Beiträge von Kurswechsel

    Ich habe Familie, Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten. Bei denen steht Spass haben immer an erster Stelle. Von denen erwarte ich aber eher so was wie Fürsorge.

    Vielleicht ist es gar kein Denkfehler, sondern eher eine Frage der Perspektive. Niemand muss für jemand anderen verantwortlich sein. Und genau darin liegt auch eine gewisse Freiheit.

    Wenn du nichts erwartest, kann dich nichts enttäuschen. Dein Leben gehört nur dir, also warum nicht die Chance nutzen und es voll und ganz selbst in die Hand nehmen? Und das Beste daran ist, du kannst sofort damit anfangen 🙃

    Zum Thema Langeweile: Wie sieht es in deiner Stadt mit Vereinen aus? Vielleicht wäre ein Ehrenamt etwas für dich – eine Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun.

    Was interessiert dich denn besonders? Vielleicht gibt es noch mehr, was du in diesem Bereich ausprobieren könntest.

    Ihr lehnt Menschen, die nicht eure Überzeugung haben ab.

    Hallo wieweiter,

    hier wird niemand abgelehnt - warum auch? Im Gegenteil: Viele haben sich die Zeit genommen, dir ihre Erfahrungen mitzuteilen.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass das im ersten Moment schmerzhaft sein kann und dich verletzt. Aber hier redet dir eben niemand nach dem Mund oder bestärkt dich blind in deinem Tun.

    Genau deshalb bist du doch hier, oder?

    Mir hat das Forum sehr gut getan, und gerade die Beiträge, die mich anfangs kalt erwischt haben und scheinbar gegen mich oder meine Auffassung gerichtet waren, haben mir letztlich am meisten geholfen.

    Sie haben mich dazu gebracht, meine Sichtweise zu hinterfragen und neue Perspektiven zuzulassen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und einen klaren Kopf für deinen weiteren Weg.

    dass an mich herangetragen wurde, dass mir ein Partner vielleicht ganz gut tun würde

    Ich bin jedenfalls nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen von anderen Menschen zu erfüllen. Glück und Zufriedenheit ist meiner Meinung nach kein Gruppenprojekt.

    Wenn du alleine mit dir glücklich bist, bleibt das auch so, egal ob mit oder ohne Partner - jedenfalls ist das meine Erfahrung. Und umgedreht wird mein Leben mit Partner nicht automatisch besser, wenn ich vorher unzufrieden war.

    Meiner Meinung nach machst du es völlig richtig, in der Hinsicht auf dein Bauchgefühl zu hören.

    Und Leute ich bitte euch alle um Hilfe.


    Ich wünsche dir viel Kraft, KaDett. Auch ich hatte schon ab und an Besuch vom Suchtgedächtnis, aber nie in der Intensität, wie du es gestern und heute beschrieben hast.

    Ich möchte dir Folgendes dalassen:

    Nichts wird besser, wenn du wieder zur Flasche greifst. Alkohol bringt nur Leid – das ist seine Natur. Also lass ihn endlich los, nicht aus Zwang, sondern weil es das Natürlichste auf der Welt ist: für dich das Beste zu wollen und gut für dich zu sorgen.

    Mir ist es peinlich wenn ich mir manches wieder ins Gedächtnis rufe.

    Hallo KaDett,

    dann ruf dir manches einfach nicht wieder ins Gedächtnis.

    Wenn (un)bewusst doch wieder ein unliebsamer Gedanke aufkommt, gehe ich damit ähnlich wie in der Meditation um: Ich nehme ihn wahr, ohne ihn zu bewerten, und lasse ihn weiterziehen. Meistens verschwinden diese Gedanken dann von selbst.

    Unsere Scham und Schuld leben nur in der Vergangenheit. Sie existieren im Hier und Jetzt nur, wenn wir sie in unseren Gedanken wiederbeleben.

    Das ist in meinen Augen auch kein Verdrängen, sondern ein bewusstes Loslassen – eine Entscheidung, keine Energie mehr in etwas zu investieren, was ich ohnehin nicht mehr ändern kann.

    Stattdessen fokussiere ich mich darauf, was hier und heute in meiner Macht steht. Für mich bedeutet das, nach vorne zu schauen und Raum für das zu schaffen, was aktuell zählt.

