Bendecho77 - Packen wirs an

  • Bei mir ist aktuell die Scharm noch ein großes Thema.

    Es gibt keinen Grund sich für das Nichttrinken zu schämen. Sei froh und stolz nicht mehr zur lallenden Fraktion zu gehören. Dumme Sprüche wird es immer geben. Das prallt mittlerweile an mir ab. Hartmut bezeichnet das immer als "Nasses Denken" und genau das ist es auch. Kümmere Dich um Deine Abstinenz, um Deinen Weg.

    Und Alkohol in jeglicher Form bringt zu mir nach Hause niemand mit.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ich habe im Moment das vielleicht tückische Gefühl stabil zu sein und bin der Meinung ich muss versuchen mich ab zu härten.

    Das hatte ich auch mal am Anfang gemacht.

    Bin im Supermarkt in die Konfrontation gegangen und habe das Alk-Regal bewusst betrachtet und alles genau angeschaut. Da wurde mir hier gehörig der Kopf gewaschen.

    Nach dem Motto wieso sich noch Alk anschauen und in die Nähe gehen wenn ich keinen mehr brauche. Da gab es vom Alex_aufdemweg ein super verständliches Beispiel mit Windeln. Bei großen Kindern werden keine Windeln mehr gebraucht, daher schaue ich auch nicht mehr ins Windelregal. Ich trinke keinen Alk mehr, also lasse ich das Alk-Regal links liegen.

    Wenn du in einer Situation bist, wo vor deiner Nase Alk getrunken wird, kann es sein, dass das Verzichtsgedanken bei dir schürt. Das Suchtgedächtnis kann sich auch später noch melden, wenn du wieder alleine bist.

    Ich habe in den ersten Monaten Alk und Situationen wo Alk getrunken wurde strikt gemieden. Und zuhause war Alk tabu. Das ist auch heute noch so, dass es bei Festlichkeiten bei mir einfach keinen Alk gibt. Das stört niemanden.

    Es ist wirklich empfehlenswert sich am Anfang strikt an die Grundbausteine zu halten.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

    Einmal editiert, zuletzt von KaDett (19. September 2025 um 10:58)

  • Ich habe im Moment das vielleicht tückische Gefühl stabil zu sein und bin der Meinung ich muss versuchen mich ab zu härten.

    Das Gefühl ist sehr trügerisch mit einem 14 tägigen Rückfall in 3 Monaten. Und gegen was willst Du Dich abhärten? Deine Nase ins Bierglas halten und nicht zu kosten, das ist der falsche Ansatz.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ich habe im Moment das vielleicht tückische Gefühl stabil zu sein und bin der Meinung ich muss versuchen mich ab zu härten.

    Abhärten? Wovor? Vor der Nähe des Alkohols, den deine Bekannten in deiner Gegenwart trinken?
    Aushalten, konfrontieren, mal sehen wie weit ich gehen kann?

    Kommt der Gedanke von dir oder von deinem Suchthirn?

    Gegen Alkohol kann ich mich nicht abhärten. Ich kann auch nicht gegen einen Profiboxer gewinnen,
    auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche. Ich gehe im aus dem Weg, so weit weg wie möglich.

    Gehe mal davon aus, das du dir eine resistente, autonome Hirnregion angezüchtet hast, deren einziges Ziel es ist,
    Alkohol zu konsumieren. Du wirst nicht immer stark und rational überlegt sein, da wird auch mal Frust, Traurigkeit oder Wut sein
    und dann hat deine Firewall u.U. Stromausfall. Das sind die Momente in denen das Suchthirn versucht Oberhand zu gewinnen.
    Und wenn du dann noch Freunde bei dir sitzen hast, die den Ernst der Lage nicht erkennnen oder dich nicht ernst nehmen,
    dann kann das Abhärten gründlich schief gehen.

    Ich habe vor dem Alkohol kapituliert. Ich meide ihn, wann immer es geht und wenn sich abzeichnet, dass er mir über den Weg laufen könnte,
    höre ich erst mal in mich rein, ob das eine gute Idee heute ist. Und wenn ja, dann habe ich immer einen Plan B, wie ich mich aus der Situation
    entfernen kann, ohne Abhängigkeiten oder gar falsch verstandener Rücksichtnahme auf andere. Es ist mein Leben und meine Gesundheit.

    Gib dir Zeit und nimm sie dir, das "neue Leben" läuft dir nicht weg und es hat noch ganz viel für dich parat, wenn du es behutsam angehst.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • hallo,

    weil ich das gerade gelesen hatte. in der langzeittherapie werden solche "belastungstests" gemacht. man bekommt sein lieblingsgetränk serviert und wird in eine situation versetzt wo man früher getrunken hat. ich hab das gemacht und ich kann nur sagen es ist unsagbar schwer gewesen. es hat mir auch aufgezeigt wie mächtig das "suchtgedächtnis" ist. aber allein, ohne ärztliche aufsicht, würd ich auf solch experimente verzichten.


    gruss eternal

  • aber allein, ohne ärztliche aufsicht, würd ich auf solch experimente verzichten.

