Beiträge von YKMN

    Hallo zusammen,


    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten zum kT. Da waren jetzt nochmal sehr gute Informationen für mich zu diesem Thema dabei für die Einordnung.

    Wie gesagt, für mich bleiben als Auswege nur die Abstinenz oder die Trennung, aber ich wollte das Thema einmal besser verstehen.

    Jetzt eine konkrete Frage zur Abstinenz. Wenn der Fall eintritt, dass sie ihr Problem erkennt und sich für das Aufhören entscheidet - wie ist aus eurer Sicht das beste Vorgehen, die nächsten Schritte ?

    Ich habe dazu verschiedene Ansätze gelesen. Kalter Entzug, also von jetzt auf gleich aufhören, wird eher nicht empfohlen. Stimmt das grundsätzlich unabhängig vom Suchtgrad? Oder könnte man in ihrem Fall sagen, dass ein sofortiges Einstellen des Trinkens besser ist? Sollte immer ein Hausarzt begleiten oder klappt das auch ohne? Wie sind da eure Erfahrungswerte?

    Naja was mich verwirrt, ist dass es als Therapiemethode angewendet wird. Laut den Einschätzungen hier dürfte das nicht funktionieren. Es wird aber von langjährigen Erfolgsstories berichtet. Das steht im Widerspruch zueinander. Das hätte ich gerne für mich aufgelöst.

    Aber zur Klarstellung: Daraus will ich für meinen, konkreten Fall nichts ableiten. Ich bin bereits durch den Austausch an dem Punkt angelangt, dass ich sage Abstinenz oder Trennung sind die zwei Lösungswege für mich. Das ändert sich auch nicht mehr.

    Hallo YKMN,

    wir hier in unserer SHG diskutieren nicht über kontrolliertes Trinken, weil es nicht funktioniert!

    Wenn wir Alkoholiker das Trinken kontrollieren könnten, dann wären wir keine Alkoholiker!

    Das verstehe ich, doch gibt es hier jemand mit Expertenwissen dazu, der mir das erklären kann? Ich will das Thema einmal verstehen. Ansonsten auch gerne via PM, wenn das hier im Thread mit den Leitmotiven nicht übereingeht.


    edit

    Vielen Dank erstmal für die bisherigen Antworten. Ich habe mir soweit meine Gedanken dazu gemacht und gehe gerade Handlungsoptionen durch. Dazu zum späteren Zeitpunkt vielleicht mehr.

    Ich habe bei der Recherche nach Vorgehensweisen bei einem Abstinenz-Ziel nach Informationen zu kaltem Enzug vs. schrittweisen Abbauf gesucht. Da wurde mir ein Spiegel-Artikel als Treffer angezeigt. Dort wird das kontrollierte Trinken als grundsätzlich alternative Behandlungsmethode zur Abstinenz propagiert. Das hat mich verwirrt, weil es im Widerspruch zum Tenor hier steht

    Ihr sagt ja, kontrolliertes Trinken funktioniert generell nicht - in meinem hat es das sowieso nicht, ist geschenkt.

    Aber kennt ihr das Thema? Ich habe nichts dazu gefunden, dass das mittlerweile als wiederlegte Theorie gilt:

    *Edit*

    Das würde mich nochmal interessieren, wie eure Meinung speziell dazu ist - einfach, um es besser zu verstehen

    Hey sorrow,

    du warst ja heute in meinem Thread aktiv und mich hat deine Geschichte interessiert, die du angeteasert hast. Es war sehr interessant zu lesen und auch dem Verlauf zu folgen. Der letzte Ausblick klang ja recht zuversichtlich. Magst du ein Update geben?

    So lange sich jemand um sie bemüht, ist die Chance, dass sie ihren Tiefpunkt erreicht, geringer.

    Menschen ändern für gewöhnlich immer dann erst etwas, wenn der Leidensdruck hoch genug ist.

