Beiträge von Becki

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Sunshine_33


    Zitat

    Ich bin hier raus, weil man hier einfach noch nicht helfen kann, da muss es leider erst noch viel schlimmer werden.

    Schön. Ich kann mich auch nicht erinnern dich persönlich gebeten zu haben „drin“ zu sein. 🤷🏼‍♀️

    Zitat

    Du müsstest ja auch an Deinen eigenen Süchten arbeiten, um überhaupt eine Beziehung führen zu können, wo der andere sich auch frei fühlen darf.

    Ganz schön anmaßend, zu denken man wüsste genau Bescheid, wie die vorangegangenen Beziehungen waren, nur weil man Bruchstücke von der jetzigen lesen konnte. Ich habe vor meinem jetzigen Partner eine 8-jährige Bilderbuch-Beziehung hinter mir mit vollstem Vertrauen, Freiheiten, gemeinsamen Haus und allem drum und dran gehabt. Wir sind aber eben am Ende einvernehmlich im Guten auseinander gegangen. Aber gut, wenn man hier 24/7 in nahezu jedem Beitrag mit erhobenem Zeigefinger vertreten ist, kann man schonmal davon überzeugt sein, über jeden bestens Bescheid zu wissen und jeden in die eine vorgefertigte Schablone zu pressen.


    lütte69

    Zitat

    Was wünschst Du Dir, welche Träume hast Du und siehst du ihn an deiner Seite so wie es jetzt ist?

    Ich kann mir keinen anderen Mann an meiner Seite vorstellen, da er für mich (bis auf das Alkoholproblem) in allen anderen Bereichen perfekt ist. Punkt. Wir kennen uns über 10 Jahre und nur er hatte von Anfang an dieses etwas. (Wie bereits oben erwähnt hatte ich vor ihm eine lange Beziehung (8 Jahre) sie war auch schön, gemütlich und ruhig. Und am Ende ist es eher in Freundschaft übergegangen.) Ich möchte MIT IHM glücklich werden. Auch wenn das keiner nachvollziehen kann. Auf dem Weg, den er jetzt betreten hat, möchte ich ihm beistehen.


    ***


    Erstaunlich finde ich es, dass den Alkoholikern im Forum gesagt wird: Schäm dich nicht, Alkoholismus ist eine Krankheit wie Krebs oder HIV. (Ist ja auch so.) Aber gleichzeitig wird den Angehörigen geraten sich von dem Menschen abzuwenden und sein Ding zu machen. Ergo soll man sich bei den anderen Krankheiten auch am besten von den nahestehenden Menschen abwenden und sein Leben glücklich woanders verbringen? Getreu dem Motto - was kümmert mich das Leid anderer.


    Nochmal zum Schluss:


    Vielleicht habe ich meinen Standpunkt noch immer nicht deutlich klargemacht, oder er wird von allen Erfahrenen durch die „Lauf bloß vor dem Alkoholiker weg“- Strategie überlesen.


    Ich wollte mich nicht von meinem Freund trennen, habe auch nicht nach Tipps gesucht wie ich mich am besten trennen/abgrenzen kann um dann die Trennung oder das in der Beziehung erlebte hier in diesem Forum verarbeiten!


    Ich dachte ich finde in diesem Forum Menschen und Tipps, die mit einem Alkoholkranken trotz der „Schwierigkeiten“ zusammen sind und ihn bei seinem Weg in die Trockenheit unterstützen. Aber solche gibt es anscheinend nicht mehr. Alle verlassen den Alkoholiker und führen fernab ein glückliches Leben. Die einzig richtige Lösung ist: Streiche den Alkoholiker aus deinem Leben. Das ist das Fazit dieses Forums. Dann ist das so. Dann kommen wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Ende der Geschichte.


    Allen alles Gute fernab von euren trinkenden Partnern und Ex-Partnern und ein schönes alkoholfreies Leben!

