Beiträge von Mari

    Hallo Estenbol,

    erstmal Glückwunsch zu den fünf Monaten Abstinenz, das ist wirklich toll. Davon bin ich noch ein Stück weit entfernt, bei mir sind es jetzt knapp 3 Monate.

    Vielleicht hilft es dir trotzdem etwas, wenn ich dir antworte. Denn ich kann deine Wahrnehmung bestätigen, ich reagiere auch viel emotionaler. Das ist eigentlich aber auch kein Wunder, denn wir haben durch den Alkohol ja die Gefühle immer schnell weggedrückt oder übertüncht, nun fehlt uns dieser Dämpfer und wir nehmen alles ungefiltert wahr. Manchmal ist es gar nicht so leicht, Gefühle auszuhalten, ist halt sehr ungewohnt.

    Da ich auch Depressionspatientin bin, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass die beiden Krankheiten sich zwar gegenseitig befeuern, bei mir aber ganz klar die Depression ein eigenständiges Thema ist neben der Alkoholsucht. Was ich damit sagen möchte: Bei mir war nicht die Depression Resultat aus dem Alkoholentzug, sondern diese war parallel schon längst vorhanden. Ich weiß nicht, ob ich das überlesen habe, hattest du schon mal Kontakt zu einem Arzt, der dich durchgecheckt hat? Das würde ich dir empfehlen, denn er kann dir auch viele Ängste nehmen und Lösungen aufzeigen, falls es eine Depression sein sollte. Mir hat übrigens eine Therapie sehr geholfen, ich weiß nicht, ob das für dich auch etwas wäre.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die nächsten Schritte.

    Mari

    Guten Morgen, Twizzler,

    Verspannungen habe ich auch seit gestern, hatte eine anstrengende Arbeitswoche. Bei mir manifestiert sich akuter Stress meistens im Nacken. Auch sonst bin ich körperlich gerade wieder auf Sparflamme, werde dieses Wochenende auch alles sehr ruhig angehen.

    Hier hat es heute Nacht noch mal geschneit und nun scheint die Sonne, das ist herrlich. Wie ist das Wetter bei dir? Ein Spaziergang zur Apotheke tut bestimmt total gut. Und das heiße Bad am Abend ist auch nicht zu verachten :mrgreen: Das klingt doch alles nach nem sehr guten Plan für heute :idea:

    Ich wünsche dir eine gute Besserung und Erholung am Wochenende!

    Mari

    Hallo schatzmeisterin,

    das in mich Hineinhorchen muss ich noch üben bzw. mich regelmäßig neu "justieren", damit ich mich nicht aus dem Blick verliere. Bei mir hat das immer was von Arbeit.

    Eine kleine Liste habe ich mir auch schon angelegt, sie ist noch nicht sehr lang, aber da kommt hoffentlich noch einiges dazu.

    Eine Sache habe ich für gleich: Ich werde mir einen Lavendeltee machen und mich früh einkuscheln. Morgen ist ein neuer Tag, an dem ich ohne Kater aufwache, das ist doch was!


    Glückwunsch zu 80 Tagen in Selbstbestimmter Freiheit

    Ich danke dir ganz herzlich!

    Viele Grüße

    Mari

    Hallo zusammen,

    wollte mal wieder was schreiben und ein Lebenszeichen von mir geben.

    Ich lese täglich hier im Forum, das ist ein wichtiges Ritual geworden und hilft mir total.

    Bin immer noch trocken und es klappt eigentlich ganz gut. Beim Einkaufen blende ich die Weinregale aus, und ich sammle so langsam nüchterne Alltagserfahrungen, die mir guttun. Das Verlangen nach Alkohol meldet sich seltener. Trotzdem bleibe ich natürlich wachsam.

    Ich muss noch lernen, mit Stresssituationen gesünder umzugehen und vor allem, mich wichtig zu nehmen und auf meine Bedürfnisse zu achten. Bin halt auch ein EKA, mein anderes großes Thema. Und Stress habe ich ja immer mit Alkohol runtergespült, es hängt also alles irgendwie zusammen.

    Heute sind es 80 Tage, ich freue mich und bin dankbar ...

