Beiträge von koda

    Diese Krieg-Treiber machen mir Angst ...

    liebe iwona, mir auch. ich spuere aber auch licht in mir, mal stark mal nicht so stark.

    Bei mir zu Hause über Krieg war gar nix geredet ....diese Thema war vermeiden ....

    ja das gibt es in vielen familien. im meiner wurde auch wenig darueber geredet. anekdoten gab es schon. der lustige uropa...
    aber das meiste wurde nicht besprochen. ich moechte dieses jahr mehr ueber meine beiden grossvaeter wissen. ich bin aber die einzige in meiner familie, die sich dafuer interessiert.

    einen herzlichen gruss koda

    Liebe Momo,
    verstehe ich gut. mir fällt das auch nicht leicht ,obwohl mir anerzogen wurde, wegen jedem bisschen nach hilfe zu fragen. (was auch nicht immer toll ist, das mindset dahinter ist, ein mann is per se geschickter, und wenn frau nicht weiterkommt, sucht sie sich hilfe, - vorzugsweise bei einem mann). GROSSER QUATSCH!

    davon abgesehen:
    kannst du nicht auch nach hilfe fragen? wenn du schon geändert hast, daß du nicht immer zur stelle bist wenns brennt, dann geht das andere vielleicht auch...

    Momo die heute mal in einem tiefen Loch sitzt.

    man könnte auch sagen du nimmst deine bedürfnisse wahr und schreibst drüber. ich finde das nicht jammerig.
    sende dir eine umarmung!

    koda

    liebe wieweiter,

    gib dir ganz viel zeit bei der verarbeitung. gefühle des verlustes kenne ich auch sehr gut, und ich kann dir aus erfahrung sagen, es dauert lange. aber es wird besser! ich wurde vor vielen jahren von heute auf morgen verlassen, das war so mit das schmerzhafteste was ich je erleben musste. er ist nicht gestorben, aber er wollte mich quasi über nacht nicht mehr, nachdem wir sehr lange zusammen waren, ich hab uns alt werden sehen... er nicht. und ich stand also quasi ueber nacht vor einem seelischen scherbenhaufen. hab monate so viel geweint, daß ich dachte es kann doch gar nichts mehr kommen an tränen. in der zeit habe ich sehr viel geschrieben, war endlos lange draußen, drinnen wurde es mir oft zu eng in der seele. hatte auch freunde, die mir zur seite standen, aber es hat ein gutes jahr gedauert, bis ich wieder klar kam. weil letztlich war ich dann doch mit dem schmerz alleine. weil ihn auch jeder anders empfindet.
    eins erinnere ich, ich war in der zeit durchsichtig wie nie und hab so viel wahrgenommen, was auch schön war um mich herum. durch die tränen glitzert alles, ich weiß noch das mich der gedanke irgendwann richtig überrascht hat.
    die trauer ist ein ausnahmezustand. tröstlich ist, sie/er (?) bleibt nicht, jedenfalls nicht in der intensität, dazu sind unsere körper zu schlau, die machen da ja auch mit, nicht nur dein geist. gib dir zeit.
    gut daß du hier schreibst,
    einen ganz lieben gruss zu dir
    koda

    Schätze mal, der Arzt ist nicht doof und hat gemerkt, dass du die treibende Kraft bist und dein Mann selbst keine Hilfe will.

    das schätze ich auch. wenn der patient nicht will, passiert gar nichts. hab ich auch erlebt. letztes jahr. xy schwerste alkoholvergiftung, über 4 promille. jemand rief den krankenwagen, es ging ihm schlecht, aber er schickte den KW wieder weg. (ich habe mir nur an den kopf gefasst, so entsetzlich fahrlässig fand ich das). erst viel später begriffen, daß medizinisches personal niemandem hilfe "überstülpt". Solange keine fremd- oder eigengefährdung besteht, ist es einfach IMMER am suchtkranken selbst, zu formulieren "ich brauch hilfe". alles andere ist das recht von selbstbestimmtem leben, was die völlige zerstörung des eigenen körpers eben mit einschließt.

    liebe wichtelmama, bist du denn umgezogen? ich erinnere mich, daß du was von einer wohnung geschrieben hast. wie ging es da weiter?
    mir gehts es gut. ich passe zur zeit auf den kleinen hund einer freundin auf und erwische mich dabei wie ich pläne mache, um den hund zu "retten": der ist nicht so gut erzogen, spaziergehen ist ein ziemlicher graus. ist aber auch nur für ein paar tage. gestern nacht habe ich mir dann ein paar videos angeschaut zu hundeerziehung - und hab mich irgendwann gefragt, ob das nicht auch wieder mal voll co ist, es immer irgendwie besser zu wissen. selbst beim hund... keine ahnung, vielleicht interpretier ich da auch zuviel rein. aber da hab ich mal kurz gedacht, hoppla. bleib doch bei dir (also mir).

    naja so gedanken gehen mir dann durch den kopf. sonst geniesse ich den frühling. und bin grade auch verdammt froh, daß ich niemanden mehr "retten" muss. mein ex-mitbewohner ist ja in eine andere stadt gezogen, ab und zu telefonieren wir, sehr selten allerdings und ich suche auch zur zeit den kontakt nicht. bin zu sehr mit mir beschäftigt, und finde das auch gut so.

