Nach dem gestrigen Eklat sind wir heute Mittag zusammen spazieren gegangen und haben geredet. Natürlich ging es nicht ganz ohne Streit ab - er findet zum Beispiel, es sei eine Beleidigung, wenn ich sage, dass er trinkt. Für mich ist das einfach nur eine Tatsache. Aber das sind seine Empfindungen und die darf er haben. Damit muss er ja auch ganz allein zurechtkommen.
Jedenfalls war das Gespräch recht gut, in dem Sinne, dass wir beide eine Trennung für das beste halten. Ob es später noch mal ein zueinander kommen geben kann, wird die Zeit zeigen. Ich habe jedenfalls ganz klargemacht, dass ich seine Entscheidung, nichts zu ändern, akzeptiere, aber nicht damit eben klarkomme. Und es für mich so definitiv nicht weitergeht.
Immerhin bin ich heute einen Schritt weiter als gestern. Habe angefangen, meine Papiere und Finanzen zu sichten, damit ich nicht plötzlich im luftleeren Raum stehe. Und außerdem lenkt der Papierkram auch schön ab. Ich denke viel über mich nach, meine Kindheit, Jugend usw. und überlege, wie ich zu dem Menschen geworden bin, der ich heute bin. Und welcher Mensch ich eigentlich sein möchte. Das sind oft schwierige Gedankengänge und es kommt vieles hoch, dass lange im Dunkeln geschlummert hat. Aber es tut mir auch gut, endlich ehrlich zu mir selbst zu sein und auch den nicht so schönen Dingen in meiner Geschichte ins Auge zu sehen. Und ich bin immer sehr früh müde - das ist alles soooo anstrengend.
Danke euch allen fürs Lesen, Kommentieren und Mitfühlen - ohne euch hätte ich die letzten Wochen nicht so überstanden, sondern wäre sicher wieder rückfällig geworden.
LG wardasalles