Wie geht Ihr mit plötzlichen Freiräumen um?
Ich habe in den ersten Wochen meines neuen nüchternen Lebens aufgeräumt. Jedes Regal, jede Schublade, jeden Schrank und was so alles rumlag sowieso. Als ich fertig war mit sortieren, aussortieren und das, was ich behalten wollte, wieder schön ordentlich einzuräumen, war ich auch innerlich sehr aufgeräumt. Nix mehr mit Stimmungsschwankungen…..
Als alles fertig war, habe ich mich auch gefragt, was ich denn mit dieser ganzen vielen Zeit mache.
Ich bin dann ja auch wieder arbeiten gegangen, damit ist ja schon mal sehr viel vom Tag sowieso schon weg. Und dann habe ich mir Malutensilien gekauft und gemalt. Da waren die Hände und der Kopf beschäftigt und ich konnte beim malen wunderbar meine Gedanken sortieren oder auch an gar nix denken, den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes frei bekommen.
Und natürlich habe ich hier gelesen. Wie machen das die anderen? Was kann ich für mich mitnehmen, was kann ich auch so machen, was passt so gar nicht zu mir….. ?
Dadurch habe ich viel über mich und für mich gelernt.
Heute habe ich gar keinen ‚plötzlichen Freiraum‘ mehr, den ich füllen muss. Er ist voll.
Ich habe gelernt, mich auszuhalten, gut mit mir alleine zu sein und ich kann das auch genießen…..ohne Zeit zu füllen. Manchmal denke ich nach einer oder 2 Stunden, in denen ich gar nix gemacht habe, dass ich doch jetzt mal was tun müsste….Nee, muss ich gar nicht, denn auch nichts tun ist was tun.
Und das finde ich wirklich sehr wichtig und sehr schön. Für mich ist das ein Stück Freiheit. Ich kann alles machen, was ich machen möchte und genau so kann ich bleiben lassen, was ich nicht machen möchte.
Meine einzige Aufgabe besteht darin, gut für mich zu sorgen. Dass da natürlich auch Geld verdienen dazugehört, was ja nicht immer so wirklich schön ist, ist ganz klar (also, für mich ist das ganz klar), alles andere, womit ich meine Zeit fülle, suche ich mir aus. Manchmal ist es auch ein abwägen …. nach dem Motto: Wer das Eine will, muss das andere mögen.
Es gibt so viel, womit die Zeit gefüllt werden kann. Ganz tief in dir drin, in deinem engsten Umfeld, in der Umgebung …. Schau dich um.
Ich habe mich zuerst für mich geöffnet, und so konnte ich auch offen für andere und anderes werden. (Wobei ‚offen für andere‘ ja sehr dehnbar ist).