Leonie80 - Die Sonne scheint wieder...

  • Das Verhalten eines schwer depressiven Menschen, können gesunde Menschen nicht verstehen. Die typischen Sätze:"das wird schon wieder" "du must dich mehr bewegen" "anderen Menschen geht es viel schlechter " u.s.w. kann ich dann wirklich nicht gebrauchen. Ich kann mittlerweile die Nichtbetroffenen auch verstehen.Sie können, weil es nicht erklärbar ist,damit nicht umgehen! .Wie du schon sagtest, einen Beinbruch kann jeder sehen und verstehen. Eine schwere Depression kann genau wie die Alkoholsucht zum Tod führen.Beides ist in der Gesellschaft stigmatisiert. In den letzten Jahren hat zum Glück eine gewisse Aufklärung stattgefunden Es hat keinen Zweck, dir zu erzählen,wie ich meinen Weg gefunden habe damit umzugehen.Wir sind nicht alle gleich.Ich hoffe du hast spezialisierte Ärzte oder Therapeuten? im Idealfall beides! LG Bono

  • Wir sind nicht alle gleich.Ich hoffe du hast spezialisierte Ärzte oder Therapeuten?

    Das stimmt. Da hat jeder seinen eigenen Weg wie er damit umgeht.

    Therapeuten und Ärzte habe ich. Ich muss in absehbarer Zeit in eine Einrichtung. Das läuft gerade alles.
    Daheim habe ich es immer wieder versucht aber es bringt so nichts. Diesmal nicht. Gesundheit muss Priorität haben. Das ist bei mir jetzt auch angekommen.

  • Guten Morgen ihr Lieben,

    mein Morgentief ist in vollem Gange.
    Ich trinke meinen Tee, schaue mir meine Gedanken an und weiß, dass es in ein paar Stunden besser ist.
    Bis vor einer Woche konnte ich nicht ein- oder durchschlafen. Aktuell gehe ich früh ins Bett und bin früh wach. Das ist schon mal ein Pluspunkt.

    Alkoholiker und depressiv. Was für eine Karriere. Andererseits irre, was ich schon alles geschafft habe und ich bin noch hier.
    Jeder kann stolz auf sich sein, der die Alkoholsucht stoppt und es schafft mit Depressionen umzugehen. Jemand, der das nicht durchgemacht hat, wird es schwer bis gar nicht verstehen.
    Ich habe von der Depression her auch immer das Gefühl, dass ein kleiner Teufel auf der einen Schulter sitzt und versucht mich runterzuziehen. Er will meine Gedanken negativ beeinflussen. Ich habe mich dagegen gewehrt und das machte es noch schlimmer. Heute lasse ich ihn reden. Ich höre es mir an und zu jedem negativen Punkt überlege ich mir Lösungen. Es gibt welche und davon gar nicht wenige.
    Ich habe eine gute Meditation gemacht. Einatmen: Es ist! Ausatmen: Wie es ist! Einatmen: Auch das! Ausatmen: Geht wieder vorbei!
    Genau so ist es. Jeder Tag ist anders, mal besser mal schlechter.

    Das Draußen muss ich mal draußen lassen. Die Welt dreht sich weiter, egal wie es mir geht. Aber es ist nicht egal wie es mir in meiner Welt geht.
    Ich frage mich , was ich in diesem Leben lernen soll? Hat sich meine Seele echt so blöde, schwere Aufgaben gewünscht? (Ich bin spirituell angehaucht). Das kann ich mir wohl selbst nicht so richtig beantworten oder es zeigt sich noch und dann ergibt alles Sinn. Es gibt für mich nur aufgeben oder weitermachen. Aufgeben ist keine Option. Dafür hab ich schon zu viel gemacht und getan. Akzeptieren und weitermachen, auch wenn es schwer fällt.

    Das waren jetzt erst mal meine morgendlichen Gedanken.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag und viel Kraft für alle, denen es nicht so gut geht.

    Liebe Grüße

  • Du hörst dich zuversichtlich an.

    Ich habe eine gute Meditation gemacht. Einatmen: Es ist! Ausatmen: Wie es ist! Einatmen: Auch das! Ausatmen: Geht wieder vorbei!