    Das bedeutet dann also man solle den Tiefpunkt/Absturz nicht vermeiden, sondern es dahin laufen lassen, weil nur das die Chance hat, eine nachhaltige Veränderung anzustoßen? Also mag sein, dass es so ist - ich finde es nur sehr heftig. Das klingt sehr nach einem Leitmotiv beim Bund: Lernen durch Schmerz, Motivation durch Entsetzen.

    YKMN ,

    ich finde mich in Vielem wieder, was Du schreibst.


    Bei der ersten Frau war es krasser als bei Deiner Freundin - um es mittels Rhythmus auszudrücken: Das Normale waren da so ca. 6:1 bis 7:0 Trinktage pro Woche und alle 1-2 Wochen ein Exzess, der aber auch wirklich seinen Namen verdiente. Mir war aber irgendwie aber von Anfang an klar, dass ich daran nichts ändern kann. Trotzdem habe die zwei stressreichsten Jahre meines Lebens gebraucht, um mich da rauszuziehen.

    Danke für deine Geschichte, sehr spannend zu hören. Du sagtest zwei Frauen. Wie war es mit #2, wenn ich fragen darf?

    Und darauf kannst Du einen lassen. Und zwar kann sie sich so sehr einfressen, dass man (hier: ich) schon in große Sorgen verfällt, wenn es dann bei einer anderen Frau nur um vielleicht so 0:7 bis 2:5 Trinktage geht, an denen es aber immer bei maximal einem normalen Glas bleibt - ohne Exzesse zwischendurch.

    Soll heißen: Der Stress ist so intensiv, dass er für lange Zeit Spuren hinterlassen kann, die vielleicht schon am Rande von pathologisch sind, zumindest aber eindeutig eine Bürde.

    Außerdem noch ein paar Gedanken zu Deiner Unsicherheit in punkto "Mittelding" (ich habe das für mich als "Grenzfall?" formuliert):

    Das kann ich mir auch gut vorstellen, dass das eine ganze Zeit nachschwingen und ich bei jeder anderen Frau früh nach solchen Anzeichen suchen würde. Übrigens danke für das Wort Grenzfall, da bin ich nicht drauf gekommen. Wobei ich jetzt im Moment gar nicht mehr weiß, ob ich den Begriff noch benutzen würde.

    Wenn es Dir darum geht, ihr (mit einer sehr geringen Chance) bei dieser Alkoholproblematik helfen zu wollen, ist es besser, sie zu verlassen - denn wenn Du bleibst, machst Du ihr das Leben mit dem vielen Alkohol leichter.

    Wenn es Dir darum geht, weiter mit dieser Frau zusammenleben zu wollen, musst Du Deinerseits ausreizen, mit wie viel Stress dieser Art Du leben willst und kannst. Die Chance auf weniger Alkohol werden dann aber noch geringer.

    Ja das spiegelt das, was Alex weiter oben sagte. Also die Tendenz, was ich tun sollte, geht ja in eine ganz klare Richtung..

    Du bist co-abhängig, oder? Und das fühlt sich doch Schei*** für dich an, oder? Und du willst allen Ernstes das der nächste Mensch auch so drinhängt?

    Spontan möchte ich sagen: Was ein Quatsch. Sage ich aber nicht, weil ich als Moderatorin die Contenance wahren möchte. Wenn du hier im Angehören-, speziell im EKA-Bereich lesen würdest, dann würdest du den Hauch einer Ahnung bekommen, wie quälend die Last ist für Eltern, Kinder und Geschwister von Alkoholikern...

    Du kannst dich trennen und eine suchtmittelfreie Partnerin suchen. Aber Eltern, Kinder und Geschwister bleiben für alle Zeit die Angehörigen des Trinkers.

    Ich verstehe, was du sagst. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass die Eltern es wissen wollen würden, wenn sie die Wahl hätten. Und wenn sie es nicht wissen, ändert das auch nichts daran, dass sie Angehörige einer Trinkerin sind. Das sind sie so oder so. Ich weiß nicht ob "Unsicherheit ist ein Segen" hier der richtige Ansatz ist.

    Aber selbst wenn ich weiterhin schweigen sollte - was soll ich sonst erzählen?

