Beiträge von wardasalles

    Ich bin so wütend, aber ich bin schon wieder so entkräftet. Während er da seine Dinge macht, sitze ich hier und komm auf mein Leben nicht klar! weiß nicht was ich tun kann.. naja doch, ich merke es tut mir gut euch zu schreiben, aber mehr geht nicht. Ich werde warten bis er wieder kommt, ich werde seinen Zustand abchecken, ich werde versuchen zu schlafen, was nicht immer gelingt wenn er da seine Sachen macht und ich nicht zur Ruhe komme... ich schaffe es nicht mich aus diesem Kreislauf zu befreien...

    Hallo Alexa,

    dann sind wir heute schon zu zweit. Ich hab gerade das gleiche Problem, weswegen ich mich auch gerade hier im Forum herumtreibe. Vielleicht hilft es dir auch, die Fädchen von anderen zu lesen, die es geschafft haben. Mich baut das immer wieder enorm auf, auch wenn ich selbst gerade ganz unten bin. Den Kreislauf zu stoppen - das schaffe ich auch noch nicht, bisher schaffe ich nur kurze "Zwischenstopps".

    Aber es ist wie mit jeder Sucht, auch die Co-Abhängigkeit war nicht von einem auf den anderen Tag da. Und sie loszuwerden braucht es auch seine Zeit. Mach dich nicht selbst fertig, sondern tu dir etwas Gutes. Ich gehe meist spazieren, wenn ich so unruhig bin. Vielleicht kannst du ein Bad nehmen, beruhigende Musik hören, etwas Lesen, Sport machen oder so.

    LG wardasalles <3

    Puh, jetzt muss ich dringend mal hier schreiben, weil ich gerade schon wieder in so einem Gedankenkreisel stecke, der mir nicht guttut. :?

    Mein Mann ist für wahrscheinlich ein paar Tage weggefahren und schon gehen mir die blödesten Gedanken im Kopf herum, so à la "Jetzt hast du ihn vertrieben, du bist schuld, dass er nicht mehr gern zu Hause ist, wer weiß, ob er wieder zurückkommt, du hast es übertrieben mit deinem Abstandhalten, ..." So geht das gerade in einem fort. Mein Kopf weiß, dass das alles Quatsch ist und meine Eindrücke richtig waren und auch die Grenze, die ich gesetzt habe. Aber leider ist die Kopfstimme gerade ganz leise ...

    Immer wieder denke ich, dass es doch auch so schöne Zeiten in der Vergangenheit gab und dass ich das doch nicht einfach kaputt machen sollte. Mein Kopf sagt dann ganz leise "vergiss aber die vielen schlechten und schlimmen Zeiten nicht". Ich dreh’ hier noch durch! Ich weiß, dass ich nur die nächsten Stunden bzw. den Abend überstehen muss, morgen sieht dann alles wieder anders aus. Aber ich habe Angst, dass ich "rückfällig" werde und alles wieder von vorn losgeht.

    ... und mir geht es schlecht, und er sitzt wahrscheinlich schon mit dem nächsten Glas Alk da und denkt gar nicht an mich. :cry:

    LG wardasalles

    Hallo Cadda,

    Es gibt etliche Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, egal was passiert.

    Das muss ich auch erstmal verdauen. Genau das könnte bei ihm der Fall sein.

    Wie die Alternative aussieht, lässt sich manchmal nicht planen.

    Zunächst einmal könntest Du planen, dass Du wieder glücklicher und zufriedener sein möchtest. „Einfach“ den Weg los gehen. Wie genau sich dann alles entwickelt, wirst Du im Laufe der Zeit herausfinden.

    Ja, da musste ich lächeln - ich dachte an diesen Spruch "Der Mensch macht Pläne und Gott lacht." Soviel zu den Plänen und Wünschen. Schon oft in meinem Leben ist alles anders gekommen, als ich geplant/gewünscht hatte und dann wurde alles doch gut. Und ich plane jetzt tatsächlich für mich. Es wird ein langer Weg, aber auch dieser beginnt mit dem ersten Schritt. Und den habe ich getan, indem ich mich hier angemeldet habe und ihm eine klare Grenze gesetzt habe. Und jetzt wähle ich den nächsten Schritt. Und dann so weiter ...