    Und was für eine schöne Meditation. Werde ich nachmachen, liebe Dank dafür.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Manchmal finde ich, es passt vielleicht nicht ganz hier rein. Aktuell geht es bei mir eher um Depression. Wobei das ja auch Grund für s Saufen war. Wenn s nicht passt, wird sich schon jemand melden.

    Es passt.
    Weil es dich beschäftigt und weil du einen Zusammengang zum Saufen sieht.

    Hier wird oft von Saufen und Depression und von Depression und Saufen geschrieben.
    Es ist gut, dass du jetzt nüchtern bist, denn so kannst du mit professioneller Hilfe auch die Depression ‚bearbeiten‘.
    Ich finde es wirklich ganz stark von dir, dass du dir da Hilfe nimmst. Niemand muss irgendwas alleine schaffen.

    Ich muss in absehbarer Zeit in eine Einrichtung.

    Empfindest du das ‚müssen‘?

    Ist es nicht vielmehr ganz super toll, dass diese Möglichkeit für dich in greifbarer Nähe ist?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Empfindest du das ‚müssen‘?

    Ist es nicht vielmehr ganz super toll, dass diese Möglichkeit für dich in greifbarer Nähe ist?

    Danke Stern. Sagen wir s anders. Ich kann, ich darf und ich will (mittlerweile).
    Es haben sich ein paar Dinge geändert und jetzt kann ich auch weg.

    Ohne professionelle Hilfe geht es so nicht weiter. Ich hab s oft verdrängt. Alkoholiker reicht doch schon. Die letzten Tage haben mir aber ganz klar und deutlich gezeigt, dass ich das alleine und dauerhaft nicht auf die Kette kriege.

  • Ich kann, ich darf und ich will (mittlerweile).

    👍

    Ohne professionelle Hilfe geht es so nicht weiter. Ich hab s oft verdrängt. Alkoholiker reicht doch schon.

    Super, dass du Hilfe annehmen kannst.

    Verdrängen ist ja nie förderlich. Gut, dass du das jetzt erkannt hast.
    Du hast deine Alkoholsucht zum Stillstand bringen können und mit ihr leben gelernt. Du wirst das auch mit der Depression hinkriegen. Weil du nüchtern klar denken kannst, dich auf Hilfe einlassen kannst und weil du leben willst.

    Pass gut auf dich auf.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Super, dass du Hilfe annehmen kannst

    Es wird immer besser. Hab ich auch hier gelernt, dass es keine Schande ist, sich Hilfe zu holen. Gott sei Dank. Leider muss es mir immer erst richtig schlecht gehen. Das ist noch ausbaufähig.

    Du wirst das auch mit der Depression hinkriegen. Weil du nüchtern klar denken kannst, dich auf Hilfe einlassen kannst und weil du leben willst.

    Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich nüchtern und klar bin. Da kann man ganz anders an die Sache herangehen und leben will ich definitiv.

    Pass gut auf dich auf.

    Ich gebe mein Bestes. Vielen Dank 😊

  • Therapeuten und Ärzte habe ich. Ich muss in absehbarer Zeit in eine Einrichtung. Das läuft gerade alles.
    Daheim habe ich es immer wieder versucht aber es bringt so nichts. Diesmal nicht. Gesundheit muss Priorität haben. Das ist bei mir jetzt auch angekommen.

    Hi Leonie,

    gut das Du bald in eine Einrichtung gehst. Ich habe mich in einigen Symptomen von Dir in meinen Depressionen wieder erkannt. Ähnlich wie bei meiner Alkoholsucht habe ich bei meinen Depressionen einen eigenen Notfallkoffer. Wenn ich zu instabil werde gehe ich in ein Krankenhaus und lass mich dort behandeln, Nun weiß ich inzwischen schon sehr viel über meine Depressionen und auch wie ich mir selbst helfen kann so das ich dort nicht mehr viel lerne. Aber wenn eine Depression bei mir in full swing ist dann bin ich dort in Sicherheit und kann in "Ruhe" die Depression abwettern. Und gerade wenn ich von der Depression sehr erschöpft bin ist ein Krankenhausaufenhalt eine Erleichterung.

