Mein Partner hat mir immer wieder gesagt ich muss was machen, aber ich habe, ich will nicht sagen ihn nicht ernst genommen, ich würde sagen, ich wollte mich vor anderen Menschen nicht bloß stellen.
Oh ja - das hab ich auch. Vielleicht ist sogar die Sache mit dem sich Bloßstellen die schwerwiegendere. Deshalb hab auch ich als Angehörige so lange geschwiegen und gezögert. Es war MIR peinlich, wie mein Mann (zu mir) war. Ich habe es als mein Versagen angesehen...ich hab es nicht geschafft einen "normaleren" Mann zu finden. Es war ja jahrelang wirklich alles toll mit normalen Höhen und Tiefen.
Ich finde es, auch wenn du das vielleicht gerade nicht so empfindest, trotzdem stark, dass du nach dem Polizeieinsatz im Juli so ehrlich zu dir warst und dich in Behandlung begeben hast. Meinem Mann ist nicht einmal das gelungen. Er hat sich "Hilfe" beim Anwalt geholt und versucht nun mir auf diese Weise weiterhin die ganze Schuld zuzuschieben.
Bleib deinem Weg trotzdem treu, egal ob du deinen Lebensgefährten damit noch einmal erreichst oder nicht. Wir alle sind Menschen und machen Fehler...manchmal wirklich extrem große Fehler. Doch wir können uns immer dafür entscheiden alles zu tun um diesen Fehler wieder auszubessern. Vielleicht hilft es deinem Partner nicht mehr. Aber dir und den zukünftigen Menschen in deinem Leben bringt es bestimmt etwas.
Schade ist nur, ich komme so gar nicht an ihn ran, ich denke es ist wie bei Dir, er ist zutiefst verletzt, hat kein Vertrauen mehr und das Umfeld wird wohl auch sagen nichts wie weg. Ich weiß auch das es ohne ihn weitergehen wird, aber ich denke immer, da ist was zwischen uns.
Ein Teil von mir würde sich nichts sehnlicher wünschen, dass mein Mann das macht, was du gerade tust (Therapie). Trotzdem bin ich so verletzt, dass ich jetzt nicht mit ihm reden könnte und wollte. Ich will ihn nicht sehen und nicht hören. Ich komme dem aber nicht ganz aus, weil wir noch kleine Kinder haben. Mein Vertrauen in ihn ist nicht von heute auf morgen gebrochen, sondern über Jahre. Ein einzelnes Gespräch oder ein paar Wochen Therapie könnten das bei mir nicht reparieren. Ich weiß nicht, ob das überhaupt jemals möglich wäre, es wäre aber wohl ebenso ein langer Weg, wie es dauerte zu brechen. Bei mir stellt sich aber die Frage gar nicht. Mein Mann hat keine Einsicht.
Keine Sorge - ein Zurückgehen käme bei mir jetzt keinesfalls in Frage. Ich weiß nicht, was wäre, würde er ernsthaft sein Leben ändern, das über lange Zeit "beweisen" - wir haben immerhin Kinder, aber schnell - nein, ganz sicher nicht!
Du gehst deinen eingeschlagenen Weg FÜR DICH weiter! Jeden einzelnen Tag! Was einmal sein wird, kann dir niemand sagen. Du kannst den Weg nur gehen. Es ist nur eines sicher...MIT Alkohol wird der Weg immer tiefer in den Abgrund führen. Vielleicht hat es genau den Verlust deines Partners, diesen heftigen Schmerz, gebraucht, damit du aufwachst. Alles Sanftere davor hat ja nicht gefruchtet. Es heißt, das Leben ist immer FÜR uns und nicht gegen uns. Vielleicht brauchst du genau diesen Verlust um wieder ins Leben zurückzukommen.
LG, Saphira