Beiträge von Stern

    Das sind sehr schöne Gedanken, die du dir da machst, finde ich.

    Ich habe in der Vergangenheit mal irgendwo gehört oder gelesen, dass man auf der einen Seite der Waage, also der Nüchternheit, vieles an positivem „legen“ soll, um der anderen Seite, dem Saufen, entgegen zu wirken.

    Ich lege gar nicht so viel bewusst auf die ‚Nüchternseite‘.

    Ich halte die Augen offen und sehe das viele Schöne, was ich erst nüchtern sehen kann.

    Ich fühle das viele Schöne, was ich erst nüchtern fühlen kann.

    Ich erlebe das viele Schöne, was ich ich erst nüchtern erleben kann.

    Ich bin frei, ich lebe meine freie Zeit so, wie ich das möchte und ich liebe es, immer zu wissen, was gestern war.

    DAS bringt so viel Gewicht auf die ‚Nüchternseite‘, dass die ‚Saufseite‘ meiner persönlichen Waage schon ganz schön weit unten ist.

    Seit ein paar Tagen schon denke ich auf ‚deinem Thema‘ rum.

    Ich hatte es dann doch vorgezogen, erstmal besser nix zu schreiben, obwohl ich als Alkoholiker ja direkt angesprochen wurde.

    Du hast dich getrennt.

    Ist es da nicht viel interessanter zu schauen, was du jetzt mit deinem neuen Leben anfangen kannst als in der Vergangenheit eines Alkoholikers rumzustochern?


    Die Trennung vom Alkohol ist leicht, sie ist in ein paar Tagen Entgiftung in einer Klinik geschafft. Was dann kommt, ist der schwierige Part: Die Beziehung zum Alkohol muss durch Beziehungen zu echten lebendigen Menschen ersetzt werden. Selbsthilfegruppen sind wichtig, weil man dort lernen kann, Beziehungen zu Menschen zu führen.

    wow.

    Und diese Erfahrung hast du als ehemalige Angehörige eines noch trinkenden Alkoholikers gemacht?

    Herzlich willkommen hier im Forum und Herzlichen Glückwunsch zum 8. nüchternen Tag.

    Dort könnte ich zeitnah eine 3-wöchige Therapie beginnen. Was haltet ihr davon? Hat hier jemand Erfahrungen mit der Klinik?

    Ich halte grundsätzlich sehr viel davon, dass jeder jede Hilfe annimmt, die er kriegen kann.

    Ob die Hilfe dann letztendlich als hilfreich empfunden wird, ist vermutlich so verschieden wie die Menschen selbst es sind.

    Ich bin eher mit mir selbst beschäftigt und lasse nicht so gern fremde Menschen in mein Leben. Andere können mit sich selbst nicht so viel anfangen oder brauchen einfach den direkten und realen Kontakt mit Gleichgesinnten, mit Therapeuten ….

    Nein, ich konnte und kann meinem Chef gegenüber nicht ehrlich sein.

    Kannst du dir gegenüber ehrlich sein?

    Du gehst in 2 Selbsthilfegruppen. Wirklich wohl fühlst du dich da nicht.

    So wie du auch, gehe ich nur schwer auf fremde Menschen zu. Abstand halten … darin bin ich gut. Meistens ist das auch gut.

    Von daher habe ich gar keine reale SHG gesucht. Ich würde mich verloren fühlen…und unwohl. Irgendwo reingepresst, wo ich nicht sein will. Und unwohl fühlen kann ich gar nicht gebrauchen.

    Ich kann meinen Weg gehen, glaube ich, weil ich mich vom ersten Tag an hier wohl gefühlt habe. Klar, nicht immer ist alles so wie ich mir das in meiner kleinen Sternenwelt vorstelle, aber das muss es auch nicht. Hier fühle ich mich verstanden und hier lernte ich von den Anderen, dass ein Leben ohne Alkohol nicht nur möglich ist, sondern dass ein Leben ohne Alkohol auch sehr glücklich macht. Und ich darf die Erfahrung machen, dass das wirklich so ist.

    Du warst ein halbes Jahr nüchtern. Wirklich glücklich und zufrieden warst du nicht, schreibst du. Es gibt so viele Baustellen. Kannst du deine Baustellen für dich benennen und vielleicht sogar Wege sehen, sie zu beseitigen?

    Mir hilft es, hin und wieder zu überdenken, was mir nicht gut tut und was mir Freude macht. ‚Aussortieren‘ …. ist für mich sehr wichtig geworden. Ich will mich nicht mehr mit Dingen oder auch mit Menschen belasten, mit denen ich mich nicht (mehr) wohl fühle.

