Beiträge von Sporty

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Liebe Linde,

    lieben Dank, dass du mir das alles schreibst. Eigentlich hatte ich immer eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern. Ich habe mich erst mit 21 abgenabelt als ich zu meinem Freund (jetzt mein Mann) gezogen bin etwa 40km von zuhause entfernt. Ich hatte auch große Bedenken wieder mit meinen Eltern zusammen zu ziehen, als unser ältester unterwegs war. Aber wir wohnen hier so schön und fanden es auch gut, dass die Familie jetzt so nah ist. Jetzt weiß ich nicht ob ich mich überhaupt jemals wirklich abgenabelt habe. Ich kämpfe ständig mit dem Gefühl dankbar sein zu müssen und will eigentlich immer unabhängig gegenüber meinen Eltern sein. Ich habe hier viel von anderen gelesen, so schlimm ist es bei uns zum Glück noch nicht. Aber ich habe Angst davor, dass es dazu noch kommt. Und ich bin jetzt immer schon auf 180 wenn ich nur das Weinglas sehe, geschweige denn ich sehe noch die kleinen Ausnahmen die sie sich zwischendurch noch genehmigt. Ich fühl mich in der Zwickmühle wenn ich es für mich behalten soll. Noch habe ich mit meinem Vater nicht gesprochen, weil wir letztens auch eine sehr unschöne Begegnung hatten. Seit dem lasse ich beide so gut es geht links neben mir. Aber innerlich koche ich und selbst im Urlaub , der mir wirklich gut tut, schweifen meine Gedanken in ruhigen Momenten immer wieder zu ihnen. Es ist verhext.

    Rückblickend hat meine Mama eigentlich auch schon immer getrunken. Sie kam meist spät von der Arbeit und wenn sie nach Hause gekommen ist, musste sie immer erst ein Bier trinken und eine Zigarette rauchen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie dann noch mal was anderes als Bier getrunken hat für den des Tages. Am Wochenende hat sie immer sehr lange geschlafen , nach Gesprächen mit Freunden waren sie oft unterwegs und da hat sie auch immer zu viel getrunken. Ich hab das aber immer nur im Urlaub oder auf Familienfeiern mitbekommen. Gab es eine bestimmte Situation, bei der du gesagt hast: Jetzt ist Schluss ich breche den Kontakt ab? Ich habe für mich schon lange das Gefühl, dass es reicht aber ich finde den Absprung nicht…

    LG

    Hallo Wunder_87,

    schön dass du da bist. Ich versuche auch den Kontakt zu meiner Mutter zu minimieren. Wir wohnen unter einem Dach. Bei ihr ist es aber noch nicht so krass wie bei dir. Meine Mama ist im Ruhestand, kann seit einer Krebs OP einfach gar nichts mehr, sie hat sich total aufgegeben, obwohl sie organisch gesund ist. Sie trinkt den lieben langen Tag aber bis auf einen heftigen Treppensturz ist zum Glück nichts geschehen…

    Es ist lieb von dir hier deine Geschichte zu erzählen. Ich hoffe sehr, dass dein Papa sein Problem noch einsieht. Meine Mama weiß dass sie zu viel trinkt, aber sie ist nicht bereit grundsätzlich auf den Alkohol zu verzichten. Es zerreißt einen auch wenn man weiß, dass sie für sich selbst verantwortlich sind. Wenn du eine Strategie kennst, wie man das ertragen kann, teil sie bitte mit uns…

    LG Sporty

    Vielen lieben Dank Hartmut.

    Linde66 Wie hast du die räumliche Distanz bewältigt, hast du auch Kinder? Hast du ihnen auch den Umgang untersagt? Wir lassen die Kinder nicht mehr bei Ihnen, wenn wir nicht selber auch zuhause sind. Meine Mama trinkt schon vor dem Mittag. Sie wird nicht aggressiv oder Ähnliches sie schläft oft oder sucht auch oft die Nähe meistens verbringt sie die Zeit mit ihren Handy. Sie hatte vor einigen Jahren Krebs und seit dem kann sie einfach gar nichts mehr. Ich kann es nicht leiden wenn sie ab dem Nachmittag zu uns kommt, denn dann spricht sie immer komisch. Ich hab sie nun oft beim heimlichen trinken ertappt und Verstecke gefunden, obwohl uns allen immer Ehrlichkeit wichtig war, lügt sie mir ins Gesicht. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie ich mich fühle…

    Liebe Linde,


    vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich trage schon länger den Gedanken eines Auszugs mit mir, wenn das nur mich betreffen würde…Bis auf den Alkoholkonsum meiner Eltern, der nur mich völlig zerreißt, leben wir alle in einem Paradies. Ich weiß nicht wie ich das vor allen rechtfertigen kann. Mein Mann ist der Meinung, dass ich mich da zu sehr reinsteigere und würde mir zuliebe ausziehen aber grundsätzlich möchte er lieber bleiben. Ich kann doch nicht alle ins Unglück stürzen, weil es mir schlecht geht. Ich befürchte dann geht es mir auch nicht besser. Ich habe mich an eine Selbsthilfegruppe gewendet, die sich alle 2 Wochen trifft. Glaubst du es gibt auch Wege ohne eine räumliche Trennung? Ich versuche schon wieder mehr mit Freunden unterwegs zu sein und nicht mehr rüber zu ihnen zu gehen. Aber meine Mama ist irgendwie in meinem Kopf verwachsen…

    LG

    Sporty

    Ich bin 37, verheiratet und habe 3 Söhne. Wir wohnen mit meinen Eltern in einem Mehrgenerationshaus, seit unser erster Sohn (12) auf die Welt gekommen ist. Die Eltern meines Mannes sind früh verstorben und es gibt keine weiteren Verwandten seinerseits mehr. Ich bin ein Einzelkind und meinen Eltern gehört das kleine Paradies in dem wir wohnen. Meine Eltern sind Alkoholkrank mit unterschiedlichen Trinkmustern. Vor der Pandemie ging es mir deshalb richtig schlecht, habe mir Hilfe gesucht und meine Eltern mit dem Problem konfrontiert. Es kam zu einem sehr großen Krach und ich habe mich soweit möglich von ihnen distanziert. Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass es nicht ausgereicht hat. Ich viel zu lange zugesehen habe ohne was zu sagen. In mir hat sich so viel aufgestaut und ich finde keinen Weg es los zu werden. Ich hoffe hier eine Möglichkeit zu finden damit klar zu kommen und damit zu leben und mit mir wieder ins Reine zu kommen.

    Viele liebe Grüße an euch alle hier.

    Toll das es euch gibt. :)