Beiträge von maibisjuni

    Glaubst du, dass alle Alkoholiker gleich reagieren?

    Ich weiß nicht, was Marliese vom Vater ihrer Kinder erwartet.

    Ich hoffte damals, dass der Alkoholiker angesichts des Todes, sein eigenes Leben überdenkt und mehr wertschätzen und künftig ohne Alkohol leben will.

    Tatsächlich war der Tod jedoch zuallererst ein Anlass zum Saufen, diesmal mit dem Vorteil, dass Vorwürfe ausblieben und eher mit Verständnis aufgrund der Trauer reagiert wurde.

    Liebe AnnaBlume und liebe Linde66 und liebe koda ,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen.

    Leider ist meine vorhin eingegebene Antwort verschwunden.

    Für eine erste Selbsteinschätzung gibt es etliche Fragebögen und Infos im Internet. Aber für eine klare endgültige Diagnose (Depression, Ad(h)s, ... ) und evtl Behandlung benötige ich einen Termin bei einer Facharztpraxis.

    Es geht mir nicht dauerhaft schlecht, es sind Stimmungen oder Verhaltensweisen, derentwegen ich zeitweise denke, dass diese evtl doch nicht normal und damit unveränderlich und zu ertragen sind, sondern therapierbar wären. Und ich möchte nicht wieder zu lange untätig abwarten, obwohl es ggf eine Lösung und Abhilfe gäbe .

    Ich gehe selten zum Arzt und meine Hausärztin kennt mich daher noch nicht so lange.

    Ihre Diagnose "Depression" lag wohl nur nahe, wenn eine Patientin weinend von einer belastenden Lebenssituation erzählt.

    So wie linde und koda es sehen, sehen es auch meine Kinder. Sie möchten und mögen die Alkoholsucht ihres Vaters nicht thematisieren. Sie sagen. sie haben es in ihrer Kindheit damals nicht mitbekommen, und nun reicht ihnen der aktuelle Wissensstand, dass er abstinent leben will, um beruhigt ihr eigenes Leben als Erwachsene zu leben.

    Gute Nacht,

    Ich wünsche euch, dass ihr eure Ziele auch uber die Feiertage weiter verfolgen konnten. Vielleicht die Feiertag soga genießen könnt, oder zumindest gut übersteht. Ich bin immer froh, wenn sie vorbei sind, besonders Silvester.

    Hallo zusammen,

    seit einiger Zeit lese ich wieder still mit.

    Nun möchte ich, auch für mich zur Erinnerung, ein Update schreiben.

    Ich hatte mich als Angehörige eines Alkoholikers hier angemeldet.

    Zwischenzeitlich ist mein Mann, - seit einige Monaten zufrieden abstinent -, wieder bei uns eingezogen.

    Ihm geht es soweit also gut. wir lieben uns und wollen zusammen bleiben.

    Im Moment habe ich keine Angst, dass mein Mann rückfällig wird, er nutzt die Angebote der Suchtberatung (Therapie und Shg).

    Leider bin ich trotzdem noch nicht glücklich, ich trauere über die verpasste Zeit, die so schön hätte sein können, wenn manche Entscheidungen früher getroffen worden wären.

    Dieses Nachdenken bzw. mein unerfüllbarer Wunsch, die Zeit zurückdrehen zu können, belastet mich und uns.

    Mein Problem ist, dass ich diese "hätte hätte " Gedanken nicht sein lassen kann, und, dass ich glaube, dass ich und eins meiner Kinder wohl ads/adhs haben.

    Auch hier ist es so, dass ich bei meinem Sohn diese Gedanken schon früher hatte, aber nie zu Ende dachte, weil ich es, wie bei der Alkoholsucht meines Mannes, nicht wahrhaben wollte, und der Alkohol war wohl auch das größere Problem.

    Ich habe mir eine Adh(s) Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige gesucht.

    Eigentlich bin ich mit meinem Problem in einem alkoholikerforum falsch. Tatsächlich hat mir das Lesen in diesem forum bisher aber schon so viel gebracht, und mich zum Handeln bewegt, dass ich dieses Update hier schreiben wollte.

    Noch habe ich keinen Termin für eine Diagnostik ausgemacht, meine Bemühungen sind lahm, da ich weiß wie schwer es ist , Termine zu bekommen.

    Als ich meine Hausärztin über meinen Verdacht informierte, tat sie das etwas ab, da diese Diagnose wohl gerade angesagt wäre. Sie vermutet eher eine Depression.

