• Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich bin hier, weil mein Mann Alkoholiker ist und wir in einer extremen Ehekrise stecken. Für ihn habe ich daran Schuld. Ich habe eingesehen, dass ich viel Verantwortung trage, aufgrund einer psychischen Störung. Habe auch schon einen Fahrplan, was das Behandeln meiner Themen betrifft. Allerdings ist er an der Situation nicht unschuldig. Er trinkt fast jeden Abend sehr viel. In den letzten drei Nächten pro Nacht ca. 3 Liter Bier mindestens und dann auch noch an einem Abend ca. 120ml Schnaps. Er ignoriert mich, verweigert Gespräche, verletzt mich verbal in dem er mich unterbricht, einfach mitten im Gespräch weggeht, gelangweilt tut, sich körperlich distanziert und mich demütigt. Er wüsste nicht mehr, was er für mich empfindet. Wir sind seit 21 Jahren verheiratet. Ich bin daraufhin mental zusammengebrochen, da ich trotz der Probleme von einer festen Basis ausgegangen bin. Mir hat das den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich habe mein Vertrauen verloren. Sehr oft habe ich das Gespräch in den letzten Jahren immer wieder gesucht, weil ich etwas gespürt habe. Er hat es immer abgetan und vor drei Wochen kam diese Aussage, dass ich seit wahlweise 10, 15, 3 Jahren unausstehlich sei. Ich bin zutiefst verletzt. Da ich zur Zeit nicht arbeite, kommt diese Abhängigkeit noch dazu. Wir haben eine Tochter. Ich erhoffe hiet Gleichgesinnte zu treffen und Hilfe zu bekommen 🫶🏼

  • Hallo Marilyn, herzlich willkommen.

    Das, was dein Mann gerade macht, ist sehr oft so oder ähnlich das Verhalten eines Abhängigen in einer Beziehung. Vor allem wenn er merkt, dass die Partnerin sich verändert und unbequem wird.

    Ich hab es ähnlich erlebt und du kannst du es immer wieder in den Themen der Coabhängigen so lesen.

    Hier kannst du durch den Austausch Hilfe zur Selbsthilfe bekommen, Mut fassen für Veränderungen, Bestärkung darin, dass du an seinem Alkoholkonsum und an der Alkoholkrankheit keine Schuld hast und deine Wahrnehmungen richtig sind.

    Hier kannst du dich für den Austausch bewerben: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du brauchst nur auf den Link zu klicken und um Freischaltung zu bitten.

    Dein Thema verschieben wir dann in den Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Lieben Dank, ich brauche bestärkende Worte, da ich enorme Selbstzweifel und Zweifel an meiner Wahrnehmung bekommen habe. Am schlimmsten ist, dass ich mich kaum um das Kind kümmern kann, wenn ich selbst so bedürftig bin. 🫶🏼

  • Hallo Marilyn,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Mit einer Ausnahme, für die ersten 4 Wochen schreibe bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Teilnehmern, du erkennst sie daran, dass ihre Namen noch in roter Schrift erscheinen.

    Momentan ist es noch sehr ruhig hier, es sitzen bestimmt viele gerade am Osterkaffeetisch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Marilyn,

    ich kann nachvollziehen, dass es dir nicht gut geht in so einer Situation….

    Wie alt ist dein Kind?

    Was ich dir raten kann, versuche dir immer wieder zu sagen, dein Wert hängt nicht davon ab, wie andere mit dir umgehen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan und gelingt mir momentan auch nicht.

    Was mir geholfen hat ist der Gedanke, dass meine Kinder mich brauchen… sie haben es nicht verdient, mit einer Mutter aufzuwachsen, der es nicht gut geht und die sich nicht gut genug kümmern kann dadurch (habe Depressionen und Ängste und bin in Behandlung). Auch der Gedanke morgens: wofür stehe ich heute auf? Das war dann an schweren Tagen hauptsächlich für die Kinder.
    Hast du die Möglichkeit für eine räumliche Trennung?
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht, auch wenn es gerade sehr schwer ist…

  • Mein Kind ist 14. An eine räumliche Trennung habe ich auch schon gedacht. Bisher standen allerdings die Eheprobleme für mich ohne den Alkoholkonsum mitzudenken im Vordergrund. Ich habe mich so schlecht gefühlt, weil er mir vorgeworfen hat, ich hätte seine Liebe zu mir zerstört, weil ich seit Jahren so schrecklich bin. Erst seit ein paar Tagen betrachte ich den Alkohol auch als Problem. Ich war so geschockt, dass ich mir komplett zu fast 100% die Schuld gegeben habe. Den Alkoholismus hatte ich gedanklich ausgeklammert, weil ich und meine Schrecklichkeit der Grund sind (laut ihm).

