Eldamalu: Ich möchte mich vorstellen als Angehörige - mein Mann trinkt.

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  • Liebe traumgeplatzt79

    Das klingt echt schlimm, und ich freue mich, dass es dir und deinem Sohn jetzt besser geht! Dein Sohn scheint auch sehr sensibel und auch wortgewandt für sein Alter zu sein.

    Es ist gut, dass ihr nun zur Ruhe kommen und euch euer Leben positiv aufbauen könnt. Zumal er noch so klein ist!


    Mich plagen aktuell eher Schuldgefühle und ich frage mich wie schon so oft, ob ich nicht doch übertreibe und alles schlimmer darstelle, als es ist / war.

    Ich war auch einfach oft so unfreundlich zu meinem Mann. Ich war eigentlich die mit den Launen, bzw. der schlechten Laune. Ich hab ihn abgewiesen…ich war auch keine gute Gesellschaft mehr :( ich habe mich in so eine schlechte Version meiner selbst verwandelt und mir einfach 0 Mühe mehr gegeben.

    Ich schäme mich im Nachhinein wirklich dafür. Ich kann verstehen, dass er gegangen ist :(

    Bierfahne habe ich komischerweise nie wirklich empfunden. Super betrunken in der Ecke lag er nicht. Und so launisch oder so war er auch nicht. Also auf Zehenspitzen musste hier niemand rumlaufen, Gottseidank. Haushalt, Kindererziehung…das hat ihm immer gut gefallen wie ich es gelacht habe, da war er super unkompliziert.


    Für mich war es eben so schlimm, dass er so oft weg war und auch teilweise diese Unzuverlässigkeit. Und er wurde schon schnell ungeduldig und reizbar in manchen Situationen. Ja und eben dieser tägliche Anblick von Alkohol.

    Ich denke mal wieder: ansonsten hatte ich doch einen tollen Mann!

    hatte ich?

    Meine Gefühle sind einfach so durcheinander :(

  • Letztendlich kannst nur du entscheiden was für Dich und Deine Kinder richtig ist und sich für dich richtig anfühlt.

    Ich habe mir Deine ersten Beiträge hier noch einmal durchgelesen. Ich würde dich bitten, das auch noch einmal zu machen und frage dich ob das wirklich das ist, was Du für Dich und die Kinder willst?

    Was würdest du einer Freundin raten, die dir so etwas über ihren Mann erzählt, insbesondere bzgl. Alkohol am Steuer.


    Hast du denn jemand der dich momentan unterstützt?

  • Dieses Zweifeln kenne ich zu gut, das hatte ich auch ganz lange. Ich glaube, es hat eher mit dem Loslassen des Lebens zu tun, das man für sich geplant hatte. Vater, Mutter, Kind - Familie eben. Aber um jeden Preis?


    Vielleicht ist auch das Gefühl des Verlassen worden deins das, was Dich Zweifeln lässt. Aber soll ich Dir was sagen? Ich fühlte mich auch verlassen, obwohl ich gegangen bin. Daraufhin hat meine Psychologin zu mir gesagt: "Er hat Sie verlassen - für den Alkohol."


    Mein ExMann fand es auch alles toll, wie ich es zu Hause gemanagt habe. Aber auch das ist typisch coabhängig, wurde gesagt. Er lobt seinen Versorger, damit man der Versorger bleibt.


    Der Tip von Mona ist super, Deine eigenen Beiträge noch einmal zu lesen.

  • Letztendlich kannst nur du entscheiden was für Dich und Deine Kinder richtig ist und sich für dich richtig anfühlt.

    Ich habe mir Deine ersten Beiträge hier noch einmal durchgelesen. Ich würde dich bitten, das auch noch einmal zu machen und frage dich ob das wirklich das ist, was Du für Dich und die Kinder willst?

    Was würdest du einer Freundin raten, die dir so etwas über ihren Mann erzählt, insbesondere bzgl. Alkohol am Steuer.


    Hast du denn jemand der dich momentan unterstützt?

