Beiträge von Nova

    Exotische Verstecke?

    Eigentlich sollte ich das nicht schreiben, denn dann werdet ihr an diesen Stellen suchen und es geht ja darum, aus diesem Schema rauszukommen. Was bringt euch jetzt noch die Bestätigung, für etwas, dass ihr doch schon wisst?

    Eins geb ich euch:

    In seiner Hosentasche, während ich neben ihm stand und jedesmal, wenn er dachte, ich merk nix, hat er sich da seinen Schluck genehmigt. Könnte noch viele ausgefallene Verstecke aufzählen, denke aber, das wäre für Euch nicht hilfreich.

    Bitte geht jetzt nicht sämtliche vermutlichen Verstecke ab und „hofft“ da was zu finden!

    Als ich das damals begriffen habe, dass er es vor mir versteckt, hab ich ihn gefragt, für wie blöd er mich hält und dass er damit meine Intelligenz beleidigt. Auch wenn er lallend vor mir stand und behauptet hat nix getrunken zu haben, der Tag war ja nur so anstrengend und er fühlt sich krank…. Bla bla bla


    Vertraut Eurer Wahrnehmung, das ist alles, was Ihr als Beweis braucht!

    Eine ernstgemeinte Frage dazu. Wenn ein Alkoholiker heimlich trinkt... und durch welche Überführung auch immer, er auffliegt und das Thema offen gelegt wird... ändert sich dann nicht etwas in dem "System - heimlich trinken"... ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll.

    Guten Morgen Luisa,

    wie Dagmar schon schreibt. Es ändert nichts.

    Es wird abgestritten. Selbst wenn derjenige die Bierflasche noch in der Hand hält. Es ist unfassbar, mit welcher Dreistigkeit sie dir, selbst bei Offensichtlichem, noch ins Gesicht lügen.

    Das Überführen macht es meiner Meinung nach nur schlimmer, da dann eben jede Gelegenheit genutzt wird, um heimlich zu trinken. Du findest Verstecke (nicht mal unbedingt, weil du gesucht hast) die so irre sind, dass du das schon beinah bewunderst, welcher Einfallsreichtum da entwickelt wird.

    Überführen macht es eigentlich nur dem Angehörigen leichter, ins Handeln zu kommen, denn damit hört der Zweifel an der eigenen Wahrnehmung auf. Da gibts dann einfach keine Ausreden mehr, kein "du übertreibst - so schlimm ist es doch nicht- (abgesehen von dem schwachen Versuch es zu bagatelisieren: Das steht da schon länger.....)

    Hey, da kann ich grade auch mal meinen Senf dazugeben :)

    Erstens: gute Entscheidung! Du würdest, sobald ihr fest zusammen wohnt nämlich kaum noch schlafen können. Du würdest kaum noch essen können. Alle deine Gedanken würden nur noch um ein Thema kreiseln: seine Sucht

    Meine Schlafqualität ist nach meinem Auszug bei meinem Freund um ein Vielfaches besser geworden. Keine nächtliche Unruhe mehr, weil er ewig nicht ins Bett kommt, noch nen Mitternachts-Kochanfall bekommt oder er so knülle neben dir liegt, dass du am nächsten morgen von seinen unkontrollierten Gliedern blaue Flecken hast.

    Ich hab in meiner schlimmsten Phase nichts mehr essen können, jeden Tag geheult und war echt am Ende.
    Du kannst das noch stoppen und ich wünsche dir sehr, dass du da dran bleibst.

    LG Nova

    Dieser Thread kommt in Schieflage und ich möchte Dich aus diesem Grund darauf hinweisen, dass wir hier Mut machen

    wollen, und nicht mit Ermahnungen und Negativbeispielen aufwarten wollen.

    Mut machen:

    Auch wenn ich mittlerweile meinen Ex wieder in mein Leben geholt habe, so ist der Umgang mit meinen Co-Anteilen ein völlig anderer.