    LG wardasalles

    Hallo Marte,

    ich bin auch schon lange mit meinem Mann zusammen und habe teilweise dieses kontrollierende Verhalten an den Tag gelegt. Flaschen gezählt, Alkohol weggeschüttet und so was. Aber das alles und auch das Bitten und Betteln, doch endlich aufzuhören, helfen nicht, solange er es nicht selbst will.

    Ob eine Trennung im Raum steht oder nicht - das muss ich herausfinden. Ich muss mich selbst finden, meinen eigenen Weg. Das ist mein erster Schritt. Vielleicht auch deiner? Sicherlich ist dein Alltag noch schwieriger, wenn du noch Kinder daheim hast, aber es ist gut, dass dein Umfeld schon Bescheid weiß. Bei uns sind inzwischen fast alle Bekannten und Freunde weg, weil wir ja nirgendwo mehr hingehen konnten. Immer ist es ausgeartet und ich wollte dann auch nicht mehr raus gehen. Ganz schön blöd, wie man sein eigenes Leben wegwirft. Aber das können wir ja ändern!

    Freue mich über weiteren Austausch!

    LG wardasalles

    Guten Morgen wardasalles,

    nichts und niemand kann den nassen Alkoholiker motivieren, mit dem Saufen aufzuhören!

    Weder gute oder böse Worte noch Taten.

    Es muss vom Alkoholiker selbst kommen. Bei mir war es so, dass ich körperlich und seelisch einfach nicht mehr konnte und bemerkte, dass es so nicht weitergehen konnte.

    Deshalb schreiben wir immer vom Tiefpunkt. Aber viele Alkoholiker finden ihn nie, d.h. sie saufen sich im wahrsten Sinne des Wortes tot. Denn irgendwann kann der Körper nicht mehr. So bitter das für die Angehörigen ist, sie können nichts gegen die Sucht tun!

    Liebe Elly,

    das sind harte Erkenntnisse. Ich kann mich auch nicht wirklich in die Alkoholikerseite hineinversetzen. Ich denke immer, man kann doch einfach aufhören. Das ist natürlich Quatsch. Die Sucht ist stärker, außer man will selbst davon loskommen. Und auch dann ist es immer noch sehr schwer. Ich wünschte nur, sein Tiefpunkt wäre schon da und wir könnten gemeinsam in die Zukunft gehen. Meine gesamte Vorstellung davon, wie ich meinen "Lebensabend (oder eher -nachmittag)" verbringen möchte, ist zerstört und ich muss mir da auch ganz neu Gedanken machen, was ich alternativ möchte. Seit 20 Jahren war diese Überlegung ja nicht mehr notwendig, denn es war klar, dass wir gemeinsam alt werden. Jetzt ist das plötzlich kein Fixpunkt mehr. Ich bin abwechselnd wütend und traurig deswegen.

    Das Lesen, Schreiben und Austauschen hier hilft mir sehr. Danke!

    LG wardasalles

    Ich begreife im Schneckentempo, dass ich machtlos bin. Auch die unmissverständliche Ansage, dass ich mich trenne, wenn nichts passiert versteht er nicht. Er lässt sich sein Bier nicht nehmen, dass hat er mir klar und deutlich zu verstehen gegeben. Ich bin da nur der Störenfried. Er kann und will sich sein Leben nicht ohne Alk vorstellen. Ich bin bereit zu gehen.

    Ja, genau - Schneckentempo. Ich lebe ja schon seit etwa 12 Jahren in der Situation, was mir aber natürlich am Anfang nicht bewusst war. So etwas entwickelt sich so schleichend und immer wieder hatte ich diese Gedanken "ist doch nicht so schlimm, du bildest dir das ein, sei doch mal locker" So in der Art. Nur seit kurzem ist bei mir irgendwie das Ende erreicht. Er hat mir auch gesagt, das es seine Entscheidung ist zu trinken. Und ich habe gesagt, ja, das stimmt, aber ich entscheide dann für mich, dass ich mich zurückziehe. Also ganz sachlich, da war kein Streit oder Wut dabei. Es war eine sachliche Entscheidung.

