„Vorteil“ ist echt schlecht ausgedrückt!!
Ich meine nur, dass das Bier bei mir nichts auslöst…
Das ist nicht nur schlecht ausgedrückt. Das ist ja das, was in deinem Kopf rumschwirrt: Bier habe ich nie getrunken, deshalb bin ich da schon mal sicher.
In der Sucht ist nur sicher, dass die Sucht nur gestoppt ist. Sie heilt nicht. Und das Suchtgedächtnis wird auch nie wieder weggehen. Es gibt kein ‚Zurück auf Anfang‘. Da ist im Kopf jetzt etwas anders als vor der Sucht, und dieses ‚Anders‘ will saufen. Was du dabei willst, ist völlig unerheblich.
Aus diesem Grund steht zuerst eine gewisse Stabilisierung. Die hätte ich nicht in einem saufendem Umfeld erreichen können.
Was außerhalb meiner Wohnung getrunken wird oder wo überall Alkohol rumsteht, darauf habe ich keinen Einfluss, was aber in meinem Zuhause auf jeden Fall nicht getrunken wird und was hier auch nicht rumsteht, das kann ich sehr wohl beeinflussen. Und genau das ist es auch, was ich brauche…..meinen alkoholfreien Rückzugsort.
Ich weiß auch, dass ich mich in einer echt schwierigen Lage befinde, es ist auch nicht immer leicht, aber da geht es tatsächlich eher um Situationen beim Einkaufen, wenn ich an den Alkoholregalen vorbeilaufe ( immer steht der Alkohol da wo man zwangsläufig langläuft; wer kommt auf sowas!?)
Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.
Ich bin anfangs gar nicht alleine einkaufen gegangen. Selbstschutz.
Wenn ich für mich denke, dass ich mich ‚einer echt schwierigen Lage befinde‘, dann sehe ich zu, dass ich daran schnellstmöglichst etwas ändere. Ein anderer wird das nicht für mich tun. Und wenn ich die Situation nicht ändern kann, dann gehe ich. Fertig. Mein Risiko, mein Leben….
Die werden im Supermarkt auch weder für mich irgendwas umräumen noch wird sich ein Alkoholiker seinen Alkohol nehmen lassen…..
Du willst gern nüchtern durchs Leben gehen. Dann ist es auch deine Verantwortung, dass du dafür deine Voraussetzungen schaffst.
Hier lesen und gucken, wie die anderen zufrieden nüchtern werden konnten, mitnehmen, was passen könnte und mich und meinen nüchternen Weg immer wieder überprüfen ….. das ist das, was mir meinen Weg möglich macht.
Mein Weg ist ja nicht zu Ende. Die Sucht ist bis zum letzten Atemzug in mir. Und deshalb ist es meine Aufgabe, eine ‚echt schwierige Lage‘ möglichst schnell zu erkennen und für mich zu beseitigen. Für mich.