Beiträge von Stern

    Schön zu sehen, dass es auch ein Happy End geben kann.

    Das Happy End kommt ja nicht von ganz alleine.
    Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bekräftigt sich meine Überzeugung, dass dafür auch ziemlich viel getan werden muss…. und auch die feste Überzeugung, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, seinem Leben ein Happy End zu schenken.
    Darauf zu warten und zu hoffen, dass das ein anderer tut, finde ich verschwendete Lebenszeit…..denn darauf, was andere tun, habe ich überhaupt keinen Einfluss. Vielleicht tun sie ja nie was…..

    Herzlichen Glückwunsch zu 9 Monaten selbstbestimmtes Leben 💐


    Im ‚jetzt‘ zu bleiben ist das, womit ich mich sehr wohl fühle.
    Das Vergangene ist vorbei und die Zukunft noch nicht da. Nur der Moment ist das, den ich jetzt leben kann.

    Aber natürlich ist es auch sehr schön, in eine nüchterne Zukunft blicken zu können. Das war ja das, was so lange nicht möglich war.

    Wie geht Ihr mit plötzlichen Freiräumen um?

    Ich habe in den ersten Wochen meines neuen nüchternen Lebens aufgeräumt. Jedes Regal, jede Schublade, jeden Schrank und was so alles rumlag sowieso. Als ich fertig war mit sortieren, aussortieren und das, was ich behalten wollte, wieder schön ordentlich einzuräumen, war ich auch innerlich sehr aufgeräumt. Nix mehr mit Stimmungsschwankungen…..

    Als alles fertig war, habe ich mich auch gefragt, was ich denn mit dieser ganzen vielen Zeit mache.
    Ich bin dann ja auch wieder arbeiten gegangen, damit ist ja schon mal sehr viel vom Tag sowieso schon weg. Und dann habe ich mir Malutensilien gekauft und gemalt. Da waren die Hände und der Kopf beschäftigt und ich konnte beim malen wunderbar meine Gedanken sortieren oder auch an gar nix denken, den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes frei bekommen.

    Und natürlich habe ich hier gelesen. Wie machen das die anderen? Was kann ich für mich mitnehmen, was kann ich auch so machen, was passt so gar nicht zu mir….. ?
    Dadurch habe ich viel über mich und für mich gelernt.

    Heute habe ich gar keinen ‚plötzlichen Freiraum‘ mehr, den ich füllen muss. Er ist voll.
    Ich habe gelernt, mich auszuhalten, gut mit mir alleine zu sein und ich kann das auch genießen…..ohne Zeit zu füllen. Manchmal denke ich nach einer oder 2 Stunden, in denen ich gar nix gemacht habe, dass ich doch jetzt mal was tun müsste….Nee, muss ich gar nicht, denn auch nichts tun ist was tun.

    Und das finde ich wirklich sehr wichtig und sehr schön. Für mich ist das ein Stück Freiheit. Ich kann alles machen, was ich machen möchte und genau so kann ich bleiben lassen, was ich nicht machen möchte.

    Meine einzige Aufgabe besteht darin, gut für mich zu sorgen. Dass da natürlich auch Geld verdienen dazugehört, was ja nicht immer so wirklich schön ist, ist ganz klar (also, für mich ist das ganz klar), alles andere, womit ich meine Zeit fülle, suche ich mir aus. Manchmal ist es auch ein abwägen …. nach dem Motto: Wer das Eine will, muss das andere mögen.

    Es gibt so viel, womit die Zeit gefüllt werden kann. Ganz tief in dir drin, in deinem engsten Umfeld, in der Umgebung …. Schau dich um.
    Ich habe mich zuerst für mich geöffnet, und so konnte ich auch offen für andere und anderes werden. (Wobei ‚offen für andere‘ ja sehr dehnbar ist).