    Viele Grüße

    Maibisjuni

    Titel: „Alkohol ade“

    Autoren:

    Gaby Guzek (Wissenschaftsjournalistin und trockene Alkoholikerin)
    und ihr Mann Dr. med. Bernd Guzek

    Vorworte v. Dr. Ulrich Strunz und Patric Heizmann

    Inhalt:

    Teil 1: „Alkoholismus ist eine körperliche Erkrankung“

    Teil 2: „Mit Nährstoffen gegen den Alkohol“

    Teil 3: „Alkohol ade“ (Einstieg, Stolpersteine, …)

    Ich bin weder als Medizinerin o.ä. noch in der Nahrungsergänzungsmittelbranche tätig.

    Ich kenne auch keinen der Autoren oder sonst jemanden, der Erfahrungen mit dem von der Autorin beschriebenen Ausstieg aus der Alkoholsucht gemacht hat.

    Als Co-Abhängige habe das Buch lediglich vor kurzem gelesen, fand es interessant und nachvollziehbar, und habe nun meinen von mir getrennt lebenden alkoholkranken Mann auf das Buch hingewiesen.

    Mehr Infos zum Buchinhalt oder eine Leseprobe findet man dort, wo man Bücher kaufen kann.

    Genau, wie bei meinem Mann. Mein Mann war auch nie gemein, aggressiv,, oder gar gewalttätig.

    Dann hätte ich mich wegen seines Verhaltens getrennt.

    Mit/ab 3 Bier konnte und wollte mein Mann sich aber nicht mehr auf die Wünsche seiner Familie nach gemeinsamem Spiel oder Gesprächen konzentrieren.

    Er hat seinen gewünschten Rausch still für sich genossen und wir waren ausgeschlossen.

    Die Kinder haben also auf gemeinsame Familienzeit verzichtet, die nüchtern möglich und erfolgt wäre. Nüchtern ist mein Mann ein toller Partner und Vater.

    Während mein Mann seinen Rausch genoss oder ausschlief, habe ich meine freie Zeit mit Grübeln, und die letzten fünf Jahre mit Handy, Netflix usw verbracht.

    Weil ich meine Kinder vor der Feststellung, dass ihr Vater den Alkohol der Familie vorzieht schützen wollte, habe ich nicht gesagt, "egal, wenn Papa keine Lust hat, wir fahren jetzt jedenfalls los und unternehmen x,yz."

    Vermutlich sagen sie deshalb zwar heute, sie hätten nichts mitbekommen. Mir tut es aber weh um die verlorene Zeit und nicht erfolgten gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen.

    ist das bei dir anders?

    Kann sich dein Mann nach drei Bier noch auf gemeinsames Karten spielen, Toben, Vorlesen oder Erzählungen der Kinder oder Gespräche mit dir konzentrieren?

    Liebe Violet , du schreibst, du bleibst wegen deiner Kinder bei deinem alkoholabhängigen Mann.

    So habe ich auch gedacht und gehandelt . Nun sind meine Kinder erwachsen und mein Mann ist wegen seiner Alkoholkrankheit ausgezogen.

    Rückblickend wünschte ich mir, ich hätte mich schon viel früher getrennt und wegen meiner Kinder von ihrem (nach wie vor) nach Alkohol süchtigen Vater getrennt.

    Wenn du dich trennst, muss das auch kein völliger Kontaktabbruch zwischen Vater und Kindern bedeuten.

    In seiner nüchternen Zeit könnten sie ggf stundenweisen nüchternen Kontakt haben.

    Vielleicht weckt die Sehnsucht nach seiner Familie in ihm den Wunsch nach Abstinenz.

    Wenn nicht, dann weißt du, dass du dich nicht zu früh von ihm getrennt hast.

    Ich wünsche euch alles Gute.

    Guten Morgen Aura1012 ,

    Schön, dass du da bist.

    Wenn du dich im Angehörigen-Bereich einliest, wirst du feststellen, das du völlig normal und richtig bist.

    Das Leben mit einem Alkoholiker verläuft überall ähnlich schlimm.

    Leider kannst du ihm nicht helfen, solange er sich nicht als Alkoholiker erkennt und diesen Zustand ändern will.

    Du kannst nur dir selbst helfen. Das ist nicht einfach. Ich bin auch noch nicht lange dabei und noch auf dem Weg.

