Danke für eure aufbauenden und verständnisvollen Antworten. Das rührt mich sehr, und es ist ein ganz neues Gefühl, dass es Menschen gibt die Ähnliches erlebt haben.
Das ist ja gar nicht mein eigener Thread im Forum, und ich hoffe es ist ok, wenn ich an der Stelle dennoch weiterschreibe ( Bobbele )
ansonsten verschiebe ich das in meinen Beitrag.
Ich hoffe ich falle niemanden auf die Nerven mit einem wiederholten „Ja,aber…“ …doch im Moment fühle ich mich einfach verunsichert, verletzt und scheine keinen inneren Kompass mehr zu haben, der mir sagt, was richtig ist.
Ich höre bzw. lese hier oft, dass sich Partner ebenfalls zurückgezogen oder sich ablehnend, hart, kalt etc. verhalten haben - weil ihre Hoffnungen enttäuscht wurden, weil doch wieder Alkohol getrunken wurde etc.
So Ist das bei mir nicht, bzw. ich kann es nicht sehen im Nachhinein.
Ich weiß einfach nicht, warum ich so war und habe schon mehr als einmal an meinem
Charakter gezweifelt.
Es gab niemals die Situation, dass er mich enttäuscht hat, weil er wieder trinkt - weil es nie eine Abmachung gab. Der Alkohol war fast kein Thema bei uns, da habe ich fast gar nichts dazu gesagt. In all den Jahren kann ich es, glaub ich, an einer Hand abzählen
Ich hab auch nie gewollt, dass er einen Entzug macht oder Gespräche mit ihm in dieser Richtung geführt.
Er hat sein tägliches Bier getrunken
(Insgesamt wahrscheinlich mehr als ich mitbekommen habe) und ja.
Es waren andere Sachen, die schlimm für mich waren. Seine häufige Abwesenheit, dass er meist nicht Bescheid gesagt hat, wenn er später kommt. Ich war viel mit den Kids alleine. Sowas.
Ich hatte auch so oft das Gefühk, dass er nicht richtig ‚da‘ war, auch wenn er zuhause war!
Entweder war er richtig viel am Handy, oder er hat sich ins Bett gelegt und geschlafen (immer müde, da Schlafstörungen) oder er ist in die Garage ‚aufräumen‘ (mit Radio
an und jeder Menge Bier)…. also ich habe einfach den Eindruck im
Laufe der Jahre bekommen, dass er gar nicht gerne Familienvater ist.
Etwas sehr schlimmes war, als er in einem
Streit gesagt hat, er hätte uns alle
jahrelang durchgefüttert. Durchgefüttert! Als wären wir so Strassenköter, die man durchgefüttert hat.
Für mich als Mutter von 4 Kindern, jahrelang 24/7 für alle und jeden da und so ausgelastet, dass an arbeiten nicht zu denken war, war das schon ein Schlag ins Gesicht.
Für mich war es auch schwer allen in der Familie gerecht zu werden… das ging eigentlich nicht, aber ich habe es versucht.
Die Kinder hatten wahrscheinlich immer Vorrang und die Ehe ist einfach immer mehr ins Hintertreffen geraten.
Wer vor wem zuerst den Respekt verloren hat… schwer zu sagen.
Auch wenn das jetzt komisch klingt, mein Mann ist eigentlich ein ganz Lieber, romantischer Mensch und hat ein gutes Herz - verzweifelt ist er an meiner Mauer, die ich errichtet habe.
Und deshalb frage ich mich manchmal, ob ich nicht den Alkoholkonsum als Grund vorschiebe, um mein Verhalten zu rechtfertigen.
Ein Verhalten, das ich, wie gesagt, mir nicht erklären kann.
Ich habe nicht, wie viele hier, uM die Beziehung, Ehe gekämpft, nein, ich habe sie voll bewusst gegen die Wand gefahren, so
richtig sabotiert.
Keiner macht sich hier eine Vorstellung davon. Ich habe ihm teilweise nicht mehr richtig gute Nacht gesagt. Wenn er mich in den Arm nehmen wollte, hab ich ihn meist abgewiesen. Ich war genervt von allem
möglichen, sarkastisch und unfreundlich.
und das nicht nur hin und wieder sondern richtig richtig oft.
Und jeder Streit hat es noch verschlimmert.
Erst jetzt mit Abstand und alleine, sehe ich das. Diese Gedanken kommen immer ins immer wieder.
Die Version dass er eigentlich das Opfer ist und ich die Schlimme (wie er es auch sieht und auch in seinem Bekannten und Freundeskreis erzählt) … was mache ich nur damit??