Beiträge von wardasalles

    Ich finde es sehr gut dass du dir Gedanken machst wie es nach einer Trennung (die du eigentlich noch gar nicht willst) für dich weitergehen kann..

    Vor nicht allzu langer Zeit ging es mir wie dir.. ich weiß noch zu Weihnachten herum war dieser Gedanke für mich undenkbar. Weil wir lieben uns doch, und ich dachte das wird helfen. Tut es aber leider nicht.

    Liebe Alexa,

    ich habe bei dir auch schon rein geschaut - wir haben einige Gemeinsamkeiten (auch Ö :wink:). Die Trennung will ich immer noch nicht, aber es erscheint mir nicht mehr unmöglich, dass es dazu kommt. Sie ist in den vorstellbaren Bereich gerückt. Es ist so traurig, dass eine wirklich große Liebe an so etwas Deppertem scheitert wie Alk. So dumm, so - ach, ich habe keine Worte dafür. Ich war eigentlich finanziell immer recht unabhängig, aber durch das Haus bzw. den Kredit dafür und meine Mikropension (Kindererziehung!), wird es bald sehr, sehr eng werden. Eine Trennung ist im Grunde auch erst möglich, wenn das Haus verkauft ist - denn vorher müsste ich die Raten und eine Miete parallel bezahlen, und das ist eine Summe, die ich nicht stemmen kann. Aber das macht nichts, wenn es noch ein oder zwei Jahre dauert. Und vielleicht (ja, ich habe immer noch ein Fünkchen Hoffnung) kommt er ja noch zu Verstand und unternimmt etwas.

    Herzliche Grüße <3
    wardasalles

    Kleines Tagesupdate:

    Der Tag war ruhig und sachlich im Kontakt. Kein Alkoholkonsum in meiner Gegenwart. Ich habe eine Aufstellung für mich gemacht: Sämtliche Kosten in allen denkbaren Varianten und Einnahmen dagegen gerechnet. Und herausgefunden, welch Sozialleistungen evtl. in Frage kommen. Es könnte, mit vielen Veränderungen und Einschränkungen, gerade so klappen. Diese Rechnung hat mir ein stückweit die Angst vor dem Unbekannten genommen.

    Angst hab ich trotzdem ... 😬

    Es hilft aber, darüber zu sprechen. Denn du liegst völlig richtig, was deine Wahrnehmung angeht. Lass dich nicht kleinmachen.

    Vielleicht als Idee, ich weiß nicht, ob das was für dich wäre. Aber es gibt doch auch WGs mit älteren, berufstätigen Mitbewohnern, da wären die Mietkosten schon mal geringer.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft und ein großes Pakt Selbstvertrauen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich gebe alles, um stark zu bleiben. Diesmal will ich es durchziehen. Grenzen setzen - und einhalten! Auch wenn es doch (entgegen meinem ausdrücklichen Wunsch) auf eine Trennung hinauszulaufen scheint.

    Eine WG möchte ich nicht, weil ich erstmal - nach so langem Zusammenleben in einer Beziehung - ganz allein mit mir sein möchte. Kannst du das verstehen? Lieber eine ganz winzige Wohnung für mich allein, als wieder etwas teilen.

    Danke für deine lieben Wünsche!

    LG wardasalles

    Ich finde es gut, dass Du Dich bei uns in der SHG gemeldet hast, um Dich auszutauschen. Denn die Alkoholkrankheit belastet die ganze Familie. Der Austausch erklärt, verändert und erleichtert für die Angehörigen vieles.

    Ich merke gerade schon, dass mir das Schreiben hier gut tut und immer wenn ich das Gefühl habe "rückfällig" zu werden, schreibe ich hier schnell und das allein hilft schon so sehr. So viel Durchblick wie in den letzten 2 Wochen hatte ich jahrelang nicht.

    LG wardasalles

    Hallo Cassiopeia,

    Wie ist es dir in den letzten Wochen ergangen?

    Wart ihr beim Arzt? Dass du das durch dein Dabeisein kontrollieren wolltest, ist wohl Co-Verhalten. Aber ich kann es gut nachvollziehen, weil mein Mann auch mal zum Arzt ist und mir ganz stolz erzählte, dass seine Blutwerte top sind. Gezeigt hat er nir die Ergebnisse aber nicht. Und ich bin sicher, dass er dem Arzt gar nichts vom Trinken erzählt hat.

