbwurst mit, Weißwürste, Brezen und kloßteig. Die Produkte sind qualitativ deutlich besser als bei uns und mit Schäufele kann hier kein Metzger was anfangen.

    Was machst Du mit den Hunden, wenn Du in Therapie bist? Mitnehmen?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo und willkommen im Forum.

    Darf ich fragen, wie Du Dich in den nächsten 3 1/2 Wochen bis Therapiebeginn absicherst, damit es nicht zu einem Rückfall kommt?

    Gerade diese Jahreszeit ist besonders herausfordernd. Alkohol an jeder Ecke, die Prospekte quellen über vor Angeboten, Weihnachtsfeiern und -märkte und zum krönenden Abschluss Silvester. Auch bei konsequentzer Meidung dieser Veranstaltungen, werden sie doch von den Sinnen wahrgenommen. Dazu noch das prima funktionierende Suchtgedächtnis, das ist zu dieser Zeit eine gewaltige Aufgabe für einen frisch Abstinenten.

    Gruß

    Carl Friedrich, seit mehr als 7 1/2 Jahren unfallfrei abstinent.

    Da war ich heute mal in der Stadt und erstaunt, dass es bei weitem nicht so voll war wie erwartet. Selbst die Glühweinbuden auf dem Weihnachtsmarkt waren am Nachmittag, als es dunkel wurde, nicht so belagert wie vor Corona. Das lässt nur einen Schluss zu, die Leute halten ihr Geld zusammen.

    Ansonsten verläuft mein Leben in ruhigen Bahnen. Keinerlei Suchtverlangen spürbar. Der Alkohol als solches ist mir so was von egal. Ich werte es als Ausweis einer stabilen Abstinenz. Dennoch bewahre ich mir den nötigen Respekt vor ihm und der Krankheit. Mit jedem Aufrufen dieses Forums halte ich die Erinnerung wach, das schützt mich.

    Wenn ich lese, dass anderweitig z.T. bewusst die Konfrontation mit dem Alkohol gesucht und ihm förmlich nachgelaufen wird, dann bin ich doch erstaunt. Mehr als mahnen und warnen können erfahrene Mitglieder dieses Forums nicht, aber wer es halt besser weiß, zahlt womöglich (vermeidbares) Lehrgeld. Wie heißt es so schön: SHG = Selbsthilfegruppe = Hilfe zur Selbsthilfe. Was aus der hier reichlich angebotenen Hilfe gemacht wird, das bleibt jedem selbst überlassen.

    Ich weiß worum es hier im Thema geht, aber bitte um Netiquette. Saufen kann man nicht nett beschreiben, Hartmut hat aber diese Stachelei nicht verdient. Das ist meine Meinung dazu. Finde ich Respektlos!

    Falls ich mich irre und er doch abhängig war, ist seine Saufgeschichte dahingehend offensichtlich nicht mit meiner zu vergleichen.

    Hier wimmelt es nur so von dem Begriff "Saufen". Daher bin ich überrascht, denn so war es nicht intendiert. Auch ich habe eine Saufhistorie, die hoffentlich vorbei ist, garantieren kann ich es nicht.

    Es ist mal wieder die alte Krux des rein schriftlichen Austauschs. Es wird schon mal anders gefunkt, als es womöglich empfangen wird. :winking_face: Ich gehe davon aus, dass reicht zur Klarstellung, zumal Hartmut selbst sich hierzu gar nicht geäußert hat.

    Das ist eben eine lange Umschreibung, Alkoholiker zu sein.

    Das ist Hartmuts Auslegung aufgrund seiner Saufgeschichte. Es gibt auch ehemals riskante Trinker, die ohne abhängig geworden zu sein, in höherem Alter einfach weniger oder gar nicht mehr trinken. So Herrschaften treffe ich ab- und an in der Sauna. Früher haben wir gemeinsam ein paar Weißbiere gekippt, jetzt nicht mehr. Ich nehme Kaffee oder Schorle, andere ebenfalls oder Weißbier alkoholfrei/alkoholarm mit genau derselben Begründung. Es gibt Menschen, die mit zunehmenden Alter schlauer werden.

    keiner auf der „Brennsuppe“ hergeschwommen

    Nie gehört, kenne ich nicht.