    Aranea nein, ich möchte keine Kinder haben. Konnte noch nie etwas mit ihnen anfangen und hatte auch nie einen Kinderwunsch. Immer wenn ich das früher gesagt habe, hieß es „na warte noch bis du älter bist“ Nun bin ich fast 30 und möchte genau wie früher weder jetzt noch in Zukunft welche.


    lütte69 Es spricht an sich nichts dagegen meine Weg zu gehen. An sich tu ich das meiner Meinung nach bereits: ich habe meine Wohnung, einen Garten (damit ich nicht in Abhängigkeit gerate, wenn ich bei ihm auf dem Hof was pflanze und dann immer wieder hin müsste), einen Job, nette Kollegen, einen Hund, Eltern, Freunde. Aber am liebsten habe ich Zeit nur für mich zum Lesen o.ä. In all das beziehe ich ihn nicht ein, ich mache da ganz allein mein Ding. Ok, abends wenn alles auf seinem Hof erledigt ist, kommt er her und darf hier übernachten, damit wir wenigstens etwas Zeit füreinander haben. In seine Haus und Hofangelegenheiten mische ich mich auch nicht ein. Da macht er alles allein. Sonst sehen wir uns ja tagsüber nicht. Soll ich ihm das hier schlafen „verweigern“? Gänzlich den Kontakt zu ihm abbrechen? Nicht schreiben, nicht treffen? Wie erfahre ich dann, ob er was macht oder nicht. Ebenso könnte er sagen „du hast mich allein gelassen, wo es mir schlecht ging, dann brauchst du jetzt wo es mir besser geht (FALLS es mal so kommt) auch nicht mehr ankommen“. Wenn ich aber den Kontakt weiter aufrecht erhalte, dann läuft alles weiter wie bisher. Z.B. gemeinsames Sonntagsessen mit seiner Familie. Und wenn ich da absage, was ich schon ab und zu gemacht habe, dann ist er enttäuscht, weil wir so schon kaum Zeit füreinander haben.


    Wie soll denn dieses „ihn machen lassen“ aussehen? 🤔 also doch eine klare Trennung ansprechen? Da fehlt mir irgendwie die genauere Definition bzw. die Vorstellung wie das in unserer Situation von statten gehen soll.

    Hallo Lütte, Hallo Sunshine,


    danke für eure ehrlichen Worte. Ja, es wird tatsächlich so sein, dass ich mir vieles schönrede. Das will ich auch gar nicht abstreiten.


    Es kann auch daran liegen, dass ich sehr stur bin und grundsätzlich das Gegenteil mache von dem was man mir sagt. Wenn alle sagen, lauf da bloß weg, bin ich diejenige, die sagt „ihr habt alle keine Ahnung, in meinem Fall wird es schon gutgehen, ihr werdet sehen“. Das man damit in diesem Fall zu 99% auf die Schnauze fallen wird, sei mal dahingestellt.


    Und ja ich klammere mich immer an die einzelnen Ausnahmegeschichten, die man hört oder in seinem Umfeld sieht, wo es ein HappyEnd gab. Die gescheiterten Beziehungen blendet man in dem Moment aus.


    Ich wohne mit meinem Partner nicht zusammen und wenn ich jetzt auf Abstand gehen würde, dass heißt das - Trennung. Aber die Vorstellung, dass er eine andere Partnerin hat, würde mir das Herz brechen. Weil die Liebe eben trotz allem noch präsent ist. Sonst würde mir das Ganze auch nicht so nahe gehen. (Auch wenn vermutlich keine Frau es lange bei ihm aushalten wird, wie es die vergangenen Jahre gezeigt haben).


    Ich bin auch ehrlich, dass ich (noch) nicht bereit bin, ihn aufzugeben. Der Punkt ist bei mir einfach noch nicht erreicht. Und ich finde das muss jeder für sich entscheiden, wann er/sie genug hat und geht. Einige hier im Forum berichten davon, dass sie viele Jahre gebraucht haben, um endlich den Schlussstrich zu ziehen. Natürlich raten sie jetzt aus Erfahrung je schneller desto besser aus der Sache rauszukommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen das damals bestimmt auch geraten wurde, aber auch sie mussten ihre „Schmerzgrenze“ eben erst einmal erreichen.


    Sunshine_33 Und so wie ich das hier im Forum gelesen habe und ich jetzt hoffentlich nichts verwechsle, ist dein Partner/Mann auch bei dir geblieben. Und du hast es geschafft. Auch wenn das eine nichts mit dem anderen zu tun hat i.S.v. dass das der Grund dafür war. Also seid ihr auch im weitesten Sinne diese Ausnahme. Wenn ich jetzt was durcheinander bringe, tut es mir leid. Warum kann meine oder die eines anderen hier im Forum nicht eben auch diese Art von Ausnahme werden. Das wird in diesem Forum leider von vornherein ausgeschlossen und man soll bloß weg von dieser Person.


