Beiträge von Stern

    Du hast dich getraut, in deinem Leben zu ändern, was dir nicht mehr gut getan hat. Dafür immer wieder meinen allerhöchsten Respekt.

    Deine ‚Geschichte‘ zeigt so wunderbar, dass so viel schönes möglich werden kann, wenn man sich ‚bewegt‘.
    Stillstand ist eine Bremse. Das Leben plätschert ungelebt dahin….
    Du hast die Bremse gelöst und dir damit dein Leben zurückgeholt.


    Herzlichen Glückwunsch zum 19. Jahrestag. 💐

    Wie es so oft ist, der Anteil der Alkoholiker, die ein zufriedenes trockenes Leben führen ist nicht groß.

    Das ist leider so.
    Und deshalb passe ich gut auf mich auf, damit ich auch weiter zu dem kleinen Teil gehöre, der ein zufriedenes nüchternes Leben führen darf.

    Ich beschäftige mich mit Dingen, die mir Spaß machen und habe genug Freiraum zum Ausruhen. Momentan bin ich beim Ausmisten meiner Schränke, was mir gut gefällt.

    Genügend Freiraum zum Ausruhen ist auch mir genauso wichtig wie dieses Beschäftigen mit Dingen, die mir Spaß machen.
    Klar gibt es auch Dinge, die so überhaupt keinen Spaß machen, aber dann sage ich mir: Wer das Eine will, muss das Andere mögen ….und weil ich das Andere ja will, mag ich dann auch das Eine. 😀

    Ich habe hier in den ersten Wochen meines nüchternes Lebens auch alle Schränke ausgeräumt, viel aussortiert, und wirklich jeden Gegenstand in der Hand gehabt.
    Beim Ausräumen war ich oft erstaunt, was ich alles besitze und noch mehr, dass ich das ja gar nicht brauche und beim Einräumen der Schränke hat sich eine herrliche Ruhe und Zufriedenheit in mir breit gemacht.

    „Vorteil“ ist echt schlecht ausgedrückt!!
    Ich meine nur, dass das Bier bei mir nichts auslöst…

    Das ist nicht nur schlecht ausgedrückt. Das ist ja das, was in deinem Kopf rumschwirrt: Bier habe ich nie getrunken, deshalb bin ich da schon mal sicher.
    In der Sucht ist nur sicher, dass die Sucht nur gestoppt ist. Sie heilt nicht. Und das Suchtgedächtnis wird auch nie wieder weggehen. Es gibt kein ‚Zurück auf Anfang‘. Da ist im Kopf jetzt etwas anders als vor der Sucht, und dieses ‚Anders‘ will saufen. Was du dabei willst, ist völlig unerheblich.

    Aus diesem Grund steht zuerst eine gewisse Stabilisierung. Die hätte ich nicht in einem saufendem Umfeld erreichen können.
    Was außerhalb meiner Wohnung getrunken wird oder wo überall Alkohol rumsteht, darauf habe ich keinen Einfluss, was aber in meinem Zuhause auf jeden Fall nicht getrunken wird und was hier auch nicht rumsteht, das kann ich sehr wohl beeinflussen. Und genau das ist es auch, was ich brauche…..meinen alkoholfreien Rückzugsort.

    Ich weiß auch, dass ich mich in einer echt schwierigen Lage befinde, es ist auch nicht immer leicht, aber da geht es tatsächlich eher um Situationen beim Einkaufen, wenn ich an den Alkoholregalen vorbeilaufe ( immer steht der Alkohol da wo man zwangsläufig langläuft; wer kommt auf sowas!?)

    Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.
    Ich bin anfangs gar nicht alleine einkaufen gegangen. Selbstschutz.

    Wenn ich für mich denke, dass ich mich ‚einer echt schwierigen Lage befinde‘, dann sehe ich zu, dass ich daran schnellstmöglichst etwas ändere. Ein anderer wird das nicht für mich tun. Und wenn ich die Situation nicht ändern kann, dann gehe ich. Fertig. Mein Risiko, mein Leben….