  • Lass dir das bitte nicht einreden… schuld hin oder her, er hätte ja auch längst gehen können. Und wenn du krank bist, kannst du nichts dafür, dass du (für ihn) „schrecklich“ bist…

    Sorg bitte für dich, hole dir Hilfe…

    Hast du Familie oder Freunde, mit denen du über die Situation sprechen kannst?

  • Er hat gestern schon wieder bis zur Besinnungslosigkeit getrunken und mir gerade vorgeworfen er könnte nicht schlafen bei dieser Unruhe. Bin jetzt sauer aufgestanden und habe ihm gesagt, dass ich heute mit ihm endlich reden möchte und er sich nicht mehr verweigern kann. Ich kann das alles nicht mehr. Wiege nur noch 50 Kilo bei 159 mit 52. Dann soll er doch weggehen.

  • Hallo Marylin,

    Wenn er gestern bis zur Besinnungslosigkeit getrunken hat, was bringt es da mit ihm zu reden? Nüchtern ist er auf keinen Fall, Es wird erfahrugsgemäß nichts bringen außer Zoff und Geschrei und wiederkehrende Schuldzuweisungen. Macht in meinen Augen also keinen Sinn, ich habe lange genug erlebt, wie solche Gespräche enden.

    Er weiß doch, was du denkst, davon gehe ich mal aus, also wird daraus wieder eine Runde in der Achterbahn. Das mußt du dir doch nicht antun.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Marilyn,

    wenn du mit ihm reden möchtest macht das nur Sinn, wenn er nüchtern ist. Und wenn er gestern zugeschlagen hat wird er noch Restalkohol haben. Und, so kenne ich es von meinem ersten Mann, erstmal ein Konterbier als Stabilisierung und zur Linderung des Katers trinken. Mindestens eins. Das ist meine Einschätzung und Erfahrung, ich weiß natürlich nicht, ob er es wirklich macht. Aber es ist die häufigd Handlung nasser Alkoholiker.

    Ich hab das ganz lange tatsächlich nicht wahrgenommen, dass es so war. Ich war mit den Kindern, mit Haushalt und so beschäftigt, er lag noch gerne lange im Bett. An den Wochenenden. Erst nach vielen Jahren kam ich mal zufällig in's Schlafzimmer, die Schranktüre stand offen und tja, da hab ich gesehen, was Sache war.

    Heute frage ich mich manchmal ob ich zu blöd war, es zu sehen oder es verdrängt habe. Denn wenn er mir dann vormittags schon komisch vorkam sprach er mir meine Wahrnehmung als : du spinnst, bist wohl bescheuert usw ab. Und es war immer ich, die dann gezweifelt hat. Ich hab es verinnerlich, dass ich blöd wäre, mich nicht so haben solle.

    Du kannst mit ihm reden, na klar. Ob sich dann was ändert, ist unklar. Ich hab es auch oft genug gemacht. Meistens war es dann kurzfristig besser, bis ich wieder in der Spur war. Geholfen hat mir letztendlich nur, dass ich in meinem Sinne gehandelt habe.

    Es ist gut, dass du hier bist, zum Austausch mit uns Cos, die wir ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Du kannst dir auch einen Beratungstermin bei einem Anwalt machen. Um Informationen zu bekommen, welche Rechte und Pflichten du hast. Das erleichtert unglaublich. Hilfe kannst du auch bei der Caritas, beim Diakonischen Werk bekommen, bei ProFamilia.

    Diese Hilfen sind meistens für rechtliche Dinge, Informationen über weitere Hilfen z. B.finanzieller Art geeignet. Aber auch um deine Seele aufzubauen.

