Beiträge von Stern

    9 Monate sind erst der Anfang.

    Und was für einer. 👍🏻


    Herzlichen Glückwunsch zu 9 nüchternen Monaten 💐

    Aber ich bin auch stolz auf mich selbst. Die äusseren Umstände waren und sind wirklich nicht einfach.


    Sei ruhig stolz auf jeden einzelnen Tag, denn du selbst hast dir jeden einzelnen nüchternen Tag geschenkt.

    Die äußeren Umstände sind ganz sicher bei niemanden immer nur einfach.
    Deshalb mache ich meinen nüchternen Tag nicht davon abhängig, welche äußeren Umstände meinem Alltag bestimmen. Meine Nüchternheit habe ich ganz fest in meinem Kopf verankert.

    Und wir sind doch hier in einer Selbsthilfergruppe wo jeder auf jeden aufpasst. Starallüren finde ich da unangebracht.

    Das sind wir nicht.
    Hier passt nicht jeder auf jeden auf. Ich passe auf niemanden auf und auf mich passt auch niemand auf. Und auf dich passt sicher auch niemand auf, dass musst du schon ganz alleine hinkriegen.

    Wir sind eine Selbsthilfegruppe, in der sich bekennende Alkoholiker über ihren nüchternes Weg austauschen.
    Eine Selbsthilfegruppe ist lediglich eine Anlaufstelle, um sich Hilfe zur Selbsthilfe zu nehmen.

    Hilf dir selbst….so verstehe ich diese Selbsthilfegruppe.
    Im Austausch untereinander zeigen sich Wege der anderen. Die müssen nicht mein Weg werden. Dennoch kann ich mir aus dem reichem Erfahrungsschatz hier viel für mich mitnehmen. Aber das muss ich schon selbst tun.

    Ich von mir wusste ziemlich bald, dass ich nach meinem Tiefpunkt die Schnauze absolut voll hatte, bei mir war das wirklich kein Kampf. Ich war absolut überzeugt und massivst motiviert.

    Vielleicht macht gerade das den Unterschied aus.
    Mit ging es ähnlich. Ab dem 1. nüchternen Tag wusste ich, dass ich nicht mehr saufen werde. Mit einer Arroganz, die vermutlich nicht jedem hilfreich ist, war ich absolut überzeugt davon, dass mein weiteres Leben nüchtern sein wird.

    Es gab keinen Kampf mehr. Es kehrte eine Ruhe bei mir ein, die es mir ermöglichte, meinen Weg zu gehen. Ich wusste nicht, wie der Weg sein wird, aber ich wusste, dass ich ihn nüchtern gehen werde.

    Herzlichen Glückwunsch zu 15 nüchternen Monaten. 🏆

    Freiheit. Das ist es, was das nüchterne Leben sehr gut in einem Wort beschreibt.

    Die Einsicht in die Notwendigkeit und die Akzeptanz der eigenen Alkoholsucht ist auch mein Weg. Es ist für uns (Alkoholiker) nicht mehr möglich, Alkohol zu trinken. Weil ein Alkoholiker seinen Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren kann, nie wieder.

    Es war nicht ganz so einfach , aber ich habe es geschafft.

    Das klingt für mich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht nach:

    Zum glück habe ich ja durch meine Klinikaufenthalte und meinem guten Therapeuten gelernt, wie man sich abgrenzen und achtsam auf sich selber sein kann.

    Du bist schon eine ganze Woche nüchtern, aber eben auch erst eine Woche.

    Wenn ich etwas nicht einfach finde und müsste hinterher sogar sagen, dass das eine Herausforderung war und ich das geschafft habe, wüsste ich: Das kann so nicht gut sein.

    Ich will mich wohl fühlen in meinem nüchternen Leben. Da will ich das Nüchternsein nicht schaffen, sonders es leben.

    Wo es anstrengend wird, läuft irgendwas nicht gut.

    Hast du dir schon die Grundbausteine hier angeschaut?
    Da findest du eine Sammlung von Erfahrungen derjenigen, die mit größtmöglicher Risikominimierung nüchtern geworden und vor allem geblieben sind.
    Vielleicht findest du da auch was für dich?

    Es war ein Fehler das ich das Tiramisu thematisiert habe, genauso war es ein Fehler es zu essen

    Das war absolut kein Fehler.
    Wir sind ja ein Alkoholikerforum und natürlich springen da direkt mehr Leute im Viereck, wenn sie Tiramisu lesen als wenn du von deinem Gartenhäuschen schreibst.
    Das ist ja auch erstmal gut, finde ich. Gibt viel Stoff zum Nachdenken.

    Was ich persönlich nicht gut finde, sind diese ganzen ‚vielleicht‘, ‚wahrscheinlich‘, ‚vermutlich‘….. hilft ja keinem, was vielleicht, wahrscheinlich oder vermutlich war.
    Wichtig ist doch, dass du direkt eingesehen hast, dass das echt blöd war, dieses Tiramisu zu essen.