    Mit Verlaub, ich bin der festen Überzeugung, dass Konfrontations-- oder Desensibilisierungstherapie absolut null bringt. Ich werde nach jedem Mal genauso süchtig sein wie zuvor. Und mir wird das falsche Gefühl vermittelt, ich könne mich "einfach" mal so Alkohol aussetzen.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hi zusammen, hier mal ein Fazit vom Wochenende.
    Eure Posts und Hinweise bringen mich sehr zum denken, was ja gut ist. Im Moment verspüre ich weder Suchterscheinungen noch führe ich innerliche Diskussionen. Das fühlt sich gut an. Mir ist aber durch Euch bewusst geworden dass es 1. keine Selbstverständlichkeit ist und 2. es jederzeit anders sein kann.
    Ich bin am Freitag zu einem Geburtstag eingeladen gewesen. Diesen hab ich auch besucht weil ich klar und bewusst hin gehen konnte mit der nicht verhandelbaren Einstellung nix zu trinken. Diese gelang mir recht leicht aber ich verstehe auch dass mein Kopf und mein Körper nicht immer so stabil sind und dann eine solche Feier SEHR gefährlich sein kann. Somit werde dem ganzen etwas aus dem Weg gehen. Sicher ist nun mal sicher

    Danke Euch nochmals

  • Hi Zusammen,

    Ich wollte mal ein kleines Update geben. Ich bin jetzt seit fast 2 Monaten ohne Alkohol unterwegs und da sehr stolz drauf. Mittlerweile ist das Thema fast nicht mehr in meinem Kopf vorhanden. Was ich aber auch gefährlich finde, weil ich der Meinung bin dass dies Achtsamkeit und das Bewusstsein wichtig ist nicht leichtsinnig zu werden. Was meint Ihr dazu?
    Ich bin auch seit einem Monat bei der Suchtberatung bei der ich mich sehr wohl fühle. Mit der arbeiten wir nächste Woche meinen Antrag auf ambulante Reha durch. Worüber ich mich sehr freue. Mehr Möglichkeiten erfahren um mit meiner Sucht um zu gehen.

    euch allen alles Gute und Danke für Eure Hilfe

  • Hallo Bendecho,

    schön mal wieder von dir zu hören.

    Was ich aber auch gefährlich finde, weil ich der Meinung bin dass dies Achtsamkeit und das Bewusstsein wichtig ist nicht leichtsinnig zu werden. Was meint Ihr dazu?

    Da hast du absolut Recht. Deswegen bin ich fast täglich hier. Hier ist meine SHG und sie hilft mir, nicht zu vergessen, dass ich Alkoholiker bin, und dass ich eine besondere Verantwortung für meine Abstinenz habe.
    Hast du ausser der Suchtberatung eine reale SHG, die du regelmässig besuchst?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Also ich muss sagen, dass das Thema für mich sehr präsent ist, ich denke ständig darüber nach, lese viel und bin sehr viel online.

    Auch beim TV ist das Thema Alk immer pressent, so wie gestern, da schaue ich einen Film und so Kleinigkeiten wie im Hintergrund steht Alkohol, sehr ich. Dann passiert mir in letzter Zeit auch noch oft, dass ich Bier rieche obwohl keines da ist.

    LG

  • Nur weil wir keinen Alkohol mehr trinken, wird die Welt um uns herum nicht trockener.

    Im Laufe der Zeit ist das Augenmerk nicht mehr so auf den Alkohol gezielt. Es wird leichter, ebenso wie die Abstinenz für einen selbst selbstverständlicher wird.

    Ich habe mir angewöhnt, sofort den Blick abzuwenden, wenn ich im Supermarkt Alkohol sehe. Ich brauche den zum Glück nicht mehr. Also interessieren mich auch nicht die Preise.

    Und in dem Gang, dort wo Alkoholika und alkoholfreie Artikel gleichzeitig im Gang angeboten werden, ignoriere ich die Alkoholika Seite und schaue einfach nicht hin.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ja, vorher war die Allgegenwärtigkeit des Alks bequem, fast wie im Schlaraffenland, jetzt ist es einfach nur gruselig. Das erleben schon Kinder beim Einkaufen als "normal" ...

    Das werden wir so schnell nicht ändern (auch wenn ich mittelfristig gern dazu beitragen möchte). Erst einmal muss die eigene Abstinenz gefestigt werden, die ist Grundlage für alles Weitere.

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