Steevie - Hallo, nun konnte ich nicht anders…

  • Hallo Stern

    Es ist ein bisschen Zeit vergangen…und es ist für mich nicht wirklich entspannt.

    Die ersten Tage konnte ich das alles gut ausblenden. Ich habe nicht darauf geachtet wieviel er trinkt. Das er trinkt weiß ich ja sowieso. (…) Mein Partner hat mir auch nichts mehr angeboten oder ähnliches.

    Mit dem ‚Wollen‘ ist das so eine Sache bei der Alkoholsucht. Da geht es nicht mehr um ‚wollen‘.
    ‘Gewollt‘ habe ich so viele Jahre…. Erst, als ich akzeptiert habe, dass ich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr trinken kann, konnte ich endlich aufhören mit dem Alkohol.

    Da hast du echt total recht!!!
    Das habe ich nun für mich endlich auch begriffen, dass ich keinen Alkohol trinken ‚kann‘!


    Aufjeden Fall waren die kreisenden Gedanken um seinen Konsum die letzten Tage wieder sehr präsent . Ist ja auch klar, wenn ich jeden Tag am immer leerer werdenden Bierkasten vorbeilaufe.

    (Ich habe kein Bedürftnis nach Alkohol! Und die Tage, an denen ich Bier getrunken habe ist schon lange her, in den letzten Jahren bin ich auf Sekt umgestiegen, deshalb ist das Bier kein Trigger für mich! Beim Geruch vergeht es mir schon. Da habe ich zum Glück ein Vorteil was eben meine Trockenheit angeht, bzw. Beeinflusst mich das Bier zuhause zuhaben nicht. )

    Aber es ist irgendwie genauso anstrengend so zu tun als ob mir es nichts ausmacht , wie darauf aktiv zu achten, wie viel er trinkt.
    Jetzt hoffe ich eher wieder, dass er selbst darauf kommt, weil ich ja nichts beeinflussen kann. ..und weiß gleichzeitig das der Gedanke mir auch nichts bringt.

    …keine Ahnung!..

    Was ist denn deine Konsequenz, sollte er dir doch noch mal Alkohol anbieten? Hast du da eine klare Vorstellung?

    Ich habe keine klare Vorstellung! Hast du oder jemand da eine Idee oder Tipps für mich?

    Liebe Grüße und danke fürs lesen 😌

  • (Ich habe kein Bedürftnis nach Alkohol! Und die Tage, an denen ich Bier getrunken habe ist schon lange her, in den letzten Jahren bin ich auf Sekt umgestiegen, deshalb ist das Bier kein Trigger für mich! Beim Geruch vergeht es mir schon. Da habe ich zum Glück ein Vorteil was eben meine Trockenheit angeht, bzw. Beeinflusst mich das Bier zuhause zuhaben nicht. )

    Ist das wirklich ein Vorteil?


    Alkohol ist Alkohol. Der Sucht ist es egal, in welcher Mischung der Alkohol kommt.

    Aber es ist irgendwie genauso anstrengend so zu tun als ob mir es nichts ausmacht , wie darauf aktiv zu achten, wie viel er trinkt.
    Jetzt hoffe ich eher wieder, dass er selbst darauf kommt, weil ich ja nichts beeinflussen kann. ..und weiß gleichzeitig das der Gedanke mir auch nichts bringt.

    Ich meide alles, was anstrengend ist.

    Alles, wo ich irgendwas überlegen müsste, wo ich irgendwas abwägen müsste, lasse ich bleiben.
    Ich gehe auch nur dahin, wo ich jederzeit wieder gehen kann. Veranstaltungen, wo der Alkohol im Vordergrund steht, finden ohne mich statt und mein Zuhaue ist absolut alkoholfrei ….für jeden.

    Ich vermeide es vor allem, mir irgendwas vorzumachen. Wenn mir etwas was ausmacht, ,macht es mir auch was aus. Und selbst wenn ich denke, es macht mir nix aus, heißt das noch lange nicht, dass mein Suchtgedächtnis da nicht trotzdem anspringt.


    Hier wird gerade in der ersten Zeit wenigstens ein alkoholfreies Zuhause empfohlen. Und das hat auch einen Grund. Wo sonst willst du einen sicheren alkoholfreien Ort finden, wenn nicht zuhause?
    Das Suchtgedächtnis arbeitet noch auf Hochtouren, es muss so viel neu gelernt werden. Nüchternwerden und bleiben ist ein Lernprozess.

    Ich habe hier jeden Tag gelesen. Ich wollte wissen: Wie machen das die anderen? Die, die hier schreiben, trinken nicht mehr…..