    Wie geht es dir heute? Hast du für dich selbst einen Weg aus der Misere gefunden?

    LG wardasalles

    Hallo Elly,

    Ich hätte nicht gedacht, dass noch jemand wach ist ...

    Du schreibst von einer nebulösen "Abwesenheit". Weißt Du gar nicht, wo Dein Mann war?

    Doch, ich weiß das. Ist aber nicht für den öffentlichen Bereich geeignet. Zu persönlich.

    Die Persönlichkeitsveränderung finde ich ganz schrecklich. Habe ihm das auch gesagt, aber er meint, er war schon immer so. Vielleicht hat er ja recht und hat mir jahrzehntelang was vorgespielt? Oder war bei mir die rosarote Brille zu fest am Kopf angetackert? Ich weiß es nicht.

    War gerade im Bad - im Haus riecht es nach Alkohol. Er hat sich sicher ordentlich abgefüllt nach unserem Streit. Und sicher bin ich auch daran schuld. :roll:

    Kurzes Update: Mein Mann ist wieder zurück von seiner Abwesenheit und wir hatten gleich heute einen ziemlichen Streit, natürlich wegen seines Trinkens, das wie üblich weitergeht.

    (Muss ich erwähnen, dass ich mir gewünscht hatte, er käme mit eigener Einsicht zurück und würde sein Problem angehen?)

    Nun ja, die Hoffnung stirb zuletzt. Seltsamerweise wirft er mir vor, ich würde mit meinem "Sturkopf" die Ehe zerstören und nicht schätzen, was er alles für mich tut. Als ich gefragt habe, was er damit konkret meint, sagte er "dass du das fragst, sagt mir genug". Also er schiebt die Schuld auf mich und hat keinerlei Einsicht, dass sein Alkoholkonsum gefährlich ist. Nach seiner Aussage bin ich super egoistisch, will nur "mein Ding" machen und nehme keine Rücksicht. Und außerdem würde ich ja auch mal was trinken. Ja, das stimmt, vielleicht 1x im Monat trinke ich ein alkoholisches Getränk. Er aber jeden Tag, und zwar Mengen davon.

    Okay, hab ich gedacht, dann soll es wohl so sein, dass es doch auf eine Trennung hinaus läuft.

    Bis alle Verstrickungen aufgelöst sind, wird es noch viel Zeit brauchen, aber das ist eben so nach einer langjährige Beziehung.

    Ich habe noch keine Idee, wie ich das finanziell stemmen soll, aber hab schon mal durch die Wohnungsanzeigen geblättert, um zu schauen, wie die Preise sind. Da musste ich schon schlucken ... aber wenn es soweit ist, werde ich schon irgendwas finden.

    Ist das Haus Euer Eigentum, wardasalles?

    Im Falle eines Verkaufs würdest Du Deinen Anteil bekommen.

    Ich würde mich an Deiner Stelle anwaltlich beraten lassen. Vielleicht bist Du erstaunt, was Dir alles im Falle einer Scheidung zustehen wird!

    Das Haus gehört zu 90% der Bank, bei einem Verkauf bleibt da nichts übrig. An eine Scheidung denke ich zur Zeit nicht, ich muss erst herausfinden, was ich will. Das ist noch zu verschwommen in meinen Gedanken. Alles geht durcheinander in meinem Kopf.

    LG wardasalles

    Bei uns sieht es ähnlich aus. Das Haus aufzugeben ist keine Option, eine Miete kann ich mir von meiner Mikro-Rente nicht leisten und auch mit Sozialleistungen würde ich am Hungertuch nagen. Wir machen auch nur noch wenig zusammen - mal Spazierengehen, aber meist schweigsam und überhaupt viel Schweigen. Ich habe auch keine Lust mehr, immer wieder irgendwie Vorwürfe zu machen und wenn der Alkoholpegel zu hoch wird, ziehe ich mich immer mehr zurück. Reden hilft nichts. Hatte letztes Jahr eine Kur, war eine nette Abwechslung, aber verändert hat sich dadurch ehrlich gesagt nichts. Vielleicht hilft es dir ja.

