Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Wie geht das? Drogen sind Teil deines Umfelds aber du betreibst Risikominimierung?

    Mein Umfeld besteht doch weiter aus ganz "normalen" Menschen. Es gibt einige trockene Alkoholiker*innen, auch welche die von anderen Drogen weg sind und auch welche die schlicht Alk oder Drogen nicht vertragen. Aber der Rest ist eben nicht süchtig.

    Heißt die trinken oder nehmen auch mal etwas anderes, wenn Ihnen danach ist. Nur das machen sie eben, wenn wir verabredet sind nicht in meiner Gegenwart. So die Absprache (Regel). Und natürlich treffe ich mich nicht mit Ihnen an Orten, Veranstaltungen, Feiern, etc. bei denen Saufen oder konsumieren im Vordergrund steht oder dazu gehört. Aber ich denke, das sollte klar sein.

    Heißt, ich bekomme nicht unmittelbar mit, wenn sie saufen oder konsumieren. Und damit bin ich safe. Die Welt ist ja nicht trockener geworden dadurch das ich nicht mehr trinke. Und es wäre für mich auch ein Risiko, wenn ich mir das einreden würde. Also ändere oder beeinflusse ich nur das, was ich tatsächlich in der Hand habe. Denn das ist Selbstschutz.

    Ich genauso aber die Gefühle triggern und schwierig Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

    Wie geschrieben ich verknüpfe nix mehr mit Saufen (Sucht). Keine Gefühle, keine Situationen, keine Gedanken, keine Handlungen, keine Umgebung, etc.. Und wenn ich doch feststelle das irgendetwas dieser Dinge ein Problem (Risiko) darstellt dann ändere ich mein Verhalten so lange bis es kein Problem mehr darstellt.

    Ich muss mit meiner Sucht den Rest meines Lebens leben. Also muss ich jetzt abstinent mein Leben so ändern, dass ich gut den Rest meines Lebens abstinent leben kann. Und zwar ganz konkret und praktisch und nicht nur in meinem Kopf. Weil es eine Notwendigkeit ist. Und weil ich mich im Zweifelsfall eben nicht darauf verlassen kann das mein Kopf immer mitspielt, denn ich bin ja weiter süchtig.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Wie von Kazik gesagt fang an die Verbindungen zu kappen, ich musste auf dem Nachhauseweg von der Arbeit immer am einschlägigen Grillplatz im Park vorbei fahren und wenn noch Volksfest war/ist noch durch die besoffenen Massen Radeln. Jetzt gibt's seit ein paar Wochen einen neuen Radweg der mir das alles erspart, ist zwar minimal länger aber dafür viel schöner.

    Am Grillplatz war immer das gleiche los, Tag für Tag auch im Winter, nur die besoffene und kiffende Prominenz der Stadt, dazu noch Grillgeruch usw. Ich hab das jeden Tag gesehen, morgens wie abends, mir hat das zwar nicht gefallen aber darüber nachgedacht hab ich trotzdem und die Bierflaschen hatte ich wohl oder übel auch im Blick, da gibt es jetzt auch einen neuen Kiosk mit allem Pipapo was das Alki oder "normalo" Herz begehrt. Das brennt sich ein wenn man immer das gleiche sieht oder besser gesagt es hindert einen loszulassen.

    Auf dem neuen Weg seh ich das fast gar nicht mehr und schwupps die wupps sind keine Gedanken mehr an Bier da. Ich bin ja früher auch gerne am Feuer gesessen und hab gegrillt und hatte immer Bier in der Hand und das war eben eine Verknüpfung die ich da jeden Tag gesehen hab. Da sind so Sachen die man ja leicht ändern kann, auf der Arbeit muss ich das auch noch ändern, ganz vermeiden lässt es sich nicht aber ich kann und muss Abstand nehmen, denn auch da sind Situationen die mich an meine eigene nasse Zeit erinnert haben.

    Letztens in der Spätschicht hat ein Kollege nach dem Dienst noch mit den anderen Bier getrunken und als er zur Bahn musste dann noch vier in seinen Rucksack gepackt mit der Begründung Zuhause gäbe es nur noch Hefe und das macht Fett, ich hab dann gefragt "und wieso kaufst du es dann" er meinte dann weil es ab und zu schmeckt. Zuhause hab ich dann bemerkt wie blöd das war, wieso hab ich überhaupt gefragt. Mir ist dann klar geworden das ich früher auch solche Antworten gegeben hab, aus dem Grund das Zuhause nur noch x-x Bier waren und ich mir nicht sicher war ob mir das reicht um meine Sucht zu befriedigen.

    Das war mein Saufhirn, es hat mich dazu gebracht mit ihm ein Gespräch anzufangen. Alles gut, ich hab darüber nachgedacht und weiß jetzt mehr, wenn ich wieder Bereitschaft hab setz ich mich halt an einen anderen Ort auch wenn's nicht so bequem ist, ich hab ja Funk und bin nicht auf den Raum angewiesen/gebunden. In der Frühschicht verdufte ich natürlich gleich bei Feierabend und war auch in meiner nassen Zeit am Ende da nicht mehr dabei, also beim Stammtisch.

