Auf mich bezogen würde ich daher eine andere Trinker-Kategorie wählen, nämlich vielleicht den sogenannten "Gewohnheitstrinker" (oder eventuell auch "Bequemlichkeitstrinker").
Ich war schlich und einfach ‚Suchtsäufer‘.
Ich habe anfänglich missbräuchlich Alkohol getrunken und nur aus diesem Grund bin ich süchtig geworden….Alkoholiker. Dann habe ich gesoffen, weil ich saufen musste. Der einzige Grund war: Ich war Alkoholiker geworden.
Es ist mir auch völlig wurscht, und ehrlich gesagt verstehe ich auch überhaupt nicht, welchen Nutzen diese Klassifizierung der Säufer für mich haben könnte.
Insgesamt ändert das natürlich nichts an der vorhandenen Sucht, vor allem, wenn die Menge an Alkohol viel zu groß ist, die man - vielleicht auch nur aus Gewohnheit - zu sich nimmt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Alkoholiker gibt, die aus Gewohnheit saufen.
Hattet ihr auch mit solch tief verankerten Trinkgewohnheiten zu kämpfen, von denen es sich zu verabschieden galt? Hat bei Euch das Loslassen bzw. Verabschieden leicht geklappt?
Natürlich. Aber, das war keine Gewohnheit, das habe ich so, weil ich das anders gar nicht ausgehalten habe.
Wohnungstür auf, Flasche auf und wenn ich mir große Mühe gegeben habe, habe erst in der Küche die ersten gierigen Schlucke aus einem großen Glas getrunken. Wenn ich ‚spät dran war‘, habe ich direkt im Flur, noch Jacke und Schuhe an, die Flasche am Hals gehabt.
Losgelassen habe ich den Alkohol im Kopf am 1. Tag des Nüchernwerdens ….unabhängig von der Umgebung.
Was bedeutet leicht oder schwer? Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Es war jetzt so: keinen Alkohol mehr.
Und für mich war auch direkt dieses ‚nie wieder‘ völlig klar.