Beiträge von mollyfisch

    Hallo Petra,

    allein was zu unternehmen ist einerseits blöd andererseits sagt auch keiner "reicht es nicht, ich habe keine Lust, es ist kalt, usw." Du kannst dein Ding einfach machen.

    Die letzten Monate hatte mein Mann sowieso keine Lust mehr auf irgendwelche Unternehmungen. Ich habe es nur allein nicht gemacht sondern habe mich dann im Haushalt, Garten usw. beschäftigt. Das war dann auch bei mir schon fast krankhaft. Alles musste nach einem gewissen Rhythmus geputzt sein =O .

    Das habe ich sofort abgelegt und nutze die Zeit stattdessen für Spaziergänge oder mache einfach auch mal nichts. Der Staub wartet schon auf mich.

    LG

    Wäre es für dich machbar, daß du seine Lebensentscheidung akzeptierst?

    Hallo Linde,

    dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht und er trifft genau den Kern. Es ist seine Entscheidung. Nicht ich lasse ihn "fallen" sondern ich hindere ihn nicht weiter daran seinen Weg zu gehen. Ob er an der Weggabelung den richtigen oder den falschen Weg geht entscheidet er.

    LG

    Das Beste aber ist, dass ich nichts mehr erwarte und dass ich weiß, dass ich nichts verändern kann und werde. Ich zähle oder suche keine Bierflaschen mehr. Ich hinterfrage nicht mehr, ob er getrunken hat, denn ich weiß ganz genau, wann mein Mann getrunken hat. Das alles hat null mit mir zu tun, egal wie ich zu ihm bin oder wie ich mich ihm gegenüber verhalte!

    Hier bin ich zum Teil auch schon angekommen. An der Aussage in deinem letzten Satz muss ich für mich noch arbeiten. Es tut gut hier immer wieder zu lesen dass es einfach Zeit benötigt mit der ganzen Misere klarzukommen, aber es ist machbar.

    ich lag bei meiner Vermutung richtig, dass unsere Kinder den trinkenden Vater nicht als süchtig trinkenden Vater wahrgenommen haben. Sie haben ihn ab und an auf einer Feier und/oder ab und an zu Hause trinken sehen. Jedoch hatten sie nicht das Gefühl, das es krankhaft war.

    Hallo Petra,

    falls deine Kinder wirklich, und das hoffe ich sehr, ehrlich zu dir waren habe ihr wirklich Glück gehabt. Bei mir ist das leider anders. Mein Sohn hat das sehr wohl als krankhaft wahrgenommen. Leider habe ich das zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht wahrgenommen. Auch war mir später nicht bewusst wie schlimm es doch teilweise auch für meinen Sohn war.

    Ich habe großen Respekt vor Menschen, die einfach irgendwann an einem bestimmten Punkt ihres Lebens etwas in die Hand nehmen. Egal was vorher war und egal wie schwer es fällt.

    Das habe ich auch.

    Leider wissen die meisten nicht wie es den Angehörigen tatsächlich geht und sehen genau diesen Schritt anders. Da ist dann Unverständnis vorhanden oder man ist dann sogar böse auf denjenigen weil er ja den Alkoholiker "fallen lässt". Wie schwer den meisten diese Entscheidung fällt wird gar nicht wahrgenommen.

    Die Angehörigen befinden sich da irgendwie immer zwischen den Stühlen. Sich trennen, sich erklären und manchmal auch rechtfertigen und dann auch noch mit sich selbst und seiner Entscheidung klar kommen.

    Ich werde meinen Weg weiter gehen auch wenn es manchmal etwas holpert.

    LG

    Hallo Sunshine,

    wie immer bei deine Beiträgen - ohne Beschönigungen auf den Punkt gebracht.

    Bedeutet im Umkehrschluss für mich - eine frühere Trennung wäre für beide besser gewesen. Leider war ich erst jetzt bereit dazu.

    LG

    Hallo mollyfisch,

    er kann doch jederzeit zum Arzt gehen, eine Entgiftung und anschließende Nachsorge machen. Das ist seine Verantwortung. Angehörige machen sich teils über Jahrzehnte beim Versuch jemanden trocken zu bekommen kaputt.


    Wäre es für dich machbar, daß du seine Lebensentscheidung akzeptierst?

    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo Linde,

    du hast Recht, die Angehörigen machen sich kaputt. Ich habe mich zwar getrennt und lasse ihn auch in Ruhe, aber durch die räumliche Nähe bekommt man doch alles mit.

    Es ist halt so schwer im Kopf soweit zu kommen das man auch wirklich loslassen kann ohne Selbstvorwürfe. Das wird ein sehr schwerer Weg für mich. Aber ich habe keine Wahl, ich muss ihn gehen. Eine andere Option gibt es nicht.

