Beiträge von Rene72

    die Mauer zwischen mir und dem Alk ist einfach schon zu undurchdringlich geworden.

    Wow, das ging ja fix bei Dir. Ich glaube an diese Mauer nicht. Allerdings verstehe ich vielleicht was Du damit meinst. Dies ist äußerst trügerisch. Auf Schulterklopfer nach 6 Wochen Abstinenz würde ich nicht setzen. Das ist ziemlich leichtsinnig. Denke eventuell mal darüber nach. Es klingt alles so easy bei Dir.

    Mein Problem lag und liegt bei Veranstaltungen und geselligem Zusammenkommen.

    Das wird sich in jedem Fall ändern (müssen).

    Mal ein Beispiel von mir. Wir waren jährlich zum Oktoberfest in Dresden. Karten müssen bereits im März gekauft werden. Also noch zu meiner nassen Zeit. In den ersten Wochen meiner Abstinenz war ich der Überzeugung am 5.10. dennoch nach Dresden zu fahren. Und weißt Du was? Ich habe die Karten längst zurück gegeben, da ich diesen Schwachsinn einfach nicht mehr ertragen kann oder will. Besoffene, die sich dafür feiern, wieviel sie intus haben und lallend auf Tischen und Bänken stehen. Dazu habe ich auch gehört und bin absolut nicht stolz darauf. Diese Erkenntnisse kommen wie von alleine, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin und den Weg gehen will.

    René

    Das besoffenen Gerede nervt dich genauso, wie du mit deinem eigenen betrunkenen Geschwafel andere genervt hast. Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es so war.. ;)

    Da brauchst Du Dich nicht aus dem Fenster lehnen. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, was ich für einen Blödsinn von mir gegeben habe, schäme ich mich in Grund und Boden. Diese Erkenntnis ist auf jeden Fall ein Baustein für eine stabile Abstinenz.

    Ich habe im Moment das vielleicht tückische Gefühl stabil zu sein und bin der Meinung ich muss versuchen mich ab zu härten.

    Das Gefühl ist sehr trügerisch mit einem 14 tägigen Rückfall in 3 Monaten. Und gegen was willst Du Dich abhärten? Deine Nase ins Bierglas halten und nicht zu kosten, das ist der falsche Ansatz.

    Bei mir ist aktuell die Scharm noch ein großes Thema.

    Es gibt keinen Grund sich für das Nichttrinken zu schämen. Sei froh und stolz nicht mehr zur lallenden Fraktion zu gehören. Dumme Sprüche wird es immer geben. Das prallt mittlerweile an mir ab. Hartmut bezeichnet das immer als "Nasses Denken" und genau das ist es auch. Kümmere Dich um Deine Abstinenz, um Deinen Weg.

    Und Alkohol in jeglicher Form bringt zu mir nach Hause niemand mit.

    Hallo und willkommen hier im Forum. Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, dann findest Du hier wahnsinnig viel Unterstützung, und das ist jetzt wichtig: Zur Selbsthilfe, damit Du Deinen eigenen Weg findest. Es ist anfangs schwer mache Kommentare zu verstehen oder einzuordnen. Streicheleinheiten wirst Du hier nicht finden, nur die ungeschminkte Wahrheit.

    Ich bin auch selbständig und weiß was es heißt finanzielle und betriebliche Sorgen mit nach Hause zu nehmen. Ich habe meine Gedanken oft mit Alkohol weggewischt. Heute ist das anders und das Geniale daran ist, es ist möglich und absolut erstrebenswert.

    Also ließ Dich ein und schreibe Deine Gedanken, Deine Sucht betreffend, hier nieder. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man hier zeigt dass sich etwas bewegt, dann bekommst Du auch viele Informationen zurück.

    Bis neulich. René

    lieber ein paar Jahre früher sterben und Spaß dabei, als ein trauriges nüchternes Dasein fristen und dabei vielleicht ein paar Jahre älter werden.

    Das sind wohl bei fast allen die Gedankengänge. Ein Leben ganz ohne, war für mich auch schwer vorstellbar. Allerdings waren viele Trinkpausen auch der Anfang vom Ende. Zumindest war es bei mir so, dass ich nach mehreren Pausen erkannt habe, ich bin wirklich abhängig und dann dauerte es noch ziemlich lange den Schritt in die Abstinenz zu gehen.

    Ohne die wirklich hilfreichen Aussagen von den erfahrenen "Forys" wäre meine vor ziemlich genau 4 Monaten begonnene Abstinenz heute nur noch einen Fliegenschiss wert.

    Was habe ich geschäumt, was hatte ich für Wut! Weil ich Knallerbse das anfangs überhaupt nicht verstanden habe. Mattie Schau mal in meinen Faden rein. Ich verspreche Dir, Du wirst über Dich selbst schmunzeln.

