Beiträge von Panama

    Inzwischen war ich bei der Suchtberatung. Das war noch nicht sehr hilfreich, die haben mich über ihre grundsätzliche Arbeit und Möglichkeiten informiert. Einmal im Monat gibt es eine Gruppe für Angehörige. Darüber hinaus gibts auch Einzelgespräche für Angehörige. Da muss ich jetzt aber erstmal sechs Wochen auf einen Anruf zur Terminvereinbarung warten. Sehr zäh alles.

    Das klingt wirklich alles furchtbar schrecklich. Es tut mir unglaublich leid für die Kinder und dich.

    Nach allem, was ich hier gelesen habe, hast du aber auf jeden Fall richtig gehandelt! Du hättest ihm nicht helfen können, das hätte er nur selbst gekonnt.

    Du hast auf jeden Fall richtig gehandelt für dich und die Kinder! Du hast sie vor etwas schrecklichem und traumatischem bewahrt. Sowas sollte sich kein Kind miterleben und sich ansehen müssen, deswegen war es völlig richtig zu gehen!

    Die Kinder nicht zur Beerdigung mitnehmen, kann ich dir nicht einfach so raten.

    Hast du Familie/ Freunde, die dich und die Kinder unterstützen können?

    Sprich mit dem Kindergarten, die kennen sich auch mit Trauerfällen in Familien aus und können dich und den Kleinen beraten und unterstützen.

    Sprich mit den Kindern. Erkläre ihnen, wie so eine Beerdigung abläuft.

    Erkläre besonders dem Kleinen, dass vielleicht auch viel geweint wird. Dass das aber normal und auch gut ist und nicht beängstigend.

    Frage sie dann, ob sie mitgehen möchten oder nicht. Er ist ihr Vater gewesen. Sie sollten das Recht haben, selbst zu entscheiden. Neun Jahre ist auf gar keinen Fall zu klein, bei dem Vierjährigen bin ich nicht sicher, da würde ich auf den Rat des Kindergartens und seine eigene Meinung hören.

    Sie können dem Papa einen Brief schreiben oder ein Bild malen und ins Grab legen.

    Versuche den Scherbenhaufen noch ein paar Tage gedanklich wegzuschieben. Das hat ganz bestimmt noch Zeit.

    Jetzt musst du dir Zeit nehmen zum Trauern. Und du musst für die Kinder da sein.

    Für den Rest ist immer noch Zeit.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!

    Vielleicht kannst du dir auch was von zuhause mitnehmen?

    Was zu lesen, Handarbeiten, eigene Malstifte, Musik (mit Kopfhörern), Puzzle oder was du sonst gerne machst?

    Gibt es Sportmöglichkeiten, einen Park zum Spazierengehen?

    Vielleicht einfach mal den Kontakt zu den Mitpatienten suchen, vielleicht findest du auch jemanden zB zum Karten spielen, Rummikub oder was auch immer.

    Wäre ja auch eine Chance, vielleicht was neues zu entdecken, was dir Spaß macht um später zuhause deine Freizeit angenehm zu gestalten.

    Als Angehöriger denkt man ja auch sehr ähnlich wie der Alkoholiker.

    Warum änderst du nichts, schon seit so langer Zeit? Du leidest, deine Kinder leiden.

    Aber Du willst deine Familie (bzw. deinen Partner) nicht aufgeben.

    Und Dein Partner will den Alkohol nicht aufgeben.

    Glaubst du nicht, man könnte schon viel früher etwas bewirken und auch auf das Bewußtsein des Partners einwirken?

    Hm, kannst du das noch mal eher erläutern?

    Ich denke schon, dass viele Partner das Problem zuhause thematisieren und teils bitten und betteln, dass der Partner weniger trinkt oder am liebsten gar nicht. Aber das ist doch das Hauptding, dass doch die Betroffenen selbst erstmal wenig bis keine Einsicht haben, dass ihr Trinktverhalten problematisch oder krankhaft ist?

    Und die betroffenen Partner wissen eben auch nicht, dass man nicht helfen kann und sollte und geraten dann in die Co. Abhängigkeit.

    Das hab ich nicht richtig ausgedrückt. Natürlich meinte ich nicht die Strukturen/ Gewohnheiten der letzten Monate.