    Deine Situation ist sicher schwieriger, da Ihr schon lange zusammen seit und zusammen wohnt, aber liebe wardasalles, alles ist machbar. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt… den hast Du doch schon getan. Du hast Dir hier Hilfe und Unterstützung gesucht. Da draußen gibt es auch noch mehr Unterstützung,- klar muss man sie etwas suchen und der Weg ist schwierig… aber machbar.

    Etwas muss auch ich mir immer wieder sagen: Wir müssen wirklich anfangen an uns selber zu denken. Es bedeutet so viel Freiheit, wenn man bemerkt, dass es wirklich nicht „fruchtet“ und den anderen einfach sein Ding machen lässt. Geh DU raus und zeig ihm was für eine tolle Frau er (verloren) hat. Fange an FÜR DICH zu leben. Das Alter zählt hier nicht. Wir haben nur ein Leben. Finde wieder zu Dir selbst. Lass ihn los. Sei frech und wild und wunderbar.

    Oh ja, wir sind weit über 20 Jahre zusammen, wohnen zusammen, sind verheiratet und haben ein Haus zusammen. Und die erste Hälfte unserer Partnerschaft war wunderschön, ich habe ihn geliebt wie verrückt. Und auch jetzt lieb ich ihn noch. Dennoch - man darf sich nicht selbst aufgeben für einen anderen Menschen. Ich schaue jetzt mal, was ich überhaupt will. Arbeit an mir selbst.

    Ich wünsche dir auch alles Liebe. Ich freue mich, dass wir uns austauschen!

    LG wardasalles

    Was du tun kannst, und das wirst du hier immer wieder lesen und hast es ja auch selbst bereits geschrieben bekommen: Kümmere dich um dich! Schau, was du tun kansst, um aus dem Suchtsystem auszusteigen. Ob es dafür eine Trennung benötigt, hängt mM nach von dir ab. Kannst du mit einem Alkoholiker dauerhaft unter einem Dach leben, kannst du dir selbst so viel Freiraum verschaffen, dass du nicht permanent mit seiner Trinkerei konfrontiert und belastet wirst? Wie hoch ist deine Akzeptanz. und es wird nicht besser- im Gegenteil, die Trinkemgen und die Häufigkeit werden immer mehr. Die psychischen Verletzungen (bei manchen sogar körperliche), all das wird schlimmer, je weiter er sich reintrinkt....

    Hallo Nova,

    danke für dein freundliches Willkommen!

    Ich weiß es noch nicht, ob ich das Zusammenleben so auf Dauer aushalten kann. Vielleicht läuft es dann auf eine "Wohngemeinschaft" hinaus und weniger eine liebevolle Partnerschaft, so wie ich das eigentlich immer haben wollte. Den Treueschwur bei der Eheschließung - bis zum Ende - habe ich Ernst gemeint. Aber das geht nur, wenn ich dabei nicht vor die Hunde gehe.

    Ich merke schon, dass mir das Schreiben und Austauschen hier sehr gut tut, es hilft Klarheit zu gewinnen und das Gedankenkarussel abzustellen. Und ich weiß jetzt, dass ich meinen Eindrücken sehr wohl vertrauen kann. Ich übertreibe nicht und die Situation ist wie sie ist. Und ich bin nicht Schuld daran.

    Physische Verletzungen gibt es nicht, er ist absolut gewaltfrei, schon immer gewesen.

    Zur Zeit versuche ich zu erkennen, was ich eigentlich möchte und wo mein Weg hingehen soll. Über seinen Weg (und ob der Weg ein gemeinsamer sein kann) muss er entscheiden.

    LG wardasalles

    So, heute musste ich mich offenbar nochmal von der Richtigkeit meiner Eindrücke überzeugen (ich kann's halt noch nicht richtig lassen). Mein Mann ist kurz weg und ich habe die Gelegenheit genutzt, einen Blick in sein Auto zu werfen - und siehe da: zwei Kartons Wein! Gekauft hat er die wohl, während ich allein unterwegs war. Das ist jetzt ganz was Neues. Sonst hat er seinen Alkohol immer beim gemeinsamen Einkauf mitgenommen. Meint er wirklich, ich würde das nicht bemerken/sehen? Das gibt's doch nicht! Wenn das alles nur nicht soooo weh tun würde! Es ist schrecklich, mit anschauen zu müssen, wie ein geliebter Mensch sich ruiniert. Auch und gerade gesundheitlich - Gedächtnisaussetzer gibt es schon häufig (er meint natürlich, er wird dement oder hat Alzheimer). Wenn ich sage, dass das vom Alk kommen kann, ist es natürlich Quatsch. Ich verstehe ja nix davon oder hab ich plötzlich noch Medizin studiert? Na, eh klar.