    ***


    Nun zum derzeitigen Stand und meinen Gedanken, um später alles revue passieren zu lassen:


    Heute hatte er seinen ersten Termin bei der MPU-Vorbereitung mit der Suchttherapeutin. Beim nächsten Termin in 2 Wochen ist auch ein Psychologe dabei. Und dann wird eingestuft, ob er ein Alkoholproblem hat oder an dem Tag wo er betrunken Auto gefahren ist, einfach einen „schlechten Tag“ hatte.


    Sollte er es schaffen sie um den Finger zu wickeln und sie stufen ihn in die zweite Variante ein, habe ich nichts mehr in der Hand, denn dann hat ein Fachmann geurteilt, dass er ja gar kein Alkoholproblem hätte. (Ich glaube spätestens dann muss ich mir eingestehen das Feld zu räumen, da nichts mehr zu machen sein wird.) Gruppen- und Einzelsitzungen stehen auch noch bevor. Vielleicht leuchtet ihm im Prozess was ein.


    Mir wurde von einem guten Freund geraten, das Ganze eher still zu beobachten und ihn erstmal machen zu lassen. (DAS kann ich ja überhaupt nicht, am liebsten würde ich alles kontrollieren können). Denn wenn es jetzt von allen Seiten auf ihn einprasselt, dass er ein Problem hat und ich dann noch ankomme mit „Ha! Ich habe es ja gesagt“ könnte es passieren, dass er dann gleich wieder hinschmeißt.


    Aber dass er vorhatte beim Termin zu lügen und die Menge von Samstag auf 3 Bier zu verringern, ist schon sehr bezeichnend…

    Dein nasser Alkie wollte Dich nur loswerden, um in Ruhe und ohne Gezeter saufen zu können.

    Dieser Gedanke kam mir erst auch. Aber stattdessen rief er ja dann mehrmals an und wollte, dass ich wieder zurückkomme und bei ihm bin. 🤷🏼‍♀️ Aber ihn da betrunken zu sehen habe ich mir selbst erspart und habe einen ruhigen Abend zu Hause verbracht. 😌


    Zitat

    Über Dich und Eure Beziehung denkt er wohl eher kaum nach, um nicht zu sagen, das ist egal.

    Bisher ging doch alles gut...mehr oder weniger...Du bist noch da...und er kann weiter saufen ohne große Konsequenzen zu befürchten.

    Ich würde nicht sagen, dass ihm die Beziehung gänzlich egal ist. Dass er nach 3 Jahren endlich die MPU in Angriff nimmt, rührt daher, dass ich ihn vor die Wahl gestellt habe. Vermutlich möchte er mich aber damit auch nur besänftigen, dass ich nicht gleich alles hinschmeiße und um etwas Zeit zu gewinnen. Denn mit einem Jahr Nicht-Trinken ist das Problem nicht gelöst. Er gesteht sich zwar inzwischen ein, dass er süchtig ist, aber er glaubt immer noch er schafft es allein. Die Erkenntnis, dass es nicht so ist, fehlt noch.


    Morgen steht der Termin bei der Suchtberatungsstelle an. Aber nur wegen der MPU-Vorbereitung. Vllt decken sie dort seine Sucht auf. Sodass es „nicht nur“ mit einem Abstinenzjahr abgetan ist, sondern dass er erst eine Therapie machen muss oder ähnliches. OB er diese dann macht und sich das Ganze eingesteht, liegt ja dann bei ihm.


    Er hat mich gebeten ihn zu diesem Termin zu begleiten. Ich weiß nur nicht ob ich schweigend daneben sitzen könnte, wenn man ihn nach seinem Konsum fragt und er völlig untertreibt.


    Zitat

    Für mich wäre eine derartige Konzentration auf meine Person sogar unerträglich, es würde mir jegliche Luft zum Atmen nehmen.


    kommst Du nicht auch mal ne Zeit ohne Partner klar?

    Allein sein kann auch schön sein...