    Ich weiß nicht, ob ich hier als „gutes“ Beispiel Mut machen kann.

    Denke aber schon, dass auch mein Weg, raus aus der Abwärtsspirale, ein Umgang mit der Abhängigkeit ist, die zumindest für mich zur Zeit gut passt.

    Als erstes war da das Erkennen!

    Das Erkennen MEINER Sucht. Meiner Co-Abhängigkeit. Ich war mir anfangs nicht mal klar, was dieser Begriff tatsächlich bedeutet.

    Ich habe tagelang heulend im Bett gelegen, war zu nichts mehr in Stande, wollte, dass dieser unfassbare Schmerz einfach nur aufhört. Ich war soweit, dass es nicht mehr darum ging, dass mein Partner mit dem Saufen und Lügen und Versprechungen usw. aufhört. Ich musste einsehen, dass, genau wie nur er seine Sucht alleine angehen kann, das gleiche für mich gilt.

    Ich habe mich hier angemeldet, anfangs noch mit so viel Hoffnung, die ich durch die Beiträge und Antworten auf meine Posts aber begraben habe. Das war ein hartes Aufschlagen in der Realität. Als ich das aber begriffen hatte, gabs keine Umkehr mehr. Es ging Tag für Tag nur noch Richtung Trennung. Das tat unheimlich weh, es hat mich förmlich zerrissen. Die ersten Tage nach meinem Auszug waren die reinste Hölle. Ich fühlte mich selbst, wie auf Entzug, mit körperlichen Symptomen, ganz zu schweigen vom seelischen Schmerz. Ich schrieb sehr viel hier, ging zu meiner Therapeutin, in eine SHG für Angehörige und fing an, ganz langsam, wieder meine Bedürfnisse zu erkennen. Ich lernte so viel über mich. Wer ich überhaupt ohne Partner bin und auch sein will. Es war alles andere als leicht. Ich ging durch das Tal der Tränen. Und auf einmal kam immer öfter wieder die Sonne durch die Wolken. Anfangs nur kurz, dann immer öfter und länger. Ich besuchte einen Töpferkurs, traf mich öfter mit einer Freundin, gehe ins Yoga. Ich bin wieder mehr für meine Familie und meinen Hund da.

    Und da kam dann auch die Akzeptanz, dass ich ihn nicht ändern kann, aber mich und meinen Umgang mit seiner Krankheit.

    Wir sind seit ein paar Wochen wieder ein Paar, allerdings auf völlig anderer Basis. Ich hab meine eigene Wohnung, die ich mir so eingerichtet habe, dass ich jeden m2 davon liebe und die ich nicht mehr - für egal wen -aufgeben werde! Ich habe Nägel mit Köpfen gemacht und auch bei meiner Arbeit einen neuen Job gesucht und gefunden. Ich weiß für mich, dass ich die Beziehung zu meinem suchtkranken Partner nicht ewig führen werde. Aber ich bereue nichts bis hierher. Mir gehts aktuell so gut, wie seit (ohhhh) 10 Jahren nicht. Es gibt natürlich Höhen und Tiefen. Aber das ist das ganz normale Leben und nicht mehr geprägt durch die Suchterkrankung.

    Also erst Mal muss man es erkennen, akzeptieren und dann entsprechend handeln.

    Es gibt immer einen Weg, Lösungen.

    Wir sind keine Gefangenen und haben es alleine in der Hand, was wir aus unserem Leben machen, bzw. wie wir mit gewissen Umständen umgehen.

    Ohje liebe LeaLux ,

    da hat er es wieder geschafft, dass du dich anzweifelst. Manipulation vom Feinsten!