    Ein paar klasse Sätze sind mir auch aufgefallen. Ich habe sie mal rausgepickt, weil ich einfach finde, dass da ganz viel drin steckt, wo es sich lohnt, mal etwas genauer hinzugucken.

    Für mich sieht das so aus als ob Du da bald eine Entscheidung treffen musst.

    Deine Abstinenz sollte nicht verhandelbar sein, da gibt es keine Kompromisse.

    Kein Alkoholiker sollte seine Abstinenz von anderen Menschen oder Lebensumständen abhängig machen.


    Zu den 3 Wochen, in denen du alleine zu Hause bist, habe ich eine Frage: Verbindest du Alleinsein mit einsam sein?

    Ich mag gern alleine sein und ich fühle mich da überhaupt nicht einsam. Klar sind die Menschen unterschiedlich, aber klingt es nicht auch so ein bisschen nach Freiheit, mal ganz alleine mit sich selbst sein zu können, nur für sich zu sein, niemand will was, niemand erwartet was….Zeit für all das, was sonst so oft liegen bleiben muss, weil immer irgendwas oder irgendwer gerade wichtiger ist… .?
    Ich verbinde dabei gar nix mit Alkohol….obwohl ich ausschließlich alleine zu Hause gesoffen habe.
    Ich möchte dich ermutigen, dich auf die Zeit mit dir einzulassen.

    Herzlichen Glückwunsch zu einer ganzen nüchternen Woche. 💐

    und etwas Stolz bin ich auch..

    Obwohl ich mich heute irgendwie gar nicht gut fühle.

    Du darfst ruhig etwas mehr stolz sein. 😀

    Ich habe aufgehört, mein ‚ganz allgemeines Wohlbefinden‘, was natürlich nicht immer nur super toll ist, immer im direkten Zusammenhang mit meiner Alkoholsucht zu sehen.
    Wenn es mir mal nicht so gut geht, hat das doch erstmal gar nix damit zu tun dass ich Alkoholiker bin. ‚Obwohl‘ hat für ich immer so was häßliches, so was schwammiges, unzufriedenes.
    Auch Menschen, die nie in ihrem Leben Alkohol getrunken haben oder nur ganz selten, fühlen sich mal ,irgendwie gar nicht so gut‘.

    Genieße deinen nüchternen Tag und freue dich auf morgen. Dann wirst du schon über eine nüchtern sein. 😀

    Hallo Carmen,

    auch von mir ein herzliches Willkommen 💐

    Ich finde das total klasse, dass du erkannt hast, dass du Alkoholikerin geworden bist und nun auch nüchtern leben willst.

    Mein Problem ist halt auch nach Hilfe zu fragen, weil ich , wenn es mir richtig schlecht geht, gar nicht weiß was mir gerade gut tut und welche Art von Hilfe ich brauche. Hab es dann immer mit Alkohol versucht ...naja, die Zeiten sollen jetzt vorbei sein!!

    Du hast dich hier angemeldet. Das ist ein ganz großer Schritt. 👍
    Irgendwas mit Alkohol lösen hat ja in der Vergangenheit nicht funktioniert. Warum sollte das im Jetzt und im Morgen funktionieren?

    Wenn du den letzten Satz mal anders formulierst …in etwas so: Die Zeiten sind jetzt vorbei … wie liest sich das für dich?

    Habe so ein schlechtes Gewissen und schäme mich für das was ich alles im Suff gemacht habe. Bekomme das gerade irgendwie nicht hin weg zu räumen... ist wie eine Bremse in mir.

    Mein Gott, was habe ich die letzten Jahre nur gemacht?

    Das kenne ich so gut.
    Mir hat es sehr geholfen, all meine Gedanken aufzuschreiben. Das tat weh und war sehr tränenreich. Aber es hat mir auch immer mehr bewusst gemacht, dass ich krank geworden bin. Alkoholkrank.
    Langsam lernte ich zu akzeptieren, dass ich Alkoholiker geworden bin … und das auch für immer bleiben werde.
    Ich kann nicht ändern, was war. Aber ich kann jetzt dafür sorgen, dass ich alles besser mache.

    Meine Familie weiß das ich mich als alkoholikerin sehe , aber sie wissen nicht das ich mich hier angemeldet habe.

    Ist das denn schlimm?

    Ich habe niemandem von diesem Forum erzählt.
    Das ist meine Selbsthilfegruppe und ich möchte nicht, dass irgendwer aus meiner Familie hier mitliest.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich zum Thema Alkoholsucht hier besser verstanden werde. Also schreibe ich auch hier. Hier weiß jeder, wovon ich schreibe.
    Auch bin ich sehr vorsichtig, wenn es darum geht ,wem erzähle ich was‘. Nicht jeder muss alles über mich wissen, über meine Krankheiten schon mal gar nicht.