    Manchmal würde ich ihn so gern durchschütteln, damit ihm klar wird, was er für den Schxxx-Alkohol aufs Spiel setzt - und wir haben uns mal sooo sehr geliebt. Aber er sieht nicht, dass sein Konsum brandgefährlich ist - hauptsächlich für ihn selbst. Die Gedächtnislücken und Vergesslichkeit, die Leberprobleme und wer weiß, was noch alles. Vor einigem Wochen war er mal beim Arzt zum Bluttest (vom Arzt ausgehend), da konnte er plötzlich mehrere Wochen vorher nüchtern bleiben. Weil ich von dem Test gar nichts wusste, hatte ich mich schon gefreut, dass er selbst den Absprung geschafft hätte. So kann man sich täuschen. Sobald der Test erledigt war, ging's wieder los. Erst mit einem Gläschen "zum Genießen" und dann wurde aus dem Gläschen wieder ein Fläschchen und dann mehr ... immer der gleiche Mist.

    Und solange er's selbst nicht erkennt, wird er auch nichts ändern. Nur ich kann (hoffentlich) für mich etwas ändern. Zum Beispiel die Dinge, die ich jetzt allein mache, einfach genießen und kein schlechtes Gewissen haben, dass er nicht dabei ist. Ist nicht so ganz einfach, aber ich übe täglich weiter.

    Und weil die Abende immer ein bisschen schwierig sind, werde ich mir jetzt gleich eine ablenkende Serie anschauen, einen schönen warmen Kakao trinken und dann schlafen. Morgen sieht die Welt wieder ein Stückchen anders - vielleicht sogar besser - aus.

    Alles Liebe für dich! Schreib ruhig auch in mein Fädchen, wenn du dich weiter austauschen möchtest. <3

    LG wardasalles

    Wenn man in einer Beziehung irgendwann nicht mehr weiß wer man ist, dann hat man sich selbst aufgegeben. Mein Anteil daran ist, dass ich nicht authentisch für mein Gegenüber bin, ich verbiege mich für die Beziehung, ich weiß nicht mehr wer ich bin in der Beziehung.

    DAS trifft auf jeden Fall auf mich zu! Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Eigentlich habe ich mich schon lange verloren und es ist echte Schwerstarbeit, jetzt herauszufinden, wer ich heute bin bzw. sein will.

    Gestern habe ich mich abgelenkt und bin früh schlafen gegangen. Heute hat der Tag gut gestartet und ist ganz angenehm verlaufen (ich habe sogar im Auto laut Musik gehört und lautstark und schön schief mitgesungen - etwas, dass ich schon ewig nicht mehr gemacht hatte :lol:). Aber jetzt am Abend, wenn alles ruhig wird, kommen die blöden Gedankenspiralen wieder. Ich war gerade schon kurz davor, ihm eine Nachricht zu senden, dass wir doch noch mal reden sollten. (Verdammt, wenn er nicht da ist, vermisse ich ihn und liebe ihn - und wenn er weg ist, könnt ich ihn manchmal zum Teufel jagen. Was ist das nur?) Hab's aber nicht gemacht ...
    Deswegen schreibe ich jetzt schnell hier und versuche standhaft zu bleiben.

    Liebe Grüße an alle!
    wardasalles

    Hallo Peggy,

    ich bin in einer ähnlichen Situation, lange Beziehung, Ehe, höheres Alter und uneinsichtiger, langsam Symptome entwickelnder Mann. Kann also total gut nachvollziehen, wie es dir gerade geht. Ich ziehe mich momentan auch total zurück, weil ich es anders nicht aushalte. Ich möchte erstmal herausfinden, was ich mit meinem Leben noch anfangen will und erst dann entscheiden, ob das zu einer Trennung führen wird oder nicht.

    LG wardasalles

    Du? Vergangenheit ist vergangen - und kaputt gemacht hat die schönen Zeiten der Alk und wer hat den Alk in eure Beziehung geschleppt? Du? Eben nicht! Ich kenne das, wenn die Gedanken sich verselbständigen und „es dich spricht“. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, ein beherztes STOP wirkt Wunder. Das ist deine innere Stimme nämlich vermutlich von Dir nicht gewohnt - das macht sie kurz (oder länger) sprachlos. Zumindest hat es bei mir geklappt. 😅

    Danke für deine schnelle Antwort <3

    Du hast natürlich recht, ich habe gar nix kaputt gemacht. Aber ich grüble darüber nach, was mein Anteil ist. Ich habe mich ja auch verändert - durch die ganzen verrückten Dinge, die halt so durch den Alk passiert sind. Und auch so, ich bin ja älter geworden, die Lebensumstände haben sich umgekrempelt und natürlich bin ich nicht mehr die gleiche Person, wie vor 20 Jahren. Aber das ist doch normal, oder? Das allein kann kein Grund für eine kaputte Beziehung sein. Menschen ändern sich und Partnerschaft bedeutet doch, dass man seine/n Partner/in dabei in Liebe begleitet?

