Hallo Lara J.,
beim Lesen deiner Zeilen, kamen bei mir wieder alte Erinnerungen hoch.
Es ist die Machtlosigkeit, die mich immer wieder erschüttert. Man kann mit Engelszungen reden, drohen, selbst mit der Polizei ... es ist alles umsonst. Alles! Nichts fruchtet.
Wenn man glaubt, sich abgenabelt, genügend geschützt zu haben, durch Kontaktabbruch, Isolation vom Süchtigen ("Verrückten"), kommt die Mama oder das Geschwister ... mit ähnlichen oder gar gleichen Problemen und alle Wunden brechen wieder auf.
Und das hört nie auf, so lange diese Person lebt bzw. so weiter macht!!!
Sätze von Dritten sind wie Hohn in den Ohren: "hole dir Hilfe" ... die gibt es leider nicht.
Ich konnte nur den Kontakt abbrechen, alles verdrängen, jegliches Gespräch abwürgen, mich fernhalten von allen Gedanken an diese Person.
Meiner Mutter & Geschwister blieb auch keine andere Wahl.
Erst als ich meine Hoffnung begrub, wurde es erträglich. Besser wurde es nie.
Ob das nun einfach ist oder nicht, steht leider nicht zur Disposition.
Wenn alte Freunde meines Vaters nach ihm fragten, sagte ich ihnen kurz und knapp die Wahrheit und empfahl ihnen sich selbst ein Bild zu machen (ihn zu besuchen).
Ich konnte mich nur selbst schützen, rigoros, ohne Rücksicht auf Verluste.
Das ist schon der Wahnsinn, wenn der eigene Vater zum lebensberohlichen (Psyche) Feind wird.
Frohe Weihnacht.
Das mag für einige Lesende recht dramatisch klingen, ... es ist mehr als dramatisch. Es war (!) sehr dramatisch und hinterlässt bei allen tiefe Spuren, die sich nicht abgrenzen können, ein Leben lang.