Beiträge von Naira

    Warum sollte ich mich jemals damit zufrieden geben, nur ein Bier oder ein Glas von was auch immer zu trinken – und das dann vielleicht nur zwei- oder dreimal die Woche? Mal ehrlich: Mir hat zum Beispiel Weißbier wirklich geschmeckt. Eine einzige Flasche? Davon würde ich doch nichts merken!

    So ähnlich habe ich es meiner besten Freundin gesagt, als sie nicht verstand, warum ich mit Alkohol ganz aufhöre: "Du trinkst vielleicht ein oder zweimal pro Woche ein kleines Glas Wein. Ein kleines Glas Wein war für mich lächerlich. Da lohnte es sich gar nicht anzufangen. Ich trank immer mindestens 2/3-1 Flasche am Abend, manchmal danach noch etwas Scharfes und das jeden Abend..." Ihre Reaktion: "Dann ist es auch besser wenn du aufhörst". ^^ Und sie unterstützt mich auch sehr darin <3 Mit ihr gehe ich momentan am liebsten weg :)

    Ich habe mir den Film auch gestern Abend noch spät angeschaut. Schockierend fand ich, dass auch meine "Rückfälle" so klassisch waren: Eine ganze Zeitlang nichts getrunken, dann mal ein wenig, wieder lange nichts, dann wieder mal wenig, einige Tage nichts, dann wieder wenig... und irgendwann wieder täglich mehr als vor der Pause.

    Selbst wenn ich lange nicht so viel und so lange getrunken habe wie der Protagonist im Film: einiges ist erschreckend ähnlich und zeigt, dass man auch mit weniger Menge und Dauer trotzdem süchtig war/ ist.

    Inzwischen ist mir die Alkoholabteilung im Discounter egal.

    Das ist mir nun wirklich egal ^^ und war auch nie ein Thema. Es steht vieles im Discounter, das mich nicht interessiert.

    Je länger es für mich "normal" ist, dass ich keinen Alkohol trinke, desto weniger anstrengend wird die Umgebung in der ich mich aufhalte,

    Darf es irgendwann normal werden? Bedeutet das nicht, dass man dann nachlässig wird?

    Mir ist klar, dass ich alkoholsüchtig bin und lebenslang bleiben werde. Für mich ist auch klar, dass ich Alkoholikerin bin. Warum mich der Begriff trotzdem stört, weiss ich nicht genau. Es wäre das einfachste, dort, wo ich etwas zur Sucht sagen will, es auch so zu benennen...

    Das mit dem "nassen" Umfeld habe ich auch erst hier kennengelernt. Ich habe das zuerst gar nicht verstanden, warum das Umfeld Rücksicht nehmen sollte. Oder warum man "nasse Anlässe" meiden sollte. Bei meinen ersten Aufhörversuchen hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mal jemandem mitteilen muss, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Und dass es völlig egal ist, wenn andere weitertrinken. Es blieb jeweils ein Versuch, der irgendwann wieder im Trinken endete. Diesmal habe ich es anders gemacht. Meinen Partner informiert, Freunde, Kinder... Dachte, so wird es sicher einfacher. Dann habe ich mich hier angemeldet. Und las, dass man im ersten Jahr auch keine "nassen" Veranstaltungen besuchen oder Urlaub in Hotels machen sollte. Ich habe mich sehr dagegen gewehrt, in der Annahme, mir macht es ja nichts aus. Inzwischen sehe ich es anders. Denn es kostet Energie, wegzusehen, abzulehnen, zu erklären, anders zu sein als die anderen... Es ist anstrengend, nicht mit der Allgemeinheit mitzutrinken, sondern ggf. eine Sonderrolle einzunehmen.

    Und wenn ich den von mir verhassten Begriff verwenden würde, wüsste jeder sofort, dass ich besser nichts trinke und würde mich dabei eher unterstützen anstatt mir zuzusetzen, dass ich wenigstens mit anstossen soll.

    Ja und? Ist doch super! ;)

    Ich weiss nicht. Er muss ja eh schon viel Rücksicht nehmen. Es gibt einige Regeln, die ich für meinen Schutz aufgestellt habe- also schon einige Einschränkungen. Und was er trinkt, ist letztlich doch seine Entscheidung. Aber du machst mich nachdenklich. Es fällt mir ohnehin schwer, Rücksicht von anderen einzufordern. Ich bin lieber für andere da und stelle meine Bedürfnisse hinter die der anderen...

