Beiträge von MieLa

    Liebe Thalia,

    vielen Dank für deinen Besuch in meinem Faden :lol:

    Ich glaube, es ist ganz wichtig für den langfristigen trockenen Weg, herauszufinden, was in die Alkoholkrankheit geführt hat. Denn dann kann man (ich) herausfinden, was man zu seinem Schutz braucht. Bei mir ist es der achtsame Umgang mit Stress und Druck und die damit verbundene Veränderung in der Lebensführung.

    Ich glaube aber auch, dass das ganz unterschiedliche Dinge sind, die den einzelnen Menschen krank werden lassen. Es kann die Instrumentalisierung sein, aber auch schlicht und einfach das Trinken.

    Viele Grüße,
    MieLa

    Liebe Cadda,

    wie schön, dass es dir gut geht! Vieles von dem, was du schreibst, erfahre ich auch. Das trockene Leben bringt so viel Kostbares mit sich!

    Sieben Monate ohne - das ist toll :!:

    Die Frage, ab wann "man" trocken ist, habe ich mir auch schon gestellt. Bei mir sind es jetzt ja erst drei Monate Abstinenz. Ich würde mich wohl erst als trocken bezeichnen, wenn ich mehr aufgearbeitet und geübt und Situationen nüchtern erlebt habe. Wann dies der Fall sein wird, kann ich nicht sagen.

    Aber ich glaube, wir werden es beide wissen, wann sich das Wort "trocken" für uns richtig anfühlt.

    Liebe Grüße,
    Miela

    Liebe Wegbegleiter,

    heute möchte ich darüber schreiben, wie ich Alkoholikerin geworden bin:

    Die ersten 29 Jahre meines Lebens habe ich nahezu alkoholfrei verbracht. Ich habe zwar einiges probiert - in jungen Jahren beim Ausgehen auch Bier bestellt, weil es das billigste Getränk war - aber wirklich geschmeckt hat mir kein alkoholisches Getränk.

    Ich habe eine lange Ausbildung gehabt und viele Prüfungen abgelegt. Im ersten Teil dieser Ausbildung habe ich wegen des Prüfungsdrucks Einschlafschwierigkeiten gehabt. Ich habe teilweise stundenlang wachgelegen und dabei auch unter Herzklopfen gelitten. Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, Alkohol als Einschlafhilfe zu benutzen. Ganz einfach, weil er mir nicht schmeckte. Deshalb habe ich nicht mal an ihn gedacht.

    Dann habe ich mit 29 Jahren das erste Mal einen Martini Bianco getrunken. Und den fand ich so lecker, dass ich ihn öfter trinken wollte. So geht es mir auch mit anderen Getränken oder Lebensmitteln. Wenn ich eine neue leckere Schokolade entdecke, möchte ich gerne am Anfang öfter davon naschen.

    Mit dem Martini war das genauso - alles im Rahmen und übersichtlich. Ca. drei Monate später begann aber die zweite „heiße“ Ausbildungsphase, die drei Jahre andauerte. Der Druck kam wieder und ich stellte fest, dass ich den Martini ganz wunderbar zwischen mich und den Druck stellen konnte. Einschlafen war kein Problem und ich fühlte mich abends wunderbar entspannt. Dass es keine Entspannung, sondern Betäubung war, war mir nicht klar.

    Ich sorgte mich auch nicht, denn ich brauchte ja nicht viel, um die Wirkung einsetzen zu lassen. Ein Getränk hat gereicht.

    Aber diese funktionale Verknüpfung von Druck, Einschlafschwierigkeiten und der Wirkung von Alkohol war fatal. Heute ist mir klar, dass ich unbedarft mit beiden Beinen in den Alkoholismus sprang.

    Am Ende der Ausbildung hatte ich mich dann an das regelmäßige (noch maßvolle) Trinken gewöhnt. Leider wurde der Druck nach dem Examen nicht weniger. Ich habe als 32-jährige Berufsanfängerin über lange Zeit ca. 60 Stunden in der Woche gearbeitet und trotzdem einen Berg an Arbeit vor mir hergeschoben. Dies lag nicht an mir, sondern an der völligen Fehlplanung meines Arbeitgebers. Es war eine sehr belastende Situation, in der der abendliche Alkoholgenuss mich schnell „entspannte“ und auf andere Gedanken brachte.
    Ich kann mich daran erinnern, dass ich nach ungefähr zwei Jahren Berufstätigkeit (und damit gut 5 Jahren maßvollen, aber regelmäßigen Trinkens) in einer Buchhandlung auf ein Buch über Alkoholismus stieß. Es zog mich an (na klar, insgeheim wusste ich schon, dass ich Grund hatte, besorgt zu sein), ich kaufte und las es. Ich weiß noch, dass es mich beim Lesen der Stichworte „regelmäßig“, „täglich“, „kein Tag ohne“ durchzuckte: Das passt auf mich! Ich bin Alkoholikerin!!!!