    DU kannst deinen Gefühlen und Wahrnehmungen vertrauen. Den Delet-Knopf im Kopf kenne ich auch sehr gut. Immer wieder selbst hinterfragt. Selbstzweifel…

    Nicht DU hattest oder hast es in der Hand, was er aus seiner Krankheit macht. Es ist unglaublich, dass er dir diesen Ball zurückspielt und dir die Schuld gibt, weil du ihn falsch angenommen hättest und nicht den richtigen Druck aufgebaut hast.

    Echt unfassbar.! Klar hättest du auch lernen können, dich abzufinden. Aber würde dich das glücklich machen?

    Ich habe mich aktuell zwar mit der Trinkerei meines Freundes arrangiert, aber auch nur, weil er meine Bedingungen, wie wir uns treffen akzeptiert und bisher auch befolgt. Dauerhaft wird das aber nix, solange er sich nicht besinnt. Ich hab mir bewusst gemacht, dass dieses Arrangement nur auf Zeit ist. Ich bin aktuell auch okay damit. Irgendwann wird das aber auch vorbei sein. Quasi ein Ausschleichen meiner Sucht 😅

    Zieh dir seine Schuhe nicht an! Die passen dir nicht!

    Richtig. Und glaub mir, ich kann’s beurteilen, ob er nüchtern ist oder nicht.

    Bei den meisten unserer Treffen scheint er auch am Vortag nicht viel getrunken zu haben. Er freut sich auf unsere Treffen und will das nicht vergeigen. Letztens hatte ich Urlaub und er hatte zwei Tage frei. Da hatte er sich dann spontan entschieden noch einen Tag länger bei mir zu bleiben. Weil ich auch nix im Haus hab und wir rund um die Uhr zusammen waren, hatte er auch keine Möglichkeit heimlich zu trinken.

    Lotta

    Ja wir sind seit ein paar Wochen wieder ein Paar. Getroffen haben wir uns schon länger wieder regelmäßig zu meinen Bedingungen und bisher (mit einer Ausnahme) funktioniert das so für mich…noch…

    Die räumliche Trennung, also nicht mehr mit seiner Sauferei konfrontiert zu sein, ist für mich sehr hilfreich. Manchmal lässt er durchblicken, dass er was ändern will. Aber darauf geb ich nix mehr. Ich konnte mich nicht vollständig von ihm lösen und bisher gehts mir sehr gut mit unserem Arrangement. Sobald ich aber merke, dass ich mir wieder mehr Gedanken um ihn, statt um mich mache, lenke ich meine Denke um. Wenn ich das nicht mehr schaffe, bleibt letztendlich doch nur der totale Rückzug. Es ist ein tägliches Arbeiten an mir, was mir aber unheimlich gut tut. Auch sehr schmerzhaft teilweise, aber ich lerne mich selbst gerade so gut kennen. Da bleib ich dran und ganz bei mir!

    Liebe Lütte!

    Vielen Dank für diesen Post.

    Ich bin ja vor einem halben Jahr hier aufgeschlagen und wollte da auch noch „retten“ und trocken lieben.

    Durch euch habe ich gelernt, dass ich das nicht kann. Dass ich mir nur selbst helfen kann. Und habe dann für mich die nötigen Schritte eingeleitet. Trennung, neue Wohnung, SHG usw. Als ich mich dann mehr mit mir und meiner Co-Abhängigkeit auseinandergesetzt habe, habe ich verstanden, dass ich auch meinen Umgang mit meinen Ex ändern kann. Ich kann ihn nicht ändern und ich will es auch gar nicht mehr. Will ihn aber auch „noch“ nicht verlieren. Mittlerweile haben wir wieder zusammengefunden. Sicher kommt immer mal die Hoffnung bei mir durch, dass er erkennt, wie es um ihn steht. Ich thematisiere es aber überhaupt nicht mehr. Wenn er mir von sich aus damit in den Ohren liegt, bekommt er entsprechende Antwort: du weißt, wie du was ändern kannst… usw

    Die Beziehung hat sich grundlegend verändert. Wer weiß, vielleicht kommt er an den Punkt, vielleicht nicht. Und eventuell bleibt er Teil meines Lebens, eventuell auch nicht.