    Sondern ein verändertes Leben, wieder mit gesunder Ernährung und regelmäßigen und geplanten Mahlzeiten. Essen zuhause und nicht im Restaurant, wo man andere Leute trinken sieht und die Weingläser schon auf dem Tisch stehen. Sport und Bewegung. Freunde treffen, die er in den letzten Monaten total vernachlässigt hat. Die übrigens Bescheid wissen und nicht mit ihm oder vor seinen Augen trinken würden.

    So ist zumindest sein Plan.

    Ich hab mir für mich verschiedenes vorgenommen, was ich in den nächsten Wochen verändern will.

    Mehr Zeit für mich, wie das Wellness-Hotel. Mehr Treffen mit Freundinnen.

    Öfter und regelmäßig rausgehen an die frische Luft.

    Sport nehme ich mir schon lange vor. Das wird echt schwierig, dazu kann ich mich echt schlecht aufraffen. Fitnessstudios sind ja auch echt teuer, im Winter draußen ist aber keine Alternative für mich.

    Öfter kochen und mehr Gemüse essen.

    Dann will ich mir mal einen Überblick verschaffen, was das Haus so monatlich kostet und generell mal einen Überblick über die Finanzen.

    Und ich werde den Immobilienmarkt beobachten, ob da mal was dabei ist, was ich mir für die Kinder und mich vorstellen kann.

    Also, dass er alkoholkrank ist, haben wir vor einigen Monaten festgestellt.

    Es ist nicht so, dass er schon seit Jahren völlig unkontrolliert getrunken hat.

    Seit einigen Monaten war es so eskaliert, dass ich gesagt habe, es muss sich was ändern. Er hat dann noch gedacht, er kriegt das selbst in den Griff, er kann kontrolliert trinken etc.

    Dann habe ich bemerkt, dass die Abstürze schlimmer wurden und dass ich so nicht mehr leben will.

    Ich habe ihn dann gebeten zu gehen, was er auch gemacht hat. Das ist jetzt ca. 8 Wochen her.

    Ehrlich gesagt, habe ich gedacht, dass er insgeheim irgendwie froh ist. Weil er dann seine Ruhe hatte und ungestört hätte trinken können. Ich habe damit gerechnet, dass es schlimmer wird mit der Trinkerei.

    Wurde es aber nicht, trotz starker emotionaler Belastung für ihn (Tod eines engen Familienmitglieds, Streit mit Geschwister wegen Erbe, Trennung von mir und den Kindern). Er hatte einen ziemlichen Absturz um die Beerdigung. Das ist ca. zwei Wochen her.

    Seitdem ist er trocken.

    Er sagt selbst, dass es mit der Trinkerei nicht weiter gehen kann. Er schafft ja auch seine Arbeit nicht mehr richtig. Ihm ist klar, dass kontrolliertes Trinken bei ihm nicht funktioniert.

    Vor ca. 3-4 Wochen hat er mit einer ambulanten Therapie angefangen.

    Wenn er aktuell trinken würde, wäre es für mich überhaupt keine Option, dass er nach Hause kommt.

    Am Wochenende will ich mit ihm reden, wie er sich das genau vorstellt und vor allem über einen Plan B sprechen, was passiert, wenn er es nicht schafft. Wie hier schon geschrieben und was ich ihm gesagt habe, ich kann mir das auf gar keinen Fall mit ansehen, wenn er weiter trinken sollte. Dann trenne ich mich auf jeden Fall.

    Cadda - ich bin ja noch gar nicht in einer Position gewesen, wo er mich nicht enttäuschen kann. Dazu bin ich ja emotional viel zu eng drin. Ich denke, dass würde Jahre dauern (wir sind über 20 Jahre zusammen). Auch wenn wir uns trennen, werde ich ja emotional noch lange lange drin hängen. Und enttäuscht wäre ich ja immer weiter, wenn er es nicht schafft. Weil er sich dann ja wahrscheinlich nicht zuverlässig um die Kinder kümmern kann.

    So, jetzt mache ich mir Gedanken, wie es hier weiterlaufen wird.

    Mein Mann muss bald aus seiner Unterkunft raus und möchte wieder nach Hause kommen.

    Er will uns nicht verlieren und sein Leben weiter ändern. Er meint, es fällt ihm hier viel leichter, weil er hier eine Struktur hat und viel mehr Möglichkeiten (aktuell lebt er aus dem Koffer, hat nur wenige Sachen dabei, hat keine Küche, kann keine Freunde einladen etc.).