    Es ist nicht so, dass ich ständig bei ihm sein will oder den Tag über dauerhaft in Kontakt stehen muss. Ich bin gern für mich allein. Ich lese gern und viel. Ich brauche keine Gesellschaft, lieber bin ich nur für mich. Er dagegen ist sehr gesellig und von Leuten umgeben und möchte dass ich dabei bin und ihm zuliebe gehe ich meistens mit (denn einen wichtigen Grund wieso ich nicht könnte, gibt es ja nicht). Sonst würde ich ihn vermutlich nie zu Gesicht bekommen, außer abends wenn er zu mir kommt. ER möchte mich um dich rum haben. Ich zwinge ihm meine Gesellschaft nicht auf. Eher fahre ich weg, wenn es mir zu bunt wird. Daher ist alles eher auf sein Umfeld ausgerichtet. Neben mir schweigend zu sitzen und auch ein Buch zu lesen, dazu werde ich ihn wohl nicht bekommen. 😅

    Vielen Dank für eure Nachrichten. Ich werde es versuchen mich mehr auf mich zu konzentrieren. Es ist für mich etwas schwierig, da ich mein Leben immer stark nach einer Beziehung ausrichte. Es ist mir klar, dass das nicht gut ist, aber es passiert immer wieder. Wenn man das Gleiche zurückbekommt, mag es ja vllt halb so schlimm sein. Aber wenn der andere sein Leben so führt wie bisher und den Partner nur in die freien Minuten dazwischenschiebt, der andere aber da sitzt und wartet, bis er wieder mal hin kann, ist das schon blöd.


    Übrigens, seit ich vorhin gefahren bin, hat er schon zwei Mal angerufen und beide Male fragte er mich, ob ich mich jetzt wieder beruhigt hätte und tut so als wäre nichts gewesen und ob ich jetzt wieder zurückkomme. Äh nein?! Während er beim Fest weiter Bier trinkt. Prima. Als ob man gegen eine Wand reden würde. Er versteht es nicht. Und was denkt er? Dass ich beim 5. Anruf sage „ja alles wieder gut“ 🤷🏼‍♀️ 1. Geht es nicht um mein „beruhigen“, sondern sein Trinken und Lügen. Und 2. Wie soll ich mich beruhigen, wenn er währenddessen einfach weitertrinkt. Dieser Mensch erkennt das eigentliche Problem nicht. Ich „überreagiere“ (wie er es nennt) ja nicht ohne Grund. Diesen Grund aber übersieht er.

    Hallo,


    nach langer Pause melde ich mich mal wieder. Leider nicht mit erfreulichen Neuigkeiten. Meine Beziehung habe ich noch immer nicht geschafft zu beenden. Es gab mal guten Phasen, aber eigentlich mehr schlechte. Zum Schluss zeichnete Deich ein Muster ab: er baut Mist und entschuldigt sich einsichtig hinterher und macht es die Woche darauf wieder. Anstatt es einfach vorher schon nicht zu tun, macht er erst das was ihm Spaß macht und lässt mich links liegen und kommt am nächsten Tag reumütig an. Letztendlich waren wir soweit, dass ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt habe und sagte, dass ich nicht mehr mit seinen Alkoholkonsum und seinem Verhalten (anschließendes Weggehen auf Party usw.) klarkomme. Dann kam ein Lichtblick. Er hat sich dazu entschlossen seinen Führerschein wiederzubekommen, wofür er ein Jahr nicht trinken darf (MPU). Einerseits habe ich mich gefreut, dass er das in Angriff nimmt und aufhört zu trinken. Andererseits hatte ich die Bedenken, wenn er es nur mir zuliebe tut, dass er noch immer nicht SELBST zu der Einsicht gekommen ist, dass er was ändern muss. Und nach einem Jahr alles wieder von vorn losgeht. Nächste Woche ist das Vorabgespräch für die MPU und er war so vorbildlich und hat angeblich von sich aus schon vor 3 Wochen aufgehört zu trinken. Dann kam ein Geburtstag, da gab es 2 Bier (angeblich), dann mal wieder irgendwo eins. Dann hab ich was gerochen, aber er meinte ich spinne (nun gut, ich wollte mich nicht weiter streiten, er machte ja einen vernünftigen Eindruck). Und heute war es dann soweit. Erst hat er auf dem Fest ein Bier getrunken und meinte es wird auch das eine bleiben. Aber was musste ich feststellen? Er hat sich heimlich das nächste aufgemacht, vor mir versteckt und es innerhalb von 5 Minuten ausgetrunken. Ich habe es gefunden und wollte sofort nach Hause fahren. Und jetzt bin ich die Blöde, weil ich in seinen Augen überreagiere. 🙈 Er belügt mich (weil ich sonst meckere - ach was?!) und ich reagiere in seinen Augen über, weil ich nicht zurück mit ihm auf das Fest gegangen bin und nach Hause fuhr. Vor allem hat er es erst mit Nettigkeiten versucht und wie schwer er es doch hat, aber als ich standhaft blieb und meinte ich fahre jetzt, weil es nicht sein kann, dass er mich anlügt, ist seine Stimmung umgeschlagen und es hieß ich brauche weder heute noch morgen auftauchen, „bis irgendwann“. Ich frage mich nur, ist er nicht derjenige, der den Mist baut und sich eigentlich entschuldigen sollte? Warum bin ich denn jetzt die Blöde? Nun sitze ich allein in meiner Wohnung und er geht fröhlich weiter feiern und ich gehe jede Wette ein auch trinken. So, jetzt musste ich mal den ganzen Frust hier ablassen.