    Die werden im Supermarkt auch weder für mich irgendwas umräumen noch wird sich ein Alkoholiker seinen Alkohol nehmen lassen…..

    Du willst gern nüchtern durchs Leben gehen. Dann ist es auch deine Verantwortung, dass du dafür deine Voraussetzungen schaffst.

    Hier lesen und gucken, wie die anderen zufrieden nüchtern werden konnten, mitnehmen, was passen könnte und mich und meinen nüchternen Weg immer wieder überprüfen ….. das ist das, was mir meinen Weg möglich macht.
    Mein Weg ist ja nicht zu Ende. Die Sucht ist bis zum letzten Atemzug in mir. Und deshalb ist es meine Aufgabe, eine ‚echt schwierige Lage‘ möglichst schnell zu erkennen und für mich zu beseitigen. Für mich.

    (Ich habe kein Bedürftnis nach Alkohol! Und die Tage, an denen ich Bier getrunken habe ist schon lange her, in den letzten Jahren bin ich auf Sekt umgestiegen, deshalb ist das Bier kein Trigger für mich! Beim Geruch vergeht es mir schon. Da habe ich zum Glück ein Vorteil was eben meine Trockenheit angeht, bzw. Beeinflusst mich das Bier zuhause zuhaben nicht. )

    Ist das wirklich ein Vorteil?


    Alkohol ist Alkohol. Der Sucht ist es egal, in welcher Mischung der Alkohol kommt.

    Aber es ist irgendwie genauso anstrengend so zu tun als ob mir es nichts ausmacht , wie darauf aktiv zu achten, wie viel er trinkt.
    Jetzt hoffe ich eher wieder, dass er selbst darauf kommt, weil ich ja nichts beeinflussen kann. ..und weiß gleichzeitig das der Gedanke mir auch nichts bringt.

    Ich meide alles, was anstrengend ist.

    Alles, wo ich irgendwas überlegen müsste, wo ich irgendwas abwägen müsste, lasse ich bleiben.
    Ich gehe auch nur dahin, wo ich jederzeit wieder gehen kann. Veranstaltungen, wo der Alkohol im Vordergrund steht, finden ohne mich statt und mein Zuhaue ist absolut alkoholfrei ….für jeden.

    Ich vermeide es vor allem, mir irgendwas vorzumachen. Wenn mir etwas was ausmacht, ,macht es mir auch was aus. Und selbst wenn ich denke, es macht mir nix aus, heißt das noch lange nicht, dass mein Suchtgedächtnis da nicht trotzdem anspringt.


    Hier wird gerade in der ersten Zeit wenigstens ein alkoholfreies Zuhause empfohlen. Und das hat auch einen Grund. Wo sonst willst du einen sicheren alkoholfreien Ort finden, wenn nicht zuhause?
    Das Suchtgedächtnis arbeitet noch auf Hochtouren, es muss so viel neu gelernt werden. Nüchternwerden und bleiben ist ein Lernprozess.

    Ich habe hier jeden Tag gelesen. Ich wollte wissen: Wie machen das die anderen? Die, die hier schreiben, trinken nicht mehr…..

    Herzlichen Glückwunsch zu 11 Jahren Freiheit. 🏆

    Von dir habe ich gelernt: Riecht wie Alkohol, sieht aus wie Alkohol oder schmeckt wie Alkohol …..das bleibt stehen ….Finger weg!
    Vielen Dank dafür und auch dafür, dass du mich hier von meinem 1. Tag an mit wertvollen Beiträgen begleitest.

    Ich habe aber festgestellt, dass ich mehr Kaffee als zu Trinkzeiten konsumiere und trotzdem einen guten Schlaf habe.

    Hat das manchmal etwas mit der Abstinenz zu tun?

