Beiträge von achelias

    Hallo Tippi,

    der Traum war nur ein Traum. Auch ich träumte auch schon Erschreckendes, daß ich schweißgebadet, panikartig hochschreckte und sogar Angst hatte, wieder einzuschlafen, aus Furcht der Traum könne von Neuem beginnen.

    Im Unterbewußtsein werden schmerzhafte Erinnerungen/ Erlebnisse oft, auch noch Jahre später, „verarbeitet“ , auch positive.

    Beantworte einmal für dich, ob das Weintrinken angenehm war und dich diese Erkenntnis schreckte oder … ?

    Wie Dante schon schrieb, das kommt vor und vergeht, so nach und nach. Hab keine Angst davor, denn die Angst ist ein guter Nährboden für die Angst. Versuche sie zu ergründen, zu verstehen.

    Viele Grüße

    Ob entschuldbar oder nicht. Jedenfalls trinkt ein Alkoholiker nicht vorsätzlich. Er muss trinken.

    Muß er?

    Ich muß gestehen, ich hatte nie das Gefühl Alkohol trinken zu müssen, ich tat es einfach völlig gedankenlos, es ebnete mir den Zugang in eine andere Welt, in die ich wollte.

    Zugegebenermaßen, verspürte ich oft ein großes Verlangen, Alkohol zu trinken, doch ignorierte ich es, war das Verlangen nach relativer Zeit wieder weg.

    Wohlwissend arrangierte ich mein Leben so, daß dem Alkoholkonsum nichts im Wege stand. Ich richtete es so ein.

    Zum Schluss meiner „Karriere“ richtete ich mir über ein Jahr ein, mit täglich mindestens einer halben Flasche Schnaps und/oder div. Litern Bier pro Tag.

    Vielleicht suggerierte ich es mir auch nur, daß mein Trinken eine reine Kopf-/ Willenssache sei. Oder die Anderen, das sie trinken müssen.

    Wie dem auch sei, ich kam vom Alkohol los, weil ich das wollte.

    Bin ich wirklich ein Sonderling?

    Hallo neni,

    gerade las ich mir deinen kompletten Beitrag durch.

    Du bist eindeutig auf Entzug (ganz ernst gemeint), ähnliche Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich beschloss mit dem Trinken aufzuhören. Es war ein ständiges HIN und HER.

    Ich wusste, ich muß mich trennen (vom Alk) sonst gehe ich kaputt, ähnlich geht es dir mit einem Alkoholiker.

    Viele Grüße

    Ich suche nach Auswegen Getrunken wird seit ich denken kann immer heimlich,ich glaube wir haben lange nebeneinander her gelebt.Reden über Probleme ist nicht es gibt nichts zu klären,er hat ne Firma gegründet die ich leite,alle Probleme sind meine,er hatte viele Süchte entwickelt ,er sagt selber das es grenzwertig war,übrig ist der alk geblieben,scheidung kein Thema,ich bin finanziell und emotional abhängig,ich muss wieder einen Weg ins Leben finden.Ich bin so eine die denkt alles schaffen zu können aber gegen den alk bin ich machtlos,Vater und Schwester auch getrunken.

    ... finanziell und emotional abhängig ...


    Lügen, also das ist wirklich ein Thema, was ich als bedeutungsvoll empfinde. Egal aus welcher Situation heraus, man sollte ehrlich sein!

    Es gibt ja den klassischen Selbstbetrug. Irgendwann glaubt man sogar die Lüge. Es ist nicht gut, grade in einer Beziehung sollte man ehrlich sein.

    Hallo Nala,

    Alex` Edelmut in allen Ehren, doch wenn Ehrlichkeit den eigenen Untergang beinhaltet, will das wohl überlegt sein.

    Wenn du dich mit einem "Doppelleben" arrangieren kannst - tu es. Du bist finanziell abhängig, willst du das nicht aufgeben, mußt du dich arrangieren.

    Du schreibst "jahrelang nebeneinander her gelebt" ... werden da nicht aus Gefühlen Gewohnheiten? Würdest du das als emotional abhängig bezeichnen? Natürlich wirft man nicht einfach 40 Jahre gemeinsames Leben weg. Doch Hoffnung auf Verbesserung hast du nicht.