    Ja, ich weiß, dass das noch voll Co-Denken ist. Aber ich komme davon auch nicht in so kurzer Zeit runter. Bin aber sicher, dass der Weg für mich nur vorwärts gehen kann, auf der Stelle getreten bin ich jetzt lang genug.

    Was ich mir am meisten wünsche, ist, dass er selbst kapiert, dass er was ändern muss (gerade für sich selbst, nicht für mich), weil er sich so total kaputt macht. Hoffnung darauf habe ich aber momentan keine. Gibt es denn wirklich nichts, was einen Alkoholiker zum Aufhören motivieren kann, außer die berühmten "Nägel mit Köpfen" - also Trennung? Ich bin so verzweifelt und muss doch für meinen Weg Energie haben.

    Das muss ich hier mal kurz loswerden.
    Mein Mann und ich sind ja nun gerade in einer (fast) Schweigephase, also nur unverfängliche, sachliche Themen und ansonsten vorsichtiges umeinander herumschleichen. Ich habe keinen Versöhnungsschritt gemacht, so wie sonst immer, und habe das auch weiterhin nicht vor.
    Allerdings verschwindet er seit etwa 1 Woche immer schon um etwa 19:00 in seiner "Männerhöhle". Ich habe immer vermutet, um weiter zu trinken und das eben nicht unter meinen Augen. Seit heute habe ich die Gewissheit - da noch von draussen "Nachschub" geholt hat - offenbar hat er den in seinem Auto gebunkert. Damit ist das jetzt auch mal fix, dass er definitiv keinerlei Erkenntnis hat. Er hat einfach kein Problem, nur ich habe da Problem mit dem Alk. Wahrscheinlich habe ich diese Bestätigung nochmal für mich gebraucht - dass es stimmt, was ich sehe und ich mir da nix einbilde.
    Also mache ich weiter mein Ding und lasse ihn seins machen. Auch wenn es weh tut. Wenigstens muss ich es so nicht sehen und kann meinen Abend gestalten, so wie ich es möchte.

    Ich tue schon sehr viel für mich, beginne aus dem System auszubrechen, deshalb kann ich mir auch jedes Wochenende die Vorwürfe "du machst dein Ding" anhören. Eigentlich sind seine Vorwürfe immer, dass ich was ändern soll, ich bin die böse, wegen mir... Das kennen sicherlich viele hier im Forum. Das nehme ich mir nicht mehr an. Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment nichts weiter für unsere Beziehung tun kann.

    Hallo Biene

    das kommt mir sehr bekannt vor. Ich bekomme regelmäßig die gleichen Vorwürfe zu hören, wenn ich etwas nur für mich mache, so als ob ich absichtlich rücksichtslos handeln würde. Den Schuh ziehe ich mir nicht mehr an. Einfach ist das nicht. Das ständige Abgrenzen müssen ist sehr energieraubend.

    Einen besseren Weg habe ich jedoch in all den vergangenen Jahren nicht gefunden.

    LG wardasalles

    Hallo Caro,

    bist du noch da? Wie geht es dir? Ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin sehr betroffen. Es gibt viele Parallelen bei uns.

    Ich würde mich freuen, wenn wir uns austauschen und unterstützen würden. Das könnte für uns beide hilfreich sein, da wir ähnlichen Situationen feststecken.

    LG wardasalles

    Das hört sich super an 😊

    Prinzipiell ist die einzige Konstante ja Veränderung. Wie wir mit der Veränderung umgehen ist das spannende. Es gibt Dinge die wir nicht beeinflussen können, aber wo man immer ansetzen kann, ist bei einem selbst.