    Hallo Dante,


    genau DAS gilt es herauszufinden. ?( Bis jetzt klappt es mit meinem Stehvermögen eigentlich ganz gut. Mit seiner Einsicht oder einer Verhaltensänderung dagegen eher weniger. X/ Aber wenigstens stand er nicht mehr angetrunken vor meiner Tür, nachdem ich ihn letzte Woche nicht reingelassen habe.

    Er sagt jetzt zwar immer öfter "Ich weiß das ist nicht gut, was ich mache", aber eine Änderung folgt nicht. Vermutlich hat er seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht, von dem hier immer alle sprechen. Aber mittlerweile kann ihn und seine Worte nicht mehr ernst nehmen. :rolleyes:


    Dafür bin ich nicht mehr verärgert. :) Ich blende ihn an Tagen, wo er angetrunken ist, aus und nutze diese Zeit intensiv für mich, anstatt mich aufzuregen oder mir Gedanken zu machen was er tut, wo er ist usw. Ständig auf ihn einzureden bringt auch nichts. Schon gar nicht, wenn er angetrunken ist. Das habe ich in diesem Forum gelernt.


    Ob er sich am Ende eher für den Alkohol als für mich entscheidet, oder ich mich am Ende eher für meinen Seelenfrieden als für ihn entscheide, wird sich zeigen. Für den Moment geht es mir ganz gut mit den grenzen, die ich gesetzt habe. Aber mir ist klar, ein Dauerzustand kann das nicht bleiben, denn eine gemeinsame Zukunft stelle ich mir so nicht vor.

    Hallo Harley,


    genau so ging es mir, als ich deine Beiträge gelesen habe. :huh: Viele hier sind schon lange verheiratet und haben Kinder. Wie schwierig es da ist, mag ich mir gar nicht ausmalen. :( Aber bei deinen Beiträgen dachte ich mir "Oh, das ist ja genau wie bei mir".


    Wie geht es dir denn inzwischen? Hat sich eure Situation etwas gebessert oder ist es immer noch ein Auf und Ab?


    So läuft es nämlich bei uns. Mal gut, mal schlecht. An den Tagen, wo er trinkt, versuche ich dann ihn und sein Verhalten von mir "fernzuhalten" und die Zeit für mich zu nutzen. Ich weiß, er will mir nichts Böses, er ist wie er ist. Aber der Punkt ist: Nur er kann sich selbst helfen. Doch solange er weiter so vor sich hinlebt, bin ich nicht verpflichtet mich dem aussetzen, mich aufzuregen usw. Ich mache stattdessen mein Ding. Ist vielleicht auch ganz gut für den Fall, dass er irgendwann gar nicht mehr da ist. Dann habe ich wenigstens noch mein geregeltes Leben, auch wenn es mir schwer fallen wird ganz ohne ihn zu sein. :( Derzeit habe ich ihn wenigstens 3-4 Mal in der Woche bei mir (so blöd wie das klingt :roll:). ... Leider hoffe ich tief in mir, dass er irgendwann doch etwas ändert.