    Hörte er auf, ist es aufgefallen und jeder der ihn kannte, zog dann seine Schlüsse daraus.

    Was wer schlussfolgert, ist mir wurscht, ich muss niemand was auf die Nase binden. Warum nicht? Weil es alleine meine Entscheidung ist, wen ich informiere.

    Nicht jeder bekommt es gesagt, aber jeder der es für meinen Eigenschutz wissen muss.

    Genau das mache ich auch. Es wissen genau die, die es was angeht. Ansonsten bin ich geschützt. In mein abstinentes Leben haben sich die Automatismen der Abstinenz eingeschliffen. Hierzu gehört auch, was im Risikofall zu tun ist.

    manche „outen“ sich zu Beginn, andere auf dem Weg und noch andere auf ihrer Zielgeraden ( und die kann erst nach Wochen, Monaten, Jahren ) erreicht sein.

    Das bleibt jedem selbst überlassen, ob und wer überhaupt eingeweiht wird. Ich binde es sicherlich nicht jedem Fragesteller auf die Nase, sondern habe den Kreis sehr eng gezogen und dabei bleibt es. Ich werde nur sehr selten mal gefragt, warum ich nichts trinke, und dann eher von solchen Personen, die ihren eigenen Konsum besser mal kritisch beleuchten sollten.

    Viele Wege führen zum Ziel

    in diesem, unseren Fall gibt es leider nur einen Weg.

    Es gibt viele Gründe für ein Abgleiten in den Alkohol und mehrere Wege wieder hinaus. Alle Wege haben jedoch ein paar Gemeinsamkeiten: Das erste Glas stehen zu lassen, dem Alkohol, insbesondere zechfreudigen Leuten, nicht hinterher zu laufen, sondern mal für eine längere Zeit, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist, dem Alk, so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen. Dazu noch mögliche Gedanken aus dem Hirn zu verbannen, irgendwann ginge doch noch mal was mit dem Stoff.

    Ist das normal, dass es nicht linear besser wird? Ich habe oft an Alkohol gedacht - hatte Bierdurst vom feinsten. Beim Kochen war ich nervös, hektisch. "Etwas" hat mir gefehlt....

    Du hattest einen ordentlichen Suchtdruck, da mussten wir (fast) alle mal durch. Das gehört zum Aussteigen einfach dazu.

    Anfangs werden viele Aspiranten durch eine Woge der Euphorie getragen. Aber auch die läuft mal aus und dann ist ein Wellental angesagt. Setz Dich nicht unter Druck. ich behaupte nach über 7 1/2 Jahren mal, dass eine gewisse Grundfestigung erst nach ca. 1 Jahr eintritt. In den ersten Jahren kommt es häufiger noch zu Suchtdruck. Aber Du hast ja gelernt, dass dieser nicht ewig dauert und durchaus zu überstehen ist. Beim nächsten Mal fällt es Dir leichter.

    Leg Dir mal eine Strategie zurecht. Schau mal hier rein: Strategien gegen Suchtdruck

    Grund für Deinen Druck ist Dein Suchtgedächtnis, dass sich leider als solches nicht deinstallieren lässt. Es funktioniert ähnlich einer Software, die jetzt von der Software Abstinenz überlagert ist, jedoch ab- und an zu zicken beginnt.

    Mir ist der Druck in den ersten Jahren häufig begegnet, insbesondere als ich in Situationen kam, in denen ich früher getrunken habe. Mal wurde ich vom Suchtgedanken fein umschmeichelt, mal drückte es brutal auf mich ein. Meistens war jedoch "feine" Variante im Anmarsch. Nach ein paar Malen hatte ich mich eingestellt, und den aufgekommenen Suchtgedanken innerlich begrüßt und mir selbst gesagt: "Ach, Dich gibt es auch noch. Du hast keine Chance, also troll Dich lieber." Dazu entweder einen Ortswechsel durchgeführt oder irgend etwas begonnen, was mir Freude machte.