    Ich bin zwar ganz gerne allein, aber mitunter fehlt etwas. Ich lebe erst seit ca. 6 Jahren in BaWü und stamme aus Dresden. Ich muss gestehen, dass ich nicht so richtig in BaWü klarkomme, was aber auch mit an mir liegt. Mein Mann nennt mich "speziell", weil ich halt sehr ehrlich bin(auch zu mir), was nicht immer gut ankommt.

    Ja, eiforbibbsch nochemal, warum tust du dir des an? Da kannste dich doch och gor nee daheme fühlen.

    Komm ….hier haste en Schälchn Heesn und e Stickschen Eiorschegge. Das iss e bissel wie daheme.

    obwohl ich dachte, das sei gar nicht mehr möglich, weil ich meinte, in der Konstellation (keine Familie) schon fast alles gesehen und gar nix mehr erwartet zu haben.

    Was ich gelernt habe, ist: Es geht immer noch eins oben drauf zu setzen …. Und es wird immer Menschen geben, die ihren eigenen Dreck auch immer wieder noch toppen können….

    Geht es dir heute wieder etwas besser?

    Ja, das kann man und ich mache ich das auch.
    Der Abgrund ist ja trotzdem sichtbar… und das ist auch gut so.

    Auf ein sicheres Geländer verlasse ich mich allerdings nicht. Denn: Sicher ist, dass Nix sicher ist. Das wusste schon der olle Valentin.

    Herzlichen Glückwunsch 💐

    Es ist irgendwie zu einfach 😂.

    Das denke ich auch noch oft.

    Aber ich weiß, dass ein Leben mit Alkohol so überhaupt nicht einfach war und so nehme ich die Leichtigkeit des Nüchernseins gerne an.


    Ich bewahre mir im Kopf: Die Sucht ist nur gestoppt. Und das genau so lange, wie ich keinen Alkohol trinke.
    Ich stehe immer irgendwie am Abgrund, passe gut auf, dass ich nicht abrutsche und so lässt es sich hervorragend leben.


    Schön, dass es so gut geht.

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe und herzlichen Glückwunsch zu nun schon fast 7 nüchternen Wochen. 💐

    Aus den Beiträgen, die ich immer lese, kann ich entnehmen, dass hier auf die Menschen eingegangen wird und Unterstützung da ist. Das gibt mir Sicherheit.

    Als ich hier vor nunmehr bald 5 Jahren ankam, haben mir die vielen Berichte hier ganz viel Zuversicht gegebenen, dass es möglich ist, auch als Alkoholiker wieder ein nüchternes Leben haben zu können und dass ich das auch schaffen werde.

    Leider hatte meine gleichaltrige Schwägerin ein ganz gewaltiges Alkoholproblem, was sie letztendlich mit knapp 57 Jahren das Leben gekostet hat. Ihr Tod war wie ein Schlüsselerlebnis für mich. So will ich nicht enden.

    Das ist ein sehr schlagkräftiges Schlüsselerlebnis. Ich bin mir aber auch sicher, dass es das braucht, um seinen nüchternen Weg gehen zu können.
    Ob das nun Schlüsselerlebnis oder persönlicher Tiefpunkt genannt wird, ist dabei ja Wurscht. Auf den Inhalt kommt es an und vor allem darum: Was hat das mit mir gemacht.

    Ich weiß, dass ich einen Kampf kämpfe, der sozusagen nie aufhört, aber ich kann Runde um Runde gewinnen.

    Kämpfen zieht Energie.
    Einen Kampf gegen die Sucht kann keiner gewinnen.

    Meinen Kampf werde ich überdenken. Da ich die Sucht ja schon als zu mir gehörend akzeptiert habe, ist es sicher kein zu großer Schritt für mich, nicht mehr zu kämpfen, sondern zu akzeptieren. Das alkoholfreie Leben ist für mich noch ein Lernprozess.

    Akzeptanz war das, was mir meinen nüchternen Weg geebnet hat.