    Ich bin ungefähr der gleiche Jahrgang wie du. Ich versuche bei Problemen immer die Situation von außen zu betrachten, quasi als Unbeteiligter, spiele dabei theoretisch diverse Möglichkeiten durch. Wäge das Für und Wider ab ... was könnte passieren, wenn ich das und das tue, ist es mir es wert.

    Vielleicht ist es gut, wenn du das auch einmal für dich in Erwägung ziehst, um Klarheit zu gewinnen.

    Du schreibst, vom Alkohol will und kann er nicht weg, trennen kommt für dich nicht in Frage.

    Was also für eine Möglichkeit/ Möglichkeiten (dazwischen) gäbe es?

    Bitte versuche einmal deine Gedanken in Worte zu kleiden.

    Viele Grüße

    Mit Hoffnung eiert man rum. Hoffnung ist ein Luxus, den man sich weder als Alkoholiker noch als Angehöriger bei dieser Krankheit leisten kann.

    Hallo Alba,

    ich glaube nicht, daß man dazu emotional in der Lage ist. Wie du schreibst, selbstschützend zieht man seine Mauer hoch und ist dahinter allein – gänzlich. Man kann sich gar nicht genug ablenken. Wie ein Gas überwindet die Trauer/ dieses Gefühl diese Mauer und man kann ja nicht ewig die Luft anhalten.

    Als Kind schon, trainiert man sich dieses Verhalten an, um den Schmerz zumindest ein wenig zu lindern. Auch sucht das Kind (vermehrt) nach Aufmerksamkeit, Zuneigung, so wie es alle Kinder benötigen. Diese Erwartungen werden selten befriedigt, die Mauer wird dicker und höher. Als Erwachsene versuchen wir dieses Verhalten zu perfektionieren.

    Vielleicht geraten deshalb so viele, nun erwachsene Kinder wieder an einen Alkoholiker. Der anfangs nach außen hin stark und selbstsicher erscheint, so lange er seine Sucht verbergen kann. Die selbst errichtete Mauer verhindert dazu eine klare Wahrnehmung, gepaart mit dem Wunsch glücklich zu sein. Da steckt mit Sicherheit jede Menge EKA drin. … eben noch Schutzbedürftiger, nun endlich erwachsen und man hat schon wieder einen trinkenden Mitmenschen oder nur problematischen an der Backe.

    Schön wärs, wenn man die Liebe einfach über den Gartenzaun werfen würde und gehen könnte. Doch „zum großen Schreck“ hat man jetzt auch noch eigene Kinder. Als Kind mühevoll die Schutzmauer errichtet, dann in der großen Liebesphase, wieder teilweise abgebaut, dann wieder auf, zusätzlich noch eine für die Kinder.

    Und als wäre das nicht genug, hat man noch einen saufenden Elternteil. Na herzlichen Glückwunsch …

    Das ist guter Rat teuer! Ehrlich gesagt, habe ich da auch keine Idee. Das sagt sich immer so einfach „denke an dich, vor allem an die Kinder“ - trenne dich. Wohl der einzige Erfolg bringende Weg, wenn auch der schwerste.

    Will man nicht ständig, wie eine überforderte Krankenschwester, sich um alles kümmern müssen, bleibt nur, sich von einigen Patienten zu trennen, sonst kollabiert man selbst. Und wird selbst zur hilflosen Person.

    Zurück zum Vater ... ja, er ruht seit ca. 8 Jahren, doch ich glaube, daß man solche Erlebnisse nie richtig verdrängen/verarbeiten kann. Man muß mit ihnen leben und versuchen das Beste daraus zu machen. Abstand gewinnen, sich auf sein Leben konzentrieren, den Kindern das beste Beispiel sein ... ihnen zeigen, daß sie was wert sind.

    Daß sie nicht zu kleinen, unsicheren Personen (EKA) werden.

    So doof wie`s klingt, egal in welchem Zustand deine Mutter ist - nur sie (!!!) hat es in der Hand. Du kannst nicht die Welt retten (siehe mein Vater).

    Du kannst sooo viel machen, für die, die es brauchen, die eben nicht allein entscheiden können. Kinder.

    Auch ich bin der Ansicht, das Hoffnung die Schwester der Verzweiflung ist.

    Bis denn`e

    Hallo SunnySue.

    Was ich mich frage/ nicht verstehe, du schreibst seit 3 Monaten trocken, zuvor: Seit wir zusammen sind hatte er auch einen Rückfall mit anschließender Entgiftung. Momentan ist er trocken und stabil.