    Nutz die Zeit und versuch herauszufinden, warum du so mit Dir/über Dich sprichst. Von wem hast Du Dir das abgeschaut? Und mach kein Drama draus, dass er mal ein paar Tage fort ist … sieh es als Chance mal zur Ruhe zu kommen.

    Ich versuche, zur Ruhe zu kommen. Heute wird das schwierig sein - aber ich werde mich ablenken, so gut es geht. Ich denke immer wieder über mein ganzes Leben nach und über die Dinge, die ich getan/entschieden habe. Warum ich sie getan oder so entschieden habe. Über meine Kindheit, Jugend - was ich da alles gelernt und verinnerlicht habe, das mir heute schadet. Aber ich kann das immer nur so häppchenweise tun, weil manche Selbsterkenntnis sehr unangenehm ist und weh tut. Auch, weil die Zeit läuft ... hört sich blöd an, ist aber ein Fakt. Heute lese ich viel im Forum und werde mir nachher eine Serie reinziehen und kann hoffentlich danach schlafen.

    LG wardasalles

    Ich bin so wütend, aber ich bin schon wieder so entkräftet. Während er da seine Dinge macht, sitze ich hier und komm auf mein Leben nicht klar! weiß nicht was ich tun kann.. naja doch, ich merke es tut mir gut euch zu schreiben, aber mehr geht nicht. Ich werde warten bis er wieder kommt, ich werde seinen Zustand abchecken, ich werde versuchen zu schlafen, was nicht immer gelingt wenn er da seine Sachen macht und ich nicht zur Ruhe komme... ich schaffe es nicht mich aus diesem Kreislauf zu befreien...

    Hallo Alexa,

    dann sind wir heute schon zu zweit. Ich hab gerade das gleiche Problem, weswegen ich mich auch gerade hier im Forum herumtreibe. Vielleicht hilft es dir auch, die Fädchen von anderen zu lesen, die es geschafft haben. Mich baut das immer wieder enorm auf, auch wenn ich selbst gerade ganz unten bin. Den Kreislauf zu stoppen - das schaffe ich auch noch nicht, bisher schaffe ich nur kurze "Zwischenstopps".

    Aber es ist wie mit jeder Sucht, auch die Co-Abhängigkeit war nicht von einem auf den anderen Tag da. Und sie loszuwerden braucht es auch seine Zeit. Mach dich nicht selbst fertig, sondern tu dir etwas Gutes. Ich gehe meist spazieren, wenn ich so unruhig bin. Vielleicht kannst du ein Bad nehmen, beruhigende Musik hören, etwas Lesen, Sport machen oder so.

    LG wardasalles <3

    Puh, jetzt muss ich dringend mal hier schreiben, weil ich gerade schon wieder in so einem Gedankenkreisel stecke, der mir nicht guttut. :?

    Mein Mann ist für wahrscheinlich ein paar Tage weggefahren und schon gehen mir die blödesten Gedanken im Kopf herum, so à la "Jetzt hast du ihn vertrieben, du bist schuld, dass er nicht mehr gern zu Hause ist, wer weiß, ob er wieder zurückkommt, du hast es übertrieben mit deinem Abstandhalten, ..." So geht das gerade in einem fort. Mein Kopf weiß, dass das alles Quatsch ist und meine Eindrücke richtig waren und auch die Grenze, die ich gesetzt habe. Aber leider ist die Kopfstimme gerade ganz leise ...

    Immer wieder denke ich, dass es doch auch so schöne Zeiten in der Vergangenheit gab und dass ich das doch nicht einfach kaputt machen sollte. Mein Kopf sagt dann ganz leise "vergiss aber die vielen schlechten und schlimmen Zeiten nicht". Ich dreh’ hier noch durch! Ich weiß, dass ich nur die nächsten Stunden bzw. den Abend überstehen muss, morgen sieht dann alles wieder anders aus. Aber ich habe Angst, dass ich "rückfällig" werde und alles wieder von vorn losgeht.

    ... und mir geht es schlecht, und er sitzt wahrscheinlich schon mit dem nächsten Glas Alk da und denkt gar nicht an mich. :cry:

    LG wardasalles

    Hallo Cadda,

    Es gibt etliche Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, egal was passiert.