    Damit will ich nur sagen, dass wir uns selbst aus unserer Abhängigkeit befreien können. Wir können entscheiden, ob wir dann mit einem alkoholkranken Partner zusammen sein wollen oder nicht. Was ich auf jeden Fall weiß, dass die räumliche Trennung für mich das Beste war und damit immer den nötigen Abstand zu seinem Trinken habe. Bei mir gibts nix!!!

    Würde ich noch dort leben, wäre ich niemals aus der Co rausgekommen! Und ich arbeite täglich an mir und meinen Mustern.

    Meine Partnerschaft hat die nasse Phase meines Mannes überstanden und wir sind uns näher als zuvor.

    Aber mit seinem trocken werden hatte ich nichts zu tun-außer dass der Rauswurf durch mich ihn wohl so hart aufkommen hat lassen, dass es bei ihm Klick gemacht hat. Aber das ist keine Garantie. Dass es bei anderen nassen Alkoholikern auch so klappt.

    Ich will nur sagen, helfen wollen ist Themaverfehlung- das muss der Alkoholiker selbst machen.

    Liebe allein, wie Mona schreibt, ist eine Trennung keine Garantie.

    Mein Partner wollte sich von mir kein Ultimatum setzen lassen und hat die Trennung hingenommen.

    Aber dadurch, dass ich mich die letzten Monate sehr viel mit meiner Sucht auseinandergesetzt habe, haben wir heute wieder ein sehr gutes Verhältnis. Tatsächlich schon wieder etwas mehr. Er ist nach wie vor nass, aber das interessiert mich nicht mehr. Ich verbringe ab und an mal schöne Tage mit ihm, denn da habe ich mit ihm ganz klar besprochen, dass es nur mit 0 Toleranz meinerseits geht und er diese Tage nüchtern sein muss, sonst funktioniert es nicht. Bisher hält er sich daran und noch ist das okay für mich. Trotzdem, solange er nichts ändert, ist es keine Partnerschaft und wird es vermutlich auch nie mehr werden. Irgendwann werden wir sicher getrennte Wege gehen. Denn ICH bin mir wichtiger geworden.

    Und das solltest du für dich auch erkennen.

    Ich wünsch dir dafür die nötige Kraft

    Nici

    ich habe für mich entschieden, die schöne Zeit zu genießen, solange sie dauert. Wenn ich mit meinem "Verdacht" richtig liege, wird es über kurz oder lang immer schlimmer und damit offensichtlicher werden und dann habe ich meine Bestätigung, ohne danach suchen zu müssen. Es wird mir dann zwar noch mehr das Herz brechen, mich zu trennen, aber da muss ich dann durch. ich habe schon andere Dinge geschafft und werde auch das schaffen....Na toll, und jetzt laufen die Tränen.

    Das habe ich auch so gemacht und eigentlich war es ein schlimmer Fehler.

    Wir sind zusammengekommen und eigentlich stand da schon fest, dass es allein wegen des großen Altersunterschiedes nichts auf Dauer sein kann. Vom Alkoholproblem ganz zu schweigen, was ich aber da noch nicht sehen wollte. Ich hab mir eingeredet, dass ich die Zeit mit ihm einfach genieße, so lange sie dauert. Von Genießen, konnte das letzte Jahr nicht die Rede sein, bis auf wenige Ausnahmen, also den Hochs. Ich bin irre tief in die Co gerutscht und hab mir wahnsinnig schwer getan, das zu akzeptieren und die Beziehung zu beenden. Und ganz beendet ist sie nach der räumlichen Trennung doch noch nicht, weil ich ja die gute Zeit, die wir nun haben, wieder genießen kann. Und da sag ich mir das gleiche wie damals: nimm mit, was du kriegen kannst und was er dir geben will, so lange wie es eben funktioniert….