    Könnte der Grundstein nicht der Alkohol sein? Es darf doch nicht nur ihm gut gehen. Dir doch auch! Es gibt etwas, das dich unzufrieden gemacht hat in eurer Beziehung und das hast du laut und deutlich mit der 1. Trennung kundgetan. Er hätte es auch als Anlass nehmen können sich zu reflektieren und etwas zu ändern. Wie es scheint, hat er sich aber dafür entschieden Opfer zu sein. Kämpfen um die Ehefrau ist doch nicht verboten.

    Dieselben Fragen stelle ich mir wegen meinem Mann. Was muss noch passieren? Wie viel mehr muss noch kaputt gehen?

    Die Antwort ist leider, dass bei manchen gar nichts reicht und sie einfach nichts ändern, nicht aufwachen, nicht in die Gänge kommen. Eine weitere Frage lautet, wie viel kann ich noch aushalten? Wie lange kann ich noch warten, bis definitiv das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen ist?

    Ja du hast Recht. Ich habe mich nicht ganz klar ausgedrückt. Natürlich war in erster Linie der Alkohol der Grundstein. Und ehrlicherweise habe ich keine Hoffnung mehr (auch wenn der Verstand es an manchen Tagen nicht begreifen will). Er hat sich bis heute nie selbst reflektiert, hat nie Ratschläge angenommen, immer auf andere geschaut und vor allem hat er nie versucht auch mal ernsthaft etwas zu verändern.

    Jetzt hat er mir gerade geschrieben das er wohl seit gestern krankgeschrieben ist. Durchfall, Husten, der Blutdruck ist nicht in Ordnung.

    Ja was soll ich sagen. Man kann sich sicher mit Krankschreibungen noch ein wenig durchhangeln aber sicher nicht ewig. Er war in diesem Jahr so oft krank wie die letzten 5 Jahre zusammen.

    :(

    Guten Morgen,

    heute geht es wieder. Gestern habe ich ihn nicht gesehen. Es brannte kein Licht bei ihm bis 21.00 Uhr, also denke ich mal das er nach Hause kam und die ganze Zeit geschlafen hat. Warum kann man sich denken. Der Verlust des Hauses geht ihm offensichtlich auch am Allerwertesten vorbei. Das er mich verliert trifft ihn schon aber zum Umdenken bzw. Handeln hat es noch nicht gereicht. Er arbeitet im Vertrieb im AD und bekommt jetzt wohl Druck wegen den Umsatzzahlen (Gastronomiebranche). Für die ganzen Umstände die dazu führen kann er jetzt nichts (Insolvenzen, Corona, Personalmangel, Energiepreise, Inflation usw.). Offensichtlich schafft er ja so schon kaum den Tag. Wenn ich gehe ist er gerade wach, wenn ich von Arbeit zurückkomme ist er zu 70 % schon zu Hause, meistens schläft er dann. Da ist glaube ich abzusehen was als nächstes passiert. Dann kommt der nächste Hammer für ihn. Wieviel kann ein Mensch aushalten bevor er ganz untergeht. Was muss noch passieren bevor er ins Handeln kommt.

    Ich habe das Gefühl das ich den Grundstein für die Abwärtsspirale gelegt habe als ich mich im April das erste Mal getrennt habe. Da hatte ich auch für mich das Gefühl das da in ihm irgendwas "kaputt" gegangen ist, weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll. Aber wahrscheinlich wäre der Punkt sowieso irgendwann gekommen nur später oder langsamer, was es am Ende auch nicht besser macht. Aber dann müsste ich mir diese Vorwürfe nicht machen. So suche ich immer ein wenig Schuld auch bei mir.

    Pusteblume , die Pro/Contra Liste ist eine gute Idee.

    LG Grüße

    Heute ist diese Phase wo ich mich frage war es wirklich so schlimm. Muss man dafür 28 Jahre hinter sich lassen?

    Klar wenn ich mir die vielen vielen Begebenheiten in Erinnerung rufe sage ich klar ja.

    Ich möchte einfach aufwachen und denken alles war nur ein böser Traum.

    Das ist wohl die beste Entscheidung für mich und vor allem auch für meinen Sohn, aber auch die schlimmste Entscheidung die ich jemals treffen musste. Im Moment habe ich tatsächlich das Gefühl das mein Mann auf den Abgrund zuläuft und ich lasse ihn laufen.

    Sorry, ist heute nicht mein Tag.

    Mein größtes Problem ist tatsächlich die Wohnsituation. Man begegnet sich jeden Tag und bekommt doch alles mit. Wenn ich ihn nicht sehen würde käme ich besser klar. Aber so, man sieht ja das es ihm Sch.... geht.

    Er wollte sich nicht trennen, für ihn ist das jetzt wahrscheinlich der Supergau.

    Sorry ich komme heute aus diesem Gedankenkarussell einfach nicht raus.

    kann was ihn stresst oder was ihn zum trinken bewegt. Ob ich hier helfen kann oder nicht. Ich meine irgendwas hat ihn ja bereits vor Jahren dazu getrieben.