    Aber dann kamen ganz schnell beschwichtigende Gedankten: Quatsch! Doch nicht bei so „kleinen“ Mengen! Das würde ja bedeuten, dass du nie wieder Alkohol zu dir nehmen dürftest! Nein, das passt gar nicht auf dich! Du trinkst wenig, machst Karriere, bist diszipliniert und verlierst nicht die Kontrolle beim Trinken.

    Der Kontrollverlust war ein anderes wichtiges Thema im Buch. Das findet sich ja auch in vielen Fragebögen: „Kippen Sie das erste Glas schnell hinunter?“

    Heute weiß ich, dass ich damals tatsächlich bereits Alkoholikerin war. Der Kontrollverlust lag nicht im schnellen Runterkippen oder dem Trinken bis zum Blackout, sondern in der Regelmäßigkeit des Konsums. Darüber hatte ich nämlich schon viel früher die Kontrolle verloren. Und dann steigerte sich mit den Jahren die Menge und die Kontrolle darüber.

    Rückblickend würde ich sagen, dass ich noch während der Ausbildung alkoholkrank geworden bin. Also relativ kurz nach dem regelmäßigen Konsum.

    Seitdem ich mich so intensiv mit Alkoholismus beschäftige - also seit drei Monaten :lol: - fällt mir immer wieder auf, dass vielfach erst Alkoholkranke, die schon fast alles verloren haben oder auf der Intensivstation liegen - als erkrankt beschrieben werden. Selbst heute erkenne ich mich in einigen Berichten / Büchern / Filmen über Alkoholismus
    nicht wieder. Ohne meine Erfahrungen der letzten Jahre würde ich mich - wenn ich diese Quellen als Maßstab nehme - immer noch als gefährdet, aber nicht erkrankt einschätzen. Aber das ist totaler Quatsch.

    Als ich angefangen habe, Alkohol zu funktionalisieren, hatte ich bereits ein heftiges Problem.

    Ich wünsche euch ein schönes trockenes Wochenende!

    Viele Grüße,
    MieLa

    Liebe Cadda,

    ja, frei ist genau das richtige Stichwort! Als ich vor drei Monaten startete, war es mein sehnlicher Wunsch, vom Alkohol frei zu sein.

    Ich finde es sehr spannend zu erfahren, welche Erfahrungen andere machen. Bei a) habe ich mir tatsächlich noch Ende letzten Jahres eingeredet, dass kleinere Mengen und tageweise Abstinenz doch möglich sein muss.

    Ich wünsche dir auch einen schönen freien Tag :lol:

    Viele Grüße,
    MieLa

    Liebe Wegbegleiter,

    jetzt sind es für mich 92 Tage bzw. drei Monate bzw. ein Vierteljahr (Wow!) Abstinenz. Diese Zeit und das Wissen darum, wie ein Leben ohne Alkohol machbar ist, empfinde ich als Geschenk.

    Warum habe ich mich nicht schon früher beschenkt?

    Weil ich nicht wusste, dass

    a) nur eine völlige Kapitulation die Befreiung bringt (alle Versuche des kontrollierten Trinkens und die damit verbundene Hoffnung, maßvoll trinken zu können, waren zum Scheitern verurteilt)

    b) ein Leben ohne Alkohol kein Verlust, sondern eine Bereicherung ist (das Gefühl des Verlustes ist suchtgemacht, mit der Realität hat dieses Gefühl nichts zu tun).

    Viele Grüße,
    MieLa

    Hallo Mario B.,

    vielen Dank für den Buchtipp. Ich werde mir das Buch besorgen. Ich hatte schon mal Gutes darüber gehört (weiß aber nicht mehr wo).

    Von "Alkoholsucht - Ich helfe dir raus" habe ich noch nichts gehört. Ich freue mich auf deine Meinung.

    Lieben Gruß,
    MieLa

    Hallo Mario B.,

    Zitat von Mario B.

