Beiträge von achelias

    Hallo Lara J.,

    beim Lesen deiner Zeilen, kamen bei mir wieder alte Erinnerungen hoch.

    Es ist die Machtlosigkeit, die mich immer wieder erschüttert. Man kann mit Engelszungen reden, drohen, selbst mit der Polizei ... es ist alles umsonst. Alles! Nichts fruchtet.

    Wenn man glaubt, sich abgenabelt, genügend geschützt zu haben, durch Kontaktabbruch, Isolation vom Süchtigen ("Verrückten"), kommt die Mama oder das Geschwister ... mit ähnlichen oder gar gleichen Problemen und alle Wunden brechen wieder auf.

    Und das hört nie auf, so lange diese Person lebt bzw. so weiter macht!!!

    Sätze von Dritten sind wie Hohn in den Ohren: "hole dir Hilfe" ... die gibt es leider nicht.

    Ich konnte nur den Kontakt abbrechen, alles verdrängen, jegliches Gespräch abwürgen, mich fernhalten von allen Gedanken an diese Person.

    Meiner Mutter & Geschwister blieb auch keine andere Wahl.

    Erst als ich meine Hoffnung begrub, wurde es erträglich. Besser wurde es nie.

    Ob das nun einfach ist oder nicht, steht leider nicht zur Disposition.

    Wenn alte Freunde meines Vaters nach ihm fragten, sagte ich ihnen kurz und knapp die Wahrheit und empfahl ihnen sich selbst ein Bild zu machen (ihn zu besuchen).

    Ich konnte mich nur selbst schützen, rigoros, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Das ist schon der Wahnsinn, wenn der eigene Vater zum lebensberohlichen (Psyche) Feind wird.

    Frohe Weihnacht.

    Das mag für einige Lesende recht dramatisch klingen, ... es ist mehr als dramatisch. Es war (!) sehr dramatisch und hinterlässt bei allen tiefe Spuren, die sich nicht abgrenzen können, ein Leben lang.

    Hallo Wolkenbruch,

    ich habe ähnliches mit meinem Vater erlebt, jahrelang hoffte und versuchte ich etwas zu verändern, das ging soweit, bis es selbst an meine Substanz ging und ich kurz davor war "dem Wahnsinn" zu verfallen.

    Ich zog mich zurück, permanent, absolut.

    Das war das Einzige was mir half und funktionierte.

    Jeder Kontakt riss alte Wunden wieder auf und ich (!) litt...

    Beides ist gefährlich, auch "Druck Nummer 2", da er zwar nur selten beim mir auftritt, aber eben absurde Gedanken im Kopf einpflanzen kann. Vlt werden diese Gedanken ja auch immer weniger, dazu fehlt mir natürlich die Erfahrung.

    Es ging mir ja nicht, um Gefährlichkeit oder was man dagegen tun kann!

    Da ich keinen Saufdruck verspüre, wollte ich nur wissen, womit ich es vergleichen könnte. Nicht das Mittel Alkohol, sondern das Gefühl.

    Das mit dem Rauchen (nicht aufhören können) tifft's ganz gut - für mich.

    ... Rauchen hat nichts mit Alkoholismus zu tun. Es entfernt mich nur von meiner eigenen Sucht. Selbst Ähnlichkeiten kann ich in die Tonne hauen.

    Ich renne ja auch nicht zum Bäcker und frage ihn, wie die Wurst schmecken würde, wenn er sie, anstatt, der ...

    Wenn ich sowas wie Saufdruck noch nie erlebt habe, dann muss ich es auch nicht verstehen. ...

    Da gilt es beim Aufkommen dagegen halten. Fertig.

    Ich verstehe nicht, warum du dich so echauffierst.

    Ein einfaches NEIN hätte genügt!

    Liebe Grüße an deinen Bäcker.

    Ich hab Hoffnung für mich!!!

    Ich schaffe das, ich komm alleine zurecht! Ich Bau mir wieder was auf!

    Das ist Gewissheit, du weißt, was alles möglich ist und machst dich nicht mehr abhängig von einem ... .

    Ich frage mich oft, wenn der Partner nicht trinken würde und einfach nur ekelig, unausstehlich wäre, würde man da auch so lange hadern, der Kinder wegen oder wegen der "Liebe"? Der finanz. Sicherheit?

    ...

    Wenn ich deinen ganzen Post lese, habe ich den Eindruck einer Halbherzigkeit bekommen. Mal versuchen, mal probieren. ...

    Der Eindruck kann entstehen, sollte es wirklich Halbherzigkeit sein ... vielleicht kannst du dich zur Ganzherzigkeit durchringen.