    Ich weiß nicht so richtig, wie es mir damit geht. Einerseits vermisse ich ihn auch. Die Kinder fragen auch jeden Tag, wann er endlich wieder nach Hause kommt. Andererseits habe ich Angst. Ich habe hier so viele Geschichten gelesen und offenbar ist die Wahrscheinlichkeit ja wirklich gering, dass ein Alkoholiker es schafft, dauerhaft trocken zu leben.

    Habt ihr Tipps für mich, wie ich damit umgehen kann?

    Vielen Dank!

    Puuuh. Ich bin gerade sehr happy. Hab mir für nächste Woche zwei Tage in einem Wellnesshotel gebucht :shock::mrgreen: .

    Da hab ich schon ein paar Tage dran rumgedacht und jetzt mach ich das einfach.

    Das schlechte Gewissen meldet sich zwar, aber das versuche ich jetzt ruhig zu halten. Neben dem ganzen Stress mit meinem Mann ist es nämlich auch gerade sehr sehr schwierig und anstrengend mit meiner psychisch kranken Mutter.

    Ich kümmer mich mich immer um alles, bin hier seit Wochen alleine verantwortlich und jetzt bin ich auch mal dran.

    Ich hab das verdient!

    Oh wie schön, schon die ersten Antworten.

    Danke Aurora für den Tipp mit der Vereinigung, da erkundige ich mich mal.

    Bei der Beratungsstelle hab ich nächste Woche einen Termin, mal gucken, was die für Tipps und vielleicht auch Hilfsangebote haben.

    Ja, ich möchte mich gerne weiter austauschen und hab im Co.-Bereich auch schon mitgelesen.


    Tja, ich weiß ja eben nicht, ob ich eine Therapie brauche. Aber ich will mich auf jeden Fall mal erkundigen und vielleicht doch auch etwas anleiern. Absagen oder feststellen, dass man das nicht braucht, kann man ja immer noch.

    Aktuell hänge ich etwas in der Luft und weiß nicht genau, wie es bei uns weiterlaufen wird.

    Ich hab meinem Mann klar gesagt, dass ich mir das nicht angucke, wenn er weiter trinkt. Ich will und kann so nicht leben. Und ich will das auch für die Kinder nicht.

    Wenn es aber zur definitiven und endgültigen Trennung kommt, weiß ich nicht, wie ich das alleine schaffen soll. Da werde ich viel Unterstützung brauchen. Wir sind sehr sehr lange zusammen und noch kann ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.

    Hallo zusammen,

    ich bin auf der Suche nach Hilfe und Unterstützung. Ich bin Mitte 40 und habe zwei Kinder (10 und 8 Jahre).

    Mein Mann ist Alkoholiker.

    Ich habe hier schon viel hilfreiches gelesen, es kommen aber immer wieder noch verschiedenste Fragen auf.

    Momentan versuche ich heraus zu finden, welche Hilfe ich brauche und wie ich da ran kommen kann bzw. auf was ich Anspruch habe.

    Bin ich Co-abhängig? Ich weiß es nicht.

    Auf jeden Fall suche ich Unterstützung, um den bestmöglichen Weg für die Kinder und mich zu finden.

    Ich war letztens bei meiner Hausärztin. Es ist mir dort echt sehr schwer gefallen, auszusprechen, dass mein Mann Alkoholiker ist und ich irgendwie Hilfe brauche.

    Sehr hilfreich war das Gespräch aber leider irgendwie nicht, glaube ich.

    Im Prinzip soll ich mich an eine Selbsthilfegruppe wenden und zur Not würde sie mir leichte Tabletten zum Schlafen verschreiben (ich schlafe schlecht, habe oft Magenschmerzen, esse wenig und hab immer mal wieder Angst und Herzrasen). Tabletten möchte ich aber gar nicht.

    Ich hatte gehofft, Unterstützung zu bekommen, wie ich vielleicht an eine Therapie rankomme.

    Braucht man dafür eine Überweisung oder wie funktioniert das? Ich habe mir die Webseiten von einigen Therapeuten angesehen, da steht aber immer nur was von Selbstzahlern.

    Wie komme ich an geeignete Therapeuten, die sich mit Co.-Abhängigkeit auskennen?

    Und brauche ich das überhaupt? Fragen über Fragen.

    Zurzeit suche ich Adressen von realen Selbsthilfegruppen raus. Leider sind die Treffen meist abends, das ist für mich blöd wegen der Kinderbetreuung.

    So, ich glaube, das wars erstmal.

    Ich freue mich auf einen Austausch mit anderen Betroffenen.