Willkommen Merle,
in Deinen Ausführungen habe ich mich an vielen Stellen gut wiedergefunden. Das mit dem Abschminken vielleicht nicht. 
Zu Deiner Frage.
Suchtberatung? Psychotherapie? Kann ich mir vorstellen. Selbsthilfegruppen?
Also. Ich hatte bereits viele Jahre vorher Psychotherapie. Eigentlich wegen anderen Dingen. Doch es hat mir dann jetzt sehr geholfen, da viele Dinge hochkommen, wenn sie nicht mehr durch den Alkohol verdrängt werden. Uns so war das, was hochkam, schon größtenteils verarbeitet.
Dann war ich nach ca. 3 Wochen hier. Hier habe ich eigentlich alles gelernt, was es braucht. Siehe Grundbausteine.
Ca. zwei Wochen, nachdem ich mich hier angemeldet habe, bin ich noch in eine reale SHG. Ich hatte unglaublich Bammel davor. Dachte, ich falle gleich vom Stuhl, als ich vor versammelter Mannschaft "Ich bin Alkoholiker" gesagt habe.
Ich bin nicht vom Stuhl gefallen, mich hat nicht der Blitz getroffen und ich wurde auch von keinem verurteilt. Wie auch? Wir sind ja alle wegen des Gleichen da.
Dort und auch hier habe ich gelernt, dass ich absolut kein Einzelfall bin. Das all dieses Verstecken, Ausreden, Lügen, Beschaffen und Entsorgen, zu dieser Krankheit gehört und das für alle praktisch ein alter Hut ist, wenn ich das von mir erzählt habe.
Ich war nicht mehr alleine.
Inzwischen bin ich fast nur noch hier und nicht mehr real unterwegs. Aber mindestens das erste Jahr habe ich beides gebraucht.
Ich persönlich bin der Meinung, dass z. B. eine Tiefenpsychologische Therapie nicht unbedingt gleich stattfinden sollte. Erst mal in Ruhe trocken werden. Es sind ja doch einige Veränderungen im Leben. Aus dem Grund, nicht gleich zu sehr Vollgas geben. (hat bei mir übrigens nicht geklappt
)
Hast Du schon etwas von den Grundbausteinen umgesetzt? Was fehlt Dir denn noch so?