Mit Hoffnung eiert man rum. Hoffnung ist ein Luxus, den man sich weder als Alkoholiker noch als Angehöriger bei dieser Krankheit leisten kann.
Hallo Alba,
ich
glaube nicht, daß man dazu emotional in der Lage ist. Wie du
schreibst, selbstschützend zieht man seine Mauer hoch und ist
dahinter allein – gänzlich. Man kann sich gar nicht genug
ablenken. Wie
ein Gas überwindet die Trauer/ dieses Gefühl diese Mauer und man
kann ja nicht ewig die Luft anhalten.
Als
Kind schon, trainiert man sich dieses Verhalten an, um den Schmerz zumindest ein wenig zu lindern. Auch sucht das Kind (vermehrt) nach
Aufmerksamkeit, Zuneigung, so wie es alle Kinder benötigen. Diese
Erwartungen werden selten befriedigt, die Mauer wird dicker und
höher. Als Erwachsene versuchen wir dieses Verhalten zu
perfektionieren.
Vielleicht
geraten deshalb so viele, nun erwachsene Kinder wieder an einen
Alkoholiker. Der anfangs nach außen hin stark und selbstsicher
erscheint, so lange er seine Sucht verbergen kann. Die
selbst errichtete Mauer verhindert
dazu eine klare Wahrnehmung, gepaart mit dem Wunsch glücklich zu
sein. Da
steckt mit Sicherheit jede Menge EKA drin. … eben noch
Schutzbedürftiger, nun endlich erwachsen und man hat schon wieder
einen trinkenden Mitmenschen oder nur problematischen an der Backe.
Schön
wärs, wenn man die Liebe einfach über den Gartenzaun werfen würde
und gehen könnte. Doch „zum großen Schreck“ hat man jetzt auch
noch eigene Kinder. Als Kind mühevoll die Schutzmauer errichtet,
dann in der großen Liebesphase, wieder teilweise abgebaut, dann
wieder auf, zusätzlich noch eine für die Kinder.
Und als wäre das
nicht genug, hat man noch einen saufenden Elternteil. Na herzlichen
Glückwunsch …
Das
ist guter Rat teuer! Ehrlich gesagt, habe ich da auch keine Idee. Das
sagt sich immer so einfach „denke an dich, vor allem an die Kinder“
- trenne dich. Wohl der einzige Erfolg bringende Weg, wenn auch der
schwerste.
Will
man nicht ständig, wie eine überforderte Krankenschwester, sich um
alles kümmern müssen, bleibt nur, sich von einigen Patienten zu
trennen, sonst kollabiert man selbst. Und wird selbst zur hilflosen
Person.
Zurück zum Vater ... ja, er ruht seit ca. 8 Jahren, doch ich glaube, daß man solche Erlebnisse nie richtig verdrängen/verarbeiten kann. Man muß mit ihnen leben und versuchen das Beste daraus zu machen. Abstand gewinnen, sich auf sein Leben konzentrieren, den Kindern das beste Beispiel sein ... ihnen zeigen, daß sie was wert sind.
Daß sie nicht zu kleinen, unsicheren Personen (EKA) werden.
So doof wie`s klingt, egal in welchem Zustand deine Mutter ist - nur sie (!!!) hat es in der Hand. Du kannst nicht die Welt retten (siehe mein Vater).
Du kannst sooo viel machen, für die, die es brauchen, die eben nicht allein entscheiden können. Kinder.
Auch ich bin der Ansicht, das Hoffnung die Schwester der Verzweiflung ist.
Bis denn`e