    Hier gibt es aber viele, die den Weg bereits erfolgreich hinter sich haben. Deren Geschichten und Erinnerungen helfen und motivieren mich, oder bringen mich zurück auf den Boden der Tatsachen, wenn mich naive Hoffnungen zweifeln lassen.

    Viele Alkoholiker haben den Kampf gegen ihre Krankheit erst aufgenommen , als sie sahen, dass sich ihre Partnerin von ihnen und ihrer Sucht befreiten. Du musst dir also kein schlechtes Gewissen einreden (lassen).

    Du tust etwas Gutes, wenn du dich um dich kümmerst.

    Alles Gute.

    Hanna

    liebe Luna46 . Das freut mich sehr.

    Auch du, deine Geschichte, und deine Antworten auf die geschilderten Erfahrungen anderer Co-Abhängige haben mir schon häufig geholfen.

    Das Lesen eurer Beiträge und Antworten empfinde ich als idealen "Notfallkoffer".

    Wenn ich dort lese, wie sehr sich die Versprechungen der suchtkranken Partner und Hoffnungen der Co-Abhängigen und Erfahrungen mit meinen ähneln, bringt es mich immer schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, um unrealistische Träume als solche zu erkennen.

    wenn der Körper einmal diese Toleranz aufgebaut hat, ist das nicht mehr rückgängig zu machen. Das bleibt dann so. Das sind bestimmte Enzyme, die der Körper gebildet hat während der Saufzeit um die Leber bei der Entgiftung zu unterstützen.

    Auch wenn also der Mensch lange Jahre abstinent gelebt hat und dann wieder trinkt, werden diese Enzyme aktiv.

    Hallo Panama ,

    ich habe die letzten Tage einige Bücher gelesen, u.a.

    "Alk, fast ein medizinisches Sachbuch" von Simon Borowiak. Auf Seite 42 schreibt er über diese "Helfer".

    Sie heißen "MEOS" und sind einerseits der Grund, dass trainierte Trinker mehr vertragen als untrainierte, andererseits wohl auch der Grund, dass auch langjährig trockene Alkoholiker nach einem Rückfall schnell wieder auf ihrem alten Konsum sind.

    Hope21688 hat vor kurzem geschrieben, dass ihre Kinder nach der Trennung aufgeblüht sind, obwohl man meint, sie hätten gar nicht so viel mitbekommen, da noch sehr jung sind.

    Aber Kinder können entspannen, wenn die süchtige Person aus dem Haus ist, und die Mutter wieder zur Ruhe kommen kann, und sich nicht alle Gedanken darum drehen, ob und wie viel der Partner getrunken hat.

    Wieso dockst du bei jemandem an, vor dem dich vermutlich alle deine Freundinnen warnen würden?

    Ergänzen könnte man noch:

    Was würdest du deiner besten Freundin raten, wäre sie in so jemandem verliebt?

    Ich rate dir, dich hier im Forum sowohl bei den Co-Abhängigen, wie auch bei den Alkoholikern einzulesen.

    Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich wie viele andere hier, schon früher gemerkt haben, dass ihr Partner Alkoholiker ist und sich trotzdem nicht trennten.

    Leider hat mir damals keiner dazu geraten.

    Im Nachhinein war sein Alkoholproblem eigentlich offensichtlich.

    Ich weiß aber auch nicht, ob ich mich damals von ihm getrennt hätte, WENN mir dazu jemand geraten hätte.

    Hallo Vivien ,

    schön, dass dein Mann nun den Wunsch hat, nie wieder Alkohol zu trinken.

    Hat er dich um Hilfe gebeten, oder gesagt, wie er dieses Ziel erreichen will?

    Weißt du welche Hilfe deinerseits hilfreich und möglich ist?

    Du kannst auch auf dich stolz sein, dass sich dein Sohn damals anvertraute, und dich um Hilfe bat.

    Herzlichen Glückwunsch zu eurer Beziehung und dem guten Gelingen sich von den Drogen abzuwenden.

    Wie ist es deinem Sohn gelungen, drogenfrei zu werden und zu bleiben?

    Wie sah dabei deine Unterstützung aus?

    Auch wenn die Beziehung zum Kind eine andere ist, als zum Partner, welche Unterstützung, die du deinem Sohn gegeben hast, würdest du auch deinem Mann anbieten wollen?

    Da der Konsum von Alkohol von der Gesellschaft deutlich mehr akzeptiert wird, als der Konsum anderer Drogen, begegnen Alkoholikern leider mehr Hürden, als Menschen, deren Ziel es ist, von anderen Drogen loszukommen.