Beiträge von achelias

    Erst kommt der Alk. Dann, selbst, wenn man es möchte, ganz lang gar nix.

    Genau so ist es!

    Da frage ich mich immer, wie soll man da zur Einsicht kommen oder gar handeln? Das setzt doch einen halbwegs klaren Kopf voraus oder unsäglichen Schmerz, um etwas ändern zu wollen – überhaupt.

    Und kommt man dann zu dieser Erkenntnis und will etwas ändern, bedarf es eines starken Willens und Durchhaltevermögen, besonders am Anfang.

    Diese Ausssage steht im Widerspruch zur hier allgemein propagierten These: Es ist eine Krankheit, das hat nichs mit Willensstärke zu tun.

    Ich hatte so einen klaren Moment und ich wollte.

    Und will sogar immer noch und das seit 1 ½ Jahren.

    also war der Partner eben nur nervig in dieser Zeit. Hattest du dir da gewünscht sie/er würde einfach nur gehen? Oder was dachtest du

    Ich ging.

    Ich dachte überhaupt nicht, das weiss ich heute, ich war in einer Parallelwelt, ich kam mit mir selbst nicht mehr klar und fand mein Heil im Alkohol.

    Leider (?) sprach mich auch niemand darauf an.

    Aber wie bereits erwähnt, du kannst bestimmte Situationen nicht vergleichen.

    Ich kann dir nur raten, sprich deinen Partner 2...3 Mal darauf an und wenn sich nichts ändert, ziehe Konsequenzen.

    Oder wabere weiter in der Hoffnung, durchzogen von Zweifel und Schmerz.

    Ich wage zu bezweifeln, ob man da eine Antwort geben kann, die übertragbar oder vergleichbar ist.

    Wie war die Partnerschaft vorher, bevor man zu viel soff, eher freundschaftlich oder schon angespannt, gar schon kriegerisch? Gab es noch ein Miteinander oder nur noch ein Nebeneinander?

    Mit der Zeit, wenn der erste „Liebeswahn“ sich legte, die Euphorie abkühlte, geht man doch öfter in die gemächliche Normalität über, das Neue ist verflogen, hat seinen Reiz verloren, im besten Fall arrangiert man sich und eine Freundschaft entsteht, es kommen mehr oder weniger nervende Kinder etc.pp. .

    Im Laufe der Zeit entwickelt sich jeder individuell, der Alkohol verstärkt diese Individualität, Eigenschaften. Ein eher in sich gekehrter Mensch, wird sich noch mehr zurückziehen, ein Choleriker wird noch mehr ausrasten (so war es bei meinem Vater) oder oder oder.

    Zwischendurch, in nüchternen Phasen, blitzt hin und wieder die Vernunft auf und wird mit jedem Schluck auf`s neue unterdrückt, bis sie am Ende gänzlich verschüttet geht.

    Der Alkohol bestimmt das Handeln, mit ihm werden Probleme „gelöst“, Gefühle unterdrückt und/oder verstärkt. Vernunft, Realitätsbewußtsein geht dabei völlig verloren.

    So war`s bei mir. Ich zog mich zurück, um in Ruhe trinken zu können. Mir war alles egal, Hauptsache ich hatte meine Ruhe. Alles was mich nervte (auch Partner) vermied ich.

    So unterschiedlich die Günde für`s Trinken, so unterschiedlich die Charktere sind, die Wirkung bleibt immer gleich, zumindest sehr ähnlich. Das erlebt jeder Anghörige, der Partner verändert sich auf wundersame Weise und mutiert zu einer völlig anderen Person, der Alkohol ist praktisch der Kataysator oder der Verstärker. Alles gerät ausser Kontrolle.

    Lässt man den Alk. weg, normalisieren sich viele wieder, der Mensch bleibt, mit all seinen Zweifeln, Nöten, Unzulänglichkeiten.

    ... Wie kann ein Mensch so ausrasten, wenn man ihn auf den Alkoholkonsum anspricht? Ist das normal? Bin ich zu nervig? Habe ich irgendetwas falsch interpretiert? Ich fühl mich einfach nur leer.

    Ja, das ist ganz normal, daß ein Alkoholiker so ausrastet.

    Was soll man sonst tun, wenn man nicht in der Lage ist vernünftig darüber zu reden.

    Weil du ihn auf seine Trinkerei angesprochen hast, trinkt er jetzt.

    Diese Logik kann keiner verstehen, wenn man nicht argumentieren kann, wird geschrieen und geflüchtet, ähnlich einem trotzigen Kind.

    Die Eskalation hat begonnen, die kann man nun weiter schüren, sich geschlagen geben oder das Feld räumen. Eine Einigung wäre optimal, doch dazu bedarf es Gesprächsbereitschaft.