    Du schreibst, dass dir hier schreiben schwer fällt, weil du nicht so viel anonymisieren kannst. Vielleicht ist es aber gar nicht so schlimm, gar nicht alles zu anonym zu halten. Ich habe hier festgestellt, dass meine Erzählungen genauso gut die Erzählungen von Lieschen Müller oder Herta Meier sein könnten. Ich lasse Namen weg und erzähle einfach drauf los. Wer soll mich hier erkennen? Mein Nachbar? Tja, und warum liest der hier bei mir??? Niemand, der nicht mit der Alkoholsucht in Berührung gekommen ist, liest in einem Alkoholikerforum. Sozusagen sind wir hier unter uns.

    Aber alle, die hier lesen, können Gefahren in oder zwischen meinen Zeilen lesen, die ich so vielleicht gar nicht sehe. Und das kann meine Lebensversicherung sein.

    Es ist sicher schwer, nach einem Rückfall wieder auszustehen, aber du hast das geschafft.

    Ich habe mich in den letzten 6 Monaten ständig mit meiner Alkoholsucht beschäftigt,

    habe an mir gearbeitet …..und hatte trotzdem vor ner Woche einen Rückfall… :oops:

    Darf ich fragen, was es für dich heißt, dass du an dir gearbeitet hast?

    Bei Carl Friedrich schriebst du, dass du während der Arbeit bei einem Klienten im Kühlschrank Hochprozentigen gesehen und den in dich reingekippt hast. Ohne Nachzudenken, irgendeinem Druck folgend.

    Dein Mann musste dich abholen und natürlich wurde dein Chef informiert.

    Weiß dein Chef, dass du Alkoholiker bist? Konntest du da ehrlich sein?

    Wie schon geschrieben, ich finde es sehr gut, dass du hier von deinem Rückfall geschrieben hast und ich finde es ganz toll, dass du direkt wieder den Weg ins nüchterne Leben gefunden hast.

    Nur muss es ja jetzt einen anderen Weg geben als beim letzen halben Jahr ohne Alkohol.

    Da hast du dich sehr kämpferisch gelesen, immer angespannt und nie wirklich zufrieden in deinem Leben.

    Sich regelmässig mit seinem Problem (der Alkoholsucht) beschäftigen ist doch etwas ganz anderes als die Beschäftigung mit seiner Sucht als Problem sehen.

    Dass Trockenarbeit ein Problem ist, stand doch gar nicht im Raum. 🤔

    Vielleicht reden wir auch nur mal wieder aneinander vorbei. Ich gehe nachdenken…..

    Sorry, Carl Friedrich, nicht mein Buch, nicht meine Sätze …. Darf ich trotzdem ganz kurz meine Gedanken hier lassen?

    Ich darf ja keine Zitate aus anderen Büchern in meins holen. Aber gern darf das in mein Buch geschoben werden, wenn es hier stört.


    Hartmut, Du lieferst heute wieder sehr schwere Kost für mich.

    An der ersten überlege ich ja noch in meinem Buch, da winden sich hier schon wieder meine Gehirnwindungen und finden nicht so richtig die passende Richtung. 🤔

    Ich glaube, wenn es jemand als Problem ansieht, dann ist es schon ein gedanklicher Rückfall. Oder ist Alkoholiker zu sein ein Problem?

    Muss ich Alkoholiker als Problem (von oder für was?) sehen, um meine Alkoholsucht als Problem zu sehen?

    Ich empfinde irgendwo auch meinen Diabetes als Problem und gerade ist auch meine fiese Mandelentzündung ein Problem. Damit muss ich mich beschäftigen … um gesund werden zu können….und dazu auch noch mit meiner Alkoholsucht…

    Wo genau siehst du jetzt meinen gedanklichen Rückfall?

    Oder ist es einfach nur ein unterschiedliches Verständnis für einzelne Wörter….‘Problem’ in diesem Fall?

    Hallo Berta,

    vielen Dank für deine Offenheit.

    Fast 14 nüchterne Jahre sind ja supertoll, aber eben dann doch auch keine Garantie, dass das auch so bleibt.

    Sucht verschwindet nie wieder. Du zeigst das, und du zeigst mir damit, dass ich immer auf mich aufpassen muss.

    Zu wenige melden sich noch oder wieder hier, wenn sie rückfällig werden. Dabei schaden sie sich selbst damit ja am allermeisten. Aber auch das ist vermutlich eine Seite der Sucht.

    Hier gibt es ja nur ein Miteinander, und den Weg miteinander gehen können wir nur, wenn hier sind. Du bist wieder hier….eine supertolle Entscheidung.