    Liebe Mona

    …ja ich weiß :/ ich suche hier auch niemanden der mir sagt was ich machen soll, denn wie du schon sagtest, dass kann man nur selber wissen wie es sich anfühlt.

    Mir tut es einfach nur gut mal die Gedanken von mir so ‚unzensiert‘ reinzuschreiben.

    Ich hab auch eine gute Freundin zum reden, auch Familie, aber das Thema Alkohol wird dort nicht so ernst genommen - da fühle ich mich halt echt alleine damit!

    Ansonsten hab ich nicht wirklich Unterstützung. Ich regle das alles allein hier mit den Kids, fang nächste Woche auf der neuen Arbeitsstelle an, und fühle mich in manchen Momenten überfordert. Ich weiß dass ich es schaffen werde, doch emotional geht es mir nicht gut

    …ich werde mir ein Herz fassen und meine Beiträge nochmal lesen

  • Dieses Zweifeln kenne ich zu gut, das hatte ich auch ganz lange. Ich glaube, es hat eher mit dem Loslassen des Lebens zu tun, das man für sich geplant hatte. Vater, Mutter, Kind - Familie eben. Aber um jeden Preis?

    Ja das kann gut sein :(

    Ich habe es hier im Forum bisher nicht erwähnt , aber ich habe noch zwei bereits erwachsene Kinder, die ich früh aus einer Beziehung bekommen habe, und mit denen ich seit sie Kleinkind bzw. Baby waren, Alleinerziehend war. Die Großen wohnen mittlerweile beide nicht mehr zuhause.

    Als ich vor 12 Jahren

    meinen Mann kennenlernte waren sie knapp 9 und 11.

    Ich kenne es also sehr gut alleinerziehend zu sein.

    Als ich meinen Mann kennenlernte, ihn heiratete und noch zwei gemeinsame Kinder bekam, war ich auch einfach so glücklich, da ich das Gefühl bekam ‚angekommen‘ zu sein. Ich war nicht mehr alleinerziehend, ich war verheiratet. Ich lebte nicht mehr alleine, nein, ich hatte eine ‚komplette‘, klassische Familie und immer wenn sagte ich bin verheiratet oder es irgendwo auf einem Formular angab, war ich so stolz.

    Das heißt bis vor nicht allzulanger Zeit waren wir hier zuhause eine 6-köpfige Familie, immer war jemand da, war was los, Es waren so anstrengende, bunte, erlebnisreiche Jahre und mit zusätzlichen Besuch saßen hier nicht selten 8 oder 9 Leute am Tisch.


    Und nun sind dieses Jahr innerhalb weniger Wochen sowohl meine beiden Großen und kurz darauf auch mein Mann ausgezogen.

    Mit einem Schlag hat sich die Familie halbiert, und ich sitze hier alleine und habe so ein schlimmes Deja-vu - es Ist genau so wie damals vor 12 Jahren bevor ich meinen Mann kennenlernte: ich bin alleinerziehend mit zwei noch recht kleinen Kindern.


    Das ist alles einfach oft zuviel für mich. Mein familiärer Status, meine gefühlte Sicherheit, meine große Familie - alles ist binnen

    weniger Wochen weg, und nun sitze ich hier und fühle mich so, als sei alles nur ein Traum gewesen.


    Es tut mir leid, dass ich nun einen halben Roman geschrieben habe, aber ich bin oft so verzweifelt.


    Mir fällt es so schwer, den Gedanken zuzulassen, dass viele Probleme vom Alkoholkonsum meines Mannes kamen, bzw. kommen, dass es wirklich so schlimm ist mit den Auswirkungen.

  • Danke dass du dies mit uns geteilt hast- das wirft natürlich noch mal ein ganz anderes Licht auf deine Gefühle!

    Umso wichtiger ist, dass dir klar wird, dass Dein Mann Dich im Stich gelassen hat- nicht umgekehrt. Er hat den Alkohol gewählt, seinen liebsten Gefährten.

    Daran hättest du nichts ändern können.

    Hast du schon daran gedacht, dich an eine Beratungsstelle zu wenden, die dich psychisch stärken kann, ähnlich einer Therapie?