    Das Buch habe ich dann am Freitag in einem Zug durchgelesen, leider war es nicht das was der Titel suggeriert hat respektive was ich mir davon erwartet habe. Es hatte, ähnlich wie die anderen von mir gelesenen Bücher, auch nur ein Schlusskapitel über das Leben NACH dem Alkohol.

    Somit reiht es sich eher in die Kategorie "Lieber schlau als blau" oder "Alk, ein fast medizinisches Sachbuch" ein mit dem klassischem Themenaufbau wo der Fokus eher auf der Enstehung der Krankheit als auch auf der Beschreibung der Krankheit mit seinen Auswirkungen liegt und das Kapitel über ein alkoholfreies Leben eher als "Schlusswort" dient.

    Das finde ich auch sehr bedauerlich. Ein Buch, das sich mit dem Nüchternwerden und den ersten Monaten/Jahren der Abstinenz beschäftigt, habe ich auch noch nicht gefunden. Einzig Daniel Schreiber schreibt in seinem Buch "Nüchtern - Über das Trinken und das Glück" etwas von seinem Leben danach.

    Ich lese sehr viel hier im Forum und beginne gerne bei Seite 1 der einzelnen Fäden, da ich dort die Informationen finde, wie es anderen in den ersten Wochen und Monaten ihrer Abstinenz ergangen ist. Das ist für mich unheimlich hilfreich.

    Ich wünsche dir weiter viel Erfolg auf dem trockenen Weg!

    Viele Grüße,
    MieLa

    Warum das mit der Zitatfunktion jetzt nicht geklappt hat, erschließt sich mir nicht :?:

    Hallo allerseits,

    ich war in einem feinen Laden für edle Schokoladen und Pralinen. An der Kasse gab es einen Teller mit verschiedenen Pralinen zum Kosten. Jeder Sorte war eine Reihe zugedacht. Der Kundin vor mir wurde erklärt, um was für Sorten es sich handelte: Champagner, Cognac etc.

    Als ich dran war, fragte ich, welche Pralinen ohne Alkohol seien. Mir wurden mit der Gebäckzange drei Reihen gezeigt und ich wählte eine Praline aus. Als ich hineinbiss, war der Geschmack so intensiv, dass ich zunächst dachte, dass da doch Alkohol drin sei.

    Das war nicht der Fall. Aber es hätte so sein können! Wie oft erleben wir es, dass wir falsche Auskünfte bekommen, weil die Personen sich irren oder unachtsam sind. In dem Beispiel mit der Praline hätte ein unachtsames Zeigen mit der Zange auf die entsprechende Reihe schon fatal sein können. Und so eine beschickerte Praline kann das Suchtgedächtnis ganz schön auf Trab bringen.

    Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

    Grüße,
    MieLa

    Liebe Cadda,

    mit denjenigen, die dichter dran stehen, als ihnen lieb ist, hast du vollkommen Recht. Alle, denen ich mich bisher offenbart habe, haben als erstes bezweifelt, dass meine Diagnose richtig ist. Als zweites haben sie aber sofort ihren eigenen Alkoholkonsum reflektiert und erzählt, dass sie selbst ja gar nicht täglich trinken und auch gar nicht sooooo viel. Ihr eigener Alkoholkonsum war schon Thema, bevor ich meine Sicht auf meinen Alkoholkonsum zu Ende erzählen konnte ...

    Lieben Gruß,
    MieLa

    Liebe Wegbegleiter,

    nun sind über 2 Monate geschafft und es wird längst Zeit für einen Bericht.

    Nachdem ich mich am Anfang fast ununterbrochen mit der Krankheit beschäftigt habe - die Gedanken ständig darum kreisten und ich Informationen ohne Ende aufgesaugt habe, ist es nun deutlich ruhiger geworden. Die Krankheit ist sehr präsent, aber beschäftigt mich nicht mehr ununterbrochen.

    Ich lese hier im Forum mit und achte ansonsten sehr auf mich. Das heißt, ich bin mir sehr bewusst, wie es mir geht – gerade in Situationen, in denen Alkohol nicht weit entfernt ist. Ich beschäftige mich auch im Voraus mit Situationen, überlege, was passieren könnte und wie ich reagieren würde, wie ich mich verhalten will. Das gibt mir eine gewisse Sicherheit, weil es mich ziemlich gut vor Überraschungen schützt. So richtig klar geworden ist mir das, als Ernest von seinem Rotwein-Erlebnis im Flieger schrieb. Eine kurze Zeit konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, einen nächtlichen Langstrecken-Flug ohne Rotwein zu „meistern“ (Ich fliege übrigens richtig gern). Inzwischen visualisiere ich auch diese Situation (obwohl sie momentan überhaupt nicht ansteht) und sehe mich zufrieden nach dem Einchecken an meiner Limo nuckeln.