    Das muss ich auch erstmal verdauen. Genau das könnte bei ihm der Fall sein.

    Wie die Alternative aussieht, lässt sich manchmal nicht planen.

    Zunächst einmal könntest Du planen, dass Du wieder glücklicher und zufriedener sein möchtest. „Einfach“ den Weg los gehen. Wie genau sich dann alles entwickelt, wirst Du im Laufe der Zeit herausfinden.

    Ja, da musste ich lächeln - ich dachte an diesen Spruch "Der Mensch macht Pläne und Gott lacht." Soviel zu den Plänen und Wünschen. Schon oft in meinem Leben ist alles anders gekommen, als ich geplant/gewünscht hatte und dann wurde alles doch gut. Und ich plane jetzt tatsächlich für mich. Es wird ein langer Weg, aber auch dieser beginnt mit dem ersten Schritt. Und den habe ich getan, indem ich mich hier angemeldet habe und ihm eine klare Grenze gesetzt habe. Und jetzt wähle ich den nächsten Schritt. Und dann so weiter ...

    LG wardasalles

    Hallo Marte,

    ich bin auch schon lange mit meinem Mann zusammen und habe teilweise dieses kontrollierende Verhalten an den Tag gelegt. Flaschen gezählt, Alkohol weggeschüttet und so was. Aber das alles und auch das Bitten und Betteln, doch endlich aufzuhören, helfen nicht, solange er es nicht selbst will.

    Ob eine Trennung im Raum steht oder nicht - das muss ich herausfinden. Ich muss mich selbst finden, meinen eigenen Weg. Das ist mein erster Schritt. Vielleicht auch deiner? Sicherlich ist dein Alltag noch schwieriger, wenn du noch Kinder daheim hast, aber es ist gut, dass dein Umfeld schon Bescheid weiß. Bei uns sind inzwischen fast alle Bekannten und Freunde weg, weil wir ja nirgendwo mehr hingehen konnten. Immer ist es ausgeartet und ich wollte dann auch nicht mehr raus gehen. Ganz schön blöd, wie man sein eigenes Leben wegwirft. Aber das können wir ja ändern!

    Freue mich über weiteren Austausch!

    LG wardasalles

    Guten Morgen wardasalles,

    nichts und niemand kann den nassen Alkoholiker motivieren, mit dem Saufen aufzuhören!

    Weder gute oder böse Worte noch Taten.

    Es muss vom Alkoholiker selbst kommen. Bei mir war es so, dass ich körperlich und seelisch einfach nicht mehr konnte und bemerkte, dass es so nicht weitergehen konnte.

    Deshalb schreiben wir immer vom Tiefpunkt. Aber viele Alkoholiker finden ihn nie, d.h. sie saufen sich im wahrsten Sinne des Wortes tot. Denn irgendwann kann der Körper nicht mehr. So bitter das für die Angehörigen ist, sie können nichts gegen die Sucht tun!

    Liebe Elly,

    das sind harte Erkenntnisse. Ich kann mich auch nicht wirklich in die Alkoholikerseite hineinversetzen. Ich denke immer, man kann doch einfach aufhören. Das ist natürlich Quatsch. Die Sucht ist stärker, außer man will selbst davon loskommen. Und auch dann ist es immer noch sehr schwer. Ich wünschte nur, sein Tiefpunkt wäre schon da und wir könnten gemeinsam in die Zukunft gehen. Meine gesamte Vorstellung davon, wie ich meinen "Lebensabend (oder eher -nachmittag)" verbringen möchte, ist zerstört und ich muss mir da auch ganz neu Gedanken machen, was ich alternativ möchte. Seit 20 Jahren war diese Überlegung ja nicht mehr notwendig, denn es war klar, dass wir gemeinsam alt werden. Jetzt ist das plötzlich kein Fixpunkt mehr. Ich bin abwechselnd wütend und traurig deswegen.

    Das Lesen, Schreiben und Austauschen hier hilft mir sehr. Danke!

    LG wardasalles

    Ich begreife im Schneckentempo, dass ich machtlos bin. Auch die unmissverständliche Ansage, dass ich mich trenne, wenn nichts passiert versteht er nicht. Er lässt sich sein Bier nicht nehmen, dass hat er mir klar und deutlich zu verstehen gegeben. Ich bin da nur der Störenfried. Er kann und will sich sein Leben nicht ohne Alk vorstellen. Ich bin bereit zu gehen.

