Beiträge von Jana

    Hallo Geli, tut mir echt total leid. Nach 40 Jahren Ehe darüber nachdenken zu müssen, zu gehen muss echt hart sein. Wenn du dich bedroht fühlst, ist es wirklich wichtig, dass du dir Hilfe holst, notfalls 110. Und die Kinder würde ich auch informieren! Du brauchst jetzt jede Hilfe die du kriegen kannst. LG Jana

    Hallo Lady Braun, habe mich vor zweieinhalb Wochen hier angemeldet und bin froh, dass ich es getan hab. Hat mich gedanklich sehr weitergebracht. Hier zu schreiben und Antworten zu bekommen, aber auch die anderen Threads zu lesen hilft sehr dabei sich weiterzuentwickeln. Und am wichtigsten, nicht verzagen! GlG Jana

    Nun hat er mich und ich bin schuld an allem

    Bei meinem Mann sind sowieso an allem immer die anderen Schuld.

    lso ich weg - Flasche her! So wird es wohl laufen wobei mein Mann der Meinung ist wenn ich weg bin trinke auch kein Alkohol mehr weil dann hat er ja keine Probleme mehr🙏

    ja, sieht meiner auch so - und jetzt auch noch EM und Frei Bier bei Mama, was für ein Leben - meckernde Ehefrau ade´

    Ich frage mich, ob es wirklich so ist und ob man den suchterkrankten, nicht eine Chance geben sollte wie auch immer die aussieht… ich finde es nicht gut per se zu sagen wenn jemand sucht erkrankt ist. Nimm die Beine in die Hand und laufe davon. Liege ich da falsch oder ist diese schwarz-weiß denken korrekt im Falle einer Sucht?

    Wahrscheinlich kann man es nicht per se sagen, aber es ist halt wahrscheinlich bzw im Bereich des sehr möglichen, dass die Beziehung toxisch wird. Eine Freundin von mir, deren Ex Partner war spielsüchtig - hatten ähnliche Probleme, wie ich mit meinem Alk süchtigen.

    Die Wahrscheinlichkeit, daß die nächste Frau quasi die Früchte deiner Arbeit erntet und den netten xy bekommt, ist vermutlich eher gering. Wahrscheinlicher ist, daß die nächste Co-Abhängige kommt und hofft, daß sie es ist, die ihn endlich trockenlieben kann.

    Lach, schön gesagt, liebe Linde - besonders das Wort "trockenlieben"

    Naja, die nächste Co-Abhängige hat er sich ja schon geangelt, ist ja jetzt bei seiner Mama, die selber gerne plätschert

    Deinen letzten Absatz finde ich super.

    :*

    ich wollte gar nicht sagen du hast es leichter - ist ja auch kein Wettbewer

    Oh nein, so hab ich es definitiv nicht gemeint - sorry, wenn das Missverständlich rüberkam. Du musst nicht nur auf dich, sondern auch noch auf die Gefühle deiner Kinder achten - das ist definitiv die schwerere Situation. Auch nicht als Wettbewerb gemeint, sondern als Anerkennung dessen, was du leistest.

    und er sieht mich als Feind und ich würde ihn gerne schütteln und sagen, er soll aufwachen, er soll schauen, was er alles verloren hat.

    Ja, so gehts mir auch - ich könnt den Mann so schütteln udn bin so fassungslos, dass er so ein Mega Trottel ist und alles hinten lässt wegen dem fucking alk - sorry

    Evtl. jahrelang umsonst gelitten, so sinnlos gekämpft? Kann es so einfach sein? Und was jetzt? Wohin mit der ganzen Kraft und Energie welche da eingesetzt wurde und nun mit einer Erkenntnis irgendwie sinnlos geworden ist?

    Den geliebten Menschen kampflos der Sucht und deren Verlauf überlassen und auf einmal irgendwie alleine dastehen? Ohne die Möglichkeit durch Kampf und Energie, gar durch Liebe oder Zuwendung etwas bewirken zu können? Einfach akzeptieren das Hilfe kaum möglich ist?

    Hallo Whitewolf, wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen - das sind die Fragen, die man sich stellt und auf die es nur schwer Antworten gibt. In diesem Fall mehr fragen als antworten

    und mir schwirrt auch noch anderes im Kopf herum, nämlich wie schlimm das wäre, wenn es ihm ohne mich besser ginge, wo ich doch alles für ihn und für unsere Ehe getan habe - das nagt auch extrem an mir. Ebenso wie die Frage, was ist wenn die nächste Frau in seinem Leben den netten xy bekommt, während ich den Arsch hatte - was wenn er wegen ihr das Saufen lässt...

    Auch wieder Fragen auf die ich keine Antwort bekommen kann. Deshalb versuche ich die Hinweise ernst zu nehmen und auf mich zu schauen und zu schauen wie es mir endlich besser gehen kann. Auch ohne ihn

    Liebe Lolli,

    ich glaube nicht, dass es darum geht, dass man egoistisch werden soll und nur noch an sich denken soll. Jede Beziehung sollte ein Geben und Nehmen sein, da geb ich dir recht. Aber in der Beziehung mit einem Alkoholiker scheint das oft nicht mehr ausgeglichen zu sein und man gibt bedeutend mehr als man bekommt. Ich glaube dieser Hinweis auf sich zu schauen ist dafür gedacht, dass man aufhört, den anderen fast immer an die erste Stelle zu setzen und auf sich selbst zu achten.

    Einzig und allein die Sucht meines Mannes hat mich aufgefressen.

    und da hast du wohl zu wenig bekommen. Mir gehts genauso, fühle mich auch zerfressen von dieser Sucht.

    Mir hilft der Hinweis, dass ich mich an die erste Stelle setzen soll und auch, dass ich bei mir bleiben soll, also mehr schauen, was geht in mir vor als zu schauen, was im anderen vorgeht, was man sich meist eh nicht wirklich erklären kann wenn Alkohol im Spiel ist

    Zb weiß ich dass mein Mann jetzt im 7. Himmel schwebt, EM und Bier, herrlich! Wenn ich dorthin schaue fühle ich mich völlig wertlos, deshalb versuche ich auf andere Dinge zu schauen, die mir zeigen, dass ich nicht wertlos bin, aber ist schwierig....

    Liebe RH,

    ja ich weiß was du meinst - natürlich hat es mir mein Mann in irgend einer Weise leichter gemacht als er einfach gegangen ist. Keine Ahnung, wann ich an den Punkt gekommen wäre und wie lange ich mir das Überschreiten von roten Linien noch gefallen hätte lassen. Auf der anderen Seite wäre ich natürlich lieber selbst an den Punkt gekommen, wo ich wirklich verstehe und spüre, dass es keinen Sinn mehr macht. Aber wie gesagt, wer weiß, vielleicht wären das noch viele Jahre gewesen, in denen ich in meiner eigenen Wohnung auf rohen Eiern gehe, nur damit er sich nicht im Suff provoziert fühlt. Und das hätte mir und meiner Psyche jedenfalls geschadet. Habe ja versucht, diese Eskalationen einfach zu ignorieren und mich an dem netten xy zu erfreuen. Aber das ist eigentlich keine gute Idee.

    Deine Entscheidung war mutig und du hast selbst Verantwortung übernommen für dein Leben und für das deiner Kinder.

    Dein Mann und du ihr seid wenigstens noch im Gespräch und könnt so hoffentlich alles im (halbwegs) Guten lösen. Dieser Zug ist bei mir abgefahren und das finde ich nach so vielen gemeinsamen Jahren einfach erschütternd. Es ist auch demütigend, auf diese Weise verlassen und ignoriert zu werden.

    Hoffe, du hast das Arbeiten im Haus bald überstanden und dann wird auch der Kontakt weniger und du kannst dich wieder besser auf dein Leben einlassen, unabhängig von ihm.

    Alles Liebe

    Jana

    Die Alkoholsucht kann nur mit der Abstinenz gestoppt werden.

    So hätte ich das auch gesehen, auch wenn ich mich noch nicht so lange mit dem Thema beschäftige. War ein bissel schockiert von der Veränderung in der Klinik zu hören. Ich glaube, es hat auch mit den hohen Rückfallraten zu tun...vielleicht versuchen sie deswegen was Neues. Der Psychiater sagte mir, dass es im Schnitt 7 Entzüge braucht, bis einer trocken bleibt. Bei manchen weniger, bei manchen mehr oder es klappt gar nicht. ist schon echt ein frustrierendes Thema.

    Bin ja auch im Gesundheitsbereich tätig, habe es aber immer abgelehnt mit Alkoholikern zu arbeiten, weil ich das so frustrierend finde und mich auch diesbezüglich nicht spezialisiert habe. Und da habe ich jetzt ausgerechnet einen zu Hause sitzen...bzw. hatte.

    Jetzt mal eine andere Frage, ich habe gehört, dass der moderne Ansatz das kontrollierte Trinken ist und dass in einer Klinik hier in der Nähe dieser Ansatz demnächst umgesetzt wird. Und das habe ich nicht gerüchteweise gehört, sondern von einem dort arbeitendem Psychiater, der selbst nicht ganz überzeugt davon ist - wie kann das sein, dass dieser Ansatz von Kliniken verfolgt wird, wenn man doch weiß, dass dies bei Alkoholikern eigentlich nicht funktioniert? Hat jemand von euch eine Erklärung dafür und ist das tatsächlich ein Trend den Kliniken zukünftig verfolgen werden?

    Könnte gekränkte Eitelkeit sein?

    Definitiv! Ich bin extremst gekränkt! und wie du sagst, ich versuche, zu sehr in seinen Kopf zu schauen und an "normalen" Maßstäben zu messen. Das ist sicher ein Denkfehler, danke!

    So wie ich das in Erinnerung habe, waren sämtliche Kontakte dem Alkohol untergeordnet und zweckgebunden. Da passt Du momentan nicht mehr rein. Wenn Du reinpassen würdest, hättest Du Dich bis über die Schmerzgrenzen verbogen und wärest vermutlich gebrochen.

    Wow! Das ist ja eine heftige Analyse! Heftig, aber erkenntnisreich - danke dir dafür! Glaube ich habe mich in den letzten Jahren schon verbogen, alleine das tanzen auf rohen Eiern, das Zurückziehen in ein anderes Zimmer, das sich zurücknehmen um nicht zu provozieren, weil ja alles Provokation ist und und und

    Eine Freundin sagte mir gestern, du bist nicht seine große Liebe, das ist der Alkohol. Also so ähnlich wie du es schreibst, Whitewolf! Traurig!

    Scheiß Alkohol!!!!

    Ich hatte gehofft, dass sich schneller eine Erleichterung einstellt, so wie das manche hier beschreiben. Bin einfach noch völlig durch den Wind. Wurde heute von der Polizei aufgehalten, minimale Geschwindigkeitsübertretung und bin in Tränen ausgebrochen - ganz normal ist das nicht =O