    Ist ja jeder etwas anders und jeder erholt sich auch etwas anders.
    Bei mir wurde ziemlich schnell der Puls langsamer, der Blutdruck besser und die anfängliche innere Unruhe verschwand auch schnell.
    Ich habe auch anfangs ziemlich Kaffee getrunken …. und trotzdem konnte ich schlafen wie ein Murmeltier.
    Der Kaffeekonsum hat sich wieder relativ schnell normalisiert und wenn ich ins Bett gehe, schlafe ich schon 10 cm über‘m Kopfkissen ein …. ein Bein noch draußen. 🤪

    Ich muss ganz klar sagen, dass ich nichts mehr trinken will! Dafür werde ich ihn auch nicht mehr kontrollieren.

    Mit dem ‚Wollen‘ ist das so eine Sache bei der Alkoholsucht. Da geht es nicht mehr um ‚wollen‘.
    ‘Gewollt‘ habe ich so viele Jahre…. Erst, als ich akzeptiert habe, dass ich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr trinken kann, konnte ich endlich aufhören mit dem Alkohol.
    Es ist auch völlig Wurscht, ob du ihn kontrollierst. Wenn er Alkoholiker ist, wird er weiter trinken, egal, ob du irgendwas kontrollierst, kommentierst oder doof findest….

    Ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken mag und ihn auch gebeten mir nichts anzubieten und ihm auch erklärt, dass ich mit Alkohol einfach nicht umgehen kann! Er hat dem sogar zugestimmt! Er selbst sagte, dass es für ihn jeden Tag ein Kampf ist…

    Ich bin auch Alkoholiker. Ich kann nicht nur nicht mit Alkohol umgeben, ich habe komplett die Kontrolle über den Alkohol verloren.

    Was ist denn deine Konsequenz, sollte er dir doch noch mal Alkohol anbieten? Hast du da eine klare Vorstellung?

    Wir haben uns geeinigt: wenn er es respektiert, dass ich keinen Alkohol trinke werde ich zu seiner Trinkerei auch nichts mehr sagen.
    Das hat die Situation sehr entspannt.

    Merkwürdige Einigung. Aber okay, du musst damit klarkommst.

    Glaubst du wirklich, dass sich damit irgendwas für dich entspannt? Für dich ….nicht für ihn.

    Schön zu sehen, dass es auch ein Happy End geben kann.

    Das Happy End kommt ja nicht von ganz alleine.
    Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bekräftigt sich meine Überzeugung, dass dafür auch ziemlich viel getan werden muss…. und auch die feste Überzeugung, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, seinem Leben ein Happy End zu schenken.
    Darauf zu warten und zu hoffen, dass das ein anderer tut, finde ich verschwendete Lebenszeit…..denn darauf, was andere tun, habe ich überhaupt keinen Einfluss. Vielleicht tun sie ja nie was…..

    Herzlichen Glückwunsch zu 9 Monaten selbstbestimmtes Leben 💐


    Im ‚jetzt‘ zu bleiben ist das, womit ich mich sehr wohl fühle.
    Das Vergangene ist vorbei und die Zukunft noch nicht da. Nur der Moment ist das, den ich jetzt leben kann.

    Aber natürlich ist es auch sehr schön, in eine nüchterne Zukunft blicken zu können. Das war ja das, was so lange nicht möglich war.

    Wie geht Ihr mit plötzlichen Freiräumen um?

    Ich habe in den ersten Wochen meines neuen nüchternen Lebens aufgeräumt. Jedes Regal, jede Schublade, jeden Schrank und was so alles rumlag sowieso. Als ich fertig war mit sortieren, aussortieren und das, was ich behalten wollte, wieder schön ordentlich einzuräumen, war ich auch innerlich sehr aufgeräumt. Nix mehr mit Stimmungsschwankungen…..