  • Liebe Eldamalu,


    gar nichts hier klingt verwirrend.

    Du kennst es aus deinen 20iger Jahren wie es ist, alleinerziehend zu sein. Du warst damals noch sehr jung und bestimmt oft überfordert. Wahrscheinlich hättest du es dir damals ganz anders gewünscht. Du warst dann jahrelang alleinerziehende Mama, warst wahrscheinlich trotzdem glücklich und stolz auf deine Kinder, aber eben allein. Das schönste am Glück ist doch, wenn man es teilen kann.

    Als ich meinen Mann kennenlernte, ihn heiratete und noch zwei gemeinsame Kinder bekam, war ich auch einfach so glücklich, da ich das Gefühl bekam ‚angekommen‘ zu sein. Ich war nicht mehr alleinerziehend, ich war verheiratet. Ich lebte nicht mehr alleine, nein, ich hatte eine ‚komplette‘, klassische Familie und immer wenn sagte ich bin verheiratet oder es irgendwo auf einem Formular angab, war ich so stolz.

    Ich fühle jedes einzelne Wort so mit.

    Ich bin mit meinem Mann auch vor genau 12 Jahren zusammengekommen und es hat sich viele Jahre so angekommen angefühlt. Ich war so unglaublich gern verheiratet mit ihm. Er wäre mir als Partner nicht zu langweilig geworden. Es gibt keine inneren Fragen a la "Was hab ich nur an ihm gefunden?" Ich sehe das noch immer. Ich sehe vieles aber leider nur noch, wenn ich in die Vergangenheit zurückschauen. Die Hülle ist noch so, wie sie war, durch den Alkohol und die Depressionen hat sich sein Wesen so verändert, dass er zum Energieräuber für die Kinder und mich wurde. Trotzdem blitzen immer wieder vertraute, schöne Eigenschaften auf, die mich zweifeln lassen (haben), ob ich nicht doch übertreibe.

    Mit dem Alkohol und den Depressionen wurde es aber immer schlimmer. Mein Mann hat wie deiner keine Einsicht. Helfen können wir ihnen nicht. Sie können sich nur selbst helfen. Du hast weiter oben geschrieben, dass du dich von ihm auch distanziert hast. Ist doch klar. Ich habe das auch. Ich habe mit der Zeit immer mehr mein Herz ihm gegenüber verschlossen. Das hat meinen Mann auch verletzt. Es hat ihn an seinen großen Kindheitsschmerz erinnert. Aber was hätte ich machen sollen? Je mehr und öfter er trank, umso unausgeglichener und anstrengender wurde er, meine Bitten damit aufzuhören und sich um seine Launen zu kümmern, Verantwortung dafür zu übernehmen, hat er ausgeschlagen. Wie sollte ich da weiter mit offenem Herzen durch die Gegend rennen und ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen? Irgendwann tut das einfach zu weh. Es war ja nicht so, dass ich das nur mit mir ausgemacht hätte, nein, ich habe oft das Gespräch gesucht. Er hat es einfach ignoriert und seinen Schmerz mit Alkohol, Sport und Wegbleiben von der Familie bekämpft.

    Wenn sich einer ändert, ändert sich das gesamte System. Genau das ist passiert...bei dir und bei mir.

    Wenn sich in dem Fall die Männer wie unreife Jugendliche aufführen, rutschen sie in die Kindposition und wir hüpfen (freiwillig😬) in die Elternposition. Für Eltern ist das eigene Kind als potentieller Partner total unattraktiv. Unsere Männer wundert das aber. Erwachsen wäre es gewesen für das eigene Verhalten die Verantwortung zu übernehmen. Es reicht nicht, wenn das nur eine/r macht.

    Das ist alles einfach oft zuviel für mich. Mein familiärer Status, meine gefühlte Sicherheit, meine große Familie - alles ist binnen

    weniger Wochen weg, und nun sitze ich hier und fühle mich so, als sei alles nur ein Traum gewesen und ich war nie etwas anderes als alleinerziehend mit zwei Kindern. :(

    Ich verstehe das so gut. Durch die vorausgegangene Geschichte tut es dir wahrscheinlich doppelt so weh. Denn der alte Schmerz bricht zusätzlich noch mal auf.