    Nun Ein Rückfall!!! … er ist so enttäuscht von sich, so unsicher und sauer auf die Sucht und sich selbst.

    Was ist ein Rückfall? Eimaliges Trinken oder 1 x trinken und dann über Tage weiter machen?

    Bedeutet das, daß er seit seinem „Rückfall“ weiter trinkt?

    Grüße

    Was kann ich für MICH tun, damit ich MEINE Lebensfreude und Lebensenergie auflade........

    Alles andere lasse ich ganz bei meinem Mann.

    Das mag hart für dich geschrieben sein, aber ist letztendlich meine gewonnene Erkenntnis aus der Vergangenheit.

    Er hat jetzt die Möglichkeit, der letzten Chance von mir bekommen, seine Suchterkrankung ernsthaft zu bekämpfen.

    Was er daraus macht, liegt in seiner Hand!

    Hallo Christrose,

    das ist der einzige Weg. Es liegt in der Hand deines Mannes, nur in seiner.

    Wahrscheinlich ist doch so, wie unsere Eltern, Großeltern es immer prophezeiten, man muß alles selbst erleben, man muß selbst auf die Schnau... fallen, um wach zu werden, um daraus zu lernen. Oder selbst so alt, um „weise“ zu werden.

    Das die Phrase „die Hoffnung stirbt zuletzt“ zwar stimmt, doch niemand erwähnt, daß der Hoffende zuvor stirbt.


    Alles Augenmerk ist bei den meisten immer (!) auf den Alkoholiker gerichtet … der Arme, wie geht es ihm, wie kann ich helfen, liegt es vielleicht an mir oder ich kann doch nicht ….


    So ganz nebenbei, bemerkt kaum jemand, daß man sich selbst (so langsam) belügt, bereits die rosarote Brille auf hat. Alle Tips, Erfahrungen von anderen prallen förmlich an einem ab … man hofft.

    Wenn es nicht beim ersten Mal klappt, dann vielleicht (!) beim zweiten und so weiter.


    Ein Freund verglich es mal sehr krass: Wundbrand, wenn ein Bein befallen ist, kann man versuchen es zu retten, gelingt dieses nicht, hilft nur noch die Amputation oder der Patient verstirbt.

    Ich wünsche allen Hoffenden viel Glück.

    Hallo Christrose,

    Panikattacke, kann ich sehr gut verstehen – fällt doch „plötzlich“ sein Kartenhaus einfach so zusammen. Jahre der Ehe, Jahre des Hoffens … es hat sich in all den Jahren nichts geändert, im Gegenteil, es blieb so oder wurde gar noch schlimmer.

    Wie meine Vorredner schon schrieben, du kannst nur eines tun, schau auf Dich. Pflege Dich. Sprich mit anderen darüber.

    Bekomme Abstand von der ganzen besch... Situation.

    Wenn dein Mann es nicht schafft, kannst du weiter machen wie bisher oder in den sauren Apfel beißen und dich trennen.

    Natürlich erscheint es schwerer, wenn man mehr als die Hälfte vom Leben schon `rum hat, (ich bin ähnlich „alt“), es erscheint aber nur so.

    Lass dir Zeit, nutze die die Zeit, wo er in der Klinik ist – bekomme den Kopf frei, dann vergeht auch die „Panik“.

    Viele Grüße

    Hallo Alba,

    so ähnlich erging es mir mit meinem Vater, auch ich verabschiedete mich innerlich von ihm, zwar lebte er noch, sah aus wie er - doch das wars.

    Ich war nicht mehr in der Lage, dieses Elend (sein Elend) zu ertragen.

    Ich war es, der nach jeden Besuch bei ihm, völlig am Boden zerstört war, fertig mit der Welt, ich redete mir immer wieder ein, stark zu sein, das objektiv verarbeiten zu können. Über Jahre hinweg, probierte ich damit zu recht zu kommen – vergeblich.

    Irgendwann war ich an einem Punkt angekommen, ich begriff, daß ich mich trennen muß (besonders emotional). Es war alles andere als einfach, doch ich tat es, versuchte es und es dauerte sicherlich einige Jahre und wurde immer wieder neu befeuert, durch erneuten Kontakt – ein Telefonat genügte.

    Es war auch die typische Wechselwirkung zwischen Alkohol und Depression. Er soff weiter, täglich, bis zum Umfallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich besuchte ihn nie wieder, 13 Jahre später versagte dann sein Körper den Dienst.