    Natürlich muss man sich (irgendwann) die Grundsatzfrage stellen, macht man das Theater noch weiter mit und wenn ja, wie lange?

    Wenn keiner etwas ändert, wird es nicht so bleiben, es wird immer schlimmer werden, der Alk.-Konsum wird steigen, die Konfikte nehmen zu.

    Wie oft willst du noch ergebnislos darüber reden … wollen?


    Mit freundlichen Grüßen, ein Ex-Säufer

    Hallo annelui,

    was dein Ex da betreibt ist reine Polemik, die Fassade aufrecht erhalten, von sich ablenken. Er hat alles im Griff, ist niemals der Versager, alle Anderen haben Schuld, ihm geht es gut … u.s.w.

    Sicher hat er auch kein wirkliches Alkoholproblem. Ähnliches kenne ich auch von meinem Vater (Alkoholiker), damals ebenfalls Mitte 40, 20 Jahre jüngere Freundin, alles war super und er der Größte, alle die nicht seiner Meinung waren, waren Dummköpfe.

    Der Alkoholiker ist oft ein guter Blender und versucht alles ins rechte Licht zu rücken, in sein Licht.

    Als ich noch trank, hatte ich auch immer Recht und machte mir die Welt, wie sie mir gefällt, egal was die Anderen sagten.

    Heute kann ich sagen, ich hatte einen totalen Realitätsverlust, eine Art „Selbstschutz“, um mir nicht mein Versagen eingestehen zu müssen. Ich machte nur Fehler, stieß einigen Menschen ordentlich vor den Kopf, kurzum, ich war ein toltaler Idiot!

    Vertraue niemals einem Säufer (sagt der Ex-Säufer – ich), er wird immer versuchen andere zu manipulieren, um sich keine Blöße zu geben.

    Wenn seine "neue Flamme" nicht mehr so neu ist, wird er sich auch bei ihr nicht mehr so viel Mühe geben ...

    Traue deinem Gefühl und vor allem deinen Verstand.

    Ich habe große Achtung, daß du es konsequent durchgezogen hast. Bleib` dabei.

    Hallo SoberMom,


    einen Tip habe ich nicht, aber einen Gedankengang:


    Eigentlich ist es ganz einfach: einfach nicht trinken, einfach aufhören mit dem, was man sich die letzten Jahre angewöhnte.

    Wenn der Körper entgiftet ist, so nach 10 … 20 Tagen, dürfte das doch gar nicht so schwer sein.

    Was passiert da im Kopf? Warum lässt einem der Gedanke an Alkohol nicht los? Warum ist der Wunsch, der Drang nach Alk. so groß. Warum glauben wir, wider besseren Wissens, es muß Alkohol sein, der hilft uns (warum eigentlich hilft Alk., was ändert sich?)?

    … wir werden ruhiger, entspannter … ist das wirklich so oder reden wir uns das ein?

    Ich kann mir künstlich Stress machen, ich kann mich in eine fiktive Situation hineinsteigern, so sehr, daß die Herzfrequenz steigt, ich immer unruhiger werde, ja fast schon panisch werde. Wir kennen das alles aus Kindertagen oder von anderen/ unseren Kindern, die in einer scheinbaren Notsituation sind … sie haben Angst, sind hilflos und steigern sich immer mehr hinein.

    Wir Erwachsenen beruhigen, lenken die Kinder ab, versuchen sie zu überzeugen, daß es ja soooo schlimm nicht ist, … tief durchatmen, etwas trinken, sich bewegen (Sauerstoffzirkulation), Ortswechsel, Blödsinn machen = lachen. Schaffen kleine Erfolgserlebnisse.

    Ja, wir Erwachsenen können es (na ja … nicht alle).

    Sind wir selbst in einer „Notsituation“ , wir dürfen keinen Alkohol trinken (sehr grosse Not – vorsicht: Ironie!), versagen wir, wir steigern uns hinein, machen uns Stress, Suchtdruck, fühlen uns ausgeschlossen, obwohl wir dabei bleiben dürfen,

    Was läuft da verkehrt in unserem Kopf? Was uns bei Kindern (den kleinen, liebenswerten Idioten*) gelingt, daran scheitern wir selbst, und steigern uns hinein, fühlen uns ausgeschlossen u. ä..


    * für alle Empörer: ich hätte auch ein anderes Wort nehmen können, tat ich aber nicht :lol:

    ... Ihr habt alle vollkommen recht und in der Theorie, weiß ich das ja auch. Es ist einfach die Macht der Gewohnheit. Und tatsächlich hat ist es ja auch schwierig sich mit den "Nichttrinkenden" zu identifizieren. War es doch so lange identitätsbildend, die zu sein, mit der man immer einen trinken kann. ...