    Ich bin jetzt Alkoholiker. Und das werde ich auch für immer bleiben. Und wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol mehr trinken. Das sind die Fakten. Daran kann ich Nix ändern.
    Nach diesen Fakten mein Leben zu ordnen, zu organisieren, gut auf mich aufzupassen ….das ist mein Weg.

    Ich wünsche dir hier einen guten und hilfreichen Austausch.

    Ich glaube, das Suchtgedächnis hat heute zu mir gesprochen 🙈

    Was, wenn ich es nicht gleich merke oder zuordnen kann? Es möchte ja, dass ich wieder trinke, richtig? Und wenn ich nicht trinken will, erkenne ich es dann gleich?

    Ich denke, wenn ich was nicht bemerke, ist da ja auch erstmal nix, was ich zuordnen müsste.

    Dass ich vor dem Alkohol kapituliert habe, bedeutet ja nicht, dass die Sucht weg ist. Die bleibt ja für immer, auch, wenn nüchtern bin.
    Und dass ich nicht trinken will, das weiß ich ja…..das wusste ich auch, als ich noch gesoffen habe, vollkommen unabhängig von der Situation. Da gibt es ja auch nix besonders zu erkennen. Das ist ja da.

    Aber die Frage nach dem ,Wollen‘ stellt sich nicht mehr, seit ich verstanden habe, dass ,Wollen‘ bei der Sucht nicht ausreicht. Fakt ist: Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Nie wieder. Und ,nie wieder‘ geht bei ‚jetzt‘ los und lässt keine einzige Ausnahme zu und endet erst dann, wenn ich entweder wieder saufen will oder tot bin.
    Gedanken zu einem möglichen Rückfall mache ich mir nicht. Ich bin aufmerksam, ich gehe gut mit mir um, ich lese hier jeden Tag. Ich sehe dieses Forum als meine Selbsthilfegruppe, hier finde ich Ansprechpartner, hier werde ich gelesen, hier lese ich und hier habe ich gelernt, dass ein Leben ohne Alkohol einfach nur schön ist. Das bedeutet nicht jeden Tag rosa Wölkchen am Himmel und das beinhaltet auch Kummer und Sorgen, aber es ist mein Leben.

    Gedanken kommen und sie gehen auch wieder. Manchmal muss man sie auch einfach nur aushalten…..

    Hast du dir einen Notfallkoffer gepackt?
    Sollte jemals Suchtdruck aufkommen, steht mein Notfallkoffer bereit. Ganz oben steht: Im Forum davon schreiben.

    Was ich noch nicht gemacht/mich getraut habe, ist Leute zum Abendessen zu mir nach Hause einzuladen. Dann wird Alkohol erwartet und auf Diskussionen habe ich keine Lust. Etwas nur für diesen Abend zu kaufen, das würde bei mir noch nicht klappen, ich würde die Reste wahrscheinlich austrinken ( weil ich nichts wegwerfen kann....)

    Es gibt auch in meinem Umfeld Leute, die ich (vermutlich) nie zu mir nach Hause einladen möchte. Aus genau diesem: Die erwarten einfach irgendwann irgendwas alkoholisches.
    Dem gehe ich aus dem Weg: Es gibt keine Einladung. Und wenn die mal ohne Einladung vor der Tür stehen (was sehr selten ist), gibt es Kaffee, Tee oder Wasser. Was anderes habe ich nicht. Fertig. Das hat noch nie jemand hinterfragt.

    Mein Zuhause ist und bleibt absolut alkoholfrei. Für jeden. Es gibt keine Ausnahme.
    Es gibt so viele Alternativen. Statt des Eierlikörs nach dem Kaffee könntest du einen alkoholfreien Cocktail anbieten (natürlich nur, wenn du dich früher nicht mit Cocktails besoffen hast) oder einen leckeren Saft. Vielleicht sogar selbst gemachten.
    Dazu musst du auch gar nichts erklären….
    Es reicht vollkommen: „Ich habe da noch was vorbereitet ….“

    Glaubst du, dass dann noch wer nach Eierlikör fragen wird?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen keinen Alkohol ‚brauchen‘, wenn kein Alkohol da ist. Die anderen werden sich zeitnah verabschieden….