    Vielleicht war auch das ein Grund, warum ich dann Jahre später ein Alkoholproblem bekam – mangelnde Bewältigung/ Verarbeitung von Problemen.

    Auch ich sagte mir „ ...kommt auch nicht wieder. ... ist schon tot, irgendwann heimlich gestorben. Ich kann aufhören darauf zu warten, dass sie wieder kommt. „

    Ich weiß nicht, in wie weit das bei mir fruchtete, ich verdrängte es. Es war der einzige Weg, um damit halbwegs klar zu kommen.

    Auch ich empfehle mittlerweile jedem, sich „von seinem uneinsichtigen Alkoholiker“ zu trennen, tut man es nicht, geht man selbst daran kaputt.

    Das ist die einzige Wahrheit, die ich erlebte. Jammern und nichts tun, mach alles nur noch schlimmer.

    Viele Grüße

    Hallo.

    Werden die Verfehlungen entschuldbar, wenn der Mensch berauscht war? … sonst ist er ja so ein ganz lieber …

    Der Alkoholiker trinkt vorsätzlich, nimmt es billigend in Kauf.

    Ich war auch schon verliebt und weiß, daß man da viele Dinge anders sieht und auch selbst Dinge tut, die man „unverliebt“ nie getan hätte. Und weil das alles so schön war, wollen viele dieses Erlebnis/ diesen Zustand zurück und bemerken nicht, daß dieser Zustand schon lange nicht mehr existent ist.


    Viele andere Beziehungen „gehen auch den Bach runter“ , aus verschiedensten Gründen – ohne Alkohol. Man trennt sich, weil es einfach nicht mehr geht, die Liebe sich in unerträgliches Unbehagen verwandelt.

    Nun stellt sich die Frage: wenn dann noch Alkohol im Spiel ist, keimt die Hoffnung wieder auf … hätte, würde, könnte …

    Warum trinkt ein Mensch (immer mehr)? Angenommen die Beziehung ist nicht mehr die beste, man ist am Abend zu Haus, die Ablenkung fehlt und alles nervt nur, die Frau, die Kinder, die ganze Situation.

    In so einer Situation kommt der Freund Alkohol gerade recht, er beruhigt, entspannt, macht alles erträglicher. Irgendwann gewöhnt man sich an die Entspannung, es ist angenehm und man braucht gar keinen Ärger/ Grund mehr, um zu trinken. Der Konflikt ist vorprogrammiert = mehr Ärger, mehr trinken, noch mehr Ärger …

    Es macht eben nicht „nur der Alkohol“ , der Alkohol ist zwar letztendlich für eventuelle Entgleisungen verantwortlich, doch der Grund bleibt: mangelnde Konfliktbewältigung. Welches wohl auch die größte Hürde beim Trockenwerden ist.

    Er ist ja Suchtkrank. Und das Gefühl wenn man geht, schafft der geliebte Partner es alleine ja nie aus der Sucht.

    Genau, er ist ja nur Suchtkrank, er hat kein unheilbares (!) Leiden, keine tödliche Krankheit.

    Und. Nur er schafft es allein, heraus aus der Sucht. Angehörige können unterstützend helfen, ähnlich einer Betreuerin. Doch wenn der Kranke nicht will …

    Ich bin der Überzeugung, daß es eine unwesentliche Rolle spielt, ob man weiß, wo die Co-Abhängigkeit anfängt. Wichtig bleibt doch nur, ist man dafür oder dagegen. Unterstützt man die Krankheit und ergibt praktisch der „Palliativtherapie“

    oder kämpft man dagegen – mit allen Mitteln. ?

    Sohn... Er hat weiter seine Wutausbrüche (haut mich, beleidigt mich, macht Sachen kaputt), aber dadurch, dass es mir immer besser geht, verändern sich Intensität und Dauer der Asubrüche, das ist erstmal gut.

    Wenn ich mich recht erinnere, war ich als kleineres Kind ebenso ... völlig unausgeglichen, vor Wut sogar mein Lieblingsspielzeug zerstört und und und. Mein Vater war ebenfalls Alkoholiker und die Mama hat versucht alles zusammen zu halten.

    Ich will auch „uns Angehörigen“ nicht als Opfer darstellen..dennoch. Der Säufer schafft es SEIN Problem zu dem anderer zu machen. Ziehst einen Menschen einfach so „ungewollt“ mit ins Elend. ...