    Die Macht der Gewohnheit, gegen diese kämpfte ich auch in der ersten Zeit, ich war es gewohnt, jeden Abend etwas zu trinken … das dauert, sich wieder etwas abzugewöhnen, etwas, was man jahrelang tat, das benötigt Zeit.

    Was mir Anfangs sehr schwer fiel, wurde zunehmend immer leichter, aus anfänglichen Verzicht („Leiden“) wurde ganz langsam Normalität … Gewöhnung … das braucht Zeit und Vertrauen, daß es funktioniert, ich erinnerte mich an die Zeit als ich noch nicht täglich trank, nicht so viel trank … da ging es doch auch – was war jetzt anders? = Nichts, ich war nur anders geworden.

    Gibt dir Zeit und wenn „diese Gedanken“ aufkommen, lenke dich ab, beschäftige dich, das funktioniert, glaube an dich.

    Ich habe mir auch immer wieder klar gemacht, daß mich mit niemanden „identifizieren“ muß, daß ich ich bin und eben nicht ein Außenseiter, nur weil ich keinen Alk. trinke. Diesen Blödsinn kann man sich einreden, warum aber?

    Daß ich auch O-Saft zur Pizza beim Italiener trinken kann, so wie es tausende Andere auch tun, die auch nicht komisch angesehen werden.

    Verstehe. Ich muss einfach am Ball bleiben und nicht in die alten Muster verfallen.

    Das schlimmste ist der soziale Druck. Ich meide schon Geburtstage - ...

    Den „sozialen“ Druck machst du dir! Du musst keinen Alk. trinken.

    Nun bist du Alkoholiker und kannst nicht (schwer) nein sagen, also bleibt dir nur dich fernzuhalten von diesen Aktivitäten, auch wenn das weh tut, da muss man durch, am Anfang.

    Mit der Zeit wird es besser, man gewöhnt sich daran und empfindet es nicht mehr als `ausgeschossen zu sein`, als Verzicht.

    Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein darf schon erlaubt sein.

    Du machst es für Dich und darauf kannst du stolz sein.

    Hallo NurBier,

    ich würde mich an deiner Stelle, schon mal ganz langsam auf den Rückzug, eine Trennung vorbereiten.

    Alles was du so beschreibst, ist wohl kaum noch tolerierbar, bei aller Liebe und aller Hoffnung. Ähnliches kenne ich auch von mir, als ich sehr viel trank: eine völlige Verschiebung der Realität, ein Leben in seiner eigenen Wirklichkeit, die absolut nichts mit dem wirklichen Leben zu tun hat.

    Schwer vorstellbar für Aussenstehende und trotzdem wahr, ich habe es selbst erlebt.

    Alle Beteuerungen sind der Situation geschuldet und werden jeweilig angepasst, kurzzeitig kann man sich zusammenreissen, den Schein wahren, dabei spielt es keine Rolle, ob man nur Bier trank, gerade total besoffen, nur leicht angetrunken oder gerade nüchtern ist.

    Man ist kompromissbereit, wenn es den eigenen Inreressen dient. Du hast es ja die letzten Jahre erlebt, es geht eine zeitlang gut, doch mehr auch nicht. Eine ständige Wiederholung mit immer kürzerwerdenden Abschnitten.

    Wenn du nicht aufpasst wirst du zur perfekten Co-Abhängigen, machst alles (vieles), um den Frieden zu wahren oder fängst womöglich noch selbst an NUR Bier zu trinken, um die ganze Situation zu ertragen.

    Ich will dir überhaupt keine Hoffnungen machen, im Gegenteil. Schaut man sich die Statistiken an oder sieht sich hier aufmerksam in Forum um, ist es nur ein Bruchteil der jemals vom Alkohol loskommt, die Ausnahme bestätigt eben die Regel!

    Dein Mann kann noch dutzende Schnellentzüge machen und du kannst glauben, daß sich etwas ändert.

    Wie lange willst du das noch mitmachen … 10 Jahre ...?

    Aber die Situation hat mich schon nachhaltig verunsichert und ich fühle mich, wegen ca. 100 ml süßen Sektes, als wäre ich von der Spielfläche entfernt worden.

    Das dachte ich auch mal, bis mir auffiel, daß ich mich gedanklich entfernte, den anderen war es völlig egal.

    Wenn ich als Autofahrer oder weil`s mir einfach nicht gut ging, höflich ablehnte, hatte ich nie dieses Gefühl der Ausgrenzung. Komisch was wir uns alles einreden...

    Glückwunsch zum ersten ¼ Jahr!!!

    Der Vorschlag meiner beiden Vorschreiberinnen ist gar nicht mal so doof.