    Ich schreibe hier kaum mal etwas, aber ich lese alles. Das hat bei mir etwas bewirkt. Wenn ich in kritische Situationen komme, weiß ich gleich Bescheid, wie ich reagieren und mich schützen kann.

    Was sind denn deine kritischen Situationen?

    Wenn du denn mal in so einer kritischen Situation bist, wie reagierst du da?

    Da will ich nie wieder hin und deswegen lese ich hier weiter.

    Ich will auch nie wieder in die Zeit zurück, in der ich gesoffen habe.

    Deswegen bin auch ich hier, aber viel schöner und auch wichtiger ist für mich das Gefühl und das Erleben, was nüchtern alles möglich ist. Also: das jetzt, das heute….

    Ich lese immer mal wieder, was ich in der Vergangenheit hier geschrieben habe. Dabei sehe ich so viel Veränderung zum ‚heute‘. Mir würde, so glaube ich, etwas fehlen, wenn ich hier nur gelesen hätte ….vielleicht ‚mein Weg‘.
    Oft bleibt ja nur das besonders Schlimme und das besonders Schöne in Erinnerung. Diese vielen kleinen Schritte, die notwendig waren, um meinen nüchternen Weg gehen zu können, verblassen. Deshalb ist es mir wichtig, hier nicht nur zu lesen, sondern auch zu schreiben.

    Irgendwie, als wäre die rosa Wolke weiter gezogen.

    Das Leben geht ja weiter. Mit allem, was dazu gehört. Alltag ist so schön ….weil er nüchtern ist.
    Rosa Wolken kommen und gehen genauso wie die grauen und auch die schwarzen. Ich nenne das Leben …. mein nüchternes Leben.


    Herzlichen Glückwunsch zu 3,5 nüchternen Monaten.

    Auch vernünftig streiten will ja gelernt sein.

    Als ich noch gesoffen habe, habe ich meine Meinung oft unterdrückt, ganz nach dem Motto: Du hast Recht und ich meine Ruhe….Das war sicher auch vor dem Hintergrund , dass ich es immer vermieden habe, irgendwo aufzufallen oder zu streiten.

    Nüchtern habe ich mich dann wieder (in kleinen Babyschritten) getraut, meinen Standpunkt überhaupt erstmal zu sagen und ihn dann auch zu vertreten. Meinen Standpunkt vertreten heißt nicht immer, ihn bis ins letzte Detail zu begründen.
    Das war aber nicht nur für mich eine ziemlich große Herausforderung, sondern auch für mein Umfeld.

    Erstmal die Situation verlassen, kann da sicher hilfreich sein, um ‚sich selbst wieder runter zu holen‘.
    Mit 180 Puls finde ich es schwierig, sachlich zu bleiben. Das ist für mich auch der Grund, weshalb ich mich mit bestimmten Personen überhaupt nicht (mehr) unterhalten will. Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte ….was ich zu sagen hätte, wäre tagesfüllend, aber ich habe auch einfach keine Lust, meine Energie da zu verschwenden…. Es geht doch auch da um meine Lebenszeit.

    Ein Streit lohnt sich doch nur, wenn sich beide Seiten gegenseitig zuhören und die andere Meinung auch akzeptieren können (gut finden müssen sie das ja überhaupt nicht) und dann auch noch kompromissbereit sind. Streiten um des streiten willens mache ich nicht mit, das ist mir viel zu anstrengend. Entweder hört mir mein Gegenüber zu ….oder er lässt es bleiben. Gegen die Wand reden kann ich auch im Keller…. die bleibt zumindest fair.

    Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es auch sehr hilfreich für meinen eigenen Seelenfrieden sein kann, wenn ich nach dem ‚kurze Runde spazieren gehen oder den Raum verlassen und mich beruhigen‘ überhaupt nicht mehr streiten möchte …..weil es zu keinem Ergebnis führt….. dann führt mich mein Spaziergang weit weg von dieser Person, die es geschafft hat, mich dermaßen auf die Palme zu bringen. Weit weg muss da gar nicht wörtlich gemeint sein, aber eine innere Entfernung hilft mir dann schon.