    Nur eines ist jetzt anders. Jetzt bist du älter und reifer, du hast Erfahrung und du hast es schon einmal aus diesem Jammertal heraus geschafft. Dein jetziger Mann ist trotzdem anders wie der Vater deiner großen Kids. Auch wenn du jetzt noch nicht um die Kurve sehen kannst, wie das weitergeht, kann es diesmal ganz anders laufen. Denn du bist anders. Du kannst jetzt bewusstere Entscheidungen treffen als noch vor 15 oder 20 Jahren.


    Ich schätze, du hoffst, dass dein Mann zurückkommt und ihr alles gemeinsam in Ordnung bringt. Was ich mir hier aus dem Forum von den meisten "Erfolgsgeschichten" herausgeholt habe, ist, dass die Beziehung zwischen nassem Alkoliker und Co zu Ende gehen musste, damit, falls es gewünscht war, eine neue, andere entstehen konnte. Soweit ich das überblicken konnte, war das nirgends nach 2, 3 Monaten erledigt, sondern dauerte Jahre. Veränderung geht manchmal schnell, oft aber ist es ein langer und langsamer Prozess. Solange noch Schmerz in uns ist, wissen wir doch noch gar nicht, wie wir die Sache in einem halben Jahr sehen und fühlen.


    Ich sende dir eine Umarmung,

    Saphira

  • Liebe Eldamalu,


    na klar bist du erstmal verwirrt. Wobei ich deine Beiträge garnicht so empfinde.

    Es muss ja langsam alles in dir ankommen. Mir hat das Aufschreiben hier immer viel dabei geholfen, alles zu sortieren und aufzuschreiben. Dadurch ist mir vieles nochmal klar geworden. Und es so schwarz auf weiß hier zu sehen hat es ganz deutlich gemacht.


    Liebe Grüße

    Aurora

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern.

    Aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ihr Lieben, Eldamalu und auch Saphira . Beim Lesen eurer Worte steigen die Tränen in mir hoch. Unser Empfinden und wie sich alles entwickelt hat (sein Herz verschließen nach den ganzen Verletzungen) ist 1:1 gleich. Und deshalb ist die Situation auch so unerträglich. Weil man selbst es eigentl. niemals so wollte, wie sich alles entwickelt hat. Weil man angekommen war und ein schönes Leben wollte mit dem Mann an seiner Seite. 😪😪


    Es ist so bitter, dass das Monster Alkohol irgendwann alles im Griff hatte. Und man selbst nichts ausrichten konnte. Und derjenige, der das konnte, genau das nicht gesehen hat, es nicht konnte oder wollte. Das lässt uns so verzweifeln. Und das hebelt jegliche Realität irgendwie wie aus (war bei mir so). Ich habe eine Zeitlang in einer richtigen Blubberblase gelebt und gefühlt, in der ich nur die positiven Erinnerungen eingefroren hatte und daran festhielt. Diese ist dann endgültig geplatzt, als ich schreiend vor Schmerzen durchs Haus lief, 2facher Bandscheibenvorfall, 3fach Schmerzmedis halfen nicht. Kind krank. Er kümmerte sich nicht. Nicht ums Kind und nicht um mich. Er hat mich eiskalt stehen lassen, als ich Essen für den Kleinen gemacht habe. Schreiend, wimmernd. Kurz vorm Zusammenbruch deshalb. Keine Reaktion. Eiskalt an mir vorbeigegangen, völlig ignorant. Um das liebe Bier wurde sich weiter gekümmert.


    DAS war mein Tiefpunkt. Da habe ich erst realisiert, dass er nicht mehr derselbe ist. Und ich auch nicht. Trocken hin oder her. Ich war kaputt. Dass die Blubberblase nicht die Realität ist, habe ich erst dann wahrgenommen. Viel zu spät.