    Auch ich konnte mir nie vorstellen "nie wieder" , also begann ich mit "nicht mehr trinken" , auch nicht nur ein bisschen, am Anfang war das für mich überhaupt nicht einfach (!!!), doch so nach und nach wurde es immer leichter, auch verschwand der Gedanke Alkohol (trinken) aus meinen Kopf.

    Ich glaubte an mich und "wie durch ein Wunder" geht es auch ohne Alk. , sogar ganz gut.

    Halte uns auf dem laufenden und dich vom Alkohol fern.

    An alle Raucher:

    Kann ich Alkohol-Suchtdruck mit Nikotin-Entzugs-Erscheinungen vergleichen?

    Falls ja, wäre die Frage 'Was ist Suchtdruck?' für mich geklärt.

    Ich habe schon dutzende Male probiert aufzuhören und bin immer jämmerlich gescheitert, da war dieses unbeschreibliche, nicht zu bändigende Verlangen, was einen förmlich in der Wahnsinn treibt.

    Je mehr ich mir vornehme weniger oder gar nicht zu rauchen, desto stärker wird das Verlangen, bis hin zu unkontrollierbar.

    Hallo Nova,

    in einem Beitrag bei Becca schreibst du "es wird nur weiter mürbe machen ...", bei mir war's zwar nicht der Partner, sondern der Vater, doch ist alles sehr ähnlich, wenn nicht gleich, was ich bei den Co.s lese, man hofft, probiert, apelliert, flucht u.v.a.m..

    Erst als ich so richtig mürbe war, es an meine Substanz ging, da bröckelte auch meine irrsinnige Hoffnung, die wohl mehr Wunsch war und mit der Realität nichts zu tun hatte.

    Ich musste erst so richtig am Boden sein, erst dann konnte ich mich von meiner Hoffnung lösen, Zuneigung schlug in Hass um. In erster Linie auf mich, weil ich immer so blöd war (jahrelang) zu hoffen, für den Alkoholiker empfand ich Mitleid.

    Ich musste erst so richtig mürbe sein, bis die Vernunft die Oberhand gewann, alle anderen Familienangehörigen hatten sich schon längst zurückgezogen, nur ich hoffte und hoffte.

    Ich glaube als Angehöriger verschliesst man zu oft, zu lange die Augen, rechtfertigt alles mit Liebe oder "Hoffnung" und will einfach die Wahrheit nicht erkennen, die Wahrheit die man jeden Tag glasklar sieht.

    ... Immer wieder frage ich mich ob ich etwas hätte anders machen können, wann ist das ganze so außer Kontrolle geraten, durch seine Kurzarbeit während Corona, durch den Tod seines Bruders? Wäre es ohne das alles auch so gekommen? usw. Er tut mir nach wie vor leid und damit komme ich schwer klar.

    Liebe mollyfisch,

    DU hättest nichts anders machen können, in deinem ersten Post hast du geschrieben "mein Mann trinkt eigentlich schon immer".

    Du hast mit Sicherheit schon alles/ vieles probiert, vor Corona, vor dem Todesfall - hatte sich da irgendetwas geändert?

    Gab es mehr wie vage Beteuerungen/ Versprechen? Gab es einmal einen ernsthaften Versuch?

    Ja, es wäre auch so gekommen (sage ich, der Ex-Säufer). Wenn man den Alkoholkonsum nicht dauerhaft stoppt, ist der Absturtz unausweichlich ... früher oder später, mit allen schlimmen Konsequenzen.

    Du bist nicht Schuld, ein Alkoholiker findet immer einen Grund, wenn es nicht Traurigkeit ist, dann ist es eben Freude oder der Weltfrieden.

    Nun ist dein Mann gerade aus der Entgiftung zurück, der schwierigste Teil steht ihm noch bevor: den Kopf frei zu bekommen, sich auch gedanklich vom Alk. zu verabschieden. Das kann er nur allein!

    Da kannst du ihm auch nicht helfen, da gibt es kein Rezept.

    Er allein (!) muss es wollen und auch durchziehen.

    Die Zeit wird es zeigen.

    LZT u.ä. sind "nur" Hilfsmittel, quasi Krücken, laufenlernen muss er selbst.

    Du lässt ihn nicht "fallen" , das versuchen Alkoholiker uns oft einzureden, die Mitleidsnummer...

    Du befreist dich.

    ... Wenn du kein Alkoholiker bist, kannst du das Trinken doch einfach lassen? Die ganzen Vorhaben, weniger zu trinken oder die Ausrede, man trinke ...