    Ich schick dir Mutmacher vorbei und liebe Grüße

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin so traurig, habe so viel geweint in den letzten Wochen. Man geht doch mit dem Menschen, der einem am nächsten ist so nicht um und lässt ihn in einer quälenden Situation verharren? Manchmal habe ich das Gefühl, dass er will, dass ich einfach aus Kummer vergehe, damit er hier nichts teilen muss bei einer Scheidung. Ich habe eine große Verantwortung für diese Krise, das ist mir klar, werde unabhängig davon auch meine Themen angehen, bin aber nicht alleine schuld. Und so schlimm kann ich doch nicht sein, wie er mich darstellt, nur weil ich so oft traurig und depressiv war und bin. Wir waren ein paar Tage verreist mit dem Kind und wollten eigentlich sprechen, aber dazu kam es nicht, weil es räumlich nicht ging. Ich bin dann einmal nach der Sauna zurück, er hatte wie fast jeden Tag getrunken, und hab ihm gesagt, dass ich abreisen will, weil ich es nicht ertrage, mit jemandem im Urlaub zu sein, der mich nicht liebt. Da wurde er so ätzend und setzte sich körperlich unangenehm hin, breitbeinig aggressiv und war so kalt, wie ich es noch nie erlebt habe. Verbal wurde so lange draufgehauen, bis ich nur noch gewimmert habe und nur noch zu mir gesagt habe, was ein schrecklicher Mensch ich bin. Er ist dann schlafen gegangen. Ich habe quasi bis nächsten Mittag durchgeweint und bin morgens in den Wald um weiter zu weinen und zu schluchzen, damit das Kind es nicht mitbekommt. Ich bin nicht abgereist, weil ich nicht konnte. Sind solche Verhaltensweisen üblich?

  • Hallo Marilyn,

    das ist nicht unbedingt das übliche Verhalten eines Suchtkranken. Der hat ja auch noch eine Persönlichkeit, die dazu kommt. Durch den Alkohol tritt das dann deutlich hervor, Alkohol enthemmt.

    Mein erster Mann war nüchtern genau so ein Ar...loch wie besoffen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin nicht abgereist, weil ich nicht konnte

    Niemals Dinge ankündigen die du nicht machst.
    Er hat offensichtlich überhaupt keine Achtung vor dir und wenn ich ihn innerlich in deiner Beschreibung so breit da sitzen sehe könnte ich gerade verrückt werden!

    Egal wie depressiv ‚gestört‘ oder gar ‚eklig‘ du angeblich gewesen sein sollst. Das hast du nicht verdient. Da gibt es keine Diskussion und die hat mit ihm ja auch offensichtlich keinen Sinn. Plane deine Flucht. Plane sie lautlos und gründlich. Und dann gehst du mit deiner Tochter- die wird doch auch mitkriegen was da läuft. Erklärung braucht der keine. Die kennt er selbst.

  • Hallo Leute,

    heute habe ich mit einem Medikament die Nacht gestartet. Leider war mein Wecker auf drei Uhr gestellt und jetzt bin ich viel zu früh wach. Aber ich habe keine Amgstatacke wie die letzten Wochen und ich kann etwas klarer denken. So leid es mir tut, will ich die Beziehung zu meinem Mann gar nicht mehr. Mir kommt es so vor, als hätte sich die letzten drei Wochen alles nur um ihn gedreht (aber auch die Zeit davor ist unsere Struktur von ihm beeinflusst) in meinem bzw. unserem Familienleben. Ich bin in seinen Augen schuld, weil er trinkt. Ich hoffe es geht jetzt mit mir wieder aufwärts und dass ich mich distanzieren kann. Dass ich wieder anfange normal zu essen, wieder schlafen kann. Der Co-Alkoholismus hat bei mir alte Traumata ausgelöst, die ich jetzt bearbeiten werde. Das ist wenigstens positiv daran. Er hat auch eine unangenehme Abhängigkeit zu Tage gefördert zu meinem Partner, die ich die letzten Wochen intensiv gespürt habe. So etwas will ich und kann ich nicht in meinem Leben gebrauchen. Gestern baute er sich wieder drohend vor mir auf, als es um etwas mit unserem Kind ging. Er hörte dann aber sofort auf. Ich mag seine Persönlichkeit auch gar nicht mehr und anfassen lassen, will ich mich auch nicht mehr. Habe auch den Verdacht, dass er mich betrogen hat oder betrügt und mich jetzt auch noch extra schlecht macht, um mir die Schuld auch dafür zu geben. Ich schließe heute damit ab, dass ich euch Berichte, dass ich mich gerade anfange abzunabeln und das ein sehr schönes Gefühl ist🫶🏼

  • Hallo Marilyn,

    das liest sich so als hätte sich viel sortiert bei dir.