    Ist ja bei Rauchern nicht anders. Die schämen sich merkwürdigerweise nicht zu sagen „Nein danke. Ich rauche nicht mehr, weil ich die Sucht stoppen möchte“.

    Ja, darüber denke ich auch oft nach. Es gibt ja auch einige neuere Abstinenzlerinnen, die sich genau darüber aufregen. Dass man quasi zum Alkoholiker wird, wenn man aufhört (weil man vorher vielleicht noch glaubt, man sei keiner)- aber Raucher, die aufhören zu rauchen, sind dann Nichtraucher. Am Anfang hat mich das auch sehr gestört (wie man hier auch lesen konnte). Mittlerweile denke ich aber, dass man damit versucht, die Sucht schönzureden. Es ist ja in beiden Fällen eine Sucht und damit eine Krankheit. Und man hört ja nicht auf, weil man gerade Lust auf einen gesünderen Lebensstil hat. Sondern weil man von der Sucht loskommen will.

    Mir gefällt das Wort Alkoholiker immer noch nicht. Vielleicht kommt das noch. Aber ganz sicher ist mir klar inzwischen, dass es eine Sucht ist. Und dass das erste Glas einen wieder in die Sucht treibt.

    Das hat sich extrem falsch angefühlt und mich noch den halben Abend runtergezogen. Ich habe meiner Mutter (und hauptsächlich mir selbst) an dem Abend noch gesagt, dass ich das nie wieder so machen werden. "Ja" zu sagen geht für mich gar nicht.

    Er wurde nur in die Mitte des Tisches gestellt. Ich musste weder ja noch nein sagen. Ich weiss noch nicht, wie ich das künftig lösen werde. Ob ich ihn meinem Partner gebe oder nicht. Wenn ich ablehne, wird er sich keinen zweiten bestellen, weil dieser ja dann kostet...

    Ich habe auch in der ersten Zeit meiner Trockenheit noch weiterhin in dieser unfassbarer Scham gelebt und dem Bestreben, bloß nicht als Alkoholikerin erkannt zu werden… Aber genau, wie es auch Cadda geschrieben hat, es übt sich ein, und es beeinflusst sich dann auch gegenseitig. Je mehr ich mich bewusst für klare Kante nach außen entscheide, umso mehr fühlt es sich innerlich gut an, und umso leichter wird es, und irgendwann war es für mich selbstverständlich

    Ich hoffe auch sehr, daß diese Scham irgendwann kleiner wird. Das fühlt sich momentan nicht gut an. Und auch irgendwie falsch. Warum muss ich mich dafür schämen, keinen Alkohol (mehr) zu trinken? Die Scham besteht ja nur darin, dass ich es nicht im Griff hatte und reingerutscht bin, obwohl ich es wirklich besser hätte wissen müssen...

    Was machst du denn jetzt schon anders als bei deinen Versuchen? Ich meine, hat sich in deinem Alltag was verändert?

    Meine Antwort hat es gestern irgendwie nicht genommen. Ich würde ehrlich gesagt lieber zum Alltag dann irgendwann im geschützten Bereich schreiben. Das ist mir sonst zu heikel…

    Und Cadda, ich verstehe dich schon. Aber mein Mann trinkt diesen Urlaub fast nichts. Deswegen fand ich, dass er diesen ruhig trinken „darf“. Wäre es nicht um ihn gegangen sondern nur um, hätte ich abgelehnt. Aber stimmt schon, je öfter ich diesen Satz sagen werde desto eher macht es nicht vielleicht irgendwann auch stolz. Momentan schäme ich mich zu fest… ich werde es mir merken, danke für den Hinweis!

    Wäre ich alleine hätte ich sie gerade zurück gebracht und den Aperitif abgelehnt. Aber so hatte mein Partner mehr. Bzw. was er mit dem Wein macht ist mir eigentlich egal. Solange er ihn nicht vor meinen Augen trinkt. Bei allem anderen stört es mich nicht mehr. Wein traue ich mir so in der Zweisamkeit noch nicht zu. In grossen Gruppen, wo fast niemand was trinkt, geht es eher.

    Aber ich merke schon einen grossen Unterschied zwischen früheren Versuchen und dem jetzigen Aufhören. Diesmal ist es mir ernst. Und da genügt einfach nichts mehr trinken wirklich nicht. Es ist viel mehr Arbeit als ich dachte. Vor allem der Umgang mit den Gefühlen, das beachten der eigenen Bedürfnisse, lernen nein zu sagen und Grenzen zu ziehen… ist nicht ohne. Ich bin dankbar das jetzt noch lernen zu dürfen. Es hilft mir auch in anderen Bereichen hoffentlich.

    Die ersten drei Tage im Urlaub kam ich gar nicht mit Alkohol in Berührung. Dafür gestern Abend umso mehr 😄 Im Hotel stand plötzlich eine Flasche Wein im Zimmer vom Hotel. Im Restaurant gab es fast nur Gerichte mit Alkohol in der Sauce. Plus es wurde noch eine Aperitif ausgegeben mit Alkohol.
    Die Flasche Wein wurde weggestellt wo ich sie nicht sehe. (Dann stört sie mich auch nicht). Ich hatte eine einfache Auswahl im Restaurant und den Aperitif hat mein Partner getrunken.

    Was mich am meisten freute dabei: dass mich das alles gar nicht wirklich gestresst hat. Klar ich habe alles weggestellt/ weggegeben. Ich wollte jetzt nicht die Flasche Wein im Zimmer ständig anschauen. Das wäre zu viel. Aber sonst bin ich sehr froh und dankbar, und auch stolz ehrlich gesagt ( auch wenn ich den Respekt vor der Krankheit wohl nie verlieren werde)

    Es geht mir sehr gut. Momentan bin ich im Urlaub. Mit meinem Partner zusammen. Deswegen schreibe ich gerade nicht so oft. Es ist auch sehr einfach, denn mein Partner weiss ja Bescheid wegen Alkohol. Wir haben auch abgemacht, dass er mich immer vorher fragt, ob es mir was ausmacht, wenn er etwas trinkt. Was sehr selten vorkommt in den letzten Tagen.

    Und mir fehlt es auch überhaupt nicht. Mir wird immer noch von Leuten, die ich länger nicht gesehen habe, rückgemeldet, dass ich so viel besser aussehe, vor allem im Gesicht…

    Gestern war wieder ein Firmenevent ohne Alkohol (weil ich ihn organisiert habe 😉). Abends bin ich zu meinem neuen Hobby in dem Verein und habe noch Reste vom Vormittag mitgebracht. Das kam sehr gut an und wir haben anschliessend noch geredet und gegessen. Es hat auch niemand Alkohol getrunken. Daher bin ich auch beruhigter in Bezug auf künftige Treffen. Und da ich gestern etwas zu feiern hatte, war es für mich so viel besser und einfacher mit anderen zusammen zu sein als wie wenn ich alleine zuhause gesessen hätte…

    Ich habe halt immer alleine oder u zu zweit zuhause getrunken. Aber auswärts, wenn ich mit anderen zusammen war, eher nichts oder nur sehr wenig. Maximal ein Getränk. Ich war auch nie auf Partys oder in Kneipen. Ich habe eher danach noch alleine „nachgetrunken“… Ich werde es aber trotzdem nicht herausfordern und wachsam bleiben.

    Aber ich habe mich ohnehin entschieden offener mit dem Thema umzugehen. Und mindestens im Verein und privat zu sagen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich ein Alkoholproblem habe. Ich schäme mich halt leider immer noch deswegen. Wenn ich diese Scham überwinden könnte, ginge es leichter. Aber vielleicht kommt das auch. Denn vielleicht verurteilen mich gar nicht alle deswegen. Die, denen ich es bisher gesagt habe, haben entweder nichts oder nur nette Sachen gesagt.

    Nur für die Arbeit brauche ich noch einen guten Satz. Damit ich nicht so perplex bin wenn jemand mal was sagt oder fragt, wieso ich keinen Alkohol trinke. Damit ich vorbereitet bin. Lieber zu viel als zu wenig vorbereiten…

    Ich war zweimal bei dieser Gruppe zu einem gemeinsamen Essen. Frisch nüchtern und es war gar kein Problem für mich. Ich war mehrere Male im Sommer mit Leuten draussen. Manche haben getrunken, manche nicht. Das war auch kein Problem. Ich hatte dagegen einige Zeit später ein einziges Mal eine Panikattacke. Und habe mich dann hier angemeldet.

    Und hier habe ich dann gelesen, dass ich das alles nicht hätte machen sollen. Dann wurde es zum Problem. Inzwischen habe ich vor solchen Anlässen Angst, weil es hier so gefährlich dargestellt wird. Das füttert meine Angststörung und meine Versagensngst.

    Ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht. Mich extrem schlecht und verunsichert gefühlt. Ich bin richtig im eine Krise hineingeschlittert. Deswegen würde ich das Thema Weihnachtsfeiern damit gerne abschliessen, zumal es noch einige Zeit bis dahin dauert.

    Es gibt andere Themen, die mich momentan extrem stressen im Aussen und sehr viel Energie kosten. Über die kann ich hier nicht schreiben. Aber ich brauche noch einen Minufunken Selbstbewusstsein dafür… Und wenn ich den ganzen Tag in der negativen Dauerschleife bin, ein schlechter Mensch und Versager zu sein- schaffe ich die nächsten Tage nicht. Sorry. Ich weiss, dass das niemand beabsichtigt hat und ich mache auch niemandem einen Vorwurf!! Nur als Erklärung, dass ich mal kurz eine Pause brauche.

    Aber ich bedanke mich herzlich für die Antworten und werde sie vor den Feiern wieder hervorholen 😉

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz, was "nasses Denken" bedeutet.

    Vor allem auch in Bezug auf Weihnachtsfeiern. Ich gehe ja nicht hin, weil es eventuell sein könnte, dass jemand Alkohol trinken könnte. An diese Möglichkeit hätte ich, wenn ich es nicht im Forum gelesen hätte, gar nicht gedacht. Ich gehe hin, weil ich mit den Menschen zusammen sein, Kontakte knüpfen, reden, etwas lange eingeübtes vortragen und Zeit mit diesen Menschen verbringen will. Nun habe ich das mit dem Risiko gelesen und mir ist bewusst, dass ich aufpassen und gut auf mich achten muss, damit ich merke, ob mich etwas stresst oder triggert, und mir vorher zu überlegen, wie ich das Risiko minimiere (z.B. vorher überlegen was ich trinken werde und zu wem ich mich setzen werde bzw. ich kann mich auch um die kleinen Kinder dort kümmern. Das mache ich gerne und dann habe ich was zu tun anstatt beim Essen zu sitzen). Was ist daran "nass"? Nur damit ich es verstehe.

    Wir achten genau darauf, wer die Alkoholkrankheit ernst nimmt oder wer nur darüber plaudern möchte. Deshalb ist der Vorstellungsbereich vorgeschaltet. Bei dir hatten wir das Gefühl, dass du es ernst nimmst.

    Das tue ich auch.

    Und bevor im Forum erneut Begriffe wie "Mansplaining" verwendet werden, sollte man bedenken, dass Suchtverhalten unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion sowie sportlichen oder politischen Überzeugungen auftritt.

    Das kommt nicht von mir. Ich wusste nicht mal, was das sein soll. Und ich empfinde unsere Kommunikation auch überhaupt nicht so.

    In einem Alkoholikerforum nicht über Risiken zu sprechen, die zu einem Rückfall führen können, ist schon etwas befremdlich, oder nicht?

    Natürlich ist es gut, wenn Risiken besprochen werden. Mir ging es aber bei den genannten 2! Situationen darum, dass es für mein neues Leben extrem schädlich wäre, nicht hinzugehen. Und dass ich dabei das Risiko für mich so einschätze, dass ich es mit entsprechender Vorbereitung und Vorsicht so weit minimieren kann, dass ich damit umgehen kann oder mich rechtzeitig zurückgehe, falls es wider Erwarten zu einem Problem werden könnte. Das bedeutet aber nicht, dass ich alle Tipps ignoriere.

    Ich bin froh, dass du das machst . Denn nur so können Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Ein Tipp: Betrachte den Post inhaltlich und nicht als Angriff, und nimm ihn nicht persönlich, dann sieht es ganz anders aus.

    Danke, dass du das schreibst. Für mich ist das sehr wichtig. Vor allem ist es für mich ein riesengrosser Fortschritt. Früher wäre ich entweder aus dem Forum gegangen oder ich hätte einfach gesagt, du hast recht und mich schlecht gefühlt. Heute fühle ich, was mich stört und besitze genug Mut, mich zu wehren und zu diskutieren. Und das sind Punkte, die so wichtig sind damit ich mein Leben ändern kann. Und vermutlich die beste Prävention, in alte Muster reinzufallen und damit auch ein wichtiger Punkt zur Prävention erneuter Abhängigkeit. Und genau deswegen wäre ich froh, wenn du bei mir weiter schreibst. Auch wenn ich mich aufrege, angegriffen fühle- aber wenn ich offen das auch rückmelden darf, kann ich sehr viel daraus lernen. Es gab sehr viele Personen in meinem Leben (auch weibliche), die "von oben herab" mit mir gesprochen haben. Und ich habe mich nie gewehrt. Vielleicht triggert mich das daher manchmal, wie du schreibst. Umso dankbarer bin ich für unsere Kommunikation, damit ich das bearbeiten und lernen kann. :)

    Das ist Blödsinn. Wie kommt man auf so etwas? Keiner wird hier willkürlich gesperrt. Nur weil du persönlich geworden bist? Nö, da mache dir mal keinen Kopf. Auch wenn ich die sachliche Ebene bevorzuge, ist das kein Grund.

