Beiträge von achelias

    Dennoch interessieren mich eure Erfahrungen diesbezüglich.

    Wenn du hier liest, wirst du jede Menge Erfahrungsberichte und Meinungen lesen. Die Erfahrungen werden sich leider nicht ändern, egal wie oft du nachfragst.

    Du hast vollkommen recht, entweder verändert dein Alkoholiker etwas oder du.

    Hallo Upsidedown,

    wer, wann, was, wie viel trinkt ist natürlich situationsabhängig und hängt vom „Trainingszustand“ ab.

    Wie viel verträgt der Alkoholiker, was ist er gewohnt? Bemerken es Außenstehende überhaupt noch und ab wann?

    Dem geübten Spiegeltrinker sieht man es eher selten an, der funktioniert noch sehr gut mit 1 bis 2 Promille im normalen Alltag, fast alle trinken unbemerkt, heimlich … erst nach der Arbeit gönnt man sich offen „sein Feierabendbier“.

    Es ist also müßig herausbekommen zu wollen, wer, was trinkt. Das kann dir nur der Betroffene selbst beantworten.

    Viele Angehörige wollen es kontrollieren, besser: herausbekommen wo ihr Alkoholiker steht, um sich dann ein Bild machen zu können.

    Sie hoffen, wollen es sich schön reden … „na so schlimm ist es ja (noch) nicht“.

    Jeder normale (wissende) Mensch wird sich gern einmal zu dem Experiment hinreißen lassen, für ein paar Tage nichts zu trinken oder gar Monate. Schließlich braucht man ja das Zeug nicht.

    Auf Schokolade, wenn ich sie gern esse, kann ich ja auch verzichten. ... wenn man nicht mehr auf einen Stoff verzichten will, wird`s schon arg bedenklich! Kann man es nicht mehr, sind alle Anzeichen einer Sucht gegeben.

    Ich mache es ähnlich, wie @Alex, ich verbiete mir nichts und setze mich nicht unter Druck.

    Auch ich sehe trinkende Menschen und kein Wehmut kommt bei mir auf, weil ich weiß ... soooo toll schmeckt der Alkohol nun auch wieder nicht. Ich werde kein anderer, wenn ich keinen Alkohol trinke, wenn ich aber wieder beginne zu trinken, werde ich sehr anders.

    Neulich blätterte ich mal wieder bei you tube und fand etwas sehr informatives: wie gut kann sich der Körper vom Alkohol erholen? Quarks

    Es gibt für mich immer wieder etwas Neues.

    Hallo Lanananana,

    Wesensveränderung? Ja und nein, Alkohol enthemmt unheimlich, man sagt Dinge, die man nüchtern nie sagen würde, auch wenn man sie denkt oder fühlt. Man wird unberechenbar und ist nur auf sein eigenes „Wohl“ bedacht. Man will „es“ einfach, je betrunkener, desto skrupelloser, wie ein uneinsichtiges, zorniges Kind.

    Alkoholiker sehen nur sich, ihre Meinung, klappt es mit bitten, flehen nicht, wird gedroht, abhängig vom Alkoholisierungsgrad – je besoffener, desto intoleranter. Ein bisschen nüchterner, wird dann wieder gejammert.

    Je länger du auf „dieses Spiel“ eingehst, desto länger wird dieses Drama anhalten. Du tust gut daran, nicht zu reagieren, … wenn es nur noch um „unwichtigen Kram“ geht.

    Bei dir ist es nur Liebeskummer, oder besser, Trauer, um eine vergangene Beziehung, um eine Erinnerung, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat.

    Sei froh, daß du eine eigene Wohnung hast.

    Bitte, sprich mit anderen, du wirst feststellen, du bist nicht allein, viele (wenn nicht alle) werden dir Recht geben.

    Hallo zusammen,

    heut mal etwas provokativer gefragt.

    ...

    Mal überspitzt gesagt „wenn der Tiefpunkt weg ist kann ich ja wieder saufen. Ich habe ja wieder Luft nach unten.

    ...

    Für mich war es auch wichtig das ich meinen Tiefpunkt oder die Erkenntnis aufhören zu müssen (nicht zugetragen bekommen hab) ...

    Tiefpunkt = der Punkt ohne Wiederkehr (Point of no Return) ?

    Tiefpunkt … ist es nun die Erkenntnis aufzuhören (müssen) oder der Punkt, wo sich gar nichts mehr bewegt?

    ...das ist eine interessante Frage. Vielleicht ist der persönliche Tiefpunkt der lichte Moment in dem man wirklich erkennt: Ich kann nicht mehr!

    Vielleicht. Mir geht es ähnlich, ich weiß nicht was gemeint ist!

    Tiefpunkt – der Punkt, wo sich gar nichts mehr bewegt/ man am Boden ist oder der Punkt, an dem man etwas ändert/ es sich wieder etwas bewegt?

    Erst als ich nüchtern (abstinent) wurde, erkannte ich den tiefsten Punkt in meinem Leben, nämlich den, als mich der Alkohol fest im Griff hatte und ich Dinge tat, die ich mit klarem Kopf nie getan hätte.

    Hallo Susi,

    mit meiner Mama konnte ich nie über die unangenehmen Dinge in unserem Leben sprechen. Sofort baute sie eine Abwehrhaltung auf und machte dicht. Bohrte ich weiter, wurde es nicht gerade freundlich.