    Das habe ich in unzähligen Gesprächen versucht herauszufinden. Als Antwort bekam ich immer das er es selber nicht weiß. Auch die Frage was kann ich ändern wurde ähnlich beantwortet.

    Da gebe ich Twizzler recht. Ich habs durch und mir wurde sehr schnell klar für den Moment ist diese Aufmerksamkeit und das Neue toll aber die Ursache für diese Misere wird es nicht wegwischen. Wie man so schön sagt vom Regen in die Traufe. Nehme es mit, wenn es gut tun. Aber lasse dich nicht über schnellt auf etwas ein. LG

    Das ist schon erledigt. Nach dem ersten Telefonat war es klar. Hatte aber andere Gründe.

    Hallo in die Runde,

    mir geht es soweit gut, ich hatte ein schönes WE. Habe das Wetter genutzt, war spazieren und Rad fahren. Es ist blöd allein, aber ich weiß auch das ich das nicht gemacht hätte wenn wir noch zusammen gewesen wären. Da habe ich mich so mit runterziehen lassen und hatte dann auch keine Lust.

    Im November möchte ich ja mal 3 Tage an die Ostsee und nun kommt meine Mutter mit. Da freue ich mich, das wird schön.

    Die letzten Tage hatte ich das Gefühl das er nicht getrunken hat, aber wer weiß. Gestern hat er mich gefragt ob er mich mal in den Arm nehmen kann. Ich habe das abgelehnt aber wie auf Kommando kamen die Tränen. (Am liebsten hätte ich ihn natürlich in den Arm genommen) Ich habe oft Momente da kommen mir sofort die Tränen, meistens nur kurz. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle. Am liebsten hätte ich natürlich das alles gut wird, wir wieder zusammenleben und alles so bleibt wie es ist. Ich weiß aber auch das das zu 99 Prozent nicht eintreffen wird. Sein Wesen ist so - nicht aktiv werden, eigene Fehler kaum sehen, keine Ehrgeiz dauerhaft etwas zu ändern usw.. Aber trotz allem tut er mir leid. Das kann ich einfach nicht abstellen. Er sitzt allein unten in der Wohnung. Den Kontakt zu unseren gemeinsamen Freunden möchte er nicht aufrecht erhalten. Er steht jetzt wirklich allein da und hat eigentlich keinen zum Reden. Bald Weihnachten und mein Geburtstag. Meine Eltern sind da und er unten allein in der Wohnung. Warum aber tut er mir leid. Er hat es doch verbockt. Sind meine Gefühle für ihn doch noch stärker als ich dachte oder woran liegt das.

    Vor allem beim Reden über vergangene Erlebnisse, Urlaube usw. muss ich unweigerlich weinen. Die Erkenntnis das das alles nie wieder so sein wird ist kaum zu ertragen.

    Es ist alles in allem unheimlich schwer wirklich hart zu bleiben.

    LG

    Und ich tue meinem Kind auch nichts schlimmes an……weil sie ihren Vater besoffen erlebt……sie hat auch schon alleine gelebt und auch selbständig…….das sie jetzt wieder im Haus und eigener Wohnung wohnt war ihre Entscheidung……..meine Tochter ist so klar und erwachsen mit dieser Situation- das hat hier auch nichts mit meiner Hilflosigkeit zu tun……….🤔

    Hallo Pamela71,

    diese Aussage von dir erschreckt mich. Mein Mann war auch betrunken oder angetrunken nie aggressiv. Aber mein Sohn hat mir erst die Tage gesagt das sein Verzicht auf Alkohol unmittelbar mit dem Erlebten bei meinem Mann zusammenhängt. Er hat wohl auch zu meinem Mann gesagt, er hätte ihm die Kindheit versaut.

    Mich hat das unheimlich getroffen da ich das ganze damals so nicht wahrgenommen habe. Ich würde alles tun um es rückgängig zu machen. Leider geht das nicht mehr. Ich kann das nur jetzt und für die Zukunft ändern. Mein Sohn hat bis heute keine Beziehung und war 2014 wegen depressiven Verstimmungen und Angstzuständen in Behandlung. Ob das auch mit dem Erlebten zusammenhängt weiß ich nicht.

    Deine Tochter leidet mit Sicherheit.

    LG

    Hallo Lea,

    ja das hatte ich dann einen Termin bekommen nachdem ich bei der Suchtberatung angerufen habe. Allerdings war der dann erst 5 Wochen später. Den habe ich dann aber nicht wahrgenommen weil ich der Meinung war für mich selber brauche ich das nicht. Mir wäre wichtig gewesen einen Termin mit ihm zusammen zu haben und die Probleme im Umgang miteinander zu besprechen. War vielleicht ein Fehler, ich weiß es nicht. Geändert hätte es am Ausgang der Geschichte wahrscheinlich trotzdem nichts.

    LG