    Auch ich war gern in einer Familie, das Sicherheitsgefühl im Rücken, das heile Zuhause. Leider nur eine Illusion. Das habe ich damals nicht gesehen.


    Ich bin so dankbar für euer Ohr, die Worte und all das, was es hier gibt, das so gut tut. Und es klingt gar nichts wirr und es braucht keine Entschuldigung für lange Romane. Denn wir sitzen alle im selben Boot 🤗

  • Ich war so unglaublich gern verheiratet mit ihm. Er wäre mir als Partner nicht zu langweilig geworden. Es gibt keine inneren Fragen a la "Was hab ich nur an ihm gefunden?" Ich sehe das noch immer. I

    Liebe Saphira,


    diese Worte könnten 1:1 von mir stammen. Wenn er mir wenigstens nicht mehr gefallen würde. Wenn ich denken könnte: ‚oh weh, was hatte ich nur damals an ihm gefunden?‘

    Dann könnte ich auch einfacher loslassen.

    Aber so ist es eben nicht. Das Leben mit ihm hat mich keine Sekunde gelangweilt, einen Mann wie ihn habe ich noch nie kennengelernt. Er ist so der Typ der stürmischen Umarmungen und der extra nochmal ne Runde um den Block fährt, in eine Rose von Nachbars Rosenbusch zu stibitzen, um sie mir mitzubringen. So ein Mensch, der an der Flügelform eines Vogels hoch oben erkennen kann, was für ein Vogel da fliegt und der mich nach dem aufwachen, wo ich mich zerzaust und verschlafen aufgetaucht bin, verliebt angeschaut hat und mir gesagt hat, wie schön er mich findet. Einer für jedes Abenteuer. Dazu ist er noch groß, breitschultrig, gutausshend und sexy. Gut im Bett. Und zudem noch ziemlich jünger als ich.

    Ich hab damals monatelang gedacht es kann doch echt nicht wahr sein, dass ich mit ihm zusammen bin.

    Dieser Mann heiratet mich.

    Unsere Kinder sind unfassbar hübsch und total pfiffig.

    Alle Welt hat immer die perfekte Familie in

    uns gesehen.


    Und ich sitze da und könnte mir Stunden- und tagelang die Augen ausweinen, was daraus geworden ist.

    Es kommt mir vor wie ein schlechter Film.


    Aber wie du auch schriebst: das sind alles Erinnerungen!!


    Dee Vater meiner großen Kinder ist völlig überraschend gestorben, als sie 13 und 16 waren.

    Umso froher war ich, als ich meinen Mann an meiner Seite hatte, der mir geholfen hat, das alles durchzustehen.

    Damals war alles… oder zumindest noch sehr viel in Ordnung.

    Ich frage mich, ob 7 Jahre reichen, um einen Menschen charakterlich so extrem zu verändern?

    Es ist ja nicht eine Flasche Schnaps am Tag. ‚Nur Bier‘.


    Kurz vor der Trennung sagte mein Mann mal zu mir im Streit, ich hätte ihm beigebracht, so ekelhaft zu sein.

    Die Worte sitzen immer noch.

  • Liebe traumgeplatzt79


    Es tut mir so leid, was du mitgemacht hast. Das klingt echt schrecklich.

    Ich kann das ganze Drumherum an Gefühlen und wie es ablief so unfassbar gut nachvollziehen.


    Darf ich dir und euch von meinem persönlichen Tiefpunkt erzählen?

    Gleichsam als Gegengewicht auf der Waage zu meinen vorausgegangen Schwärmereien? (die ja an sich total schön sind, vor allem wenn man nach so langer Beziehung immer noch diese Gefühle hat)


    Es war vor etwas mehr als 2 Jahren, ich hatte furchtbare Migräne und stand echt neben mir, und mein Mann hat mich zu einer Zahn OP gefahren, die ich trotzdem wahrnehmen wolle. Ich war sauer, weil wir viel zu spät dran waren ( DER Stressauslöser für mich) und erst das Auto aufgeräumt werden musste, weil die Kindersitze voll Kram gepackt waren (ich glaube es waren auch Flaschen dabei).