    Hallo Cadda,


    danke für deine Antwort. Sehr ernüchternd (wie ironisch). :( Wie du es schon weise vorausgesagt hast, wir sehen uns nicht mehr jeden Tag. Ob er sich an den "guten" Tagen trotzdem heimlich ein Bier kippt, kann ich nicht sagen, aber (und ich kann nur über mein Empfinden sprechen) da kommt er wenigstens nüchtern rüber. Im Allgemeinen habe ich ja nichts dagegen, wenn Menschen MAL 1-2 Bier trinken, wenn sie danach nicht angetrunken sind. Aber bei meinem XY hört es ja meist nicht nach 1-2 Bier auf (da wie du schon sagtest - eine Abhängigkeit besteht) und das ist ja das Problem.


    Das Komische ist, mit meinen neu gesetzten Grenzen geht es mir nicht schlechter und ich bin nicht mal traurig. :huh: Ich bin eher erleichtert, dass ich mich an den Tagen, wo er angetrunken ist, abends nicht ärgern und schimpfen muss. Ich habe an diesen Tagen meine Ruhe und nutze die Zeit intensiv für mich. So böse wie es klingen mag. Da ich meine eigene Wohnung habe, ist es durch die räumliche Trennung einfacher dem nicht ausgesetzt zu sein, als wenn man zusammenleben würde.


    Ob ich meine wertvolle Zeit und Energie verschwende? Ich würde sagen jaein oder ich erkenne es noch nicht. :oops: Als ich dem noch täglich ausgesetzt war, war ich irgendwann nur noch wütend/traurig und habe mich nur noch auf dieses Problem konzentriert und wie ich es lösen kann. Aus den Beiträgen in diesem Forum habe ich verstanden, dass ich da gar nichts tun kann. Mittlerweile stelle ich (so egoistisch es klingen mag) meine Bedürfnisse in den Vordergrund, denn er zieht in gewisser Weise auch den Alkohol mir vor. Der Punkt ist aber: Im Moment möchte ich keinen anderen Partner an meiner Seite. Ich liebe meinen XY und möchte nicht ganz ohne ihn sein. Dann wäre ich glaube sehr niedergeschlagen und damit wäre mir auch nicht geholfen. Und so habe ich wenigstens einige schöne Tage in der Woche MIT ihm und die anderen Tage sind zwar OHNE ihn, aber dafür sind sie jetzt auch schön. Jahrelang kann das nicht so gehen. Ich möchte irgendwann mit meinem Partner (wer auch immer es sein wird) zusammenleben, das wird mit ihm, so wie er jetzt ist, nicht gehen. Vielleicht findet er irgendwann einen Weg da raus oder wir gehen getrennte Wege.

    Hallo,


    in dieser Woche ist wieder einiges passiert:


    Er war wieder jeden Tag angetrunken. Dann habe ich gesagt, dass ich das jetzt so handhaben werde, dass wir uns gar nicht erst sehen, wenn er trinkt. Zum einen ärgere ich mich dann nicht über seinen Zustand und zum anderen erhoffe ich mir, dass er dadurch mal merkt, dass es kaum bis keine trockenen Tage gibt, weil wir uns dann kaum sehen würden. Ich habe gehofft, er hat meinen (wie er es nannte) "Vortrag" verstanden.


    Am nächsten Tag trank er nichts, blieb nach Arbeit bei mir ohne nach Hause zu fahren und wir hatten einen schönen Abend. Ich dachte, dass ihm das vielleicht gezeigt hätte, wie harmonisch es läuft, wenn der Alkohol nicht auf der Tagesordnung steht. Und er vielleicht noch weitere Tage durchzieht.


    Spoiler: Weit gefehlt.


    Gestern war er bei einem Freund, da haben sie natürlich Bier getrunken und danach wollte er zu mir kommen. Ich habe ihn daraufhin freundlich erinnert, dass er das gar nicht erst braucht, da ich ja gesagt habe, dass wir uns nicht sehen, wenn er getrunken hat. Später habe ich das nochmal freundlich wiederholt. Abends schrieb er mir, ob wir reden können. Ich bin davon ausgegangen er ist nun zu Hause und ruft mich an.