    Euer fokus wird vom alkohol bestimmt, bloss in entgegen gesetzte richtungen. Sie wartet auf die trinktage, du auf die nicht trinktage. Jeweils dann gehts euch besser, das muss clashen. In so einer konstellation kann es kein gemeinsames wir schaffen das geben.

    So wie du das beschreibst, klingt es total logisch. Der Gedanke kam mir so noch nicht.

    . Staffelstab übergeben, bloss nicht, da bugsierst du ja den nächsten in die spirale.

    Theoretisch ja, aber wäre das vergleichbar? Also ja, für z.B. die Eltern oder Geschwister wäre das ein Ballast, nur sind die ja nicht mit ihr in einer Lebensgemeinschaft. Das würde nicht annähernd so den Alltag dominieren wie bei mir.

    Und es bleibt die Schwierigkeit, dass ich bei einer Trennung sowieso irgendwas sagen muss. Und ehrlich gesagt auch nicht über ein Beziehungsende hinaus für das Geheimnis lügen möchte. Ich trage es schon so lange.

    Was brauchst du von dir, um ein gutes Leben zu führen?

    Ehrliche Antwort? Ich habe keine Ahnung. Darüber müsste ich nachdenken, aber momentan fühle ich mich zu leer. Meine Vorstellung war immer Frau, Kind, Haus. Das Haus ist jetzt da, alles Weitere nunja. Und ich bin auch fast Ende Dreißig. Ich glaube so langsam, gerade nach dem Austausch hier, ich habe irgendwo vor langer Zeit meine Ausfahrt verpasst.

    Danke für die aufbauenden Worte. Ich schaue auch gerade andere Threads durch, um ein besseres Verständnis durch die verschiedenen Lebensgeschichten zu bekommen.

    Vielleicht noch eine andere Frage: Mal angenommen, ich würde mich trennen. Momentan bin ich der Einzige, der von ihrer Situation weiß. Im Eingangspost erwähnte ich eine Freundin, mit der sie zur Zeit des Heimlichen Trinkens über das Thema sprach. Das war vermutlich eher oberflächlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie über die Jahre weiterhin darüber gesprochen haben. Müsste ich nicht den "Staffelstab" an irgendwen übergeben, am besten innerhalb der Familie, damit das jemand weiter beobachten kann, nachdem ich weg bin? Vielleicht würde es auch was bringen, wenn das Thema etwas Scheinwerferlicht bekommt? und Andere auch mal was zu ihr sagen außer mir? Oder wäre das kontraproduktiv, weil ich damit Rückzugsräume wegnehme und somit die Abstiegsgefahr erhöhe?

    Ich wüsste aber auch unabhängig davon nicht, welchen alternativen Trennungsgrund ich erfinden sollte, wenn Freunde und Familie fragen. Ich bin ja die ganze Zeit über der Geheimniswahrer gewesen.

    Hallo YKMN,

    ich habe viele der Dinge, die du hier beschreibst, auch so gemacht. Versucht, das Trinken durch Regeln zu kontrollieren, zum Beispiel. Heute weiß ich, dass ein Abhängiger nichts kontrollieren kann, sonst wäre er nicht abhängig. Auch Trinkpausen kenne ich, die hat mein Exmann auch gemacht. Und ich hab dann gezweifelt ob er wirklich schon so tief drinsteckt.

    Ich hatte Fusseln am Mund von Reden, es ging bei ihm "ein Ohr rein, anderes raus" . Denn ich hab von meinen Lebenswünschen und Forderungen an ihn geredet. Er hatte da ganz andere Vorstellungen.

    Ich könnte noch einige andere Dinge schreiben, hab ich hier auch schon oft. Denn es ähnelt sich auf unheimliche Art und Weise immer wieder. Ich hab das ganze 26 Jahre lang mitgemacht, wobei es seicht anfing, da, wo du jetzt stehst, da stand ich auch mal und da war noch nicht mal die Hälfte der gemeinsamen Zeit um.

    Es ging noch weiter bergab, erst langsam, dann immer schneller.