    Dito.

    Ich bin ins Gästezimmer ausgewichen. Hat ihm gar nicht gefallen. Er wollte mich ja bei sich haben. Die Ansage, das geht nur, wenn du nüchtern bist, wurde aber trotzdem ignoriert.

    Jeden Abend dann Drama: Ach Schatzi, komm doch zu mir. Ich will kuscheln. Das ist doch Mist so.

    Aber es hat nicht gereicht. Und das durch die Wohnung stolpern und mitten in der Nacht Küchenschlachten konnte ich einfach nicht mehr ertragen.

    Es tut mir leid, dass du nach dieser, eher harmlosen Begegnung, so durch ihn gestresst wirst.

    Scheinbar stellt dich dein Leben jetzt auf die Prüfung, was du bereits in der vergangenen Zeit nach der Trennung gelernt hast.

    Es ist doch einfach nur ätzend, dass keine Ruhe einkehrt.

    Immerhin ziehst du dir seinen Schuh nicht wieder an!

    Leider bekomme ich oft an den Kopf geworfen, dass ich ihn wohl nicht liebe, mir die Beziehung doch egal sei. Ich habe ihm darauf schon gesagt, dass Liebe alleine manchmal nicht ausreicht. Aber das kann er nicht verstehen. Er stellt mich dann immer als die Böse dar. Was mir wiederum auch einen finalen Schritt erschwert.

    Das hat er mir nie vorgeworfen und generell hat er mir nie wegen überhaupt irgendwas Vorwürfe gemacht. Aber genau diese Worte: Liebe allein reicht hier nicht, die habe ich oft verwendet.

    Du bist nicht die Böse und du hältst ihm auch nicht die Flasche an den Hals. Er ist selbst für sein Tun verantwortlich!

    Letzte Woche habe ich darüber jedoch einen Podcast gehört und war überrascht, was ich auch neues über mich erfahren habe. In der Bedeutung die ich im diesem Forum gelesen habe kann ich mich total wiederfinden.

    Ich wurde auch erst über einen Podcast meiner Co-Abhängigkeit bewusst. Ich hab das vorher auch völlig anders für mich interpretiert. Dieser Podcast hat mein Leben verändert. Ich hab mich hier angemeldet und eine reale SHG gefunden. Und so den Schritt raus aus diesem Teufelskarusell geschafft. Es hat eine kleine Weile gedauert, bis ich wieder Boden unter den Füßen hatte, aber es hat sich definitiv für mich gelohnt. Vor allem in Bezug auf Selbstreflektion. Mich wirft immer mal wieder was aus dem Außen aus der Bahn. Ich lerne gerade, auch da bei mir hinzuschauen, was ich für mich oder an mir ändern kann, um besser mit gewissen Umständen, Situationen umzugehen.

    Du musst dir einfach für dich selbst bewusst werden, wie du dir dein Leben weiter vorstellst. Und wie du das erreichen willst. Nicht immer läufts nach Plan. Aber wenn man in der Rückschau sagen kann, ich hab für die Umstände das Beste daraus gemacht, dann ist das doch so viel wert!

    Willkommen BellesHope!

    Das liest sich, als hättest du deine Antwort eigentlich schon.

    Ich möchte nachts nicht mehr von einer Alkoholfarne umgeben sein, ich möchte mir nicht ständig sorgen machen müssen und durch den Alkohol eingeschränkt sein, und vor allem möchte ich wieder mit Leichtigkeit durchs Leben gehen und auch für die Zukunft planen. Am liebsten würde ich das natürlich mit ihm an der Seite, aber wie das möglich ist, weiß ich derzeit leider nicht.

    Du kannst aus diesem Zug aussteigen. Helfen kannst du ihm nicht. Aber für dich gibt es einen Ausweg.

