Beiträge von Alex_aufdemweg

    Ich hab mich dann gefragt wieso sie mir das nie eher mal gesagt hat.

    Vielleicht geht sie auch davon aus, dass Du es erst jetzt verstehst.

    Und wenn es wirklich sein soll zwischen euch dann werdet ihr auch wieder zueinander finden wenn er alles auf die Reihe gekriegt hat

    Und das ist vielleicht dann, wenn er abstinent lebt (längere Zeit) und sich Hilfe geholt hat.

    Naja seit Sonntag trinkt er gar nicht mehr...

    Außer "kalter Entzug" hat das leider nicht viel zu bedeuten. Ich habe das früher, als ich nass war, auch mal ein paar Tage geschafft. Quartalstrinker können das wohl sogar für Wochen.

    Also

    Bleib dabei es ist die richtige Entscheidung.

    Glückwunsch zu dieser besten Freundin.

    Ich wollte anfangs ja nur eine Trinkpause machen und als daraus gedanklich mehr wurde, habe ich mich hier im Forum angemeldet.

    Tatsächlich war das bei mir auch so. Mit jedem Tag wurde mein Hirn klarer und mir wurde auch vieles immer klarer.

    Dann wollte ich nur noch bei "besonderen Anlässen". Drei Tage später wollte ich auf ein Jahr verlängern. Und noch ein paar Tage später wollte ich gar nicht mehr.

    Immer mehr informiert und mich reflektiert. Dann wollte ich "Leute" finden, die auch nichts trinken. Kannte keinen Erwachsenen, der keinen Alkohol trinkt. Bzw. keinen trockenen Alkoholiker. Also "Forum und Alkoholiker" gegoogelt. :) Und da bin ich.

    Nur kann ich mir meine Freude über das nüchterne Leben nur erklären, das ich wohl mehr gelitten habe, als ich es bewusst empfunden habe

    Genau. Das war ja auch der Sinn der "Übung". Alles schön mit Alkohol unterdrücken. Nebenwirkungen waren halt "normal". Dann ging es irgendwann nicht mehr. Denke, es war wegen des täglichen Entzuges.

    Und mit jedem Tag Nüchternheit veränderte sich mein ganzes Denken und meine Wahrnehmung. Und damit dann unweigerlich mein Umfeld.

    Das volle Programm steht im Geschlossenen.

    Dann warte ich jetzt noch zwei Tage und gratuliere Dir dann zu 1 1/2 Jahren. ^^

    Ich wäre schön dumm, würde ich nur ein Glas davon in mich rein schütten! Nein, ich will es nicht mehr, selbst wenn ich dürfte

    Sehe ich absolut genauso. Erzähle ich aber selten. Sonst denken die Leute ich bin ein durchgedrehter Fanatiker. ^^

    Irgend einer kam auf die Idee verschimmelt und vergorenes Obst zu essen. Das kann ja nicht so gedacht sein. :/

    Leider habe ich mich nicht getraut ihn stehen zu lassen.

    Als ich das letzte Mal versehentlich was mit Alkohol gegessen habe, habe ich mich ein paar Minuten später übergeben.

    Du hast aufgrund von selbstauferlegten "Zwängen" Alkohol zu Dir genommen.

    Da musst Du unbedingt ansetzen. Du und Dein Leben sind viel mehr wert, als dieser Nachtisch.

    Ich habe den Anschluss verloren.

    Den Anschluss an meine saufenden Kumpels habe ich schon lange verloren. Und so soll es auch sein. :) Gut gemacht.

    Es werden sich "echte" Freundschaften finden. Menschen Dich sich für Dich interessieren und nicht als "Beiwerk" zum Trinken benutzen.

    Bier (hab ich nie getrunken)und es gibt Wein und Sekt und so.

    Ich habe das billigste Bier vom Discounter getrunken. Es kam aber auch vor, dass ich - wenn er mal da war - auch teuren Whisky getrunken habe. Nachts im dunklen Gang mal schnell einen Schluck aus der Pulle. 60 € die Flasche. Aber auf einmal hing sie mir am Mund.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass es recht unerheblich ist, ob Du das vorher getrunken hast, oder nicht. Wenn Suchtdruck aufkommt, wird so ziemlich alles getrunken. Und selbst wenn nicht, weißt Du die ganze Zeit, dass er da ist. Das kann schon ein ständiger Kampf sein.

    Das mit dem Outen, vor Deiner Familie, kann ich gut nachvollziehen. Es ist immer ein Thema hier und jeder macht das anders. Bei mir weiß es einfach jeder. Mir bietet keiner etwas an. Und wenn, hätte ich das Recht, mich aufzuregen. Und ich gehe zu keiner Veranstaltung, bei der Alkohol im Vordergrund steht. Auch nicht familiär. Sie wissen ja, dass das nichts mit ihnen zu tun hat.

    Wissen sie es nicht, wird es immer wieder sein, dass Du gefragt wirst und, dass manches persönlich genommen wird. Selbst meine Kollegen wissen jetzt, wieso ich nicht mit ihnen feiern gehen würde.

    Es ist aber sicher nicht bei jedem und überall möglich, das so zu klären. Ich habe da viel Glück.

    Wenn Du sie z. B. nicht oft siehst, passt das vielleicht auch so.

    Es ist für mich ja auch eine Sicherheit, dass es bekannt ist.

    Willkommen Merle,

    in Deinen Ausführungen habe ich mich an vielen Stellen gut wiedergefunden. Das mit dem Abschminken vielleicht nicht. ;)

    Zu Deiner Frage.

    Suchtberatung? Psychotherapie? Kann ich mir vorstellen. Selbsthilfegruppen?

    Also. Ich hatte bereits viele Jahre vorher Psychotherapie. Eigentlich wegen anderen Dingen. Doch es hat mir dann jetzt sehr geholfen, da viele Dinge hochkommen, wenn sie nicht mehr durch den Alkohol verdrängt werden. Uns so war das, was hochkam, schon größtenteils verarbeitet.

    Dann war ich nach ca. 3 Wochen hier. Hier habe ich eigentlich alles gelernt, was es braucht. Siehe Grundbausteine.

    Ca. zwei Wochen, nachdem ich mich hier angemeldet habe, bin ich noch in eine reale SHG. Ich hatte unglaublich Bammel davor. Dachte, ich falle gleich vom Stuhl, als ich vor versammelter Mannschaft "Ich bin Alkoholiker" gesagt habe.

    Ich bin nicht vom Stuhl gefallen, mich hat nicht der Blitz getroffen und ich wurde auch von keinem verurteilt. Wie auch? Wir sind ja alle wegen des Gleichen da.

    Dort und auch hier habe ich gelernt, dass ich absolut kein Einzelfall bin. Das all dieses Verstecken, Ausreden, Lügen, Beschaffen und Entsorgen, zu dieser Krankheit gehört und das für alle praktisch ein alter Hut ist, wenn ich das von mir erzählt habe.

    Ich war nicht mehr alleine.

    Inzwischen bin ich fast nur noch hier und nicht mehr real unterwegs. Aber mindestens das erste Jahr habe ich beides gebraucht.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass z. B. eine Tiefenpsychologische Therapie nicht unbedingt gleich stattfinden sollte. Erst mal in Ruhe trocken werden. Es sind ja doch einige Veränderungen im Leben. Aus dem Grund, nicht gleich zu sehr Vollgas geben. (hat bei mir übrigens nicht geklappt ;) )

    Hast Du schon etwas von den Grundbausteinen umgesetzt? Was fehlt Dir denn noch so?

    ich bin zwar Mitte dreißig, habe aber das Gefühl jetzt erst langsam zu erwachsen

    Cool. Ich werde in ein paar Tagen 50 und bin zu dem Schluss gekommen, dass es, mit erwachsen werden in diesem Leben bei mir nichts mehr wird. ;)

    Ich habe getrunken weil ich nicht anders konnte als es anderen recht zu machen

    Ich wollte es immer allen recht machen. Das hat mich gestresst und darum habe ich getrunken

    Ich habe erst mal gesoffen. Und DANN wollte ich es allen recht machen. Und habe viel gemacht was ich nicht wollte, um zu zeigen, dass alles ok ist.

    Natürlich könnte ich hier sehr viel Gründe nennen, wieso ich getrunken habe. Aber eigentlich zählt keiner. Denn wenn ich regelmäßig trinke, um irgendeinen Zustand zu erreichen, ist es schon Sucht.

    Ich glaube, ich habe erst getrunken und dann kamen die Gründe. ^^

    Ganz ehrlich. Mag schon sein, dass meine Kindheit da mit zusammen hängt. Aber spätestens danach hätte ich eh gesoffen, egal wie mein Leben gelaufen wäre.

    Philosophiere ich gern darüber. Mehr ist es auch nicht. Weil es für mich absolut egal ist. Denn "hier sind wir jetzt" zum Glück.

    Eher Herausfordernd waren die Firmenweihnachtsfeier,

    Gibt auch früh abseilen, oder gleich nicht hingehen. Habe jetzt 2 1/2 zufriedene Jahre Trockenheit. Aber auf meiner Betriebsfeier war ich genau eine Stunde und 40 Minuten. Dann war Ende Gelände. Einfach "französisch verabschiedet". Fällt in der Menge keinem auf.

    Übrigens finde ich ein Konzert schon "mächtig" die Zügel gelockert. Da wird schon arg gebechert.

    Zum Glück war ich noch nie ein Konzert-Mensch.

    Hallo Kamill,

    Du schreibst von Deinen Zwanzigern. Darf ich fragen, wie alt Du in etwa bist?

    Das mit den sechs Bier am Abend, egal wie und wann, hat mich sehr angesprochen. Bei mir waren es genau sieben. Na ja. Außer am Wochenende ;)

    habe immer versucht, es allen recht zu machen

    Auch da habe ich mich sehr gut wiedergefunden. Das lag bei mir aber gerade daran, dass ich getrunken habe. Ich "musste" ja beweisen, dass ich gut funktioniere und bei mir alles in Ordnung ist. Aus dem Grund habe ich viele Dinge gemacht, die ich eigentlich nicht wollte.

    Ich habe eine Veränderung, was Widerstand betrifft, hier sogar im Forum bemerkt. Anfangs fand ich den Ton hier sehr rau. Inzwischen empfinde ich das vollkommen anders. Hier gibts klare, aber respektvolle Meinungen. Meistens. ^^

    Bist Du direkter geworden?

    Aus dem Grund interessiert mich die Antwort auf diese Frage ebenfalls.

    aber es gibt ja schon einen kleinen Abstand zum Ereignis Trunksucht.

    Das klingt für mich jetzt aber komisch. Ein "Ereignis" ist ja dann vorbei. Was verstehst Du unter "Trunksucht". Habe ich das als Alkoholiker nicht? Bzw. ist das nicht nur ein anderes Wort für die Abhängigkeit? Oder meinst Du "Saufdruck"?

    Ich höre jetzt auch auf zu fragen. Schön, dass Du da bist.

    VG Alex

    Erst trocken werden und dann EKA angehen.

    Oh danke. Intuitiv richtig gemacht. ;)

    Ich bin mir gerade eigentlich sicher, dass ich den Kontakt komplett abbrechen muss,

    Ich sehe das sogar so. Sie können froh sein, dass ich jetzt nicht auf der Matte stehe und einen riesen Aufstand probe.

    Denn bei mir ist da keine Angst mehr. Es ist eher der latente Zorn, der da ausbrechen könnte. Der kam erst auf, als mir klar wurde, was mir da eigentlich angetan wurde. Und, dass das nicht normal ist und meine Mutter hätte verhindern können.

    Womit wir genau hier wären,

    Das will ich meinem Kind ersparen

    Du machst das Richtige.

    Als EKA habe ich hauptsächlich flight und freeze durch. Fight eher so gut wie nie. Mir wurde mein kleines Aufbäumen früh rausgeprügelt.

    Mir auch


    Hallo nevermind,

    ich wollte dir gerne mitteilen, dass Du hier von mehr Leuten verstanden wirst, als Du wahrscheinlich denkst.

    Selbst bin ich auch EKA. Stiefvater aggressiver Alkoholiker und Mutter Co Abhängig. Hatte zwei Therapien.

    Bin aber als Alkoholiker hier hergekommen. Da liegt jetzt mein Hauptaugenmerk darauf, weil es jetzt aktuell ist.

    Bei mir hat nur größtmöglicher Abstand von meinen Eltern geholfen.

    Viele Grüße

    Alex

    Hallo Engel,

    Machen das denn nasse Alkoholiker unbewusst?

    Meine Antwort dazu, als Alkoholiker. Ich habe einfach "gemacht". Und dann festgestellt, was ich machen muss, damit ich in Ruhe trinken kann. Ich würde sagen, bei mir war es intuitiv. So wie die Sucht mich gesteuert hat, ohne dass ich es geglaubt habe. Ich habe es auch nicht geglaubt. Mindestens 25 Jahre lang.

    Darf ich Ansprüche an ihn stellen, sich meinetwegen zu verändern?

    Das kannst Du gerne machen. Es wird aber nichts nützen. Wenn er Alkoholiker ist, muss er trinken. Ob er er sich das jetzt eingesteht, oder nicht.

    Die Frage ist eher, was für Ansprüche Du an Dein Leben stellst.

    Ihn kannst Du nicht ändern. Aber was kannst Du für Dich an Deiner Situation ändern, damit es Dir wieder besser geht?