    Wir sind losgefahren und ich hab mich beschwert und rumgemeckert. Zu Erklärung muss ich sagen, dass die Migräne mich dann einfach so fertig macht :(

    Mein Mann hat auf offener Straße eine Vollbremsung hingelegt, dass den Kindern die Kuscheltiere aus der Hand geflogen sind, hat wie ein irrer auf das Lenkrad eingeschlagen und mich die nächsten Kilometer ungehemmt angeschrieen.

    Stumm vor Schreck hab ich kein Wort mehr herausgebracht, bin wie eine Schlafwandlerin zum Kiefernchirurgen, hab die OP über mich ergehen lassen und bin dann stark im

    Mund blutend und froh über die Maske im

    Gesicht mach Hause gefahren, kurz vor dem

    Zusammenklappen.

    Zu meiner Mutter nach Hause gewankt und dort zusammengebrochen.

    Mein Mann hat kam total sauer angerauscht, hat die Kids abgeladen und meinte, wenn ich dich nicht gefunden hätte, wären sie mit auf die Baustelle gekommen!Dann ohne richtige Aufsicht in praller Hitze.

    Er hat sich danach kein einziges Mal erkundigt wie es mir geht, hat sich nicht entschuldigt und einfach so getan, als wäre das ganze nie geschehen.


    Irgendwas in mir ist damals zerbrochen und ich konnte keine richtigen Gefühle mehr zeigen.

    Ich glaube das war auch der Moment, wo ich mich angefangen habe vor meinem

    Mann irgendwie auch zu fürchten.

    Das ist nie ganz weggegangen.

    Natürlich hat die Tatsache, dass ich mich so verschlossen habe, ihn zutiefst gekränkt, und das hat er auch oft gesagt.

    Er kam dann zu dem Schluss, dass ich ihn nicht mehr liebe.

    Es ging immer mehr bergab.

    Mehr Streits. Mehr Alkohol.

    Mehr Abweisung meinerseits.

    Dann die Trennung.


    Und immer noch und immer wieder fühle ich mich auch extrem schuldig.

    Ich war so zickig.

    So ablehnend.

    Ich könnte jetzt schon wieder einfach nur weinen

  • Mhhh, ohne zu viel zu psychologisieren: kann es sein, dass du deinen Mann sehr idealisierst, weil du das Gefühl hast, ihm dankbar sein zu müssen, dass er Dich genommen hat? Ich lese das so ein bisschen raus.


    Betrachte doch mal bitte wer du bist! Was für eine tolle, toughe Frau! Zwei Kinder nach einem schweren Schicksalsschlag alleine aufgezogen, dann noch einmal zwei Kinder bekommen, einer Familie ein schönes Heim bereitet.

    Was für eine mega Frau!

  • Mhhh, ohne zu viel zu psychologisieren: kann es sein, dass du deinen Mann sehr idealisierst, weil du das Gefühl hast, ihm dankbar sein zu müssen, dass er Dich genommen hat? Ich lese das so ein bisschen raus.

    ,.vielleicht auch. Ich bin auch attraktiv und er meinte umgekehrt auch, ich kann es nicht glauben, dass du mit mir zusammen bist!

    Da musste ich innerlich schmunzeln.

    Mein Selbstwertgefühl ist leider im allgemeinen nicht besonders gut.


    Abgesehen davon liebe ich ihn einfach und finde so vieles an ihm so toll.

    Wenn man mal den Alkohol weglässt.

    Wir passen an sich auch echt gut zusammen.


    Aber das ist eben leider nur die eine Seite der Medaille.

  • ich habe hier im Forum mal den Vergleich gelesen, Alkohol sei wie eine Geliebte. Zumindest Verhalten sich viele Alkoholiker so, als ob sie eine Geliebte hätten: sie lügen Dich wegen ihr an, sagen Dir Du bildest dir alles nur ein- nur mit dem Unterschied, dass die "Geliebte" Alkohol offen mit Dir im Haus wohnt. Und jetzt die Frage: würdest Du denn weiterhin bei dem Mann bleiben wollen der seine Geliebte mit zu Dir ins Haus nimmt?