    Danke! 🤗 Ich habe verstanden, dass ich meinen Mann nicht ändern kann. Das habe ich zu oft schon vergeblich versucht. Auch wenn dieser Wunsch/Drang natürlich noch da ist. Das ist wohl meine Sucht.

    Ich kann mich selbst ändern. Ich kann wieder eine Person werden, die ich lieben kann. Das kann ich momentan noch nicht.

    Vielleicht schaffe ich es später sogar, meine riesige Verlustangst abzubauen. Die kommt aus meiner frühen Kindheit. Ich kenne die Ursache genau.

    Nun, ich gehe den Weg in meinem Tempo, aber der erste Schritt ist gemacht.

    LG wardasalles

    Danke, liebe Pittiplatsch

    Ich hab mich gerade beim Spaziergang auf einer Bank niedergelassen und da finde ich deine Nachricht. Es ist schön, von anderen zu hören. Ich hoffe, es geht dir gut?

    Ich nutze gern Spaziergänge zum Denken und habe auch einen heimlichen Kraftplatz im Wald. Dahin gehe ich, wenn es ganz schlimm ist und vertraue meine Not einem uralten Baum an. Das hört sich bestimmt komisch an, aber wenn ich mir vorstelle, was der alles gesehen hat, kommen mir meine Probleme gleich kleiner vor.

    Die Tage mit meinem Mann sind gerade seltsam und irgendwie "unheimlich", ruhig. Kein Streit, aber auch keine Nähe. Alle Rituale, die wir früher mal hatten liegen auf Eis. Ich bin mir nicht sicher, wie ich auf längere Zeit damit ungehen soll. Aber das muss ich jetzt noch nicht wissen.

    Ich versuche momentan herauszufinden, wer ich eigentlich bin. Und wie bzw. warum ich mich so verändert habe. Alles Leichte und Unbeschwerte habe ich verloren. Nichts macht mir richtig Freude. Das darf so nicht bleiben. Ich will das letzte Lebensviertel noch so gut als möglich genießen. Jetzt muss ich herauszufinden, wie ich das am besten schaffe.

    LG wardasalles

    Beim Nachdenken heute ist mir bewusst geworden, dass sich durch die Sucht nicht nur mein Mann verändert hat, sondern auch ich. 😞

    Wir sind beide nicht mehr die Personen, die wir vor über 20 Jahren beim Kennenlernen waren.

    Ich muss für mich herausfinden, welche Teile meiner Veränderung ich mag und welche nicht. Denn ich glaube zu erkennen, dass auch nicht nur positive Veränderungen gemacht habe. Und dann an mir arbeiten, um die Person zu werden, die ich bin. (Das hört sich seltsam an ...)

    Es lohnt sich, versprochen 😊

    Schau, du erkennst, dass da in dir Glaubenssätze aus der Kindheit verankert sind, die dir nicht dienlich sind. Da radikal auszumisten kann wirklich helfen dich und deine Bedürfnisse kennenzulernen.

    60 Jahre für die Hasen ... 🥲

    Mir ist eingefallen, dass meine Mutter mir dieses "Durchhalten um jeden Preis" vorgelebt hat. Sie war unglücklich in ihrere Ehe (aber keine Suchtproblematik) und hat nie etwas geändert und mir als Kind ihr Leid geklagt. Das war für mich schwer auszuhalten, Kindern macht sowas viel Angst ... irgendwo steckt das alles noch in mir drin - gut verborgen unter dem Alltagsgesicht.

    LG wardasalles

    Guten Morgen Kintsugi,

    Die Frage nach dem Warum (ich Eigeninitiativ erwarte) hat mich jetzt kalt erwischt. 😬 Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ein Teil ist sicher - ich habe das mein Leben lang so gelernt. Schon in der Kindheit war es damals so, dass Hilfe an Bedingungen geknüpft war. Ich kenne das gar nicht anders.

    Ich war lange Zeit wütend, weil mein Ex meiner Meinung nach nicht seinen Beitrag geleistet hat an seiner Sucht und der Beziehung zu arbeiten.

    Jetzt sehe ich, wo ich aus Angst und Kontrolle total übergriffig mich am Leben anderer abgearbeitet habe, anstelle bei mir hinzuschauen.