    Bei meiner Angsterkrankung habe ich auch erst über zwei auf einander folgenden Krankenhausaufenthalten gelernt diese zu bewältigen.

    Ich wünsche Dir sehr das Du Dich dort erholen kannst und das Du dort noch mehr den Ursachen auf die Spur kommst. Denn es hat ja Gründe warum es Dir schon länger sehr bescheiden geht.

    Und gräm Dich nicht so sehr wegen der Arbeit. Ein Therapeut hat vor Jahrzehneten einmal zu mir gesagt das ich nicht gegen eine Depression an arbeiten kann. Das ist ein Widerspruch in sich selbst.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Kazik

    Vielen Dank für deine aufmunternden Zeilen.

    Ich bin da leider auch noch ein absoluter Frischling. Ein paar Dinge habe ich schon für mich gefunden, die helfen. Heute habe ich eine Autofahrt von 30 Minuten geschafft. Zwar in Gesellschaft und etwas mühselig. Aber ich hab s geschafft und bin jetzt so froh und erleichtert, dass ich s durchgezogen habe. Sonst war das nie ein Problem. Ich bin 1000 km in den Urlaub mit dem Auto gefahren. Nun ja. Ich kann es mir nicht erklären. Es ist jetzt so. Ich lerne damit umzugehen und dann wird das werden. Ich bekomme Hilfe und da lässt sich bestimmt Vieles wieder ins Positive umkehren.

    Die Arbeit muss ich Arbeit sein lassen. Meine Gesundheit hat Priorität.

    Danke sagt keiner. Nur ich zu mir, dass ich alles dafür tue, um gesund zu werden und es zu bleiben.

    Ich wünsch euch was ihr Lieben

  • Hey ihr Lieben,

    der Tag war heute irgendwie bescheiden. Zumindest konnte ich relativ entspannt eine kurze Autofahrt machen.

    Mir ist heute ein alter Freund aus Kindheitstagen in den Sinn gekommen. Es war wie eine Eingebung. Er war früher wie ein großer Bruder für mich. Durch Umzug usw. hat sich das damals alles verloren. Ich habe mich im Netz umgeschaut, ob ich ihn finde. Ich habe ihn gefunden bzw. seine Todesanzeige. Er ist vor vielen Jahren viel zu jung verstorben.
    Das zeigt mir wieder, dass nichts selbstverständlich ist und man jeden Tag genießen sollte.

    Ich zünde jetzt eine Kerze an und denke an all die Lieben, die nicht mehr da sind. Ich erinnere mich an die tollen Zeiten mit ihnen und behalte sie im Herzen.

    Ich bin froh und dankbar, dass ich hier bin, nüchtern, klar und es mir doch soweit gut geht. Ich weiß das gerade heute wieder sehr zu schätzen. All die kleinen Dinge die eben nicht selbstverständlich sind.

    Ich wünsch euch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße

  • Hallo ihr Lieben,

    ich treffe hier und da mal alte Bekannte, mit denen ich früher gerne einen gehoben habe. Manche sind echt schon schwer gezeichnet von der Sucht. Viel zu sagen gibt es meist nicht mehr. Es war allein der Alkohol der uns verband.

    Sollte man was sagen bezüglich der Sucht? Ich denke nicht bzw. ich sage nichts. Wenn ich zurückdenke, als ich angesprochen wurde, dass ich zu viel trinke oder schlecht aussehe, war mir das lästig. Ich fühlte mich angegriffen. Wollte ich alles nicht. Ich wollte saufen und bemitleidet werden, weil die ganze Welt gegen mich war.

    Was für eine falsche Welt das doch war. Vorgegaukeltes Interesse an einer Person, saufen und sich völlig daneben benehmen. Über völlig bescheuerte Dinge lachen. Vermeintlicher Zusammenhalt. Zusammengehalten hat uns nur der Alk. Sonst nichts.