    „Lass los, was war. Akzeptiere, was ist. Öffne dich für das, was kommt.“

    Liebe Grüße Kurswechsel

    Aber an dieser Stelle in der SHG über derartige Themen zu schreiben, ist wahrscheinlich ohnehin nicht wirklich sinnvoll

    Hallo Stef,

    ich finde es wirklich gut und wichtig, dass du deine Gedanken hier teilst und festhältst.

    Du machst das ja, weil dich das Thema beschäftigt – jedenfalls geht es mir genauso, wenn ich hier etwas schreibe.

    Es hilft mir, die Dinge besser einzuordnen, zu reflektieren und zu verarbeiten. Gerade am Anfang einer solchen Reise – und ich befinde mich auch noch am Anfang – schwirren einem oft unzählige Gedanken durch den Kopf.
    Das gehört zum Prozess dazu.

    Und wenn darauf , was du schreibst Gegenwind oder unbequeme Antworten kommen - umso besser!!

    Daraus kannst du Honig saugen, wenn nicht sogar Gelee Royal.

    Schulterklopfen mag in dem Moment vielleicht angenehmer sein, aber wirklich weiter bringt es dich nicht. Hier geht es um echte Arbeit – Trockenarbeit.

    Scheue dich also nicht, hier ehrlich niederzuschreiben, was in deinem Kopf vorgeht. Es hilft nicht nur dir selbst, sondern vielleicht auch denjenigen, denen die selben Gedanken im Hirn rumspuken, sich aber zurückhalten, ihre Gedanken hier zu äußern, aber mitlesen.

    Es sind zwar nur Begriffe und Bilder, von denen wir sprechen, aber genau diese prägen unser Denken und unsere Vorstellungskraft.

    Ich habe mich mittlerweile mit dem Begriff „loslassen“ angefreundet. Ich lasse den Alkohol einfach los – ich klammere mich nicht mehr an ihn, weder physisch noch psychisch.

    Der Alkohol selbst ist ja schon ewig da – die alten Sumerer brauten bereits vor über 5.000 Jahren Bier.

    Der Alkohol hat nie etwas von mir gewollt, aber ich wollte umso mehr von ihm.

    Doch wenn ich ihn loslasse, passiert etwas Entscheidendes (jedenfalls in meinem Kopf): Er bleibt stehen. Er verfolgt mich nicht, er rennt mir nicht hinterher. Es liegt allein an mir, ihn hinter mir zu lassen, ihn loszulassen.

    Nicht mehr trinken dürfen und nicht mehr trinken müssen ist der gravierende Unterschied.

    Ich finde es echt gut, dass du dir gegenüber so ehrlich bist. Da steht bei dir aktuell noch das „müssen“ und der Verzicht im Vordergrund.

    Ich weiß nicht mal wie man diese Trockenarbeit am besten und effektivsten angeht.

    Dazu halte ich mich jetzt lieber zurück, weil ich selber noch relativ am Beginn meines Weges stehe.

    Aber eines kann ich dir aus vollem Herzen garantieren: Hier im Forum wirst du eine ganze Schatzkiste an Tipps, Inspirationen und Aha-Momenten finden – vor allem von den „alten Hasen“.

    Das Wichtigste hast du schon mal wiedergegeben: „Nur nicht Trinken reicht nicht!“ Ich habe bewusst „wiedergegeben“ geschrieben, weil ich ehrlich gesagt zu Beginn nicht viel damit anfangen konnte - und mit der Zeit erst verstanden habe, wie wahr diese Aussage ist und was alles dahinter steckt.

    Es geht eben nicht nur darum, die Flasche stehen zu lassen, sondern du brauchst Veränderung – in Gedanken, im Alltag und in der Art, wie du dir selbst begegnest.

    Mit der Zeit wird aus „Verzicht“ Freiheit. Du entdeckst Seiten an dir, Interessen und Hobbys, die zu deinen Trinkzeiten untergegangen sind.

    Und du bist nicht allein – hier findest du immer Leute, die dich verstehen und dir Tipps geben. Schließlich wirst du merken: Nüchtern sein ist das Beste, was dir passieren konnte.