    Aber nein ... plötzlich stand er vor meiner Tür. Und dann war er entsetzt, dass ich ihn nicht reingelassen habe. :shock: Dann schrieb er, dass es so nicht weiter geht und dass eine Trennung vermutlich besser wäre. (Dass ER trinkt, obwohl es mich stört, ist also ok, aber dass ICH ihn angetrunken nicht reinlasse, ist ein Trennungsgrund :roll:) Ich bin aber nicht wirklich darauf eingegangen. Vielleicht hat er gehofft, ich kriege "Angst" und gebe nach. Habe aber nur geschrieben, jeder muss für sich entscheiden, was einen glücklich macht.


    Heute früh schrieb er, dass er von mir enttäuscht war, dass ich ihn nach Hause geschickt habe. Hallo?! Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Was hat er denn erwartet? Ich habe versucht mich nicht aufzuregen und habe nur geschrieben, dass ich ihm vor Tagen und gestern ja mehrmals gesagt habe, dass ich nicht möchte, dass er vorbeikommt, wenn er getrunken hat. Und wenn er schon nicht von selbst mit dem Trinken aufhört, diese Variante eben mein Schutzmechanismus ist, um mir seinen Zustand nicht anzutun und mich nicht aufzuregen. Und das muss er akzeptieren. Schien er erstmal verstanden zu haben. Zumindest kam dann wieder "ich will mich nicht streiten, ich liebe dich". Habe nichts dazu gesagt. Er hat dann gefragt, ob ich ihn abends besuche, habe aber abgelehnt. Mir ist nicht danach, da ich weiß, heute ist Freitag, da gibt es Bier. Denn wenn er nichts getrunken hätte, hätte er es mir schon heldenhaft 100 Mal auf die Nase gebunden. :roll:


    LG Becki

    Hallo Aurora,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich benötige leider immer ein paar Tage bis ich antworten kann, da ich dafür meine Ruhe brauche und sich das häufig sehr schwierig gestaltet. :oops:



    Noch scheint er so weit gut zu funktionieren aber das wird nicht ewig so bleiben. Eine Suchterkrankung wird leider von alleine nicht besser, im Gegenteil, es geht nur abwärts.


    Da ist mir auch schon einiges aufgefallen. Letztes Jahr hat er nach einer Geburtstagsfeier oder einem Dorffest, wo es mal mehr zu trinken gab, am nächsten Tag immer Pause vom Alkohol gemacht, weil es ihm nicht so gut ging. Dieses Jahr aber nicht. Er trinkt einfach am nächsten Tag wieder seine 3 Bier. Als ich ihn darauf angesprochen habe, meinte er, dass er dieses Jahr bei den Feiern nicht mehr so viel trinken würde, sodass es ihm am nächsten Tag nicht schlecht geht und er somit wie gewohnt (klingt jetzt blöd) trinken kann. Ich muss aber leider sagen, dass ich nicht finde, dass er in diesem Jahr bei Feiern weniger betrunken wäre, als letztes Jahr. Da geht es doch schon los ...


    LG Becki

    Hallo an alle,


    ich habe mich bereits im Vorstellungsbereich vorgestellt, würde gern meine Situation hier nochmal schildern und hoffe auf einen Austausch mit anderen Betroffenen.


    Ich bin w (28) und bin mit meinem Freund XY (31) seit über einem Jahr zusammen und er trinkt. Wir kennen uns schon 10 Jahre, hatten in der Zeit aber nicht regelmäßig Kontakt, was ich so mitbekommen habe waren viele Frauengeschichten (nichts Beständiges ... vielleicht war auch der Alkohol der Grund für die ständig wechselnden Partnerschaften :-| ), auch mal Drogen und eben auch Alkohol. Also besteht dieses Problem schon länger. Seinen Führerschein hat er auch vor 3 Jahren deswegen verloren. Aber anstatt 1 Jahr Abstinenz zu machen, will er den einfachen Weg gehen und einen Führerschein aus dem Ausland beschaffen (leidiges Thema, da sage ich nichts mehr dazu). Ende 2019 wollte er endlich ankommen und hat sich so um mich bemüht, dass ich uns eine Chance gegeben habe. Das erste Jahr hat er sich noch zusammengerissen und alle seine Freunde waren erstaunt, dass er auf einmal (verhältnismäßig) so wenig getrunken hat.