    euch einen feinen urlaub! liebste grüsse

    Ich lese deine Beiträge übrigens sehr gerne, auch wenn ich von der Co-Seite bin 🌞

    geht mir auch so. ein paar takte dazu, und dann bin ich auch schon wieder weg...
    ich trinke seit Winter 23 nicht mehr, erst mal nur, weil ich dachte, ich könnte jemanden durch mein nicht-trinken dazu bewegen über seinen problematischen konsum nachzudenken. dann irgendwann wollte ich selbst nicht mehr, weil ich abgeschreckt war von dem was ich jeden tag bei ihm gesehen habe. aber ich habe irgendwann auch angefangen meinen eigenen konsum zu hinterfragen. was mir mein ganzes leben bisher komplett normal vorkam, weil ich es vom elternhaus nicht anders kannte und mich auch jahrelang in einem umfeld bewegt habe, wo das genusstrinken und regelmäßiger exzess ausdruck von einem erfüllten leben war. nach dem motto, wer nicht konsumiert, und seine grenzen austestet auch körperlich, der lebt gar nicht, vorallem in künstlerkreisen wirklich verbreitet. klingt wie ein klischee, hält sich aber hartnäckig. (die werbung bläut uns das ja auch seit kindertagen ein), und je nach umfeld werden die motive ein bisschen verändert, aber der konsens bleibt, daß es einfach dazu gehört.

    dabei habe ich ja eigentlich schon gewusst und gesehen davor bei meinem vater auch, daß regelmässiges trinken weder was mit genuss noch mit das leben aus dem vollen schöpfen zu tun hat. und ich kann jetzt nur von den branchen reden, die ich kenne. künstler, medienschaffende, musiker, filmleute, - natürlich nicht trinken während der arbeitszeit, aber danach? work hard, party hard. wer kann sich schon einen echten musiker mit ingwertee vorstellen? oper, klassik ok, aber rock, pop, jazz? Letzten Sommer war ich auf einer hochzeit eingeladen, natürlich gab es den obligatorischen sektempfang, und für die kinder, ganz selbstverständlich, den kindersekt, damit die trinken wie die großen. die woche davor saß ich am bett von xy in der intensiv, das ging mir dann wieder durch den kopf und ich hatte plötzlich eine solche wut auf die alkoholströme, die mit einer selbstverständlichkeit fließen und fließen sollen.

    Man muss kein Alkoholiker sein, damit es ohne besser geht.

    Stimmt.

    liebe livia

    gut daß du hierher gefunden hast. es ist ja auch noch nicht so lange her, lass alles erst mal sacken. es ist viel am anfang, und wahrscheinlich auch nicht das was du dir als erstes erhofft hast. du hast ja nach empfehlungen und ratschlägen gefragt, wie du dich mit deiner situation arrangieren kannst und ob du irgendetwas uebersehen hast was deinen mann vom alkohol wegbringt, damit ihr wieder ein ruhiges leben haben koennt.

    die erkenntnis daß man absolut nichts machen kann, die ist glaube ich die schmerzhafteste. und "da draussen" sagt einem das auch niemand. da wird man eher unterstützt oder ermutigt, es weiter mit dem helfen zu versuchen. so habe ich das erlebt.
    ich bin als kind eines alkoholikers aufgewachsen, der die meiste zeit meiner kindheit auch gut funktioniert hat, wenn es auch ueber die jahre schwieriger wurde, und dann immer schlimmer, als wir kinder nicht mehr zuhause lebten und meine eltern dann auch nicht mehr zusammen waren. meine mutter hat jahrzehnte versucht auf meinen vater einzureden, es hat NULL bewirkt, mein vater hoerte es, setzte ein finsteres gesicht auf und wenn es ihm zu bunt wurde, kuerzte er ab und ging in den keller um zu trinken.

    was hier geschrieben wird ist nicht leicht zu verdauen, aber keiner hier will dir was boeses, oder schaut auf dich herunter, oder respektiert dich nicht, im gegenteil jeder hier kommt entweder als alkoholiker hier her oder angehöriger, alle wissen also auch wovon du schreibst. die geschichten hier aehneln sich leider sehr, ich kann dir nur empfehlen lies dich ein bisschen ein.

    vorallem im co bereich kannst du vielleicht was fuer dich rausziehen, oft sind die situationen sehr ausweglos, oder scheinen so, und dann geht es aber doch auch vorwaerts und hin zu einem selbstbestimmten besseren leben.

    du hast jedes recht auf ein zufriedenes leben, bist nicht fuer die sucht deines mannes verantwortlich und du musst auch nicht bis zum ende aushalten, wenn er sich zu tode trinkt. leider ist die sucht unglaublich stark. dein mann MUSS trinken, er hat keine kontrolle darueber, und damit du, wenn du dich so abhaengig von seinem trinkverhalten machst eben auch nicht. daher wird hier immer wieder geschrieben, schau auf dich.

    das die zeit knapp ist, naja keine ahnung. im grunde sind wir doch alle gleich weit weg vom tod. wir wissen es schlicht nicht, wann wir gehen muessen. die zeit die vor uns liegt, ist aber die die wir gestalten koennen, besser heute damit anfangen, und dann schritt für schritt wieder ins leben.

    ich wuensch dir alles gute. koda