    Ich hatte die Wahl zwischen es zu akzeptieren, es mit mir selbst auszumachen oder es völlig eskalieren zu lassen.

    Nun kann man ewig lange hadern, sich etwas wünschen oder verzweifelt sein, wenn der andere nicht will, hat man keine Chance. Es müssen beide wollen.

    Ich entschied mich für den Frieden mit Kompromissen.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß deine Mutter alles verdrängt, sich selbst schützen will. Das sie alles Unangenehme von sich fernhalten möchte, sich auch schämt.

    Gib ihr Zeit und nehme dich zurück, du kannst nichts erzwingen.

    Zitat

    Ich frage mich oft, sind all diese Charakterzüge wirklich nur durch den Alkohol abhanden gekommen, bzw, nicht da? Sprich, wenn der Alkoholiker trocken ist, wird er dann zum ehrlichen, einfühlsamen Menschen der verantwortungsbewusst für sich und andere lebt?

    Das finde ich ein interessantes Thema!

    Ich bemerkte bei mir:

    1. durch Alkohol kamen mir einige Wesenszüge abhanden, wie Aufmerksamkeit und Toleranz, incl. Zuhören können, teilweise Ehrlichkeit (in Bezug auf Alkohol), Beherrschung ...

    2. ich wurde nicht zum Ideal (ehrlichen, einfühlsamen Menschen der verantwortungsbewusst für sich und andere lebt), ich blieb die gleiche "Pappnase" , bevor ich dem Suff verfiel.

    O.g. konnte sich wieder völlig entfalten.

    Das verstehe sogar ich. Also gehöre ich zu den Glücklichen, die dieses Verlangen nicht (mehr) kennen.

    Am Anfang meiner Abstinenz, mußte ich mich arg zusammenreißen, keinen Alkohol zu kaufen, doch das war`s. So nach und nach gewöhnte ich mich daran, mittlerweile ist es Normalität geworden "alkoholfrei" zu sein.

    Auch wenn ich höre/ lese es ist "die Sucht" , weiß ich nicht so recht, was damit gemeint ist.

    Klar, wenn ich sowieso schon angetrunken war, wollte ich auch gar nicht aufhören ... mir ging`s ja "gut".

    Dann, nüchtern, entschied ich mich mit dem Trinken aufzuhören. Mein "Knackpunkt" war, ich wollte nicht mehr trinken, ich hatte die Nase voll (von mir).

    Ist es "die Sucht" , die einen immer weiter trinken lässt, unabhängig vom freien Willen? Oder befreit uns (unser) der Wille von der Sucht?

    - vorausgesetzt man ist entgiftet.

    Wo ist der Fehler in meiner Logik?

    ? Suchtgeschichte ?

    Mich hat niemand gezwungen. Ich habe wissentlich und willentlich getrunken. Mir war die Wirkung und die möglichen Folgen bewußt.

    Ja, ich war schwach und wählte den einfachsten Weg. Alles war ja so schön bunt und problemfrei.

    Irgendwann wurde es zur Sucht – ich bereitete es vor, keine anderen Menschen, keine äußeren Umstände.

    Jetzt geht ja bald die Biergartensaison los. Ich werde nicht hingehen ....

    Sehr gute Idee!

    Gerade am Anfang ist die Versuchung sehr groß, alle in der Gruppe trinken, man selbst ist praktisch umzingelt und braucht nur zu sagen: "Ein Bier bitte" und schon sind alle guten Vorsätze hinüber und die Sauferei geht von vorn los.

    Ich hielt mich in den ersten Wochen gänzlich von Alkohol fern.

    Sehr gut wußte ich, ich gehöre eben nicht zu den "starken Männern" !!!

    Hallo MadMax,

    wenn sich so bei dir lese, erhebt sich der Eindruck, auf der einen Seite stört dich die Sauferei, auf der anderen schmeißt du gern den Haushalt und bist für sie da. Zudem lese ich … vielleicht, wahrscheinlich … und schiebst alles vor dir her.

    Versuche doch ein Mal herauszubekommen, was du überhaupt willst.

    So weiter machen oder nicht? Für letzteres stehen zwei Optionen zur Verfügung, Alkoholverzicht oder Trennung.

    Hallo Politurat,

    du fühlst dich beobachtet, „kontrolliert“, willst es ihr recht machen, nichts verkehrt machen, bist unsicher, fürchtest Argwohn, ggf. unausgesprochene Unterstellungen?

    Wie würdest du es beschreiben?

    Du weißt nur wie eure Beziehung war, als du noch getrunken hast – jetzt bist du anders.

    Versuche einmal herauszubekommen, was dich konkret stört, verunsichert.

    "Vorauseilenden Gehorsam." was verstehst du darunter?

    ... Er präpariert sein Auto, damit er genügend Bier rein stellen kann ....

    Kennt noch jemand solch Geschichten?

    Ja! Solche Begebenheiten kennt hier jeder, jeder Co. von seinem Alki und jeder Ex-Alki von sich selbst.

    Es wird alles unternommen, um den Konsum zu gewährleisten, das ist mittlerweile Hauptantriebskraft im Leben.

    Und das Schlimme ist, du kannst nichts dagegen tun, wenn er nicht will.

    Ja, es ist wie im Krieg und es wird weiter eskalieren, du wirst immer unzufriedener, er säuft immer mehr.

    Nun kannst du hoffen oder beten oder wohlüberlegt den Rückzug planen.

    MfG ein Ex-Alki