    Danke Aurora, diese Perspektive hat mir noch gefehlt. Das klingt wirklich sehr ähnlich. Gerade wenn ihr auch zwischendurch so Ups hattet, die einem Hoffnung geben. Darf ich fragen, was bei dir schlussendlich zum Bruch geführt hat? War es ein spezielles Ereignis oder einfach die jahrelange emotionale Erosion?

    Wohin nr 3 führt kannst du hier dutzend, ne hundertfach nachlesen, für angehörige wie für trinkende geht die suchtgeschichte stetig bergab. Aus einem aushaltbaren mittelding - was soll das überhaupt sein? - der leidensdruck ist doch schon recht groß sonst hättest du dir das nicht alles so von der gestressten leber geschrieben, also jedenfalls das mittelding wird über kurz oder lang ein ausgewachsener albtraum. Den können sich aber beide seiten viele jahre schön reden.

    Nr2 versuch der gemeinsamen abstinenz. Da zucke ich zusammen. Versuchen klingt nach halbherzigem, eigentlich würde ich gerne weitertrinken.

    Ich sagte auch nicht, dass das alles gute Optionen sind. Ich bin es nur einmal im Kopf durchgegangen und habe die Varianten aufgeschrieben ohne besonders auf das Wording zu achten.

    Ja. Die einzige Hilfe für einen Alkoholiker ist Nichthilfe.
    Du kannst nicht mit ihr gemeinsam die Situation verbessern, wenn sie keine Krankheitseinsicht hat.

    Hmm

    Große Trinkmengen, Exzesse, heimliches Trinken, was genau hat dich damals gestört, daß du es als Kipppunkt empfunden hast?

    Aus dem Kippunkt wurde also ein Kompromiss, und damit eine Grenze verschoben. Deine. Aus einem -so gehts nicht weiter- wurde ein "Mittelding".

    Du hast Recht, meine Grenze wurde damals verschoben. Der Kipp-Punkt war für mich das wiederholte heimliche Trinken und die Lügen. Doch dann hat sie ja tatsächlich etwas getan. Und da die Situation heute im Vergleich zu damals deutlich weniger schlimm ist, dachte ich immer, dass man es in den Griff kriegen kann, weil das andere auch geklappt hat.

    Aber ich höre bei euch raus, dass ihr die Situation trotzdem als sehr dramatisch einschätzt und deshalb nur weitreichende Entscheidungen einen Ausweg bieten (im Zweifelsfall nur für mich).

    Vielen Dank für deine Rückmeldung, Wolf.

    Sie möchte öfter und freier, vermutlich dann auch mehr trinken. Von einer dauerhaften Abstinenz aus Beziehungsgründen, oder auch wegen der eigenen Gesundheit, lese ich hier nichts.

    Das sehe ich ähnlich. Wobei sie zumindest jährlich für die eigene Gesundheit diese Kur für ein paar Wochen macht.

    Eigentlich hängt Dein weiteres Vorgehen davon ab wie leidensfähig Du noch bist. Heb diese seltsamen 5:2 oder 4:3 Beschränkungen auf und schau was passiert. Diese Art der "Kontrolle" ist sowieso nicht gerade beziehungstauglich.

    Nein, der Beziehung hilft das sicherlich nicht. Es hat höchstens insofern geholfen, dass ich ein paar Tage in der Woche "Ruhe" habe und es sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, wenn Trinktage wegfallen. Ansonsten ist es nachteilig.

    Du von Deiner Seite hast eigentlich schon zuviel getan im Laufe der Jahre. Die Angst hat sich eingefressen und ist auch für eine gemeinsame Zukunft nicht gerade hilfreich.

    Du hast Recht, die Angst hat sich definitiv über die Jahre eingefressen. Es wird ja auch ständig neuer Nährstoff geliefert, der die Angst weiter befeuert bzw. bestätigt. Es wäre für mich sicher einfacher gewesen, wenn sie Alkoholikerin wäre im Sinne, wie man es sich ohne Vorwissen vorstellt - jeden Tag über den ganzen Tag große Mengen trinken, Privates und Berufliches schleifen lassen, körperlicher Abbau usw. Dann hätte ich schon lange die Reißleine für mich gezogen. Aber mit der Einordnung von so einem "Mittelding" tue ich mich schwer.