    Ich bin für mich froh, dass ich es geschafft habe, aus der Suchtspirale auszusteigen. Würde ich meinen Bekannten auch wünschen. Manche schaffen es vielleicht noch. Andere vielleicht wenn sie ganz hart aufschlagen und andere vielleicht gar nicht mehr. Ich habe mir Sorgen machen wollen. Was bringt es mir? Gar nichts. Ich reibe mich auf. Das hilft weder mir noch den Anderen. Sie saufen trotzdem weiter. Das muss jeder für sich entscheiden. Es ist nicht mein Leben. Ich bin froh, dass ich sie nicht mehr oft sehe. Hört sich böse an. Es tut weh wenn man nüchtern, klar ist und zusieht wie sich jemand so ins Abseits schiesst.
    Ich kann nur für mich sorgen. Das tue ich so gut es geht. Jeden Tag.

    In dem Sinne wünsche ich jedem nur das Beste und dass jeder gut auf sich aufpasst.

    Liebe Grüße

  • Hallo Leonie,

    ich würde auch nichts sagen. Ich denke irgendwann ist vielleicht jeder mal an dem Punkt, an dem man merkt ein Problem mit Alkohol zu haben. Mir hätte es nicht geholfen. Der Wille muss eh von einem selbst kommen.

    Ich bin auch manchmal traurig, wenn ich Menschen sehe die ich von klein auf kenne und wie die sich verändert haben. Manche sind auch schon tot.

    Das mit der falschen Welt kann ich sehr gut nachvollziehen. So viel Gerede ohne Inhalt. Dieses Belügen und schön reden, vorgegaukelte Loyalität, Dramen und Selbstmitleid im Überfluss.

    Hört sich böse an.

    Finde ich gar nicht. Finde dein Denken eher gesund und verantwortungsvoll dir selbst gegenüber.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Das mit der falschen Welt kann ich sehr gut nachvollziehen. So viel Gerede ohne Inhalt. Dieses Belügen und schön reden, vorgegaukelte Loyalität, Dramen und Selbstmitleid im Überfluss.

    Volle Lotte. Ist der Alkohol weg, bleibt nichts mehr übrig.
    Ich bin froh drum. Im Laufe der Zeit nach dem Ausstieg aus der Sucht hat sich herausgestellt, welche Freunde echt sind.
    Wenige aber die Richtigen und das ist auch gut so.

  • Ich denke irgendwann ist vielleicht jeder mal an dem Punkt, an dem man merkt ein Problem mit Alkohol zu haben

    Das denke ich leider nicht. Ich bin auch EKA. Meine Mutter ist über 80 und ist heute noch felsenfest davon überzeugt, dass sie kein Problem hat.
    Ich habe sie mit Sicherheit noch nie in meinem Leben ohne Fahne erlebt.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das denke ich leider nicht. Ich bin auch EKA. Meine Mutter ist über 80 und ist heute noch felsenfest davon überzeugt, dass sie kein Problem hat.
    Ich habe sie mit Sicherheit noch nie in meinem Leben ohne Fahne erlebt.

    Mein Opa hat sich buchstäblich tot gesoffen. Ich durfte ihm als Kind täglich beim Verfall zuschauen und wurde auch öfter mal zum Schnapsholen geschickt. Jeden Tag 2 Flaschen hochprozentiges. Zu der Zeit wurde das Thema total totgeschwiegen. War halt so. Da hat niemand etwas angesprochen.
    Ob er wusste, dass er ein Problem hat? Wissen wollte er es wohl nicht. Er hat sich ins Krankenhaus gesoffen und da kam er auch nicht mehr raus.

  • So, und bei uns wird das anders laufen. 😎

    Bzw. wir sind ja schon dabei.

    Gott sei Dank. Bei uns läuft das (jetzt oder länger schon)anders. Ohne das Gift. Ich bin echt froh, dass ich diese Generationenkette unterbrochen habe.

    Mein Kind trinkt Gott sei Dank auch nix. Hat es mal vor einiger Zeit mit Liebeskummer wegtrinken bei Freunden probiert. War ne Erfahrung. Seitdem nix mehr. Es hasst auch betrunkene Menschen. War ich doch jahrelang trauriges Beispiel.
    Das ist alles vorbei. Ich bin so so dankbar dafür.

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