Beiträge von KaDett

    Ich gratuliere dir zu 4 Monaten ohne Alk.

    Verlass dich aber nicht auf die Zeit. Auch nach längerer Abstinenz kann sich das Suchtgedächtnis immer mal wieder melden.

    Oder es können Verzichtsgedanken aufkommen, weil ich z.B. nicht dahin gehen kann wo viel gesoffen wird, wie z.B. auf ein Weinfest. Die sind hier bei uns grad ständig.

    Auch jetzt im Sommer, Biergarten oder Terrasse. Immer schön dafür sorgen, dass alkoholfreie, leckere gekühlte Getränke da sind. Damit erst gar keine dummen Gedanken kommen.

    Ich persönlich finde die HALT Regel sehr wichtig .

    Gestern Abend habe ich einen Krimi gesehen und da wurde öfter z.B. beim kochen oder im Restaurant Wein getrunken. Habe jedesmal direkt zur Wasserflasche gegriffen und ordentlich viel getrunken.

    So musste das Suchtgedächtnis erst gar nicht wach werden.

    Auch für besondere Stimmung habe ich für mich ein Getränk. Trinke ich selten und deshalb bleibt es was besonderes, nämlich Fanta.

    Das bestelle ich mir unterwegs gerne und habe keine Verzichtsgedanken wenn ich alkoholische Getränke bei anderen Leuten stehen sehe.

    Mir fällt es leichter, Dinge zu verstehen, wenn ich sie mir plastisch - greifbar vor Augen führe. So habe ich mir bezüglich meiner Abstinens neulich etwas beim Einschlafen überlegt:

    Für mich ist meine Anstinens wie ein Leben an der Küste, entlang an einer steilen Klippe.

    Stromer das hast du ganz toll beschrieben. Hatte sofort ein Bild vor Augen wie ich oben an der Klippe stehe und wie es steil runter zum steinigen Ufer mit Felsen geht.

    Das darf nicht passieren, niemals. Denn Falle ich einmal, weiss ich nicht, ob ich den Sturz da runter überlebe. Und wenn ich ihn überlege dann weiss ich nicht, ob ich noch einmal die Kraft besitze, wieder da hoch zu kommen.

    Da unten kann mir nämlich niemand helfen. Man kann mir nur ein Seil zu werfen, es packen und hochziehen, das muss ich schon selber. Und damit würde wieder alles von vorne beginnen.

    Das kann und will ich mir auch überhaupt nicht vorstellen. Wüßte nicht ob ich es nochmal schaffen würde. Deshalb halte ich an meiner bisherigen rückfallsfreien Abstinenz ganz, ganz fest und passe jeden Tag gut darauf auf, d.h. ich lasse jeden Tag das erste Glas stehen.

    Kann man als nasser einsichtiger Alkoholiker glücklich sein?

    Solange ich immer noch trinken musste, hatte ich eher ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber. Glücklich war ich ich in der nassen Zeit bedingt, einsichtig war ich teilweise. Da ich zu diesem Zeitpunkt den Absprung noch nicht geschafft hatte, war es eher resignierend.

    Habe ständig versucht kontrolliert zu trinken, aber es hat nie geklappt. Auch die guten Vorsätze „heute trinke ich nix“ waren purer Stress. Maximal habe ich es mal 1-2 Tage geschafft. War dann ja kalter Entzug.

    Unabhängig davon hatte ich auch als nasse Alkoholikerin auch glückliche und schöne Zeiten. Aber gegen Ende hat sich vieles nur noch um Alk gedreht und dass ich meinen Pegel hatte. Die Beschaffung, Entsorgung und Heimlichtuerei waren absoluter Stress. Und dafür zu sorgen, dass niemand (beruflich und privat) merkt, dass ich Alkoholikerin hat mir einiges abverlangt.

    Kann man denn auch 100% einsichtig sein und trotzdem nichts ändern wollen?

    Ich konnte nichts ändern. Gewollt hatte ich schon länger. Nur die feste Entscheidung zur dauerhaften Abstinenz war die Lösung und mein Glück.

    Nur ein richtiger Cut, nämlich die konsequente Abstinenz kann zu einem wirklich glücklichen, freien Leben führen.

    Nein mein zu Hause ist nicht frei von Alkohol. Als ich vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe lag eine volle Packung bewusst noch da und ich habe sie nie angerührt , so werde ich es mit dem Alk auch machen

    LG

    Echt jetzt? Das ist aber mutig.

    Ich hatte mal ne ganz kleine Miniflasche Asbach, die gehörte zu einem Geschenk und stand ewig unbeachtet rum. Als ich mich zur Abstinenz entschlossen hatte, habe ich alles an Alk, was sich in der Wohnung und in allen Verstecken befand ausgeschüttet.

    Dieses kleine Fläschchen hatte ich aber übersehen und vergessen. Irgendwann Monate später hatte ich mal Suchtdruck und mir fiel dieses Fläschchen in den Blick. Ohne lange zu überlegen habe ich es ganz schnell geschnappt, aufgedreht und in den Abfluss geschüttet. Wohlgemerkt, das hatte ich trotz Suchtdruck hinbekommen. Bevor ich denken konnte, dass ich es trinke, war es leer. Da waren meine nüchternen Gedanken schneller in der Reaktion als die Sucht, sonst hätte mir das Fläschchen zum Verhängnis werden können.

    Ich war ja die ersten 7 Monate ohne SHG und habe alleine so vor mich hin gewurstelt.

    Das mit ner Zig.-Packung und Feuerzeug hatte ich tatsächlich genauso gemacht wie du. Lag immer auf dem Küchenschrank. Nach dem Motto ich könnte ja wenn ich wollte. Glaube aber, es ist was anderes als bei Alk. Und ich hatte Nikotinpflaster.

    Ich an deiner Stelle würde jemandem in der Familie bitten, dass er/sie den restlichen Alk für dich weg kippen oder entsorgen soll. Gar nicht du selbst, denn plötzlich könntest du die Flasche am Hals haben. Es ist besser und sicherer.

    Ich war jedenfalls öfter froh, dass ich nix zuhause hatte. Suchtdruck verschwindet ja normalerweise nach 20-30 Minuten.

    Wirklich weg mit den vollen Flaschen.

    Nüchtern sein fühlt sich einfach gut an. Deshalb will ich es bleiben.Wie lange bist du schon nüchtern?

    Ich bin bald 2 Jahre nüchtern. Deine Geschichte hat mich heute richtig berührt. Werde öfter bei dir reinlesen und wünsche dir ne schöne und vor allem stabile Abstinenz. Das Forum hier kann dich sehr unterstützen und du kannst es jederzeit nutzen.

    Schön, dass du hier bist ✌️