    Das ist halt meine aufgrund schlechter Erfahrungen extrem grosse Angst vor Ausgrenzung, weil ich nicht genüge, falsch bin oder etwas falsch mache... Hat aber weniger mit dir zu tun, sondern eigentlich nur mit mir. Und es ist auch hier ein Fortschritt, nicht zu gehen, bevor ich womöglich gegangen werde. Sondern die Angst auszuhalten und weiter zu schreiben.

    Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, da das offensichtlich keinen Sinn macht.

    Sorry, Sue, aber das stimmt nicht. Natürlich macht es Sinn. Wenn du meinen Beitrag anschaust, antworte ich sehr oft bei den Beiträgen, die mich "aufregen". Nicht immer nur zustimmend, sondern oft auch widersprechend. Genau das zeugt meiner Meinung auch davon, dass ich mich damit auseinander setze.

    Du erwähnst die Selbstreflexion, vielleicht auch etwas, wo Du ansetzen könntest?😉

    Du kennst mich nicht. Sonst wüsstest du, dass ich extrem viel über mich nachdenke, sehr selbstkritisch bin und mich selbst ständig reflektiere und hinterfrage. Und das auf eine sehr ungesunde Weise. Und nur, weil ich mich EINMAL wehre, bedeutet das nicht, dass ich nicht trotzdem darüber nachdenke.

    Du fühlst Dich offenbar extrem persönlich angegriffen.

    Ja, natürlich. Ich habe Fälle in meiner Verwandtschaft, die schon tief in die Alkoholsucht abgerutscht sind und teilweise sich zu Tode saufen. Ich war diejenige, die das Thema Alkoholsucht angesprochen hatte wo alle die Person deckten. Ich war diejenige, die jemand anderem in der Zeit des Entzugs, Rückfalls und erneuter Entzug geholfen hat und für diese Person da war- obwohl ich allen Grund gehabt hätte, nicht zu helfen. (mehr kann ich dazu hier nicht schreiben). Und dann bin ich so blöd, selbst reinzurutschen. Alles runterzuspielen, 4 Jahre lang immer wieder aufzuhören, damit zu kämpfen und dann doch wieder anzufangen. Ich verstehe selbst nicht, wie man so blöd überhaupt sein kann. ;( Ich hasse mich dafür.

    Gleichzeitig muss ich aus anderen Gründen zu mir selbst finden. Meine Bedürfnisse und Gefühle ernst nehmen. Versuchen, mich zu akzeptieren und wertzuschätzen. Meine Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren. Nicht mehr nur darauf zu achten, was andere wollen, und das tun. Sondern mich zu fragen, was ich möchte und brauche. Weil mich das sonst gesundheitlich genauso tötet wie das nächste Glas Alkohol. Und das ist momentan ein sehr schwieriger Balanceakt, der mich emotional extrem fertig macht und weswegen ich auch extrem dünnhäutig bin. Und vermutlich fühle ich mich deswegen auch extrem schnell angegriffen. Das tut mir leid.

    Ich denke, Du hast aber noch nicht verstanden, was es wirklich heißt süchtig zu sein, wie Sucht funktioniert.
    Es gibt den Satz „Nur nicht trinken reicht nicht.“, den Du hier vielleicht schon gelesen hast.

    Uii, warum so angefasst? Trotz hat noch niemanden vor einem Rückfall bewahrt. Hier wird sich offen und ehrlich über die Risiken ausgetauscht.

    Ich bin eine erwachsene Frau. Aber ich werde hier teilweise behandelt wie ein Kind. Natürlich wehre ich mich dagegen.

    Ich glaube dir gerne, dass es dir und einigen anderen geholfen hat und hilft, wenn man sie ständig klein macht. Wenn man ihnen ständig vor die Nase hält, dass sie sich genau an das, was dir geholfen hat, halten muss, weil man sonst ganz sicher wieder säuft. Dass Alkoholabstinenz das einzige ist, was im Leben zählt. Und dass man nie mit Menschen zusammen sein darf, die womöglich mal etwas trinken. Lieber sollte man sich komplett in die soziale Isolation begeben. Es ist ja super, wenn dir und vielen anderen damit geholfen werde konnte.

    Es gibt aber übrigens auch einige, die wegen diesem Ton das Forum wieder verlassen haben und diese Hilfe daher nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Daher finde ich es nicht korrekt, sich damit zu brüsken, dass man so vielen mit seinem harschen Ton schon geholfen hat- und die anderen einfach vergisst dabei. Aber das hat viel mit Selbstreflexion zu tun... Ich überlasse es dir, ob du darüber nachdenken möchtest oder wahrscheinlich eher nicht. Aber ich werde mir nicht alles gefallen und nachsagen lassen.

    Zudem ist nicht jeder Mensch gleich. Ich würde gerne mehr dazu schreiben, kann es im offenen Bereich aber nicht. Soziale Isolation wäre Gift für mich. Und ich habe so vieles in meinem Leben verändert- das ich nicht gleich gefährden oder wieder hinwerfen möchte. Ausserdem bin ich ein Mensch mit wenig Selbstbewusstsein und mit viel Fremdbestimmung aufgewachsen. Ich bemühe mich gerade sehr, mich innerlich zu ändern. Aber wenn ich hier im Forum wieder nur Ja und Amen zu allem sage, und mich als schlechter Mensch fühle, entmutigt werde- würde das für mich bedeuten, wieder so zu werden wie früher. Und das wäre genau falsch, weil ich dann erst recht in alte Muster falle. Und diese dann eher dafür sorgen würden, ein Glas nicht ablehnen zu können. Aber wenn ich mir sicher bin, was ich will und was nicht und das nach aussen so auch vertrete, werde ich einfach sagen können "nein danke, ich trinke keinen Alkohol" und mir wird egal sein, was andere machen.

    Und da dies mein Beitrag ist, bitte ich auch zu akzeptieren, dass ich mich eben auch wehre, wenn bei mir durch so ein "von-oben-herab"-Kommentar ein altes Muster ausgelöst wird, das ich eigentlich gerade loswerden möchte und auch muss. Auch das ist ein Lerneffekt für mich, dass man sich auch mal wehren darf. Mit einer Forumssperre würde ich dann lernen, dass man das eben doch nicht darf und dass dementsprechend alles nichts bringt.

    Du hast geschrieben, dass es hier einen offenen und ehrlichen Austausch gibt. Ich hoffe, das gilt für alle und nicht nur für dich.

    Nein, das musst du nicht, du kannst auch wieder anfangen zu trinken.

    Was soll das? Ich will und werde nicht anfangen zu trinken.

    Weihnachtsfeier 1: ich werde bei meiner Familie sitzen. Von denen trinkt niemand etwas. Ob es sonst welche geben wird, die ein Glas Wein zum Mittagessen trinken weiss ich nicht. Juckt mich aber auch nicht. Ich werde Wasser oder Saft oder Cola trinken.

    Weihnachtsfeier 2: Das ist vom Job aus und ich kann nicht einfach fehlen. Ich werde nichts trinken, weil ich „keinen Alkohol trinke“. Dort wird sich niemand besaufen. Und ich werde so früh wie möglich nach Hause gehen.

    Weihnachtsmarkt: da weiss ich noch nicht ob ich gehe. Wenn dann eh mit meinem Mann, der dann auch nichts trinkt. Aber vielleicht lasse ich das dieses Jahr auch aus.

    Vielleicht sollte man berücksichtigen, dass ich bis auf meine Ursprungsfamilie niemanden habe, der sich betrinkt. Ich war auch nie mit Saufkumpanen unterwegs. Es kann maximal sein, dass mal jemand zum Essen ein Glas Wein trinkt. Und ich trinke eben was anderes ohne Alkohol.

    Ich werde immer keinen Alkohol trinken, ganz egal, was das Umfeld und was andere machen. Klar kann ich einiges vermeiden. Habe ich auch schon gemacht und werde ich weiterhin machen. Aber es gibt Anlässe, zu denen ich gehen muss oder will. Und mir vorher Strategien zulegen. Die habe ich bereits beschrieben.

    Und du kannst mir so oft erlauben, zu trinken, wie du willst 😉 ich werde es trotzdem nicht machen 😉