    Aber seit Beginn diesen Jahres hält er sich gar nicht mehr zurück. Er trinkt jeden Tag Bier. Es gibt aber auch Tage (bisher 4 Mal erlebt), da hat er sich nach Feierabend auch mal eine Flasche Kirsch reingeschüttet. :shock: Vor allem hier auf dem Dorf wird das mit dem Alkohol sehr locker gesehen. In der Firma wo er arbeitet, gibt es das erste Bier schon am Vormittag und alle finden es ok. Man wird eher komisch angeguckt, wenn man nicht mittrinkt. Nach Feierabend gibt es dann noch zu Hause ein paar Bier, da Besuch auf dem Hof ein- und ausgeht, da muss natürlich mit jedem Kumpel noch ein Bier getrunken werden, wenn sie schonmal da sind.


    Er hat auch schonmal selbst gesagt, dass er weiß, dass er ein Alkoholproblem hat. Aber das war's dann auch. Häufiger kommen eher Aussagen wie "Ich habe 4 Tage problemlos durchgehalten, also bin ich nicht abhängig", genauso wie "Aber deswegen bin ich doch kein schlechterer Mensch" oder "Aber ich erledige doch trotzdem alle meine Aufgaben". Als ob das eine Art Rechtfertigung wäre. ... da kann ich nur den Kopf schütteln, da mir leider nichts mehr dazu einfällt. Er ist ein netter und lieber Mensch und kümmert sich um alles und jeden. Er kümmert sich schon immer allein um Haus und Hof und sitzt in seinem Elternhaus fest.


    Nach unserem letzten "Ich habe es verstanden"-Gespräch letzte Woche, trinkt er trotzdem weiterhin täglich bereits vormittags sein erstes Bier. Und wenn ich mal einen Nachmittag nicht da bin, dann sind es bei meiner Rückkehr schon 4-6 mit der Aussage "Das trinkt sich halt so weg" oder "Naja wenn's schmeckt...".


    Gestern habe ich (so inkonsequent wie ich bin - mal wieder) ihm eine Ansage gemacht, dass er zum Arzt oder in eine Entzugsklinik gehen und sich helfen lassen soll, denn allein schafft er es nicht. Sonst würden wir nicht Woche für Woche das gleiche Gespräch führen. Heute tat er wieder so, als ob nichts gewesen wäre (er will sich ja nicht streiten). Das regt mich aber noch mehr auf. Dann kommt sowas wie "wir könnten ja spazieren gehen und reden". Ich meinte nur, es gäbe nichts, was ich nicht schon gehört hätte und er sollte langsam mal was TUN, anstatt zu reden. Denn alles was ich höre ist "Ich muss EINFACH weniger trinken". Und dann zieht er noch seine Mutter mit rein, z.B. sei sie stinkig, dass ich nicht zum Mittag komme usw. Das ist doch nicht meine Schuld. Ich möchte einfach nicht da sitzen und sauf heile Welt tun. Er denkt dann bestimmt noch, dass ich es toleriere und wieder alles gut ist.


    Ich setze mir inzwischen selbst Grenzen und ziehe mich in meine Wohnung zurück, wenn mir sein "Zustand" nicht gefällt. Den Zweitschlüssel habe ich ihm inzwischen auch abgenommen, damit er hier nicht einfach so auftauchen kann (am schlimmsten noch im angetrunkenen Zustand). Mein "Problem" derzeit ist zusätzlich, dass er mir ein Stück Garten bei sich eingerichtet hat, sodass ich regelmäßig auf seinem Hof erscheinen müsste und er quasi die Sicherheit hat "die kommt schon wieder". Ich bemühe mich derzeit um einen eigenen Garten direkt neben meiner Wohnung und hoffe sehr, dass es klappt. Das würde mir ein weiteres Stück Unabhängigkeit zurückgeben.


    Ich möchte mich (noch) nicht von ihm trennen. Ich liebe ihn und möchte mit ihm zusammen sein. Das geht aber nur, wenn er sich helfen lässt. Das muss er aber SELBST erkennen und sich Hilfe holen. Das passiert aber nicht, weil er denkt, dass er es allein schafft, was nie klappt. Wenn ich an die Zukunft denke, wo wir nicht zusammen sind, dann macht mich das sehr traurig...aber scheinbar ist ihm unsere Beziehung nicht so viel wert, um mit dem Trinken aufzuhören.