    Warum vollziehst du deine Trennung nicht einmal theoretisch, fiktiv und völlig emotionsfrei, völlig unverbindlich.

    Was passiert wenn … wie sieht die finanzelle Lage aus, wer bekommt was, Unterhalt, rechtliche Lage … Trennungsjahr etc.pp. ?

    Was würdest diu verlieren, welche Schwierigkeiten … ?

    Was würde auf dich zukommen? Informiere dich.

    Stelle es dir vor, angstfrei. Setzte dich nicht unter Druck.

    Hallo SIE38,

    alles deht sich um den Alkoholiker, man macht sich Sorgen, was passiert, wenn ich ihn „fallen lasse“, daß er sich etwas antut etc.pp. , parallel haben alle (auch die Kinder) die Schauze voll und würden ihn am liebsten auf den Mond schießen. Aber …

    Wenn man sich trennt wird es finanzell sicher nicht einfacher, muss man deshalb sein Leben an das Leben eines Alkoholikers anpassen und all das ertragen, was man schon so lange ertrug?

    Wie weit muss ein Alkoholiker gehen, damit man etwas tut, damit es unerträglich wird?

    Hier wird oft gefragt: vielleicht in ich ja daran Schuld. Die Antwort lautet: JA, daß man es überhaupt hat soweit kommen lassen, daran ist man Schuld, daß man nicht klare Grenzen gezogen hat, vehement gegen Partnerschaftsverstöße vorgegangen ist, sich nicht ggf. getrennt hat.

    Daß der Alk. trinkt, dafür tägt er selbt die Verantwortung – das ist wohl jedem klar. Doch je länger ich es dulde, desto schlimmer wird es.

    Wenn ich mit meinem Partner nicht zurecht komme, muß sich mein Partner ändern oder ich ändere mich, damit ich damit klar komme.

    Andererseits warum ist man überhaupt mit jemanden zusammen mit dem man nicht klarkommt, weil es früher so schön war???

    Es ist alles sehr verzwickt, es hat sich eingeschlichen, mir war das alles nicht sooo bewußt …

    Bitte?

    Wie lange will man sich noch etwas vormachen, verharmlosen, sich belügen?

    Wer nichts dagegen tut, ist damit einverstanden!

    Auch wenn man jetzt noch ewig lang diskutiert, es bleibt wie es ist. Die Realiät ist da, ohne wenn und aber.

    Da helfen auch keine guten Wünsche oder verständnisvolle Beileidsbekundungen.

    Man muss etwas tun.


    Auch ich trennte mich vor einiger Zeit von meinem Partner, nicht weil es früher so schön war, sondern weil es in der Gegenwart immer unerträglicher wurde

    ...

    Versteht er nicht was er uns an tut. Das wir uns Sorgen. ...

    Er versteht es nicht. Entweder ist dein Mann durch den Alkohol (dauer-) verzaubert oder einfach nur dumm.

    Ich, trockener Alkoholiker, änderte erst etwas, als bei mir gar nichts mehr lief, ich die Nase total voll hatte – von mir. Ich war dumm und auch sehr oft dauerverzaubert!

    So lange alles funktionierte, lebte ich in meiner eigenen Welt. Warum hätte ich etwas ändern sollen? Ich hatte keine ernsthaften Probleme. Das Leben plätscherte so dahin, auch mit dem Alk. .

    Ich finde die Vorstellung ziemlich erschreckend, wie lange das bei vielen braucht und ...

    So lange wie es gut geht, macht man eben weiter … mal hin und wieder besoffen, ist doch o.k. ,

    nur gewöhnt man sich leider dran, mit der Zeit. Auch an`s Hin und Wieder.

    Das sich eingestehen, ist wohl der schlimmste Teil (der Erkenntnis), daß man versagt hat.

    Man selbst hofft immer, redet sich selbst ein, soooo schlimm ist es ja (noch) nicht.

    Die Hoffnung stirbt zu letzt – da stimmt dieser Satz, ein Mal.

    Erst wenn „diese Hoffnung“ tot ist, hat man`s kapiert – so war`s bei mir.

    Schön wäre es, wenn viele Co.`s das auch begreifen würden.

    Worum es mir am meisten leid tut, ist die ganze Zeit die ich dem Nonsens gewidmet habe, weil die kriegt man wirklich nie mehr zurück.

    Sei froh, daß du noch relativ früh wach geworden bist, die nächsten 25 Jahre kannst du noch viel unternehmen, alkoholfrei … so als kleines Ziel.

    Wenn man erst mit 60 wach wird, sieht`s schon ein bissel schlechter aus.

    Kopf hoch & mach` dir schon Mal Gedanken über eine alkoholfreie Bowle zu deinem Vierzigsten. :lol: