Hallo Mom_of_two,
Warum ist man als Alkoholiker so egoistisch und stellt seine Sucht komplett über alles?
Das Merkmal von Sucht ist, dass ich sie nicht mit rationalem Willen über etwas oder unter etwas stellen kann.
Nicht ich bestimme als Süchtiger die Regeln, sondern die Sucht bestimmt die Regeln nach denen ich handele und handeln muss, sonst wäre es keine Sucht, sonst wäre es keine Krankheit.
Die Sucht macht mich zum Egoisten, damit das Ziel, Alkohol zu trinken, erreicht wird. Dabei wird fortschreitend alles aus dem Weg geräumt, was dem im Wege steht.
Wird da quasi das Hirn ausgeschalten?
Zur der Zeit, als ich gelernt habe, meine Sucht zu verstehen, ist mir ein sehr einfaches Bild untergekommen, welches aber einiges veranschaulichen kann.
Es gibt im Gehirn einen Kontrollschalter, der mich vor unkontrolliertem, übermäßigen und selbst schädigendem Alkoholkonsum (Saufen) schützt. Irgendwann geht dieser Schalter kaputt und ab da habe ich über meinen Konsum keine Kontrolle mehr. Ich bin süchtig geworden, ich muss trinken.
Durch Saufen über einen langen Zeitraum, durch Ignoranz und Verantwortungslosigkeit mir selbst gegenüber konnte es soweit kommen, dass der Schalter kaputt gegangen ist und deshalb ist und bleibt es meine Verantwortung.
Als Süchtiger kann ich diese Verantwortung nicht mehr wahrnehmen.