    Als alles fertig war, habe ich mich auch gefragt, was ich denn mit dieser ganzen vielen Zeit mache.
    Ich bin dann ja auch wieder arbeiten gegangen, damit ist ja schon mal sehr viel vom Tag sowieso schon weg. Und dann habe ich mir Malutensilien gekauft und gemalt. Da waren die Hände und der Kopf beschäftigt und ich konnte beim malen wunderbar meine Gedanken sortieren oder auch an gar nix denken, den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes frei bekommen.

    Und natürlich habe ich hier gelesen. Wie machen das die anderen? Was kann ich für mich mitnehmen, was kann ich auch so machen, was passt so gar nicht zu mir….. ?
    Dadurch habe ich viel über mich und für mich gelernt.

    Heute habe ich gar keinen ‚plötzlichen Freiraum‘ mehr, den ich füllen muss. Er ist voll.
    Ich habe gelernt, mich auszuhalten, gut mit mir alleine zu sein und ich kann das auch genießen…..ohne Zeit zu füllen. Manchmal denke ich nach einer oder 2 Stunden, in denen ich gar nix gemacht habe, dass ich doch jetzt mal was tun müsste….Nee, muss ich gar nicht, denn auch nichts tun ist was tun.

    Und das finde ich wirklich sehr wichtig und sehr schön. Für mich ist das ein Stück Freiheit. Ich kann alles machen, was ich machen möchte und genau so kann ich bleiben lassen, was ich nicht machen möchte.

    Meine einzige Aufgabe besteht darin, gut für mich zu sorgen. Dass da natürlich auch Geld verdienen dazugehört, was ja nicht immer so wirklich schön ist, ist ganz klar (also, für mich ist das ganz klar), alles andere, womit ich meine Zeit fülle, suche ich mir aus. Manchmal ist es auch ein abwägen …. nach dem Motto: Wer das Eine will, muss das andere mögen.

    Es gibt so viel, womit die Zeit gefüllt werden kann. Ganz tief in dir drin, in deinem engsten Umfeld, in der Umgebung …. Schau dich um.
    Ich habe mich zuerst für mich geöffnet, und so konnte ich auch offen für andere und anderes werden. (Wobei ‚offen für andere‘ ja sehr dehnbar ist).

    Ich bin zwar ganz gerne allein, aber mitunter fehlt etwas. Ich lebe erst seit ca. 6 Jahren in BaWü und stamme aus Dresden. Ich muss gestehen, dass ich nicht so richtig in BaWü klarkomme, was aber auch mit an mir liegt. Mein Mann nennt mich "speziell", weil ich halt sehr ehrlich bin(auch zu mir), was nicht immer gut ankommt.

    Ja, eiforbibbsch nochemal, warum tust du dir des an? Da kannste dich doch och gor nee daheme fühlen.

    Komm ….hier haste en Schälchn Heesn und e Stickschen Eiorschegge. Das iss e bissel wie daheme.

    obwohl ich dachte, das sei gar nicht mehr möglich, weil ich meinte, in der Konstellation (keine Familie) schon fast alles gesehen und gar nix mehr erwartet zu haben.

    Was ich gelernt habe, ist: Es geht immer noch eins oben drauf zu setzen …. Und es wird immer Menschen geben, die ihren eigenen Dreck auch immer wieder noch toppen können….

    Geht es dir heute wieder etwas besser?

    Ja, das kann man und ich mache ich das auch.
    Der Abgrund ist ja trotzdem sichtbar… und das ist auch gut so.

    Auf ein sicheres Geländer verlasse ich mich allerdings nicht. Denn: Sicher ist, dass Nix sicher ist. Das wusste schon der olle Valentin.

    Herzlichen Glückwunsch 💐

    Es ist irgendwie zu einfach 😂.

    Das denke ich auch noch oft.

    Aber ich weiß, dass ein Leben mit Alkohol so überhaupt nicht einfach war und so nehme ich die Leichtigkeit des Nüchernseins gerne an.