    Mir wurde es nach 2 Jahren in meiner Beziehung auch zu viel. Konnte mich aber bis dahin nicht von ihm lösen. Und dann hat es nochmal 3 Monate gebraucht, bis ich für mich Klarheit hatte, so nicht mehr leben zu wollen.

    Mein Ultimatum, die Beziehung zu beenden, stieß auf taube Ohren.

    Im September letztes Jahr, hatte er auch noch beteuert, dass er sich ändern möchte, dass ich ihm wichtig bin. Im Dezember dann, hat er sich für ein Leben ohne mich entschieden. Es war eine schlimme Zeit für mich. Aber jetzt hab ich eine eigene Wohnung, bin auf Abstand und fange langsam an, mir wieder ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

    Ich kann dir also nur raten, das Beste für dich zu tun. Wie das genau aussieht, wirst du herausfinden müssen. Wenn du dich für den Weg mit ihm entscheidest, solltest du dir der Konsequenzen allumfänglich bewusst sein, damit du nicht selbst auf der Strecke bleibst.

    Manchmal denke ich darüber nach, ob es, mit meinem Wissen heute über seine Sucht und meine Co-Abhängigkeit, vielleicht hätte funktionieren können. Die Antwort, die ich mir selbst geben, lautete jedesmal: Nein!

    Du bist noch jung und sich an einen Alkoholiker zu binden, der nichts für sich ändern möchte, ist eine zermürbende Lebensaufgabe, die man nicht unbeschadet überstehen wird. Und irgendwann fragst du dich: Wo sind all die Jahre hin? Was hab ich alles verpasst? Warum habe ich mir das selbst angetan?

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch und hoffe du findest Klarheit.

    Marli ich finde deine Herangehensweise jetzt auch absolut die richtige und dem, was Cadda hier schreibt, kann ich mich auch nur anschließen.

    Allerdings habe ich eine kleine Anmerkung zu diesem Satz:

    Und wenn ich jede Woche mit meinen Kindern wegfahre.

    Das sollte, der Kinder zu liebe, kein Dauerzustand werden.

    Die Gefahr, dass das wirklich jede Woche nötig ist, besteht leider. Und damit tust du weder dir noch deinen Kindern einen Gefallen.

    Wir wurden auch öfter von meiner Mutter daheim rausgeholt und wir haben bei ihrer Schwester übernachtet. Sowas verunsichert Kinder sehr. Und es bleibt hängen.

    Also mein Rat: Wenn du feststellst, dass dein Mann immer so weiter macht und du nach solchen „Ausflügen“ jedesmal wieder zurückkommst und sich trotzdem nichts ändert, dann zieh die Reißleine und schaffe für sie wieder ein stabiles Umfeld. Dazu braucht es ihn nicht. Die Kinder werden sicherer und glücklicher, wenn sie nicht ständig diesem Hin- und Her ausgesetzt werden.

    Du wirst schon die richtigen Entscheidungen treffen, da bin ich mir sicher. Aus Kindersicht war der Cut unserer Eltern das Beste, was uns passieren konnte. Klar war es Anfangs sehr schwer für uns und wir haben den Papa sehr vermisst. Aber es war Ruhe zu Hause. Ich war erleichtert, als er weg war. Keine ständigen Streitereien der beiden mehr mitzubekommen. Keinen besoffener Vater mehr zu sehen. Keine Angst mehr, wann es das nächste mal eskaliert und wir ins Auto gepackt werden. Meine Mutter nicht mehr in diesem traurigen Zustand zu erleben, der uns so sehr mitgenommen hat. Wir alle kamen zur Ruhe.

    Oh Lotta, wie gut ich das kenne.

    Ich hab auch Fotos von seinen Verstecken oder den ganzen Dosenleergut gemacht. Sogar welche, wenn er besoffen am Boden lag, um die ihm irgendwann mal vor die Nase zu halten und zu zeigen: schau, was du tust.

    Ich hab ihm das dann irgendwann einmal gesagt, aber sie ihm dann doch nie gezeigt. Es wäre zwecklos gewesen. Das hab ich dann eingesehen.