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • „Vorteil“ ist echt schlecht ausgedrückt!!
    Ich meine nur, dass das Bier bei mir nichts auslöst…

    Mhmm…

    Ich weiß auch, dass ich mich in einer echt schwierigen Lage befinde, es ist auch nicht immer leicht, aber da geht es tatsächlich eher um Situationen beim Einkaufen, wenn ich an den Alkoholregalen vorbeilaufe ( immer steht der Alkohol da wo man zwangsläufig langläuft; wer kommt auf sowas!?)

  • „Vorteil“ ist echt schlecht ausgedrückt!!
    Ich meine nur, dass das Bier bei mir nichts auslöst…

    Das ist nicht nur schlecht ausgedrückt. Das ist ja das, was in deinem Kopf rumschwirrt: Bier habe ich nie getrunken, deshalb bin ich da schon mal sicher.
    In der Sucht ist nur sicher, dass die Sucht nur gestoppt ist. Sie heilt nicht. Und das Suchtgedächtnis wird auch nie wieder weggehen. Es gibt kein ‚Zurück auf Anfang‘. Da ist im Kopf jetzt etwas anders als vor der Sucht, und dieses ‚Anders‘ will saufen. Was du dabei willst, ist völlig unerheblich.

    Aus diesem Grund steht zuerst eine gewisse Stabilisierung. Die hätte ich nicht in einem saufendem Umfeld erreichen können.
    Was außerhalb meiner Wohnung getrunken wird oder wo überall Alkohol rumsteht, darauf habe ich keinen Einfluss, was aber in meinem Zuhause auf jeden Fall nicht getrunken wird und was hier auch nicht rumsteht, das kann ich sehr wohl beeinflussen. Und genau das ist es auch, was ich brauche…..meinen alkoholfreien Rückzugsort.

    Ich weiß auch, dass ich mich in einer echt schwierigen Lage befinde, es ist auch nicht immer leicht, aber da geht es tatsächlich eher um Situationen beim Einkaufen, wenn ich an den Alkoholregalen vorbeilaufe ( immer steht der Alkohol da wo man zwangsläufig langläuft; wer kommt auf sowas!?)

    Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.
    Ich bin anfangs gar nicht alleine einkaufen gegangen. Selbstschutz.

    Wenn ich für mich denke, dass ich mich ‚einer echt schwierigen Lage befinde‘, dann sehe ich zu, dass ich daran schnellstmöglichst etwas ändere. Ein anderer wird das nicht für mich tun. Und wenn ich die Situation nicht ändern kann, dann gehe ich. Fertig. Mein Risiko, mein Leben….

    Die werden im Supermarkt auch weder für mich irgendwas umräumen noch wird sich ein Alkoholiker seinen Alkohol nehmen lassen…..

    Du willst gern nüchtern durchs Leben gehen. Dann ist es auch deine Verantwortung, dass du dafür deine Voraussetzungen schaffst.

    Hier lesen und gucken, wie die anderen zufrieden nüchtern werden konnten, mitnehmen, was passen könnte und mich und meinen nüchternen Weg immer wieder überprüfen ….. das ist das, was mir meinen Weg möglich macht.
    Mein Weg ist ja nicht zu Ende. Die Sucht ist bis zum letzten Atemzug in mir. Und deshalb ist es meine Aufgabe, eine ‚echt schwierige Lage‘ möglichst schnell zu erkennen und für mich zu beseitigen. Für mich.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • deshalb ist das Bier kein Trigger für mich! Beim Geruch vergeht es mir schon.

    Das ging mir sogar noch während meiner Sauf-Zeit so. Ich habe das Zeug gekauft und es nur (verschlossen) bis zu mir nach Hause transportiert und habe schon im Auto aus Ekel Würgereiz bekommen, nur bei dem Gedanken an den Geschmack.

    Bier ist vielleicht kein direkter Auslöser. Aber sollte ein anderer Auslöser kommen, ist es dem Suchthirn komplett egal was da gerade in der Nähe ist. Hauptsache Alkohol.

    In einer Klinik in der ich war, haben die Patienten Desinfektionsmittel getrunken. Glaubst du, das haben die gemacht, weil es ihr Lieblingsgetränk war?

    Ich glaube, du unterschätzt die Sucht noch sehr stark. Hier kannst du viele gute Tipps bekommen, von Menschen die schon sehr sehr lange trocken sind.

  • In einer Klinik in der ich war, haben die Patienten Desinfektionsmittel getrunken.

    Also das ist wirklich extrem! Bin etwas geschockt. Zumal da nicht nur Alkohol drin ist. Erschreckend. Wenn ich das lese, dann versrehe ich immer mehr, warum jegliche Entsorgung oder auch Fernbleiben diverser Veranstaltungen so wichtig ist. Obwohl ich auch denje, wer saufen will, der holt sich etwas. Aber ich habe verstanden, dass es um die Verlockung geht.

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