    Ich bewahre mir im Kopf: Die Sucht ist nur gestoppt. Und das genau so lange, wie ich keinen Alkohol trinke.
    Ich stehe immer irgendwie am Abgrund, passe gut auf, dass ich nicht abrutsche und so lässt es sich hervorragend leben.


    Schön, dass es so gut geht.

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe und herzlichen Glückwunsch zu nun schon fast 7 nüchternen Wochen. 💐

    Aus den Beiträgen, die ich immer lese, kann ich entnehmen, dass hier auf die Menschen eingegangen wird und Unterstützung da ist. Das gibt mir Sicherheit.

    Als ich hier vor nunmehr bald 5 Jahren ankam, haben mir die vielen Berichte hier ganz viel Zuversicht gegebenen, dass es möglich ist, auch als Alkoholiker wieder ein nüchternes Leben haben zu können und dass ich das auch schaffen werde.

    Leider hatte meine gleichaltrige Schwägerin ein ganz gewaltiges Alkoholproblem, was sie letztendlich mit knapp 57 Jahren das Leben gekostet hat. Ihr Tod war wie ein Schlüsselerlebnis für mich. So will ich nicht enden.

    Das ist ein sehr schlagkräftiges Schlüsselerlebnis. Ich bin mir aber auch sicher, dass es das braucht, um seinen nüchternen Weg gehen zu können.
    Ob das nun Schlüsselerlebnis oder persönlicher Tiefpunkt genannt wird, ist dabei ja Wurscht. Auf den Inhalt kommt es an und vor allem darum: Was hat das mit mir gemacht.

    Ich weiß, dass ich einen Kampf kämpfe, der sozusagen nie aufhört, aber ich kann Runde um Runde gewinnen.

    Kämpfen zieht Energie.
    Einen Kampf gegen die Sucht kann keiner gewinnen.

    Meinen Kampf werde ich überdenken. Da ich die Sucht ja schon als zu mir gehörend akzeptiert habe, ist es sicher kein zu großer Schritt für mich, nicht mehr zu kämpfen, sondern zu akzeptieren. Das alkoholfreie Leben ist für mich noch ein Lernprozess.

    Akzeptanz war das, was mir meinen nüchternen Weg geebnet hat.

    Ich bin jetzt Alkoholiker. Und das werde ich auch für immer bleiben. Und wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol mehr trinken. Das sind die Fakten. Daran kann ich Nix ändern.
    Nach diesen Fakten mein Leben zu ordnen, zu organisieren, gut auf mich aufzupassen ….das ist mein Weg.

    Ich wünsche dir hier einen guten und hilfreichen Austausch.

    Ich glaube, das Suchtgedächnis hat heute zu mir gesprochen 🙈

    Was, wenn ich es nicht gleich merke oder zuordnen kann? Es möchte ja, dass ich wieder trinke, richtig? Und wenn ich nicht trinken will, erkenne ich es dann gleich?

    Ich denke, wenn ich was nicht bemerke, ist da ja auch erstmal nix, was ich zuordnen müsste.

    Dass ich vor dem Alkohol kapituliert habe, bedeutet ja nicht, dass die Sucht weg ist. Die bleibt ja für immer, auch, wenn nüchtern bin.
    Und dass ich nicht trinken will, das weiß ich ja…..das wusste ich auch, als ich noch gesoffen habe, vollkommen unabhängig von der Situation. Da gibt es ja auch nix besonders zu erkennen. Das ist ja da.