    Jetzt habe ich schon mehrere Jahre keinen Druck mehr gehabt, ich weiß jedoch, dass er jederzeit aufkreuzen kann. Da bin ich hoffentlich gewappnet.

    Mich wundert allerdings, das beispielsweise Du, C.F , immer wieder extrem auf dieses Thema anspringst.

    Vielleicht doch nicht so ganz im Reinen mit Deiner Krankheit bzw. dem Sprechen darüber?

    Ich gebe nur Neueinsteigern alternative Hinweise, die von der Vorgehensweise einiger Herrschaften hier etwas abweichen. Gerade im Offenen Bereich tummeln sich die Neueinsteiger, die Tipps von erfahreneren Usern durchaus gebrauchen können.

    Im Reinen bin ich mit mir wohl, nur ist meine Erfolgstaktik eine etwas andere.

    Was hier auffällt, dass gewisse User, die erfolgreich unterwegs sind, meinen, dass nur ihre eigene Vorgehensweise erfolgversprechend sei und recht geringe Abweichungen von diesem Kurs abgetan werden.

    Ich gehe derweil meinen Weg weiter, der so falsch auch nicht gewesen sein kann...20 Jahre ohne Alk sprechen für sich..

    Dafür habe ich großen Respekt. Dein Weg passt zur Dir und z.B. zu Hartmut. Ihr benötigt Euren Kurs, der Eurem Wesen entsprechen dürfte. Mit einem anderen Kurs hättet Ihr womöglich Euer Ziel nicht oder nur deutlich schwieriger erreicht.

    Ich bin auch ans Ziel gelangt, auch wenn' s bei mir erst mehr als 7 1/2 J. sind.

    Wohl gemerkt: So großartig unterscheiden sich unsere Kurse nicht. Es handelt sich letztlich um Feinjustierungen, mehr auch nicht. Jedoch solche, die gut zu mir und wohl auch einigen anderen hier passen.

    Was ich die Tage beobachten durfte, dass unser bisheriger Bäcker irgendwas an seinen Broten verändert hat. Ich tippe auf irgendwelche beigemengten Enzyme, die den Appetit anregen. Ich aß mehrere Scheiben Brot und wurde nicht satt, sondern immer hungriger. Die Parallele zum früheren Kontrollverlust nach dem ersten Weißbier war verblüffend.

    Heute morgen machte ich dann die Probe aufs Exempel und fuhr zu einem Bioladen und deckte mich dort ein. Ist zwar etwas teuerer, aber mein individuelles Sättigungsgefühl setzte wieder ein, ich bin jetzt nach 3 Stunden immer noch satt.

    Am meisten schwadronieren

    Danke für das Kompliment :wink:

    Die Arbeitswelt ist genau so verschieden wie die jeweiligen Menschen.

    Das Outing am Arbeitsplatz hängt auch von der jeweiligen Tätigkeit ab. Wer schon etwas aufgestiegen ist und eigene Entscheidungs-; Delegations- und Anweisungskompetenzen hat, wird kritischer beäugt als jemand, der nur mechanisch das abarbeiten darf, was sich andere so ausgedacht haben.

    Und Leute, die seit etlichen Jahren nicht mehr arbeiten, aus welchen Gründen auch immer, sind leider nicht ganz auf dem Laufenden und erzählen letztlich aus längst vergangenen Zeiten.

    In meiner Therapie habe ich von erfahrenen Therapeuten gelernt: "Wen Sie alles informieren, entscheiden alleine Sie selbst und sonst niemand." Das hat mich überzeugt und daran halte ich mich.

    Wichtig ist es, zu sich selbst gnadenlos ehrlich zu sein. Alles andere sind bloße Lippenbekenntnisse ( so in etwa las ich es die Tage bei achelias). Das sehe ich genau so.

