Dieser Thread kommt in Schieflage und ich möchte Dich aus diesem Grund darauf hinweisen, dass wir hier Mut machen
wollen, und nicht mit Ermahnungen und Negativbeispielen aufwarten wollen.
Mut machen:
Auch wenn ich mittlerweile meinen Ex wieder in mein Leben geholt habe, so ist der Umgang mit meinen Co-Anteilen ein völlig anderer.
Ich weiß nicht, ob ich hier als „gutes“ Beispiel Mut machen kann.
Denke aber schon, dass auch mein Weg, raus aus der Abwärtsspirale, ein Umgang mit der Abhängigkeit ist, die zumindest für mich zur Zeit gut passt.
Als erstes war da das Erkennen!
Das Erkennen MEINER Sucht. Meiner Co-Abhängigkeit. Ich war mir anfangs nicht mal klar, was dieser Begriff tatsächlich bedeutet.
Ich habe tagelang heulend im Bett gelegen, war zu nichts mehr in Stande, wollte, dass dieser unfassbare Schmerz einfach nur aufhört. Ich war soweit, dass es nicht mehr darum ging, dass mein Partner mit dem Saufen und Lügen und Versprechungen usw. aufhört. Ich musste einsehen, dass, genau wie nur er seine Sucht alleine angehen kann, das gleiche für mich gilt.
Ich habe mich hier angemeldet, anfangs noch mit so viel Hoffnung, die ich durch die Beiträge und Antworten auf meine Posts aber begraben habe. Das war ein hartes Aufschlagen in der Realität. Als ich das aber begriffen hatte, gabs keine Umkehr mehr. Es ging Tag für Tag nur noch Richtung Trennung. Das tat unheimlich weh, es hat mich förmlich zerrissen. Die ersten Tage nach meinem Auszug waren die reinste Hölle. Ich fühlte mich selbst, wie auf Entzug, mit körperlichen Symptomen, ganz zu schweigen vom seelischen Schmerz. Ich schrieb sehr viel hier, ging zu meiner Therapeutin, in eine SHG für Angehörige und fing an, ganz langsam, wieder meine Bedürfnisse zu erkennen. Ich lernte so viel über mich. Wer ich überhaupt ohne Partner bin und auch sein will. Es war alles andere als leicht. Ich ging durch das Tal der Tränen. Und auf einmal kam immer öfter wieder die Sonne durch die Wolken. Anfangs nur kurz, dann immer öfter und länger. Ich besuchte einen Töpferkurs, traf mich öfter mit einer Freundin, gehe ins Yoga. Ich bin wieder mehr für meine Familie und meinen Hund da.
Und da kam dann auch die Akzeptanz, dass ich ihn nicht ändern kann, aber mich und meinen Umgang mit seiner Krankheit.
Wir sind seit ein paar Wochen wieder ein Paar, allerdings auf völlig anderer Basis. Ich hab meine eigene Wohnung, die ich mir so eingerichtet habe, dass ich jeden m2 davon liebe und die ich nicht mehr - für egal wen -aufgeben werde! Ich habe Nägel mit Köpfen gemacht und auch bei meiner Arbeit einen neuen Job gesucht und gefunden. Ich weiß für mich, dass ich die Beziehung zu meinem suchtkranken Partner nicht ewig führen werde. Aber ich bereue nichts bis hierher. Mir gehts aktuell so gut, wie seit (ohhhh) 10 Jahren nicht. Es gibt natürlich Höhen und Tiefen. Aber das ist das ganz normale Leben und nicht mehr geprägt durch die Suchterkrankung.
Also erst Mal muss man es erkennen, akzeptieren und dann entsprechend handeln.
Es gibt immer einen Weg, Lösungen.
Wir sind keine Gefangenen und haben es alleine in der Hand, was wir aus unserem Leben machen, bzw. wie wir mit gewissen Umständen umgehen.