    Na ja, macht man sich nicht selbst zum Opfer? ... mit in den Abgrund ziehen ... Man kann loslassen! Man muß loslassen, will man nicht in den Abgrund. Ich kann mich nur wiederholen: Augen auf & Gehirn einschalten. Was nützt alle Sentimentalität, all die (mittlerweile verlorene) Liebe, wenn man letztendlich selbst im Popo landet? Du kannst 2.. 3 Mal Hilfe anbieten, wenn es dir gefällt bzw. du dir darin gefällst auch 100 x Hilfe anbieten, doch wenn du Gefahr läufst daran zu zerbrechen, wäre doch ein geordneter Rückzug der Vernunft geschuldet. Wo bleibt da gesunder Menschenverstand?

    Aber gibt es einen deswegen das Recht andere mit runter zu ziehen? Es entsteht ja eine gegenseitige Abhängigkeit!

    Und du fragst dich warum gerade du sowas durch machen musst?!

    Wer gibt dir das Recht dich mit runter ziehen zu lassen? Wer verpflichtet dich in eine emotionale Abhängigkeit zu begeben? Wo ist die Vernunft hin? Der gesunde Verstand? Allein der Gedanke, daß ein Nicht-Alkoholiker der mit einem Alkoholiker zusammen ist (freiwillig) eine Therapie macht/ machen muss ist doch schon absurd. Es geht doch nicht um Fairness. Der, der von anderen verletzt wird muss sich schützen.

    Wenn dann noch Kinder im Spiel sind, um so mehr! Denn gerade die Kinder werden einen ordentlichen Knacks wegbekommen - für immer!

    Das es nicht normal ist, ist ja wohl selbstverständlich.

    Leider ist das "normal" für einen Alkoholiker. Ich erlebte ähnliches, als ich noch soff. Ich kann es nicht richtig beschreiben ... es ähnelt am ehesten einer Psychose. Das Rationale ist irgendwie außer Kraft gesetzt, im Gehirn. Man denkt nicht mehr, so wie Nüchterne es tun ... man macht einfach, was einem gerade durch den Kopf schließt. Ja ... hinterher tut einem alles sooo leid, doch hört man nicht auf mit dem Saufen, wird so etwas immer wieder passieren. Darin besteht ja auch die Gefahr, für die Anderen.

    Vermehrt fällt mir auch auf, dass Co-Abhängige erst Recht Hoffnung bekommen, weil sie hier im Forum ja so viele Menschen treffen, die wirklich aufgehört haben zu trinken. Dass es allerdings daran liegt, dass das hier ein Alkoholikerforum ist und sich ja nun diese Leute gerade deshalb hier treffen und deshalb ein ganzer Schwung hier anzutreffen ist, das ist ja auch klar.


    Bringt es diese Co-Abhängigen denn aber tatsächlich weiter oder tappen sie dadurch weiter auf der Stelle. Was meint ihr?

    Hallo Zusammen.

    Ja, auch ich habe den Eindruck, daß sich hier viele einfinden, um ihr Leid zu klagen, zwar verstanden haben, daß sie in erster Linie etwas tun müssen, aber außerstande sind etwas zu tun.

    Es ist so einfach sich an die Hoffnung zu klammern, es sei nur eine Frage der Zeit, dann wird schon alles wieder gut sein. So lange muß man eben ertragen, kann sich beschweren und hoffen. Nebenbei wird man selbst zum psychischen Wrack und was man den Kindern antut, wird einem kaum bewußt. Es sind ja nur Kinder.

    Mit Bewältigung hat das sicherlich nichts zu tun.

    Beim lesen div. Begebenheiten/ Geschichten fiel mir in erschreckender Weise auf, daß viele auf der Stelle tappen und nicht wagen etwas zu verändern, Viele ertragen lieber den Permanentschmerz, als einen Schlußstrich zu ziehen.

    Was mich besonders verwirrt, es gibt tatsächlich nicht-trinkende Partner, da hat ihr Alkoholiker bereits „Einsicht“ oder gar einen Therapieplatz für die Zukunft, der Alkoholiker trink fleißig weiter, beleidigt, verletzt und der Partner schwelgt fröhlich in Hoffnung. ???


    Zu:

    Hier im Forum gibt es ja so viele, die es auch geschafft haben. Das ist ein fataler Trugschluss!