    Wünsche euch alles Gute, bleibt gesund und einen schönen Abend

    Mari

    Guten Morgen zusammen,

    Altglas ist auch so ein Thema, meine Güte, was habe ich Flaschen weggekarrt. Und immer woanders hin, weil ich nicht wollte, dass man mich regelmäßig an einem Ort mit nem Haufen leerer Weinflaschen sieht :shock:

    Unsere Abstellkammer ist jetzt immer so schön geräumig! :mrgreen: Habe im wahrsten Sinne Ballast abgeworfen (in Form von Altglas :lol::P ) .

    Raum und Zeit für Neues.

    Die Torte war übrigens sehr lecker, liebe Cadda :)


    Glückwunsch zu deinen 70 Tagen.

    Herzlichen Dank, Twizzler!

    Alles Gute für euch.

    Mari

    Liebe Cadda,

    freut mich, dass es dir wieder besser geht und du dich gut erholt hast.

    Das ist echt so was Wertvolles, wenn man gerne an die Arbeit geht und sich wohlfühlt. Ich hatte mal eine schlimme Phase, durch die ich noch stärker in den Konsum gerutscht bin, da ich ständig gestresst und panisch war und einfach nicht mehr konnte. Deshalb weiß ich heute ein gutes Arbeitsumfeld und liebe Kollegen besonders zu schätzen.

    In diesem Sinne wünsch ich dir einen schönen Tag!

    Mari

    Hallo Carl Friedrich,

    ja klar kann ich was damit anfangen, sehr sogar!

    Ich sage mal so, wenn ich nicht hier im Forum schon eine Weile gelesen hätte und dadurch nicht schon vorbereitet gewesen wäre darauf, was das Suchtgedächtnis so mit mir anstellen kann, wäre ich wahrscheinlich schon rückfällig geworden.

    Ich hoffe, dass ich durch viele neue und positive nüchterne Erfahrungen das Suchtgedächtnis etwas "überschreiben" kann. Und die Therapie hilft mir, andere Bewältigungsstrategien zu finden. Wäre wirklich toll, wenn ich auch irgendwann mal auf so viele Jahre Trockenheit zurückblicken könnte.

    Heute Nachmittag gönne ich mir ein großes Stück Torte, ist ja auch was und freue mich schon total drauf :mrgreen:

    Ich wünsch dir einen schönen Sonntag!

    Mari

    Guten Morgen :)

    Wollte mich mal wieder melden. Gestern beim Einkaufen hat jemand vor mir einige verschiedene Weinsorten ausgesucht und in seinen Wagen geladen. Ein anderer hatte eine Flasche Whiskey im Einkaufswagen. Wochenende, alle Welt scheint zu "feiern".

    Aber ich bin zum Glück standhaft geblieben.

    Mein Mann hatte danach zu mir gesagt: Stell dir mal vor, wie die dann am Sonntagmorgen aufwachen im Gegensatz zu dir. Du kannst morgens deinen Kaffee genießen und ausgeruht in den Tag starten und aus der Zeit was machen. Du wachst ohne Kater auf und es ist kein verschenkter und an den Alkohol verlorener Tag. Jaaaa, und wie recht er damit hat!

    Und theoretisch weiß ich es ja auch, lese es ja auch immer wieder hier im Forum. Ich muss mir echt angewöhnen, in solchen Situationen die Sache weiterzudenken. Ich neige noch dazu, nur den Genuss am Anfang zu sehen und nicht das bittere Ende am Tag danach :shock:

    Ich bin heute 70 Tage trocken. Und das soll auch so bleiben!!

    Alles Gute euch!

    Mari

    Die letzten zwei Tage habe ich über den Tag verteilt immer mal wieder Druck verspürt. Ich habe dann eine ganze Menge Mineralwasser runtergespült. Komisch, bei Wasser quäle ich mich, um überhaupt zwei volle Gläser runterzukriegen, bei Wein wäre das kein Problem :roll:

    Der Unterschied zu den Tagen davor ist angestaute Energie. Ich möchte endlich wieder Sport machen, kann aber nicht so, wie ich will (Bewegungseinschränkung). Das Wetter wird immer schöner, es kommt so eine Frühlingshibbeligkeit auf, die ich irgendwie kanalisieren muss. Am effektivsten an der frischen Luft und mit viel Bewegung, damit ich abends zufrieden und müde ins Bett fallen kann. Nun muss ich da irgendwie anders durch, hm, Frühjahrsputz vielleicht :shock::-|:mrgreen:

    Guten Morgen,

    genieße meinen Kaffee und höre mir "Coffee House Jazz" dazu an. Habe das vor Kurzem für mich entdeckt, da es wunderbar entspannend und beschwingend ist, der Fuß wippt automatisch mit :mrgreen:

    @ Nala, ich lese gerade "Die Frau in Weiß". Das ist ein viktorianischer Krimi aus dem Jahr 1860. Ich mag Klassiker unheimlich gerne und habe die früher verschlungen, die letzten Jahre fehlte mir aber die Konzentration dazu. Und nun geht es wieder, seitdem ich nicht mehr trinke. Lese aber auch sehr gerne aktuelle Krimis und Psychothriller und sonst auch alles querbeet. Wenn du Empfehlungen hast, immer her damit :mrgreen:

    Cadda Das ist schön zu lesen. Und du bist schon so viele Jahre trocken, hoffe sehr, dass ich irgendwann auch auf so eine lange Zeit Abstinenz zurückblicken kann.

    Einen schönen Tag euch!

    Mari

    Heute ist ein schöner Tag. Ich stelle fest, dass ich mich viel besser fokussieren kann. "Einfach nur sein". Ein Buch lesen oder Musikhören, in der Sonne sitzen. Und alles ohne nervös oder hibbelig zu werden. Kein inneres Gehetztsein. So schön ist das! Ich bin dankbar. Diesen Zustand werde ich konservieren für die schwereren Tage, die da kommen mögen.

    Tag 58.

    Liebe Carmen,

    ich wollte dir eigentlich schon längst antworten.

    Aber das ist auch so ein Problem von mir, ich ändere eine Antwort manchmal tausendmal um, bis ich am Schluss nicht mehr weiß, was ich überhaupt sagen wollte. Und am Ende landet dann vieles im "Papierkorb" und ich schweige. Ich glaube, als Kind war ich selten unbefangen, habe immer ganz genau überprüft, was ich sage und wie ich etwas sage. Ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht auch EKA-typisch sein könnte.


    Der Alkohol hat mir lange Zeit eine trügerische Sicherheit gegeben, war mein Zufluchtsort.

    Ja, so war das bei mir auch. Der Alkohol ist nun weg und jetzt treten alle Unsicherheiten zutage. Vieles können wir uns wahrscheinlich antrainieren und Risse kitten, aber ob EKAs jemals das Gefühl haben werden, auf einem echten Fundament zu stehen? Ich hoffe es.

    LG

    Mari

    Bis vor Kurzem war mir der Begriff EKA noch gar nicht geläufig. Ich bin so froh, hier so viel darüber zu lesen, bin ich doch mit meinen "typischen Charaktereigenschaften" scheinbar ganz und gar nicht allein und finde endlich Antworten nach einer langen und verzweifelten Suche nach Gründen.

    Sich ein Leben lang irgendwie falsch fühlen und sich wundern, warum anderen Dinge scheinbar viel leichter zu fallen scheinen, bei denen ich größte Probleme habe. Irgendwie fehlt bei mir das "Fundament". Kein Wunder, habe ich doch schon als kleines Kind angefangen, mich den Stimmungen zu Hause bestens anzupassen und meine eigenen Bedürfnisse gar nicht wahrzunehmen.

    Ich habe nicht gelernt, Ich zu sein. Traurig, aber wahr.

    So, wollte mich auch mal wieder melden nach einigen turbulenten Tagen, die mal wieder mit innerem Stress aufgrund meiner eingefahrenen Glaubenssätze verbunden waren :roll: Aber ich habe deshalb nicht zur Flasche gegriffen, was ja erst einmal das Wichtigste ist. Das Verlangen hält sich zur Zeit zum Glück in Grenzen.

    Das Thema Stress ist bei mir stark mit kindlichen Erfahrungen, auch in Verbindung mit meiner Vergangenheit als EKA, verknüpft. Das wird mir immer klarer. In der Therapie gehe ich diese Muster (und Traumata) an, ich hoffe, dass ich immer mehr den guten und gesunden Strategien Raum geben kann, damit nicht mehr der Alkohol als Ersatz herhalten muss. Das ist weiterhin mein Ziel, anstrengend, sich zu stellen und aufzuarbeiten, aber es führt für mich kein Weg dran vorbei.

    Heute ist Tag 51.