    Ja, genau - Schneckentempo. Ich lebe ja schon seit etwa 12 Jahren in der Situation, was mir aber natürlich am Anfang nicht bewusst war. So etwas entwickelt sich so schleichend und immer wieder hatte ich diese Gedanken "ist doch nicht so schlimm, du bildest dir das ein, sei doch mal locker" So in der Art. Nur seit kurzem ist bei mir irgendwie das Ende erreicht. Er hat mir auch gesagt, das es seine Entscheidung ist zu trinken. Und ich habe gesagt, ja, das stimmt, aber ich entscheide dann für mich, dass ich mich zurückziehe. Also ganz sachlich, da war kein Streit oder Wut dabei. Es war eine sachliche Entscheidung.

    Deine Situation ist sicher schwieriger, da Ihr schon lange zusammen seit und zusammen wohnt, aber liebe wardasalles, alles ist machbar. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt… den hast Du doch schon getan. Du hast Dir hier Hilfe und Unterstützung gesucht. Da draußen gibt es auch noch mehr Unterstützung,- klar muss man sie etwas suchen und der Weg ist schwierig… aber machbar.

    Etwas muss auch ich mir immer wieder sagen: Wir müssen wirklich anfangen an uns selber zu denken. Es bedeutet so viel Freiheit, wenn man bemerkt, dass es wirklich nicht „fruchtet“ und den anderen einfach sein Ding machen lässt. Geh DU raus und zeig ihm was für eine tolle Frau er (verloren) hat. Fange an FÜR DICH zu leben. Das Alter zählt hier nicht. Wir haben nur ein Leben. Finde wieder zu Dir selbst. Lass ihn los. Sei frech und wild und wunderbar.

    Oh ja, wir sind weit über 20 Jahre zusammen, wohnen zusammen, sind verheiratet und haben ein Haus zusammen. Und die erste Hälfte unserer Partnerschaft war wunderschön, ich habe ihn geliebt wie verrückt. Und auch jetzt lieb ich ihn noch. Dennoch - man darf sich nicht selbst aufgeben für einen anderen Menschen. Ich schaue jetzt mal, was ich überhaupt will. Arbeit an mir selbst.

    Ich wünsche dir auch alles Liebe. Ich freue mich, dass wir uns austauschen!

    LG wardasalles

    Was du tun kannst, und das wirst du hier immer wieder lesen und hast es ja auch selbst bereits geschrieben bekommen: Kümmere dich um dich! Schau, was du tun kansst, um aus dem Suchtsystem auszusteigen. Ob es dafür eine Trennung benötigt, hängt mM nach von dir ab. Kannst du mit einem Alkoholiker dauerhaft unter einem Dach leben, kannst du dir selbst so viel Freiraum verschaffen, dass du nicht permanent mit seiner Trinkerei konfrontiert und belastet wirst? Wie hoch ist deine Akzeptanz. und es wird nicht besser- im Gegenteil, die Trinkemgen und die Häufigkeit werden immer mehr. Die psychischen Verletzungen (bei manchen sogar körperliche), all das wird schlimmer, je weiter er sich reintrinkt....

    Hallo Nova,

    danke für dein freundliches Willkommen!

    Ich weiß es noch nicht, ob ich das Zusammenleben so auf Dauer aushalten kann. Vielleicht läuft es dann auf eine "Wohngemeinschaft" hinaus und weniger eine liebevolle Partnerschaft, so wie ich das eigentlich immer haben wollte. Den Treueschwur bei der Eheschließung - bis zum Ende - habe ich Ernst gemeint. Aber das geht nur, wenn ich dabei nicht vor die Hunde gehe.

    Ich merke schon, dass mir das Schreiben und Austauschen hier sehr gut tut, es hilft Klarheit zu gewinnen und das Gedankenkarussel abzustellen. Und ich weiß jetzt, dass ich meinen Eindrücken sehr wohl vertrauen kann. Ich übertreibe nicht und die Situation ist wie sie ist. Und ich bin nicht Schuld daran.

    Physische Verletzungen gibt es nicht, er ist absolut gewaltfrei, schon immer gewesen.

    Zur Zeit versuche ich zu erkennen, was ich eigentlich möchte und wo mein Weg hingehen soll. Über seinen Weg (und ob der Weg ein gemeinsamer sein kann) muss er entscheiden.

    LG wardasalles