    Geht man von den Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums aus, gibt es allein in Deutschland ca. 1.600.000 Alkoholiker, neben (!) den 1,4 Millionen die als permanente Missbräuchler bezeichnet werden, 6,7 Million konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form (was immer das heißen mag)..

    Rein rechnerisch, hat also jeder 27. Mensch in Deutschland ein massives Problem mit Alkohol (inclusive aller Babys, Kinder, Rentner).

    „Viele“ machen einen Entzug, davon werden laut Statistik 70 – 90% rückfällig.

    Soweit die allgem. bekannten Fakten. So viel zu Hoffnung.

    Ja, beim Lottospielen sind die Chancen noch geringer, doch man kann gewinnen.

    "die wirkliche Wahrheit" ... schön ausgedrückt!

    Es handelt sich demnach um eine Wahrnehmungsstörung, der Betroffene sieht nicht, wie es ist, sondern so wie er es gern will oder gern hätte. Das Kuriose ist, betrifft es den Betroffenen nicht selbst, sondern einen Anderen, kann er (wieder) klar denken.

    ... erst wenn Schmerzen, Beleidigungen oder gar Gewalt über einen längeren Zeitraum bestand haben, kommt die Einsicht. Erschwerend kommen die "berühmten Ich-habe-Einsicht-Pausen" hinzu.

    Kann man das so sagen?

    Hallo HE,

    verantwortungsvoll … genau das triffts. Du bist in erster Linie für dich verantwortlich.

    So traurig, das mit deinen Eltern auch ist, sorge in erster Linie für Dich, gewinne (emotionalen) Abstand, dann kannst du auch nüchtern ( objektiv ) mit der Situation umgehen.

    Ich kenne zwar eure Beziehung (Mutter, Vater) nicht, doch die zum Vater scheinen ähnlich wie meine damaligen zu sein, … er öffnete keine Post, Rechnungen, Mahnungen stapelten sich, alle Versuche ihm zu helfen scheiterten kläglich auf Grund seiner Uneinsichtigkeit/ Alkoholkonsums. Er verwahrloste auch zunehmend. Nach jahrelangen kläglichen Versuchen der Hilfe und unzähligen Demütigungen, wurde mir bewußt – ich kann da nichts machen, absolut nichts. Ich brach jeglichen Kontakt ab, weil es mir in erster Linie nicht gut ging, ich konnte das alles nicht mehr ertragen, emotional. Machen konnte ich sowieso nichts.

    Es hat einige Zeit gedauert und da musste ich durch.

    Meine Mama war zum Glück schon einige Jahre geschieden, zwar half sie im Rahmen der Vernunft aus der Distanz, ebenso wir Kinder, doch mehr auch nicht. Persönlichen Kontakt wollte niemand mehr haben – aus reinem Selbstschutz. Deine Mutter benötigt sicher noch einige Zeit ...

    Mir half auch der Gedanke, wie würde ich handeln, wenn ich nicht mit ihm verwandt wäre.

    Viele Grüße

    Hallo Sensual,

    ich antworte dir lieber in deinem Thread und nicht in "Diego08" , um ihn nicht zu verwässern.

    Der Co ist also ähnlich benebelt wie der Alkoholiker. Verstehe ich das richtig?

    Dem einen ist es nicht möglich die Realität zu erkennen, weil er sich im ständigen Alkoholrausch befindet und er sich einbildet, es zu brauchen, um mit nicht „zu leiden“ , mit der Wirklichkeit klar zu kommen, „Erleichterung“ zu finden, durch Flucht in einen andere Welt, seine alkoholisierte Welt.

    Der Co wiederum klammert sich verzweifelt an seine Hoffnung. (Hoffnung, die Schwester der Verzweiflung). Er kann von seinem Liebsten (mittlerweile zu Hassobjekt geworden) nicht trennen.

    Beide benötigen dann irgendwie, irgendwann eine Therapie, um sich von ihrer Sucht zu lösen. Jeder von seiner.

    Ist doch sehr paradox, diese selbstzerstörerische Symbiose. Der Eine klammert sich verzweifelt an den Alkohol, der Andere …

    Beide können/ wollen nicht von ihrem Suchtmittel lassen, obwohl die Vernunft da zu sein scheint. Beide werden immer wieder rückfällig und finden Gründe, um eben nicht aufzuhören.

    Ist das Abhängigkeit, Suchtgedächtnis?

    Viele Grüße