    Sucht“druck“ habe ich nicht, nur manchmal ein Verlangen. Dann gibt es Ablenkung in Form meines Ersatzgetränkes. Das funktioniert gut. Hilfreich sind natürlich Ablenkung und Bewegung. Aber das klappt nicht grundsätzlich. Einmal habe ich zum Beispiel im Büro dieses Verlangen verspürt und zur Ablenkung beschloss ich, zu Fuß nach Hause zu marschieren. Das sind immerhin 7 Kilometer. Als ich ankam, war das Verlangen stärker geworden. Mit ein bisschen Nachdenken ist mir auch der Grund klargeworden: Ich bin auch in nassen Zeiten hin und wieder zu Fuß nach Hause gegangen. Dort angekommen, war dann immer Rotwein-Zeit (ich arbeite ziemlich lange). Also hilft Bewegung nur, wenn sie vom Hirn nicht gleichzeitig mit Rotwein in Verbindung gebracht wird.

    Gut für mich ist auch, weiterhin sehr auf seelische und geistige Ausgewogenheit zu achten. Gelingt mir das, habe ich kein Verlangen. Gerate ich etwas in Schieflage (wie letztens bei einer kleinen Auseinandersetzung mit meinem Vermieter bezüglich einer Mieterhöhung), setzt sich ein altes Muster in Gang: Rotwein als Mittel zum Runterkommen, zur Betäubung, drängt sich in meine Gedanken.

    Sehr hilfreich ist für mich, offen mit der Erkrankung umzugehen. Gegenüber ausgewählten Personen offenbare ich mich und erkläre auch, was das Suchtgedächtnis bedeutet. Erstaunlich ist, wie wenig Wissen über die Erkrankung teilweise vorhanden ist. Alkoholiker ist demnach nur, wer immer einen Pegel halten muss, Flaschen versteckt, schon auf der Parkbank schläft oder kurz vor dem Umzug dahin steht, schwankt, torkelt, lallt und jeden Morgen mit einem Kater aufwacht. Nichts davon trifft auf mich zu, aber trotzdem bin ich eindeutig Alkoholikerin. Der offene Umgang im Privatleben ist für mich sehr entspannend. Ich muss nicht ständig auf der Hut sein oder erklären, warum ich kein Käsefondue essen möchte oder Wasser bestelle.

    Körperlich und geistig geht es mir hervorragend. Ich habe richtig das Gefühl, mich zu erholen. Wenn das so weitergeht, brauche ich gar keinen Urlaub mehr :D Ich schlafe fantastisch und wache erholt auf. Auch wenn ich mal spät ins Bett gehe und früh wieder raus muss, bin ich total entspannt, denn 5 Stunden Schlaf ohne Alkohol sind im Gegensatz zu 5 Stunden Schlaf mit Alkohol richtig erholsam. Das ist für mich jeden Tag ein fantastisches Erlebnis, denn in nassen Zeiten war ich der Ansicht, ohne Rotwein nicht einschlafen zu können …

    Und seelisch? Ich bin glücklich
    :lol:

    Viele Grüße,
    MieLa

    Liebe ClaudiA,

    so wie Cadda ist es mir auch ergangen, als ich mich bei dir eingelesen habe.

    "Was wünsche ich mir also? RUHE, FRIEDEN, keine Blaulichtautos in meiner Nähe. Mehr "eigentlich" nicht. Mehr wäre Luxus. Und den brauch ich gar nicht. Einfach nur mal ein paar Jahre ein normales Leben führen. Arbeiten, fähig sein, meine Rechnungen zu zahlen. Gut is."

    Mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen!

    Lieben Gruß,
    MieLa

    Hallo Paul,

    gerade kam eine Kollegin zu mir und hat mir eine kleine Süßigkeit angeboten. Sie ist damit über den ganzen Flur gegangen und hat in jedes Büro geschaut. Einfach so :D

    Das hat mir gut getan und ich merke, wie es nachwirkt. Da habe ich natürlich an deinen Beitrag gedacht. Ja, oft sind es einfach Kleinigkeiten, die viel bewirken :lol:

    Ich wünsche dir ein schönes sonniges Wochenende,
    MieLa

    Hallo Aliengirl,

    deine Überlegung das Fasten betreffend kann ich gut verstehen. Ich habe nach wenigen Wochen Abstinenz auch das Bedürfnis nach Entgiftung bzw. Reinigung.