    Du hast bestimmt schon ein paar Szenarien für Dich gedanklich durch. Schreib doch mal wie es für Dich aussehen könnte.

    Ich sehe da im Grunde drei Optionen:

    a) Einfach den Cut machen und den emotionalen Schlag und organisatorisch-finanziellen Albtraum in Kauf nehmen. Da müsste ich mir auch die Frage stellen, ob es ich noch jemand aus ihrer Familie (z.B. der Mutter) erzählen soll, damit überhaupt wer außer mir Bescheid weiß und versuchen kann zu unterstützen. Bei dem Szenario würde sie sicher auch ein Stück abdriften, da ein Teil ihres Lebens dann in Scherben liegt (so wie bei mir auch).

    b) Versuch der gemeinsamen Abstinenz. Ich müsste dann ja mitziehen, um ihr nichts vorzutrinken.

    c) Alle Regeln abschaffen und eine Weile beobachten, wohin das führt. Wobei ich mir davon ehrlich gesagt nichts erhoffe und eher befürchte, dass sie dann einfach nur mehr trinkt.

    Du bist gar nicht in der Lage, sie zu beaufsichtigen oder sie zu erziehen.

    Denkst du, ich habe darauf Lust oder will das alles?

    Hast Du schon ein Gespräch mit ihr gesucht, wie sie das alles sieht?

    Endlos viele. Zuletzt immer häufiger, weil die Situationen mit Angetrunkenheit nach dem Weggehen unter der Woche eher mehr als weniger wurden. Meistens sieht sie ein, über die Strenge geschlagen zu haben. Sie schießt aber auch häufig zurück, dass ich übertreibe und führt ihre vergangenen Erfolge als "Referenz" an. Sie hat auch letztens erwähnt, dass sie lieber wieder auf das 5:2 Format umsteigen würde, weil sie bei 4:3 das Gefühl hat, die reduzierten Tage dann wenigstens auskosten zu müssen und nicht nur für 1 Glas Wein zu verschenken. Oder dass sie grundsätzlich noch nie der Typ für nur 1-2 Gläser war. Sie wird auch ab und zu beleidigend und mischt dann andere Beziehungsthemen mit rein und will die Diskussion darauf lenken. So ungefähr nach dem Motto "Dich stört das. Mich stören diese Punkte und da änderst du auch nichts dran".

    Sie ist jedoch erwachsen und kann so viel Alkohol trinken, wie sie will.

    Ja, aber was soll mir das sagen? Natürlich "dürfen" Erwachsene jeden selbstzerstörerischen Mist verzapfen, ohne Rücksicht auf sich und andere - schon klar. Aber soll ich sie einfach sich selbst überlassen? Ich will doch mit ihr gemeinsam die Situation verbessern. Ist das zu naiv?

    Und bist Du sicher, dass sie an den Tagen, wo sie angeblich nichts getrunken hat, wirklich nüchtern war?

    In den meisten Fällen mit hoher Sicherheit, weil sie auch häufig im Home-Office zuhause ist und da gibt es nicht wirklich Möglichkeiten.

    Und teilweise auch Angehörige. Ich trinke seit gut einem Jahr nichts mehr, weil mich meine Erlebnisse mit einem nassen Alkoholiker so runtergezogen haben, daß ich gar keine Lust mehr auf Alkohol habe. Und ich war davor auch eine Genusstrinkerin. Zu sehen, wie sich jemand an den Rande des Todes säuft, hat mich ziemlich erschüttert. Kontrolliertes Trinken funktioniert nicht. Und es ist auch sehr nervenaufreibend, merkst du ja auch. Weil sich euer Alltag danach richten muss. Mit dem ständigen Risiko daß alles auseinanderfliegt.