    Ganz genau so fühle ich auch oft - diese Wut, dass er alles zerstört und nichts dagegen unternimmt, ja sogar alles herunterspielt. Mir die Schuld zuschiebt. Seinen Konsum als normal verteidigt.

    Und ja, ich habe extrem viel Angst, Verlustangst. Schon mein ganzes Leben lang, aufgrund einer Erfahrung in meiner sehr frühen Kindheit.

    Das "Hinschauen bei mir selbst" fällt mir in manchen Bereichen schwer, es schmerzt. Aber es führt kein Weg daran vorbei, das weiß ich jetzt.

    LG wardasalles

    Puh, heute (Sonntag) war ein zäher, anstrengender Tag. Das Abstandhalten fiel mir stellenweise schwer, aber als am Abend mal wieder der Wein das Wasser abgelöst hat, ging's wieder leicht. Ich kann den Geruch von Wein inzwischen nicht mehr ausstehen. Mein Mann ist dann früh ins Bett und ich konnte am Abend noch was für mich machen. Wieder ein Tag überstanden. Es fühlt sich gerade wie ein super anstrengendes Tauziehen an, aber ich bin froh, den Tag geschafft zu haben. Ich habe nicht kontrolliert, nicht gemeckert und auch nicht aufs Trinken angesprochen. Das ist immerhin nicht schlecht. Ich mache kleine Babyschrittein die hoffentlich richtige Richtung.

    Hallo Pittiplatsch

    Ich hänge auch seit vielen Jahren in dieser elenden Schleife fest. Aber das soll jetzt anders werden,darum habe ich mich hier angemeldet - früher habe ich immer nur mitgelesen, wenn's mir schlecht ging. Ob es bei mir auf eine Trennung hinausläuft, kann ich noch nicht sagen, das lasse ich mir offen. Aber - ich werde wieder leben! Mit oder ohne ihn - auf jeden Fall so, dass es für mich gut ist!

    LG wardasalles

    Hallo Biene,

    Natürlich bekomme ich auch solche Vorwürfe, sogar mit fast gleichem Wortlaut. Aber ich lerne gerade, dass das die Krankheit macht und ich damit nichts zu tun habe. Das ist nicht einfach, insbesondere da ich ein wirklich zuverlässiger Mensch bin und mich um andere kümmere, wo es nötig ist.

    Allerdings erwarte ich dann auch den Willen, sich sebst zu helfen bzw. Sich professionelle Hilfe zu suchen. Wenn sich jemand verletzt zb leiste ich erste Hilfe, aber dann soll die betroffene Person bitte einen Arzt aufsuchen. So ähnlich sehe ich das mit der Alkoholkrankheit auch.

    Was gerade bei uns neu ist:zum ersten Mal unternehme ich nicht den Schritt zur "Versöhnung" nach unserem letzten großen Streit am vergangenen Wochenende. Das ist total neu für ihn und ich merke, dass er nicht weiß, was er davon halten soll.

    Ich finde es gerade sogar angenehm, da wir nicht streiten, sachlich reden können (nicht über Alkohol) und uns ansonsten gerade Abends aus dem Weg gehen. So kann er tum, was er will und ich eben auch. Wie lange das funktioniert, kann ich nicht sagen, aber es gibt mir gerade die Ruhe zum Nachdenken, die ich brauche.

    LG wardasalles

    Heute habe ich den ganzen Tag nur "mein Ding" gemacht - hat gut getan. Mein Mann und ich haben zwar geredet, aber ruhig und nur über sachliche Dinge. Keine Vorwürfe meinerseits, keine Kontrolle, kein böses Gucken, als die Proseccoflasche aufgemacht wurde. Ich lass ihn seins machen und ich mach meines. Das ist für mich heute ein Fortschritt. Ich fühle gerade auch keine Wut mehr. Ich muss nur darauf achten, dass das nicht in die Richtung Mitleid umschlägt, das wäre nicht gut. Ich sage mir jetzt ganz oft "lass ihn allein entscheiden, was er macht, er ist erwachsen und nicht dein Kind". Das hilft mir ganz gut. Ich drücke mir selbst die Daumen, dass ich es schaffe.