    Was ich bei dir immer wieder gelesen habe ist die Schuld, die du bei dir siehst. Und warum dadurch alles so gekommen ist.

    Dass er abhängig trinkt ist schonmal nicht deine Schuld. Es sei denn, du hättest ihm mit Gewalt die Flasche vor den Hals gehalten. Und deine psychischen Erkrankungen sind auch nicht schuld. Dafür kannst du ja nichts. Er hätte sich ja, wenn er damit nicht umgehen konnte, trennen können. Zum Beispiel.

    Eher lese ich aus deinen Beiträgen heraus, dass er deine psychischen Dinge dazu benutzt hat, benutzt, sich mächtiger zu fühlen indem er dich klein macht.

    Ich schließe heute damit ab, dass ich euch Berichte, dass ich mich gerade anfange abzunabeln und das ein sehr schönes Gefühl ist🫶🏼

    Darum finde ich das super, dass du dich von diesem Menschen, der dir nicht guttut, trennen willst. Auch für deine Tochter wird das viel besser sein. Sie bekommt ja mit, wie du behandelt wirst und wie er drauf ist. Und nun wird sie sehen dass es möglich ist, etwas dagegen zu tun und Grenzen zu setzen, dass eine Trennung eine gute Lösung sein kann. Und erlaubt ist.

    Das schöne Gefühl, dass du dabei hast, wird noch besser werden wenn du merkst, dass es dir auch nach und nach wieder besser gehen wird. Zu handeln ist immer ein gutes Gefühl, du bist nicht mehr ausgeliefert sondern hast Kontrolle über dein eigenes Leben.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Das klingt sehr gut und stark. Und auch wenn es zwischendurch schwer wird, der Weg geht Berg auf und du hast ein Ziel vor Augen.
    Bin auch gerade dabei, emotionale Abhängigkeit und Traumata aus der Kindheit zu überwinden, die sich gerade sehr stark bemerkbar machen. Das ist nicht einfach, aber irgendwann wird es schon besser werden, ich glaube daran (wenn ich nicht gerade mal wieder starke Ängste habe und klar denken kann). Schritt für Schritt.

    Wie machst du das? Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft bei dem Abnabelungsprozess.

    Man sollte es sich wirklich wert sein, sich nicht so behandeln zu lassen.

  • Ich bin gerade wieder nicht bei mir und stelle mir alle erdenklichen Denkweisen meines Mannes vor. Kriege wieder Angstzustände und gerade jetzt, wo das Kind gerade aus der Schule kommt. Wenn meine Vermutung stimmt, dass er mich betrogen hat oder betrügt, ich bin fast zu 100% davon überzeugt, dann ist das an Niedertracht nicht mehr zu übertreffen. Aber ich muss mich irgendwie von diesen Gedanken trennen. Unser Kind hatte 4,5 Jahre starke Depressionen und während ich mich gekümmert habe, hat er was auch immer gemacht. Das ist so verletzend.

  • Ich fühle mit dir, ich kenne diesen Zustand im Hochstressbereich , Ostersamstag hat mir mein Therapeut gezeigt, wie man da raus kommt und ich musste es Sonntag gleich anwenden. Kennst du das (sonst vielleicht mal googeln), dich mit Skills wieder runter zu fahren, so dass zumindest der Kopf wieder funktioniert? Und dann das Gefühl benennen, aber nicht weiter in Grübelschleifen kommen (das schwerste in meinen Augen), also bemerken, dass es sich in den Gedanken gerade nur um den eventuellen Betrug dreht. Mach dann was Schönes mit deiner Tochter, versuche bei dir zu bleiben und daran zu denken, was du alles hast (eine gute Beziehung zu deiner Tochter). Ich hoffe das hilft dir…

  • Danke ich googele mal danach. Habe leider aufgrund dessen, dass mein Immunsystem im Keller ist eine Blaseninfektion oder Reizung und Schmerzen, so dass ich noch nicht mal Sport machen kann. Kommt geballt gerade. Bin so dermaßen enttäuscht und fühle mich total vera*scht. Hab mir immer gesagt, halte durch, er hat Stress, deswegen behandelt er dich so. Am liebsten wäre es mir, wenn er erstmal auszieht. Kann seine Gegenwart nicht mehr ertragen.

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