    Mach auf jeden Fall soviel wie möglich um solche Situationen wie die zu vermeiden, du warst glaub ich eher gerne aushäusig trinken wenn ich mich richtig erinnere. Dann meide das auch, wie letztens den Döner/Imbiss den du da beschrieben hast. Versuch alles auszusortieren was möglich ist so machst du es dir viel leichter.

    Am Anfang meiner Abstinenz dachte ich auch immer boah man kann es auch übertreiben aber wie du ja ließt passieren mir ja auch noch Dinge die mich zum Grübeln bringen und ich bezeichne mich mal als einigermaßen "stabil". Ich weiß daß hört sich alles so groß/viel an aber du wirst sonst keinen Platz für andere Dinge im Hirn frei machen können wenn dir dauernd dein altes Leben begegnet auch wenn du dir sagst ich bin jetzt trocken mir macht das nichts mehr aus, ich bin froh das ich das nicht mehr brauche usw.denkst du genau in dem Moment doch an Alkohol.

    Auf der Arbeit wissen nur meine zwei besten Freunde Bescheid, ich werde den Teufel tun und es anderen Kollegen erzählen, die wissen das ich keinen Alk mehr trinke und das reicht auch. Da musst Du auch für dich rausfinden was gut für dich ist zuviel Offenheit kann mMn auch kontraproduktiv sein, das muss aber jeder für sich selbst herausfinden.

  • Das Gartenprojekt bringt mich ehrlich auf andere Gedanken aber ich hab immer im Hinterkopf was mir passieren kann oder könnte, nicht das meine fröhliche Art da einen falschen Eindruck erweckt😉 aber ich bin halt eine Frohnatur und kommt gerade wieder zurück, das beste ist auch das ich jetzt ohne Alk fröhlich bin und das soll ja auch so bleiben, darum kümmere ich mich jetzt viel mehr um solche Dinge die sich ganz einfach vermeiden lassen. Ich sitz da echt nicht oben und brech mir einen ab wenn du weißt was ich meine, da ist kein Kampf mehr gegen Gedanken die mich verführen wollen, mir ist aber auch klar das die Gedanken jeder Zeit kommen können, Angst davor hab ich aber keine mehr, Respekt aber schon.

    Wegen dem Lied heute morgen, hör es nicht als Kampf gegen den Alk, unser Leben müssen wir uns aber wieder zurück erkämpfen, ich sehe das jedenfalls so, wer nicht kämpft hat nämlich schon verloren, den Alk lässte natürlich links liegen und gibst auf denn es lohnt sich ja nicht wie du weißt.

    Das ich jetzt gerade da bin wo bin, Gartenhaus, Insel wie auch immer man es nennen mag, quasi mein Kindheitstraum und da sind noch mehr, das hätte ich ohne meinen Willen nicht geschafft, ich musste mir das schon erkämpfen, sonst säße ich jetzt an einem Ort der mir nicht gut getan hätte und ich war wirklich kurz davor einzugehen, wie der Kaktus von dem ich letztens schrieb.

    Ein Vorschlag war der hier (Screenshot) aus dem Inserat knapp 1000€ warm 🥶 *edit, im offenen Bereich sind keine Fotos erlaubt*

    Was das mit mir gemacht hätte...eins weiß ich ganz sicher, es hätte mich in Gefahr gebracht um es gelinde auszudrücken. Manchen macht das nichts aus oder sie sind es halt gewohnt, für mich wär's der Untergang gewesen und ich hatte so nen Quatsch ja schon im Kopf bzw. war am nachgeben.

  • Moinsen, was ein hammer Wochenende!!!

    Gestern Flohmarkt mit Hundchen und Freibad. 27 Grad, Eis, Currywurst Pommes. Freitag Sauna und Sonnen. Habe jetzt eine Jahreskarte fürs Freibad, das hatte ich noch nie.^^ Bin jetzt auch noch ein Schwimmer zusätzlich zum Pumper und Saunagänger^^

    Habe jetzt so viele Hobbys, das ist unglaublich^^

    Früher habe ich fast nur auf Parkbänken gesoffen, gegammelt und scheiße gelabert. In Ausnüchterungszellen übernachtet und immer Ärger und Stress!!!:thumbdown:

    Habe keine Fehltage mehr auf der Arbeit wegen dem scheiß Saufen. Das gab immer Ärger, Ausreden, Kündigungen. Das war immer so peinlich und stressig!!!

    Alles läuft reibungslos. Weiterhin HALT und Grundbausteine, weiterhin aufpassen.

    So soll es bleiben, euch einen sonnigen Sonntag:)

    Heute trinke ich nicht

  • So soll es bleiben, euch einen sonnigen Sonntag :)

    Das liest sich einfach toll. Ich denke mir dass Du es Dir mehr als verdient hast, und ich drücke Dir die Daumen das Du möglichst lange auf dieser Welle reiten darfst 👏
    Und ich wünsche ebenfalls einen herrlichen sonnigen Sonntag 👍

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