    Darauf möchte ich nochmal eingehen:

    Ich hatte mit der Tochter meiner Frau mal wieder eine Meinungsverschiedenheit. Irgendwie passt es zwischen uns nicht mehr. Sie ist 20, ich 38. Immer wieder Verletzungen, Streit, zeitverschwendende Diskussionen. Als meine Frau sich einmischte gab es dann riesen Streit.

    Meinungsverschiedenheit sind vollkommen normal. Die sollen auch so sein, denn 20jährige müssen ihre Position ja auch noch erst finden…. Aber auch 20jährige sollten in der Lage sein, dabei zumindest nicht ,den guten Ton‘ zu verlieren.
    Ich glaube nicht, dass es möglich ist, Respekt einzufordern, aber es ist immer möglich, auf bestimmte Dinge hinzuweisen….Grenzen deutlich zu kennzeichnen.

    Dass deine Frau sich auf die Seite ihrer Tochter stellt, finde ich auch erstmal soweit normal. Ich persönlich würde ein ‚Einmischen‘ in eine solche Situation, als sehr anmaßend empfinden. Das hat für mich was von ‚Bloßstellen’, von ‚Vorführen’ und das spielt dem ‚Kind‘ so dermaßen häßlich in die Karten, dass du gar keine Chance mehr auf ein vernünftiges Gespräch hast.
    Einmischen finde ich überhaupt nicht gut. Im Ergebnis streitet ihr euch, das Kind kommt vor Lachen nicht in den Schlaf…hat alles schon längst wieder vergessen, während du noch immer frustriert durch den Regen latschst ….
    Später unter 4 Augen mit dem Partner eine solche Situation ‚auswerten‘ ist was völlig anderes und absolut okay. Das fände ich zielführender.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und eine gute Portion Gelassenheit.

    Wichtig finde ich, dass du die Gedanken bemerkst. Also sehe ich eine gewisse Distanz dazu. Und das ist gut so.

    Das waren auch meine Gedanken dazu.

    Mir ist es wichtig, wie ich an und über Alkohol denke. Nichts überbewerten, nichts dramatisieren. Achtsam bleiben.
    Alle Gedanken dazu, die mir nicht unbehaglich sind, sind erstmal nur Gedanken, die mir nicht unbehaglich sind.

    Ich weiß, dass meine Alkoholsucht nur gestoppt ist. Das war meine wichtigste Lektion.
    Meine Vergangenheit ist Vergangenheit, die gehört zu mir, da kann ich nichts mehr dran ändern. Und natürlich gehen meine Gedanken auch hin und wieder in die Vergangenheit.
    Das Leben ist aber jetzt und das nur noch nüchtern. Ich zerdenke keine Gedanken mehr.

    Inzwischen bin ich so tief in mir drin nüchtern, dass ich bewusst nur noch gedanklich beim Alkohol bin, wenn ich hier bin.

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe, Andreas_Rheintal

    Vor ungefähr 13 Jahren habe ich meine erste Entwöhnung durchgeführt. Die Ergebnisse wechseln. Von wenigen Tagen bis hin zu fast 6 Monaten reichen meine Abstinenzerfahrungen.

    Du schreibst von Abstinenzerfahrungen.
    Für mich waren das immer Trinkpausen. Trinkpausen, zwar mit dem festen Willen, dass dies jetzt für immer ist, aber immer auch mit einem kämpfen verbunden und die Gedanken an Alkohol viel zu präsent und übermächtig.

    Konntest du in den nüchternen Phasen für dich feststellen, dass es dir wesentlich besser geht oder war jeder Tag ein Kampf gegen den Alkohol?
    Was konntest du aus diesen Trinkpausen für mich mitnehmen?