    So sehr unterscheiden sich die Wege der Freunde des komplett offenen Umgangs gar nicht von meinem. Relevant ist allein das erzielte Ergebnis, nämlich eine stabile Abstinenz. Manche benötigen halt diese "offensive Spielweise", weil sie hierdurch Schutz erfahren. Andere, dazu zähle ich mich, versuchen es halt mehr mit einer defensiveren Herangehensweise und das mit Erfolg..

    Es gibt zig Gründe für ein Abgleiten in den Alkoholismus (halt ein multikausales Geschehen) und mehrere Wege wieder hinaus. Der individuelle Weg muss halt passen.

    Wichtiger als sich in allen Einzelheiten an Handlungsempfehlungen einzelner Personen zu halten , sind die folgenden Aspekte:

    • Das erste Glas stehen zu lassen
    • Nicht dem Alkohol und trinkfreudigen Personen hinterher zu laufen, nennt sich Risikominimierung, nämlich den Alkohol auf Distanz zu halten
    • Rückhaltlose Akzeptanz der Krankheit incl. Befreiung von dem Gedanken, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Stoff.

    Erst als ich das innerlich umgesetzt hatte, wobei es mit dem Entfernen des letztgenannten Gedankens einige Monate dauerte, war ich in der Lage, mich zu befreien.

    Was andere darüber denken oder aus zweiter Hand gehört haben, jedoch selbst nicht erlebt hatten, kommt bei mir in die Schublade „Hypothetische Panikmache.“

    Sorry, aber ich war unmittelbar dabei, jedoch nicht als Hauptdarsteller :winking_face: . Daher mache ich keine Panik, sehe das Ganze aber auch nicht unbedarft.

    Es geht mal wieder um das alte Thema, soll ich es z.B. auf der Arbeit anderen auf die Nase binden oder nicht. Manche teilen es halt mehr oder weniger ungehemmt mit, ich bevorzuge bei so einem sensiblen Thema die leisen Töne und nenne es Selbstschutz und Risikominimierung.

    Wenn andere mit diesem Thema anders verfahren, dürfen sie es gerne tun, mich stört es nicht. Unterschiedliche Herangehensweisen entsprechen nun mal der Lebenswirklichkeit. Welcher Kurs für den einzelnen Probanden der bessere ist, vermag ich nicht zu beantworten, ich bleibe bei meinem und der ist verdammt gut, zumindest für mich.

    Dieses viel propagierte "Outing" kann auch schnell nach hinten losgehen

    Das kann ich nur unterstreichen.

    Kleine Kostproben aus meinem Berufsalltag:

    1) Dem Gutachter ... können wir den Auftrag nicht erteilen, der ist trockener Alkoholiker. Wenn der wieder säuft, wird es nichts mit dem Gutachten. Den Auftrag erhielt ein anderer.

    2.) Der Mitarbeiter ... ist trockener Alkoholiker, der hat einen Fehler gemacht (verschwiegen wird, dass wir alle welche machen). Der hat bestimmt wieder getrunken. Der arme Kerl stand da wie ein begossener Pudel.

    Ein Bekannter aus meiner ehemaligen Therapie sitzt mit Freistellung im Betriebsrat eines größeren Unternehmens. Er rät ausdrücklich davon ab, sich zu outen, sofern man nicht am Arbeitsplatz als Trinker aufgefallen ist. Das sehe ich genau so.

    Spätestens wenn Mitarbeiter um eine Beförderung, einen interessanten Auftrag, andere Dinge im Betrieb oder in der Behörde konkurrieren bzw. Fehler zu erläutern sind, kann aus dem Outing schnell ein gewaltiger Makel werden, der dem Betreffenden schaden kann. Der Betreffende erhält schnell den berühmten Ende DEr KArriere Stempel. Die betreffende geläufige Abkürzung in unserer Gegend habe ich mal optisch hervor gehoben.