    Hallo Almdudler,

    so herumgeeiert wie du habe ich auch Mal.

    Letztlich ist es egal, als was du dich bezeichnest.

    Wenn alles so leicht bzw. nicht so schlimm ist, höre einfach auf mit dem Trinken, es genügt doch mal ein alkoholfreies Jahr einzulegen, ob du das vor oder nach Silvester machst ist auch egal, es wird noch viele Silvester, viele Feiern geben.

    Wenn du dir etwas beweisen willst, tu' es einfach. Egal was alle sagen, du tust es für dich.

    Ich habe auch gut funktioniert, auch Sport gemacht, auch immer wieder gesagt, ich mache es .... dann....

    Hallo NurBier67,

    deine Geschichte kommt mir verdammt bekannt vor. Ich war damals Ende 30 und das Kind des saufenden Vaters.

    ... mehrfacher Fahrerlaubnisentzug, immer wieder Lippenbekenntnisse, vom Jammern bis hin zu cholerischen Anfällen war alles dabei, sehr oft wurde beteuert, dass er nichts trinke, oft lallend.

    Mir half nur eines, permanenter, rigoroser Kontaktabbruch!

    Alles andere stürzt dich immer wieder in den Endloskreislauf des helfen Wollenden.

    Das ist alles für die Katz' , egal wie oft er in eine Klinik geht.

    Gib' die Hoffnung auf, schütze dich und halte dich fern.

    Auch ich kenne all die Gedanken, die einem da durch den Kopf schiessen, letztendlich machst du dich unnötig fertig und veränderst absolut nichts.

    Hallo Lulu,

    eigentlich ist es gleich was du tust.

    Er muss es wollen und tun.

    Wenn er noch die feuchtfröhliche Weihnachtsfeier mitmachen möchte, lass ihn, da kann er gleich seinen Entschluss zum 01.01. kund tun, in aller Öffentlichkeit.

    Wenn es im Jahr 2023 dann weiter geht, tja ... dann kannst du dir überlegen, wie lange du dieses Theater noch mitmachen möchtest, du und deine Kinder.

    Wenn es zu Weihnachten bei den Eltern zu heftig wird, darf die Mama + Kinder auch früher gehen!

    Hallo Wollwolke,

    in einer ähnlichen Situation war ich auch, ein naher Familienanghöriger, zum Glück mit einer eigenen Wohnung.

    Sterbebegleitung war genau das, was ich tat.

    Auch er wollte nicht zum Arzt, nur noch ein Schatten seiner selbst und wollte nur noch trinken, das hatte ich zu akzeptieren - genau wie dein Arzt sagte.

    Ich kaufte Alk. , das sagte mir mein "Bauchgefühl" , gewiss keine leichte Entscheidung, doch ich entschied mich so.

    Ich akzeptierte seine Entscheidung, auch wenn's schwer fiel.

    Was du für dich tun kannst, es nicht mehr geheim halten, dein Umfeld soll wissen, was du da an der Backe hast.

    Das war für mich sehr wichtig und half mir besser damit umzugehen.

    Genau die Gedanken macht man sich ja.

    Dein Bekannter hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt, er verharmlost.

    So war ich auch mal, vor Jahren legte ich ein Mal ein freiwilliges alkoholfreies Jahr ein, um mir zu beweisen, dass ich kein Alkoholiker sei. Dann trank ich wie gewohnt weiter, aus anfangs wenig wurde immer mehr, bis zum Totalabsturz.

    Nun hatte ich den Beweis, ich bin Alkoholiker.

    Manche sind eben genau so dumm wie ich ich. Ich bin mir nicht immer sicher, ob es die Sucht ist oder einfach nur pure Dummheit, Selbstüberschätzung.

    Bestimmt beides.

    Die Ursache beseitigen, dann ist die Chance (meine Hypothese) auch größer, dass die Sucht sich nicht als Lösung anbietet.

    Das ist es ja, was mich umtreibt, die Ursache: warum bekommen viele das aus ihrem Kopf nicht heraus, den Gedanken Alk. ist die Lösung?

    Das die Sucht die einem immer wieder dahin treibt ... unbestritten. Und das man allerlei Gründe sucht, um diese zu befriedigen auch.

    Dieser "Tiefpunkt" , manche müssen dem Tod nahe sein, andere entscheiden es "einfach so" und es funktioniert.

    Was ist die Ursache, wenn doch jeder weiss, das Alk. mehr wie doof macht.

    Das ist die Sucht. Wenn ich es nie einsehe, bin ich verloren und damit ich es einsehe, benötige ich den berühmten Tiefpunkt oder einen wachen Moment.