Beiträge von koda

    liebe wieweiter,

    gib dir ganz viel zeit bei der verarbeitung. gefühle des verlustes kenne ich auch sehr gut, und ich kann dir aus erfahrung sagen, es dauert lange. aber es wird besser! ich wurde vor vielen jahren von heute auf morgen verlassen, das war so mit das schmerzhafteste was ich je erleben musste. er ist nicht gestorben, aber er wollte mich quasi über nacht nicht mehr, nachdem wir sehr lange zusammen waren, ich hab uns alt werden sehen... er nicht. und ich stand also quasi ueber nacht vor einem seelischen scherbenhaufen. hab monate so viel geweint, daß ich dachte es kann doch gar nichts mehr kommen an tränen. in der zeit habe ich sehr viel geschrieben, war endlos lange draußen, drinnen wurde es mir oft zu eng in der seele. hatte auch freunde, die mir zur seite standen, aber es hat ein gutes jahr gedauert, bis ich wieder klar kam. weil letztlich war ich dann doch mit dem schmerz alleine. weil ihn auch jeder anders empfindet.
    eins erinnere ich, ich war in der zeit durchsichtig wie nie und hab so viel wahrgenommen, was auch schön war um mich herum. durch die tränen glitzert alles, ich weiß noch das mich der gedanke irgendwann richtig überrascht hat.
    die trauer ist ein ausnahmezustand. tröstlich ist, sie/er (?) bleibt nicht, jedenfalls nicht in der intensität, dazu sind unsere körper zu schlau, die machen da ja auch mit, nicht nur dein geist. gib dir zeit.
    gut daß du hier schreibst,
    einen ganz lieben gruss zu dir
    koda

    Also den account hier schützen könnte man schon, indem sowohl der name schmidtty konsequent ausgetauscht wird, als auch ne neue Überschrift. Oder aber es wird ein neuer faden begonnen.

    Schutz zuhause:
    Da hat Bolle recht: du kannst, wenn du wirklich den verdacht hast daß er bei dir mitliest, deine zugangspasswörter ändern. (für den computer, oder handy oder was immer du benutzt). und ihn vielleicht auch damit konfrontieren, weil das geht wirklich gar nicht, wenn er das macht.
    Schmidtty privatsphäre offline: wie schützt du die? klopft er zB., wenn er dein zimmer betritt?
    da könntest du vielleicht auch ansetzen...

    alles liebe

    Schätze mal, der Arzt ist nicht doof und hat gemerkt, dass du die treibende Kraft bist und dein Mann selbst keine Hilfe will.

    das schätze ich auch. wenn der patient nicht will, passiert gar nichts. hab ich auch erlebt. letztes jahr. xy schwerste alkoholvergiftung, über 4 promille. jemand rief den krankenwagen, es ging ihm schlecht, aber er schickte den KW wieder weg. (ich habe mir nur an den kopf gefasst, so entsetzlich fahrlässig fand ich das). erst viel später begriffen, daß medizinisches personal niemandem hilfe "überstülpt". Solange keine fremd- oder eigengefährdung besteht, ist es einfach IMMER am suchtkranken selbst, zu formulieren "ich brauch hilfe". alles andere ist das recht von selbstbestimmtem leben, was die völlige zerstörung des eigenen körpers eben mit einschließt.

    liebe wichtelmama, bist du denn umgezogen? ich erinnere mich, daß du was von einer wohnung geschrieben hast. wie ging es da weiter?
    mir gehts es gut. ich passe zur zeit auf den kleinen hund einer freundin auf und erwische mich dabei wie ich pläne mache, um den hund zu "retten": der ist nicht so gut erzogen, spaziergehen ist ein ziemlicher graus. ist aber auch nur für ein paar tage. gestern nacht habe ich mir dann ein paar videos angeschaut zu hundeerziehung - und hab mich irgendwann gefragt, ob das nicht auch wieder mal voll co ist, es immer irgendwie besser zu wissen. selbst beim hund... keine ahnung, vielleicht interpretier ich da auch zuviel rein. aber da hab ich mal kurz gedacht, hoppla. bleib doch bei dir (also mir).