    Danke für die Meinung aus dieser Perspektive. Es ist nervenaufreibend, allein wegen dem Organisatorischen, was ich schon lästig empfinde und sie bestimmt noch mehr. Man ist da fast in so einer Lehrer-/Aufpasserrolle und die will ich gar nicht.

    Also um es vorweg zu nehmen - wenn es gar nicht anders geht, würde ich auch letztlich aufhören, um die Beziehung aufrecht zu erhalten. Natürlich würde mir das nicht schmecken, doch wenn nur das funktioniert, könnte ich damit meinen Frieden machen.

    Ich habe am Ende des Tages keine Ahnung von dem Thema. Ich kann nicht einschätzen, wie ernst ihre Lage ist und was die richtige Reaktion darauf. Ich hatte einfach gehofft oder geglaubt, dass weil das heimliche Trinken wegfiel und sie die jährliche Entgiftung ohne Alkohol macht, dies gute Indikatoren dafür sind, dass ein normales Verhältnis zum Alkohol mit nur gelegentlichem Trinken möglich ist.

    Mittlerweile habe ich da meine Zweifel, weswegen ich auch eure Meinungen suche.

    Ich möchte wissen, wie schwierig Leute mit Erfahrungen die Situation einschätzen. Ist es hier noch möglich, die Kurve zu kriegen und damit auch die Beziehung aufrecht zu erhalten? Sollte ich mich eher trennen, weil die Sache aussichtslos ist?

    Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll, und brauche frische Gedanken. Dieser hohe Regelkonsum ist trotz 4/3 Regel zu hoch und dass sie, wenn sie an den "erlaubten Tagen" alleine unterwegs ist, gerne mal stärker angetrunken nach Hause kommt, sehr beunruhigend. Und ich merke, wie sie sich auch teilweise dagegen versucht aufzulehnen - sagt dann ab und zu mal, sie kann es mir sowieso nicht Recht machen und ich sage grundsätzlich schon was ab dem zweiten Glas usw. Gleichzeitig wird auch meine Zündschnur immer kürzer, weil das alles an mir über die Jahre einfach Spuren hinterlässt.

    Es ist so festgefahren. An Tagen, wo sie nichts trinkt, ist es harmonisch, doch dann kommt nach 1-2 Wochen wieder eine Situation, die mich triggert - sei es, dass sie mit einer Freundin unter der Woche essen geht und angetrunken zuhause ankommt, oder dass sie am Wochende nicht erkennt, wann man mal aufhören sollte. Das tut sie zwar irgendwann, aber eben aus meiner Sicht zu spät. Und so drehen wir uns im Kreis seit einer ganzen Weile.

    Was hälst Du von einem alkoholfreien Haushalt?

    Fände ich für mich persönlich blöd, weil ich gerne mal einen guten Wein, Cocktail oder Whisky trinke. Ich habe aber auch in meiner Wahrnehmung kein Problem damit, den eigenen Konsum runter zu regulieren. Meine Freundin leider schon, sie will nicht mitziehen. Ich sollte mich davon aber unabhängiger machen.

    Mein Hauptproblem ist aber nach wie vor, dass ich nicht weiß, wie ich mit meiner Freundin umgehen soll.

    Hi, ja das ist sehr häufig. Ich selbst kann längere Zeit ohne. Mir wäre es auch lieber, wenn wir an weniger Tagen in der Woche trinken würden, aber davon kriege ich sie nicht überzeugt.

    Es ist traurig, aber wenn sie heimlich trinkt, obwohl sie sagt, sie möchte das nicht mehr tun, dann ist meines Erachtens offensichtlich, dass die Glocke geschlagen hat.

    Aber selbst, wenn nicht: Wenn sie offen und heimlich so weitertrinken will, obwohl sie auch noch aufhören könnte, dann ist es doch auch Mist für Dich.

    Klar, wenn das mit dem heimlichen damals weitergegangen wäre, hätte ich mich auch irgendwann verabschiedet. Das liegt aber lange zurück. Was bleibt ist ein fehlendes Bewusstsein für die Menge des eigenen Konsums an Tagen, wo wir etwas trinken und damit verbunden Ängste auf meiner Seite.