    Du bist jetzt wieder bei deinem 9. nüchternen Tag. 👍

    Ich finde es auch so toll, dass du die Verantwortung für deinen Rückfall bei dir siehst und sehr gut reflektieren kannst, was da passiert ist.

    Deine fast 14 nüchternen Jahre sind ja nicht weg, sie werden dir ein gutes Fundament sein.

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch.

    Ich hatte am 30.05. einen furchtbaren Rückfall!!!!!!!!!!!!!

    Du meinst wahrscheinlich 30.04., wobei der Tag ja Wurscht ist.

    Es ist mutig, hier davon zu erzählen.

    Dass dein Chef und die Kollegin involviert sind, ist schon heftig. Aber da änderst du jetzt nix mehr dran.

    Ich bin kleiner als klein, momentan kann ich mich unter jeden Teppich verstecken.

    Und jetzt hebst du ganz mutig die Teppichfransen hoch, kriechst wieder da raus, schüttelst den Staub aus Haaren und fängst an, dich neu zu ordnen.

    Du hast bis zum Rückfall 1 Monat nicht hier geschrieben. Ging es dir zu gut oder zu schlecht? 🤔

    Lass dich nicht entmutigen. Lass dir helfen, wo immer dir geholfen werden kann. Für viele ist ein Klinikaufenthalt die bessere Wahl. Lass dich beraten und gehe deinen Weg weiter.

    Ein Rückfall ist doof. Aber ich denke, eine Niederlage wäre, liegen zu bleiben.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    Ich habe in den ersten Wochen Unmengen Kaffee getrunken. Das hat sich wieder normalisiert.

    Eis und Süßkram habe ich auch nach 23 nüchternen Monaten nicht so wirklich unter Kontrolle. Aber ich denke, alles ist besser als Alkohol.

    Setze dich mit dem Rauchen nicht so unter Druck. Du leistet gerade etwas ganz Großes und bist nüchtern.

    6 Wochen sind schon super 👍🏻

    Wir mutieren ja nun nicht zur superfiten Supergesundkanone, nur, weil wir nicht mehr saufen. Der Körper regeneriert sich und so vieles verbessert sich.

    Ich finde jede noch so winzige Veränderung faszinierend und du selbst stellst ja auch schon so einige Veränderungen bei dir fest.

    Das ist doch so super. 😀

    Stern


    Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du wieder normal schlafen konntest ?

    Ich kann das ehrlich gesagt gar nicht mehr so ganz genau sagen. Aber ich denke, nach 14 Tagen ungefähr war die ‚Watte im Kopf‘ verschwunden, mein Puls war wieder halbwegs normal und ich konnte wieder schlafen. Zumindest so, dass ich nicht aufgestanden bin als hätte ich eine 10-Stunden-Schicht am Fließband hinter mir.

    Die ersten Nächte waren schlimm und da habe ich mich an das autogene Training erinnert, was mir mal …als ich noch nicht gesoffen hatte …. wirklich gut geholfen hat zum Entspannen, zum Abschalten, zum ‚nur in den Körper hinein horchen‘.

    Daran konnte ich dann auch anknüpfen, als mit dem Saufen aufgehört habe und es hat ganz super funktioniert.

    Wahrscheinlich muss man sich aber darauf auch einlassen wollen.

    Ein Versuch ist es allemal wert.

    Am Anfang meiner Nüchternheit war ich auch oft nachts wach.

    Mir hat autogenes Training geholfen. Das braucht etwas Übung, aber im Netz gibt es genügend sehr hilfreiche ‚Anleitungen‘.

    Ich wünsche dir eine gute Durchschlafnacht. 😀

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten nüchternen Monat. 👍

    Ich bin sicher, dass sich dein Schlafrhythmus bald normalisieren wird.

    Aber vielleicht brauchst du auch einfach gar nicht so viel Schlaf wie du denkst. 🤔

    Fühlst du dich denn am Tag ausgeruht und fit oder macht sich der fehlende Schlaf schon früh oder mittags bemerkbar?

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser schönen Zahl.

    222 nüchterne Tage, das ist super 👍🏻.

    Dass wir als Alkoholikern so oft angenehmen, dass alle Menschen Alkohol trinken und wir nun die absoluten alkoholfreien Exoten auf diesem Planeten sind, die sich rechtfertigen müssen, dass sie keinen Alkohol trinken, stelle ich immer wieder hier fest.

    Das ist aber nicht so, wie du ja nun auch feststellen durftest. Es interessiert (fast) niemanden.

    Es muss auch nur dich interessieren und da immer schön wachsam bleiben und ,brenzlige‘ Situationen meiden oder verlassen, ist unser Job. Nur wir selber können auf uns aufpassen.

    Die Welt um uns herum ändert sich nicht.