    Ich bin schon manchmal so stolz auf mich und meinen nüchternen Weg, dass ich es so gerne in Welt rausschreien möchte, aber ich finde auch, dass vieles hier, und nur hier, besser aufgehoben ist.

    dass ich die Stadt jetzt mit anderen Augen betrachte und nach Orten schaue, für mich oder generell nicht mit Alkohol besetzt sind. Darauf hin meinte sie, dass die Orte, die Ihr spontan einfallen würden, entweder Spielplätze oder Friedhöfe sind. :shock:

    So abwägig finde ich diese Aussage der Therapeutin gar nicht. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich sie sogar ziemlich treffend.
    Man muss sich doch nichts vormachen: Alkohol gibt es überall. Und wahrscheinlich sogar auf Spielplätzen und auf Friedhöfen.

    Es wird nicht möglich sein, sich vor dem Alkohol zu verstecken. Einzig meine Wohnung kann ich alkoholfrei halten.
    Ich fände es auch sehr anstrengend, immer so dermaßen auf der Hut zu sein, dass der Alkohol mich nicht anspringt. Denn er springt mich nicht an. Es ist da, und gar keine Frage, dass ich nicht drauf zu renne, aber ist es nicht einfacher, sich innerlich so vom Alkohol zu distanzieren, dass es egal ist, ob da irgendwo eine Flasche Bier steht oder jemand ein Glas Wein trinkt.

    Ich habe mir meine alkoholfreie Zone in meinem Kopf geschaffen. Meinen Kopf nehme ich ja überall mit hin, und solange der alkoholfrei denkt, ist doch das ,drumherum‘ gar nicht mehr so entscheidend.
    Reine Saufveranstaltungen meine ich jetzt gar nicht, denn das ist ganz klar, dass ein Alkoholiker da nix zu suchen hat.
    Ich rede vom ganz normalen Alltag, vom ganz normalen Stadtbummel, vom ganz normalen Straßencafé, vom ganz normalen Wochenendeinkauf….. überall werde ich immer wieder auf Alkohol treffen. Das ist nun mal so.
    Die Welt um mich herum wird ja nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.

    Die Akzeptanz, dass ich Alkoholiker geworden bin und dass ich das auch für immer bleiben werde, machte es mir möglich, einzusehen und zu verstehen, dass es für mich keinen Alkohol mehr geben kann….wenn ich leben will. Und ich will leben.
    Es ist völlig Wurscht, was andere machen oder nicht machen, was andere trinken oder nicht trinken….ich kann keinen Alkohol mehr trinken.
    Kein Alkoholiker, der leben will, kann jemals wieder Alkohol trinken. Das ist einfach so. Braucht man nicht drüber zu diskutieren, braucht man sich nix schön oder schlecht reden. Ich brauchte das ‚nur‘ als Fakt akzeptieren.

    Ich danke euch für eure lieben Worte.

    Ich werde auch weiter hier von meinen Erfahrungen schreiben, weiter meine Meinung äußern, wenn die Erfahrung (noch) nicht ausreicht und auch weiter meinen kleinen Beitrag leisten, um Hilfe zur Selbsthilfe geben zu können. Ich kann nur geben, nehmen muss sich schon jeder selbst.
    Ich weiß, dass nicht immer alles für jeden gleichermaßen passt. Um so wichtiger finde es, hier auch ‚anders‘ sein zu dürfen.

    Ich bin mit diesem Forum nüchtern geworden und darf mein nüchternes Leben nun bald schon 3 Jahre und 10 Monate zufrieden leben.
    Ihr alle seid ein Teil von meinem Leben geworden und darum möchte ich sagen: Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, mich zu lesen und mich auf meinem Weg zu überstürzen und danke, dass ich auch mit meinem ‚grünen Kleidchen‘ so herzlich willkommen bin.

    Ich kann, ich darf und ich will (mittlerweile).

    👍

    Ohne professionelle Hilfe geht es so nicht weiter. Ich hab s oft verdrängt. Alkoholiker reicht doch schon.

    Super, dass du Hilfe annehmen kannst.

    Verdrängen ist ja nie förderlich. Gut, dass du das jetzt erkannt hast.
    Du hast deine Alkoholsucht zum Stillstand bringen können und mit ihr leben gelernt. Du wirst das auch mit der Depression hinkriegen. Weil du nüchtern klar denken kannst, dich auf Hilfe einlassen kannst und weil du leben willst.

    Pass gut auf dich auf.

    Manchmal finde ich, es passt vielleicht nicht ganz hier rein. Aktuell geht es bei mir eher um Depression. Wobei das ja auch Grund für s Saufen war. Wenn s nicht passt, wird sich schon jemand melden.

    Es passt.
    Weil es dich beschäftigt und weil du einen Zusammengang zum Saufen sieht.

    Hier wird oft von Saufen und Depression und von Depression und Saufen geschrieben.
    Es ist gut, dass du jetzt nüchtern bist, denn so kannst du mit professioneller Hilfe auch die Depression ‚bearbeiten‘.
    Ich finde es wirklich ganz stark von dir, dass du dir da Hilfe nimmst. Niemand muss irgendwas alleine schaffen.

    Ich muss in absehbarer Zeit in eine Einrichtung.

    Empfindest du das ‚müssen‘?

    Ist es nicht vielmehr ganz super toll, dass diese Möglichkeit für dich in greifbarer Nähe ist?