    naja so gedanken gehen mir dann durch den kopf. sonst geniesse ich den frühling. und bin grade auch verdammt froh, daß ich niemanden mehr "retten" muss. mein ex-mitbewohner ist ja in eine andere stadt gezogen, ab und zu telefonieren wir, sehr selten allerdings und ich suche auch zur zeit den kontakt nicht. bin zu sehr mit mir beschäftigt, und finde das auch gut so.

    euch einen feinen urlaub! liebste grüsse

    Ich lese deine Beiträge übrigens sehr gerne, auch wenn ich von der Co-Seite bin 🌞

    geht mir auch so. ein paar takte dazu, und dann bin ich auch schon wieder weg...
    ich trinke seit Winter 23 nicht mehr, erst mal nur, weil ich dachte, ich könnte jemanden durch mein nicht-trinken dazu bewegen über seinen problematischen konsum nachzudenken. dann irgendwann wollte ich selbst nicht mehr, weil ich abgeschreckt war von dem was ich jeden tag bei ihm gesehen habe. aber ich habe irgendwann auch angefangen meinen eigenen konsum zu hinterfragen. was mir mein ganzes leben bisher komplett normal vorkam, weil ich es vom elternhaus nicht anders kannte und mich auch jahrelang in einem umfeld bewegt habe, wo das genusstrinken und regelmäßiger exzess ausdruck von einem erfüllten leben war. nach dem motto, wer nicht konsumiert, und seine grenzen austestet auch körperlich, der lebt gar nicht, vorallem in künstlerkreisen wirklich verbreitet. klingt wie ein klischee, hält sich aber hartnäckig. (die werbung bläut uns das ja auch seit kindertagen ein), und je nach umfeld werden die motive ein bisschen verändert, aber der konsens bleibt, daß es einfach dazu gehört.

    dabei habe ich ja eigentlich schon gewusst und gesehen davor bei meinem vater auch, daß regelmässiges trinken weder was mit genuss noch mit das leben aus dem vollen schöpfen zu tun hat. und ich kann jetzt nur von den branchen reden, die ich kenne. künstler, medienschaffende, musiker, filmleute, - natürlich nicht trinken während der arbeitszeit, aber danach? work hard, party hard. wer kann sich schon einen echten musiker mit ingwertee vorstellen? oper, klassik ok, aber rock, pop, jazz? Letzten Sommer war ich auf einer hochzeit eingeladen, natürlich gab es den obligatorischen sektempfang, und für die kinder, ganz selbstverständlich, den kindersekt, damit die trinken wie die großen. die woche davor saß ich am bett von xy in der intensiv, das ging mir dann wieder durch den kopf und ich hatte plötzlich eine solche wut auf die alkoholströme, die mit einer selbstverständlichkeit fließen und fließen sollen.

    Man muss kein Alkoholiker sein, damit es ohne besser geht.

    Stimmt.

    liebe livia

    gut daß du hierher gefunden hast. es ist ja auch noch nicht so lange her, lass alles erst mal sacken. es ist viel am anfang, und wahrscheinlich auch nicht das was du dir als erstes erhofft hast. du hast ja nach empfehlungen und ratschlägen gefragt, wie du dich mit deiner situation arrangieren kannst und ob du irgendetwas uebersehen hast was deinen mann vom alkohol wegbringt, damit ihr wieder ein ruhiges leben haben koennt.

    die erkenntnis daß man absolut nichts machen kann, die ist glaube ich die schmerzhafteste. und "da draussen" sagt einem das auch niemand. da wird man eher unterstützt oder ermutigt, es weiter mit dem helfen zu versuchen. so habe ich das erlebt.
    ich bin als kind eines alkoholikers aufgewachsen, der die meiste zeit meiner kindheit auch gut funktioniert hat, wenn es auch ueber die jahre schwieriger wurde, und dann immer schlimmer, als wir kinder nicht mehr zuhause lebten und meine eltern dann auch nicht mehr zusammen waren. meine mutter hat jahrzehnte versucht auf meinen vater einzureden, es hat NULL bewirkt, mein vater hoerte es, setzte ein finsteres gesicht auf und wenn es ihm zu bunt wurde, kuerzte er ab und ging in den keller um zu trinken.