    Aber ich besitze diese Fotos noch. Und wenn ich mal wieder in meinen, die Beziehung romantisierenden Gedanken hänge, hol ich sie vor, um mich daran zu erinner, das es richtig war zu gehen!

    Du ziehst dich nicht aus der Verantwortung, da du sie gerade für dich übernimmst.

    Du hast erkannt, dass dein Mann ein Alkoholproblem hat und er leugnet es. Inwiefern da eure Eheprobleme reinspielen ist nicht relevant, denn er würde ohne diese Probleme eben andere Gründe für seine Trinkerei vorschieben.

    Mag ja sein, dass du als Partnerin zu den Problemen mit beiträgst, aber das Trinken belastet die Beziehung on top! Und irgendwann wird sich (wenn es das nicht schon tut) in deinem Kopf alles nur noch um den Alkohol drehen. Die Fragen, hat er getrunken, wieviel, wie oft muss das Bett diese Woche neu bezogen werden? Wieviel verheimlicht er? Was außer dem Alkohol verheimlicht er sonst noch. Wie ist seine Laune heute? Kann ich ihn mit den Kids alleine lassen usw usw…

    Mal ehrlich, das wird dich auffressen.

    Und er wird nicht für dich aufhören. Vll verspricht er das, vielleicht meint er es dir zu liebe sogar so, aber wenn er das nicht ernsthaft für sich ändern möchte, dann wird das eine nicht enden wollende Schleife, bis du es schaffst sie zu durchbrechen.

    Und so wie du es schilderst, will er gerade daran nichts ändern.

    Es tut mir leid, dass du traurig bist, und es tut mir so leid, dich nicht in dem Wunsch nach Rettung aufzumuntern. Ich habe mir auch ständig gewünscht, ich könnte ihn retten, unsere Beziehung retten, wenn ich irgendwas hätte tun können. Konnte ich nicht. Alles war vergebens, die Sucht hat gewonnen :(

    Und bevor sie dich und die Kinder mit in den Abgrund reißt, finde einen Weg da raus.

    Gibts jemanden hier mit einem Happy End?

    Hallo RedFlag!

    wenn ich heute (vier Monate nach meiner Trennung) hier im Forum einige der Co-Berichte lese und auch meine eigene, dann gibt es ein Happy End! Nicht das, welches du dir gerade noch mit deinem Partner erhoffst aber DEIN Happy End!

    Rauszukommen aus einer für dich und besonders für die Kids, schädlichen Beziehung.

    Die ständige Sorge um den Partner und um seine Befindlichkeiten, seine Launen, Vorwürfen dir gegenüber, Angst vor dem nächsten Konsum, kaum noch Nerv für alltägliche Dinge, die früher mal so leicht gefallen sind. Angst, was es für Auswirkungen auf das Leben deiner Kinder haben wird. (Und das wird es).

    Wenn du es schaffst, dich zu lösen, bekommst du dafür etwas sehr wertvolles: deinen Frieden, das Erkennen deines Selbstwertes. Und glaub mir, dieses Gefühl ist unbeschreiblich gut, nachdem man das eigene Wohlfühlen, das eigene Leben, Ewigkeiten davon abhängig gemacht hat, wie es dem Partner geht und wie man ihm helfen kann.

    Kannst du nicht. Leider. Das kann nur er selbst wollen und du kannst dich auf den Kopf stellen und alles erdenkliche versuchen, wenn er es selbst nicht will, dann gerätst du auch immer weiter in eine Abwärtsspirale. Und wärst du nicht schon drin, würdest du dir keine Hilfe suchen. Das ist der Punkt. Es geht um dich (und die Kinder)! Such für euch Hilfe, nicht für ihn. Er ist erwachsen. Es ist seine Entscheidung, ob er so weitermacht oder etwas ändern will -für sich.