    Verlockungen wieder einen Schluck oder Glas zu trinken im Keim zu ersticken und unbedingt zu widerstehen

    Das hört sich für mich noch zu sehr nach „Kampf“ an. Den wirst du aber nicht durchhalten, jedenfalls nicht auf Dauer. Die Sucht ist definitiv stärker - du wirst dich damit aufreiben.

    Hier im Forum habe ich gelernt, die Sucht zu akzeptieren. Sie ist ein Teil von mir und wird es immer bleiben. Ich bin aber auf den besten Weg mich damit zu arrangieren und unnötige „Gefahrensituationen“ zu vermeiden.

    Deshalb war ich letztens auch so hellhörig, als du geschrieben hattest „meide ich noch gefährliche Situationen wo ich früher immer getrunken hatte“.

    Es ist und bleibt stetige Arbeit - eben Trockenarbeit. Dieses Forum hilft mir sehr dabei und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung hier.

    Hallo KaDett,

    schön von dir zu lesen. Das, was du schreibst, hört sich richtig gut an. Ich hoffe, dass du auch alles so umsetzen kannst, wie du es dir vorgenommen hast.

    Ich habe mich sehr auf den Sport fokussiert und beschäftige mich jetzt wieder viel mit Meditation und Aufmerksamkeitstechniken. Insgesamt gehe ich jetzt viel sorgsamer mit mir um und aufmerksamer durchs Leben.

    Es kommt grad wieder echt viel hoch.
    Es ist befreiend.

    Mir hilft es auch bestimmte Dinge, die mich belasten hier aufzuschreiben. Es ist, als würde man die Last ein Stück weit loslassen und sich selbst Raum zum Atmen geben. Manchmal ist das genau der erste Schritt, um klarer zu sehen und mit seinen Gefühlen umzugehen. Gut, dass du diese Beziehung hinter dir hast.

    Und warte ab, was das nüchterne Leben alles an Überraschungen für dich bereithält.

    Ich werde später noch eine Gassirunde drehen und mir ein Stückchen Kuchen holen. Ansonsten eine schöne Serie oder einen Film schauen und einen Tee dazu trinken.

    Das klingt nach einem guten Plan - mach es dir gemütlich und lass es dir gut gehen. Ich nutze die Zeit gerade, um Sockenpaare zu sortieren, die sich über Wochen angesammelt haben - auch was Feines bei dem nasskalten Wetter hier 🙈

    Ja, das mit Magdeburg und all den anderen aktuellen Themen kann einem echt zusetzen. Mitgefühl ja, aber lass dich von deinen negativen Emotionen nicht runterziehen, dein innerer Frieden hängt nicht von den äußeren Umständen ab, sondern davon, wie du sie akzeptierst und damit umgehst.

    Denk an dich und tu dir was gutes - aber das hast du ja schon geplant 👍

    Liebe Grüße Kurswechsel

    Im Nachhinein ärgerte ich mich über mich selbst über so eine dumme Antwort, aber da war es leider schon zu spät.

    Hallo Stef,

    ich finde, du brauchst dich da nicht zu ärgern. Es hätte auch gar nichts geändert, egal was du gesagt hättest. Vielleicht war er sogar froh, dass die Situation so schnell vorbei war. Früher, wenn ich meinen Vorrat gekauft habe, war mir das immer peinlich. Ich war regelrecht erleichtert, wenn alles im Kofferraum verstaut und ich wieder unsichtbar war.

    Aber ich weiß genau, was du meinst: Solche Momente nimmt man jetzt (nüchtern) ganz anders wahr. Sie gehen einem nahe, machen einen nachdenklich und irgendwie auch traurig. Früher hätte ich so etwas einfach abgetan oder einen vermeintlich lustigen Spruch gebracht, aber heute wirken solche Szenen wie ein Spiegel, der einem zeigt: Da will ich nie wieder hin.
    Es zeigt dir doch nur, dass du genau auf dem richtigen Weg bist. Und das ist doch eine starke Erkenntnis. Hoffentlich kommt dein Bekannter eher früher als später auch zu dieser Einsicht, aber diesen Weg muss er von sich aus einschlagen.

    Dir alles Gute - es grüßt Kurswechsel