    Liebe Thena,

    bin spät dran, aber möchte dir auch noch herzliche Geburtstagsgrüße dalassen. Leider sind die Smilies hier etwas begrenzt, sonst hätte ich dir eine Torte und einen Partysmilie geschickt :mrgreen:

    Alles, alles Gute dir weiterhin, bleib gesund und weiterhin trocken. Das wird bestimmt ein ganz besonderes Jahr für dich, mögen noch viele, viele trockene Jahrzehnte folgen :)

    Viele Grüße
    Mari

    Liebe Cadda,

    ich sehe gerade, dass du schon über drei Jahre hier bist und vermutlich auch seitdem trocken bist? Wow, herzlichen Glückwunsch!! Das muss ein echt tolles Gefühl sein. Ich hoffe sehr, dass ich auch einmal über so viele Jahre zurückblicken kann, das wäre schön.


    Denkt dran, zu berichten, BEVOR es einem sehr schlecht geht. Oftmals kann verhindert werden, dass man wieder zum Glas greift, wenn man seine Gedanken aufschreibt, um sich zu sortieren. Das befreit und stärkt!

    Das werde ich mir ganz unbedingt zu Herzen nehmen, vielen Dank dafür und überhaupt für deine Hilfestellung hier im Forum :!:

    Ich drücke fest die Daumen, dass es auch mit deinem nächsten großen Ziel, Reduktion der Nascherei, klappt. Du schaffst das :mrgreen:


    Habt alle einen schönen Tag und lasst mal von Euch hören

    Danke, das wünsche ich dir auch!

    Viele Grüße
    Mari

    Liebe Nala,

    erst einmal möchte ich mich für deinen Beitrag in meinem Thread bedanken, der mir sehr geholfen hat.

    Und dann


    Mir geht es gut so weit. Letzte Woche war etwas anstrengend mit 3 Vorstellungsgesprächen, aber ich hab gestern die Zusage für einen der Jobs bekommen!

    sage ich mal ganz herzlichen Glückwunsch!!! Das ist klasse, ich freue mich sehr für dich!!


    Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich bisher so wenig aktiv war mit meinen Beiträgen. Scheinbar hab ich doch einiges mit mir auszumachen, bevor ich es formulieren kann.

    Alles gut, mir geht das auch so! Mach dir da bitte keinen Druck. Manchmal ist einfach nur die Zeit zum Mitlesen und Gedankensortieren, man nimmt ja hier viel auf. Du bist da, das alleine zählt :wink:

    Alles Gute dir!

    Mari

    Liebe Nala,

    und ob mir dein Beitrag was gibt! Ganz herzlichen Dank für deine Worte. Ich leide ja auch seit langem an Depressionen und es ist genau mein Thema, loslassen, innehalten und Gefühle zulassen.


    Die Ärzte und Pfleger haben mir gebetsmühlenartig erklärt, dass genau das der Punkt ist. Dass ich permanent unter Dauerstrom stand und jetzt einfach mal runterkommen soll und loslassen und nicht immer mit Aktivität alles deckeln, wie ich es sonst tat.

    Ich glaube, das ist es! So langsam begreife ich, dass mich der Alkohol und mein Aktionismus von mir selbst ablenken. Ich habe in den letzten Tagen bewusst innegehalten, alles runtergefahren und mich dem (Gefühlschaos :lol: ) gestellt, was dann kam. Es war aufreibend und kräftezehrend, aber ich bin da durch gegangen und fühle mich heute auch schon wieder ein bisschen gefestigter. Der Saufdruck ist auch weg.


    Mir hat es bei Stress immer geholfen, die Natur aufzusuchen.


    ... „Einfach einmal fallen lassen.“ Die Schultern, die Hände, den Kopf sinken lassen und tief ausatmen.


    Wenn ich das Gefühl habe, mir fällt die Decke auf den Kopf oder ich will nichts hören und sehen und möchte mir Gutes tun, dann gehe ich raus.

    Oh Mann ... bin grad baff ... ohne Worte ... Danke euch, ihr habt es mir alle geschrieben, aber jetzt kann ich es das erste Mal wirklich, wirklich verinnerlichen.

    Heute ist ... Moment, ich gucke ... Tag 45 :mrgreen:

    Lieber Carl Friedrich,
    liebe Thalia,
    liebe Cadda,

    ich danke euch sehr, sehr, sehr für eure aufbauenden Worte, die mir sehr guttun. Und ihr trefft in so vielen Dingen schon wieder den Nagel auf den Kopf, ich fühle mich verstanden und aufgefangen. Eure Tipps und Gedankenanstöße helfen, ich lasse das gerade alles ein bisschen sacken und auf mich wirken...

    Danke, auch für die guten Wünsche, eure Mari :)