    was hier geschrieben wird ist nicht leicht zu verdauen, aber keiner hier will dir was boeses, oder schaut auf dich herunter, oder respektiert dich nicht, im gegenteil jeder hier kommt entweder als alkoholiker hier her oder angehöriger, alle wissen also auch wovon du schreibst. die geschichten hier aehneln sich leider sehr, ich kann dir nur empfehlen lies dich ein bisschen ein.

    vorallem im co bereich kannst du vielleicht was fuer dich rausziehen, oft sind die situationen sehr ausweglos, oder scheinen so, und dann geht es aber doch auch vorwaerts und hin zu einem selbstbestimmten besseren leben.

    du hast jedes recht auf ein zufriedenes leben, bist nicht fuer die sucht deines mannes verantwortlich und du musst auch nicht bis zum ende aushalten, wenn er sich zu tode trinkt. leider ist die sucht unglaublich stark. dein mann MUSS trinken, er hat keine kontrolle darueber, und damit du, wenn du dich so abhaengig von seinem trinkverhalten machst eben auch nicht. daher wird hier immer wieder geschrieben, schau auf dich.

    das die zeit knapp ist, naja keine ahnung. im grunde sind wir doch alle gleich weit weg vom tod. wir wissen es schlicht nicht, wann wir gehen muessen. die zeit die vor uns liegt, ist aber die die wir gestalten koennen, besser heute damit anfangen, und dann schritt für schritt wieder ins leben.

    ich wuensch dir alles gute. koda

    das kenn ich auch, mein Xy hat auch seit Jahren angeblich prima Leberwerte, er kam mehrfach ganz beschwingt vom Arzt.

    Muss aber auch nicht stimmen. Mein vater behauptete auch immer daß alles top ist wenn er vom arzt kommt oder kam. Da wird alles geschönt und umformuliert, nur um konflikten aus dem weg zu gehen und seine ruhe zu haben.

    Liebe zoe.

    Mein Hund kommt auch langsam zur Ruhe, es ist beruhigend ihn neben mir schnarchen zu hören.

    Der merkt auch wie sich alles langsam entspannt. Die lust aufs kochen kommt auch noch. Anna hat recht, pimp dir deine brote :) das ist schon fast wie kochen. Frische kräuter, eine leckere sauce, ein lieblingsaufstrich. Eine schöne tasse tee... hab mut, das wird!

    wie hättest du es denn gerne zoe?
    wolltest du die sachen noch? dann mit umzugshelfern rein (wenn er betrunken ist, wird er beim tragen eh keine hilfte sein, da gibts höchstens stürze).

    klingt aber auch nach unentschlossenem rumgeeier und dich warmhalten.

    versuch hier ruhig "laut zu denken". vielleicht hilft es dir die optionen mal durchzugehen.

    hi lila blau,

    ich war auch so ein Kind, daß dauernd gehört hat, daß die mutter am liebsten die koffer packen würde. Um dann hinterherzuschieben, daß sie das aber nicht macht, wegen der kinder. dabei hat sie wahlweise geweint, oder auch geschrien. Ja sie war verzweifelt, und sie hat das offen kommuniziert. Am liebsten ihrer tochter gegenüber. Ich habe so oft eine wahnsinnige wut und ohnmacht gefühlt, und konnte NICHTS machen. nur ertragen, und dabeizusehen, wie alle es ertragen und einfach nichts machen. Solche gespräche wie du sie gerade führst, richten immensen schaden an. deine kinder werden sich für dich verantwortlich fühlen, daß es dir besser geht.

    Triff entscheidungen. überlegungen dazu bei den kindern zu lassen überfordert sie. sie sind kein gegenüber. auch wenn sich das vielleicht so anfühlt.