durch klare Worte Angst bekommen
Hallo Petter,
verstehe sehr gut was Du meinst. Meine Langzeittherapie hat mit einer sechsmonatigen Motivationsphase begonnen.
Hier durfte sich dann jeder zunächst vorstellen und natürlich auch den Konsum mitteilen.
Schnell entstand eine Rangliste...was so wenig, oder..oh das ist aber...Raunen der Anwesenden.
Gelegentlich Fragen der Therapeuten häuften sich, genau wie hier: Sehen sie sich als Alkoholiker?
Etwa die Hälfte der 12 Teilnehmer antworteten: Ich weiß es nicht oder ich möchte es nicht sein....auf der Suche nach der Lücke/Hintertür.
Die Therapeuten wurden immer konkreter...wie oft, wie viel, black outs...das übliche Programm eines Alkoholikers wurde abgefragt.
Alle nickten bei den entscheidenden Fragen.
Als dann immer mehr in den Raum gestellt wurde, dass nur die eigene Entscheidung, eine Lebenslange Abstinenz durchzuführen, in die weiter führende "richtige" Therapie führt, brauchte man nur in die Runde schauen und wusste schon wer ab jetzt raus ist.
So auch mein Sitznachbar...Rockmusiker....undenkbar für ihn ohne Stoff auf der Bühne.
Softer wie in dieser Motivationsphase kann an diesen Schockmoment...für immer...nicht herangeführt werden. Für 60 % der Teilnehmer nicht zu akzeptieren. Wer am Anfang steht, sollte sicher nicht sofort mit der Entscheidung, dem Schock konfrontiert werden.
Aber genau dazu gibt es ja hier den Vorstellungsbereich in dem der Deliquent lesen kann. Und wer sich anmeldet, hat ja auch damit schon deutlich kundgetan das etwas im Argen liegt.
Die Moderatoren erlesen in den ersten Sätzen......wohin die Reise geht. Und dann gibt´s auch die oben schon erwähnte Frage: Ja oder Nein
Rumeiern oder trocken streicheln hilft nicht und seien die Menschen noch so unterschiedlich.
Ist dem Suchtgedächtnis alles völlig egal. Je früher man das kapiert, umso schneller führt der Weg in ein lebenswertes Leben.
PS: Netter Spruch in dem Notizheft. Da hatten die Polizisten, die mir den Führerschein abgenommen haben wohl eine andere Ausführung.
Beste Grüße
Topema