    Aber die Frage nach dem ,Wollen‘ stellt sich nicht mehr, seit ich verstanden habe, dass ,Wollen‘ bei der Sucht nicht ausreicht. Fakt ist: Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Nie wieder. Und ,nie wieder‘ geht bei ‚jetzt‘ los und lässt keine einzige Ausnahme zu und endet erst dann, wenn ich entweder wieder saufen will oder tot bin.
    Gedanken zu einem möglichen Rückfall mache ich mir nicht. Ich bin aufmerksam, ich gehe gut mit mir um, ich lese hier jeden Tag. Ich sehe dieses Forum als meine Selbsthilfegruppe, hier finde ich Ansprechpartner, hier werde ich gelesen, hier lese ich und hier habe ich gelernt, dass ein Leben ohne Alkohol einfach nur schön ist. Das bedeutet nicht jeden Tag rosa Wölkchen am Himmel und das beinhaltet auch Kummer und Sorgen, aber es ist mein Leben.

    Gedanken kommen und sie gehen auch wieder. Manchmal muss man sie auch einfach nur aushalten…..

    Hast du dir einen Notfallkoffer gepackt?
    Sollte jemals Suchtdruck aufkommen, steht mein Notfallkoffer bereit. Ganz oben steht: Im Forum davon schreiben.

    Was ich noch nicht gemacht/mich getraut habe, ist Leute zum Abendessen zu mir nach Hause einzuladen. Dann wird Alkohol erwartet und auf Diskussionen habe ich keine Lust. Etwas nur für diesen Abend zu kaufen, das würde bei mir noch nicht klappen, ich würde die Reste wahrscheinlich austrinken ( weil ich nichts wegwerfen kann....)

    Es gibt auch in meinem Umfeld Leute, die ich (vermutlich) nie zu mir nach Hause einladen möchte. Aus genau diesem: Die erwarten einfach irgendwann irgendwas alkoholisches.
    Dem gehe ich aus dem Weg: Es gibt keine Einladung. Und wenn die mal ohne Einladung vor der Tür stehen (was sehr selten ist), gibt es Kaffee, Tee oder Wasser. Was anderes habe ich nicht. Fertig. Das hat noch nie jemand hinterfragt.

    Mein Zuhause ist und bleibt absolut alkoholfrei. Für jeden. Es gibt keine Ausnahme.
    Es gibt so viele Alternativen. Statt des Eierlikörs nach dem Kaffee könntest du einen alkoholfreien Cocktail anbieten (natürlich nur, wenn du dich früher nicht mit Cocktails besoffen hast) oder einen leckeren Saft. Vielleicht sogar selbst gemachten.
    Dazu musst du auch gar nichts erklären….
    Es reicht vollkommen: „Ich habe da noch was vorbereitet ….“

    Glaubst du, dass dann noch wer nach Eierlikör fragen wird?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen keinen Alkohol ‚brauchen‘, wenn kein Alkohol da ist. Die anderen werden sich zeitnah verabschieden….

    Ich schreibe hier kaum mal etwas, aber ich lese alles. Das hat bei mir etwas bewirkt. Wenn ich in kritische Situationen komme, weiß ich gleich Bescheid, wie ich reagieren und mich schützen kann.

    Was sind denn deine kritischen Situationen?

    Wenn du denn mal in so einer kritischen Situation bist, wie reagierst du da?

    Da will ich nie wieder hin und deswegen lese ich hier weiter.

    Ich will auch nie wieder in die Zeit zurück, in der ich gesoffen habe.

    Deswegen bin auch ich hier, aber viel schöner und auch wichtiger ist für mich das Gefühl und das Erleben, was nüchtern alles möglich ist. Also: das jetzt, das heute….

    Ich lese immer mal wieder, was ich in der Vergangenheit hier geschrieben habe. Dabei sehe ich so viel Veränderung zum ‚heute‘. Mir würde, so glaube ich, etwas fehlen, wenn ich hier nur gelesen hätte ….vielleicht ‚mein Weg‘.
    Oft bleibt ja nur das besonders Schlimme und das besonders Schöne in Erinnerung. Diese vielen kleinen Schritte, die notwendig waren, um meinen nüchternen Weg gehen zu können, verblassen. Deshalb ist es mir wichtig, hier nicht nur zu lesen, sondern auch zu schreiben.