    Ich habe jetzt etliche Male gelesen - hier im Forum, aber auch in Büchern -, dass Suchtdruck auch entstehen kann, wenn zu wenig getrunken oder gegessen wurde. Bei mir stimmt das. Ich habe zwar keinen Druck, aber manchmal ein leichtes Sehnen. Oft habe ich dann zuvor zu wenig gegessen oder getrunken. Hin und wieder merke ich auch eine Suchtverlagerung auf Kohlenhydrate. Kein Wunder, besteht doch Alkohol auch aus Kohlenhydraten.

    Wenn du das auch kennst, wäre ich an deiner Stelle vorsichtig mit Fasten. Zwar vergeht beim Fasten nach einiger Zeit der Hunger, aber was passiert bis dahin?

    Viele Grüße,
    MieLa

    Hallo Vollwaise,

    du hast völlig Recht mit deinem Hinweis auf die Diskussionskultur.

    Du hast mich in deinem Post direkt angesprochen, und zwar bei Punkten, die überhaupt nicht Gegenstand meines Beitrags waren. Auch im Übrigen geht dein Post an dem Inhalt meines Beitrages vorbei.

    Auch das ist nachlassende Diskussionskultur.

    Ich werde mich hier jetzt auch zurückziehen.

    Weiterhin wünsche ich dir alles Gute!

    Gruß,
    MieLa

    Hallo Vollwaise,

    du hast schon mehrfach geschrieben, wie du in nassen Zeiten mit deiner Freundin umgegangen bist, wenn sie dir keine neuen Flaschen besorgen wollte. Du sagst, dass du sie auf das Übelste beschimpft hast. Und dass dir das heute peinlich ist. Es gibt Menschen, die so auf Alkohol reagieren.

    Gestern aber hast du geschrieben, dass Du absolut nüchtern warst.

    Du hast unheimlich heftig auf Martins Post reagiert. Nachdem du die rhetorischen Fragen formuliert und die "schönen" Worte verbraucht hattest, hast du dann noch mal den Hammer rausgeholt und unter die Gürtellinie geschlagen. Was ist in dieser Situation bei dir abgegangen? Auf den Alkohol kannst du es nicht schieben. Warum hat Dch das so angegriffen?

    Du schreibst, es sei ein Gefecht gewesen. Als Leserin habe ich das gar nicht so empfunden. Erst ab dem Moment, als du so heftig reagiert hast, kann man von einem Gefecht sprechen.

    Es ist allerdings ein Gefecht, zu dem du ganz erheblich beigetragen hast. Du hast in Florians Post etwas nicht für glaubwürdig gehalten. Statt deine Zweifel ihm gegenüber deutlich zu formulieren, hast du dich verklausuliert ausgedrückt. Das hat Florian nicht geholfen. Man hat deutlich gemerkt, dass er in seinen nachfolgenden Beiträgen lauter ??? im Kopf hatte.

    Dies ist doch eine Selbsthilfegruppe, in der wir uns alle helfen wollen. Dazu gehört auch eine deutliche Sprache. Mit deutlicher Sprache meine ich aber nicht den Hammer, mit dem man unter die Gürtellinie schlägt.

    Dann meldet sich Martin mit seinem Hinweis. Darauf bist du dann richtig abgegangen. Was ist bei dir passiert? Warum hast du es als Gefecht empfunden? Und warum hast du darauf mit einer solch respektlosen und diemütigenden Bemerkung reagiert? Der Alkohol war ja diesmal nicht schuld.

    Passiert dir ein solcher emotionaler Ausbruch öfter? Wie geht deine Umgebung damit um? Wohlgemerkt, ich möchte dir jetzt nicht auf die Pelle rücken und dir Vorwürfe machen. Oder werten, ob deine Entschuldigung bei Martin ausreichend ist.

    Ich habe mich beim Lesen Deiner Beiträge gefragt, ob diese emotionale Überreaktion ein Risiko für einen Rückfall bei dir ist. Wer so emotional reagiert, ist in einem absolut unausgeglichenen Zustand. Für mich war das ein Grund, die nächste Flasche zu entkorken.

    Das ganze "Gefecht" wäre nicht entstanden, wenn du auf Florians Post anders reagiert hättest.

    Ich wünsche dir alles Gute.


    Viele Grüße,
    MieLa