    Nunja, ich will nicht jammern. Im Gegenteil, ich weigere mich aufzugeben.

    Dieses ‚aufgeben‘ ist mir ins Auge gesprungen.
    Was genau meinst du damit?

    Ich habe nämlich aufgegeben. Aufgegeben zu kämpfen, aufgegeben, meine Alkoholsucht besiegen zu wollen. Aufgegeben, mir Leid zu tun.

    Ich habe meine Alkoholsucht angenommen, sie akzeptiert. Und ich habe verstanden und das akzeptiert, dass ich jetzt für immer Alkoholiker bleiben werde. Da erst konnte ich nüchtern werden, ohne das Gefühl zu haben, ich muss besonders stark sein, um das zu schaffen.

    Sucht hat nichts mit Schwäche zu tun ….nüchtern werden und bleiben nichts mit Stärke.
    Heute sage ich für mich: Nüchtern werden und bleiben ist eine Entscheidung, meine Entscheidung für mich und für mein Leben.

    Die Alkoholsucht geht nie nie wieder weg. Aber mit absoluter Abstinenz geht sie zum Stillstand zu bringen. Für immer. Solange es keinen einzigen Schluck Alkohol gibt.
    Den Anfang hast du gemacht. Fühlt sich das nicht befreiend an?

    Aber die Sucht ist mächtig, trickst und lügt. Schmeichelt und umgarnt.

    Die Sucht ist genauso mächtig, wie du ihr Macht gibst.
    Das Suchthirn bleibt erhalten, auch nüchtern.
    Aber letztlich ist es nicht die Sucht, die wieder säuft….letztlich bin ich es.

    Ist dein Zuhause alkoholfrei?

    Es gibt keine Ausrede dafür, ich zweifle nicht an der Aussage, dass ich Alkoholiker bin aber ja, ich habe den richtigen Weg für mich noch nicht gefunden. Ich muss mir wohl doch Hilfe von einer realen SHG oder auch einem Psychotherapeuten suchen um das Problem in den Griff zu bekommen.

    Nimm dir jede Hilfe, die du kriegen kannst.

    Du musst dir keine Hilfe von einer realen SHG oder auch von einem Psychotherapeuten suchen, du darfst das.

    Ich finde es im Zusammenhang mit der Alkoholsucht auch schwierig, davon zu sprechen, ‚das Problem in den Griff zu bekommen‘.
    Klingt es nicht entspannter: Ich möchte lernen, mit meiner Alkoholsucht zu leben. Weil die Alkoholsucht mich ja nun mein gesamtes weiteres Leben begleiten wird, möchte ich mich mich mit ihr versöhnen, sie nicht mehr als ,Problem‘ empfinden müssen.

    Ein Problem war meine Sucht, als ich noch gesoffen habe.,Nüchtern empfinde ich meine Alkoholsucht gar nicht mehr als Problem.

    Was mir wichtig ist, ist dass ich heute nichts getrunken habe und morgen nichts trinken werde.

    Manche hier kommen mit einem ‚für heute‘ entspannter durch den Tag als mit dem ‚für immer‘.
    Jeden Tag ‚für heute‘ ist auch am Ende des Lebens ‚für immer‘ gewesen.

    Mir persönlich war es wichtig, mich direkt ‚für immer‘ zu entscheiden. Das hat mir auch noch mal deutlicher gemacht, dass ich meine Alkoholsucht lediglich stoppen konnte. Und sie wird nur solange gestoppt sein, wie ich keinen Alkohol trinke. Und weil ich sie für immer gestoppt haben möchte, gibt es auch nie wieder Alkohol. So zumindest der Plan.

    Ich habe das Bier ja selber gekauft für die Family. Das Bier da ist hat keinen gewundert, dass ich immer noch nichts trinke hat allen sehr gefallen aber gefragt ob es mich stört hat keiner.

    Warum sollte auch jemand fragen, ob es dich stört, wenn sie genau das trinken, was du ihnen hinstellst?