    Mir steht es nach so kurzer Zeit nicht unbedingt zu, nur hätte Dir Hartmut nicht seine Sichtweise mitgeteilt, ich habe wirklich überlegt Dir das so ähnlich zu schreiben.

    Also, es sind nur Erfahrungen und Meinungen. Keine Vorwürfe. Niemanden wird es interessieren, ob Du wieder säufst. Selbsthilfe durch geballtes Abstinenz-Wissen.

    Und was ist für dich der tiefste Punkt?

    Entscheidend ist für mich: der Sucht ist es völlig egal, wie tief man sinkt. Sie macht einfach immer weiter, solange man ihr Raum gibt. Deshalb war für mich nicht der äußerste Tiefpunkt entscheidend, sondern der Moment, an dem ich erkannt habe: so will ich nicht mehr leben.

    Ich kann doch von meinem Mann nicht verlangen, das teure Zeug wegzuschütten oder weiter zu verschenken, man hat das mit Bedacht für ihn ausgesucht.

    Zunächst zählst Du, nicht Dein Partner. Es ist Dein Weg. Dein Partner hat seinen eigenen Weg.

    Weiterhin stell Dir mal die Frage, was Du mit dem Alkohol zu Hause machen möchtest. Sammeln, trinken,anschauen? Meine klare Meinung: Hau weg die Scheiße!

    Ich werde jetzt nochmal ein MRT der HWS machen und dann nochmal zum Neurologen gehen und ihm auch nochmal mit Nachdruck erklären das ich Alkoholiker bin!

    Ich verstehe den Zusammenhang überhaupt nicht 🤔. Was hat Deine HWS mit Alkoholsucht zu tun? Habe ich irgendwas überlesen bei Dir?

    Gefährlich finde ich das besonders für Frischlinge, da kommt schnell der Gedanke auf, alles gut die übertreiben alle, vollalkis soweit bin ich noch nicht etc.

    Letztendlich bin ich trotzdem für mich selbst verantwortlich. Die Erkenntnis und Entscheidung dem Alkohol zu entsagen, kann nur von mir kommen. Ich finde den Begriff Frischling auch etwas deplatziert. Ich weiß selbstverständlich was Du meinst. Im Endeffekt macht der Arzt nur eine Bestandsaufnahme der Blutwerte. Die müssen nicht zwangsläufig mein Suchtverhalten widerspiegeln. Meine Leberwerte waren "zart", der Langzeitzucker minimal erhöht und die Harnsäure bissel drüber. Ich hatte da aber schon längst entschieden, dass ich mich als alkoholabhängig sehe. Schon vor den letzten 10 Laborterminen habe ich es für mich gewusst. Die Begrifflichkeit Alkoholiker, habe ich erst hier für mich realisiert. Ich bin der Überzeugung, dass nur ich entscheiden kann was mit mir falsch läuft. Der Arzt sieht mich maximal 1 mal im halben Jahr. Was soll er schon von mir wissen.

    Ich hätte auch gedacht, dass meine Ärztin mich etwas früher sehen will,da sie nun von mir weiß, dass ich Alkoholiker bin. Es ändert aber gar nichts. Selbsterkenntnis, Selbsthilfe stehen an erster Stelle. Das wird jeder anders sehen, weil jeder seinen Weg geht.

    Ganz ehrlich, die Vergleiche zwischen Trinken und Rauchen sind sicherlich deplatziert und falsch.

    Trotzdem, das Rauchen zu beenden fiel mir persönlich wesentlich schwerer, als das Saufen zu stoppen. Oder ich habe es vielleicht nach über 20 Jahren schon vergessen. Ich denke aber, es war sehr anstrengend.

    Gibt es jemand, der auch aufgehört hat und der Partner aber weiter getrunken hat? Wenn ja, wie sind eure Erfahrungen?

    Ich sehe es für mich folgendermaßen: Ich bin an meiner Alkoholabhängigkeit selbst schuld. Ich kann meiner Frau da keinen Vorwurf machen. Sie hat mir das Glas nicht gehalten. Meine Partnerin trinkt ab und an ein Bier oder ein Glas Wein. Ich habe kein Recht ihr das zu verbieten. Ob es mich stört? Ja, ich kann es nicht riechen. Würde sie sich abschießen/täglich trinken, dann hätte ich damit ganz sicher ein großes Problem. Trotzdem kann ich niemanden Vorschriften machen. Die habe ich mir im nassen Zustand auch verbeten. Seine Schlüsse muss jeder selbst ziehen. Beim Trinken oder bei Trennungsgedanken in der Partnerschaft. Das ist alles gar nicht so einfach. Liebe Grüße René