  • Hallo Eldamalu,


    bevor ich nun auf deine letzten Beiträge antworten konnte, musste ich mir erst nochmals deine Beiträge vom Anfang durchlesen. Dir wurde geraten dies auch nochmals zu machen. Als erstes gehe ich auf die neuen Texte ein, weil die was in mir hervorgerufen haben....meine Erinnerungen

    Ich war auch einfach oft so unfreundlich zu meinem Mann. Ich war eigentlich die mit den Launen, bzw. der schlechten Laune. Ich hab ihn abgewiesen…ich war auch keine gute Gesellschaft mehr :( ich habe mich in so eine schlechte Version meiner selbst verwandelt und mir einfach 0 Mühe mehr gegeben.

    Auch ich hatte so eine Zeit. Und es war die Folge davon, dass er trank, wie bei dir.

    …wäre ich liebevoller gewesen

    …hätte ich besser kommuniziert

    …hätte ich ihn wieder an meiner Seite schlafen lassen (wir hatte lange getrennte Zimmer worunter er sehr gelitten hat)

    …hätte ich mich nicht so verschlossen

    Hätte….Hätte…

    Auch ich hatte diese Gedanken.....hätte ich dies oder hätte ich das....ABER heute weiß ich ganz genau, egal, es wäre sowieso alles so gekommen wie alles kam. Denn mein Verhalten ihm gegenüber war dem geschuldet, dass er trank und ich damit nicht mehr klar kam. So wie es auch bei dir war/ist!


    Ein ganz gutes Beispiel, auf Feiern trank mein Mann, nicht wenig aber auch nicht so viel dass man behaupten könnte er wäre besinnungslos besoffen. Er war lustig, alle um ihn herum hatten mit ihm Spaß. Ich saß da und wurde immer ruhiger. Mir gefiel es von Bier zu Bier immer weniger. Ich war dann immer die, die nur meckert und keinen Spaß versteht. Aber ich war ja auch die die wusste dass die Fahrt nach Hause, der Tag danach eben nicht mehr lustig wird. Ich war ja die, die alles auffangen und ertragen musste. Meine fast Schwiegertochter (hat mir mein Sohn erst erzählt als sie getrennt waren, deren Vater oder besser gesagt deren ganzen Familie auch gern mal trinkt) mochte meinen Mann lieber als mich obwohl ich für sie mehr da war und ich mit ihr mehr zu tun hatte als mein Mann. ABER mit ihm war es halt lustiger. So empfanden mehrere Menschen um uns herum. Bis zu dem Tag als ich darüber redete was bei uns zu Hause so los ist und ich ihn nicht mehr schütze oder ihm den Rücken frei hielt.


    Ich weiß aber genau wie du denkst und du fühlst. Es könnte ja alles noch viel schlimmer sein. Warum kann ich nicht einfach akzeptieren das er (also in meinem Fall, in deinem ist es ja täglich, wenn ich das richtig gelesene habe) ab und an trinkt. Aber ich konnte es nicht, da sich vieles durch das trinken verschoben hat, so wie anscheinend bei euch. Und genau das ist das Auschlaggebende. Dazu kommt bei dir, dass deine Kinder schon den eine oder anderen Vorfall mitbekommen haben. Und das ist leider nicht gut für sie.


    Darf ich dich Fragen wie das deine beiden großen so wahrgenommen haben, redest du mit ihnen darüber?

  • ch habe hier im Forum mal den Vergleich gelesen, Alkohol sei wie eine Geliebte. Zumindest Verhalten sich viele Alkoholiker so, als ob sie eine Geliebte hätten: sie lügen Dich wegen ihr an, sagen Dir Du bildest dir alles nur ein- nur mit dem Unterschied, dass die "Geliebte" Alkohol offen mit Dir im Haus wohnt. Und jetzt die Frage: würdest Du denn weiterhin bei dem Mann bleiben wollen der seine Geliebte mit zu Dir ins Haus nimmt?

    Dieser Vergleich ist Mega 👍🏼👍🏼😃

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