Beiträge von Soapstar

    Hallo,


    Es vergehen wieder Wochen zu Wochen.

    Wie ist das bei euch gewesen? Ich habe gedacht es kommt sowas wie ein Freiheitsgefühl, ein Aufatmen die Dunstglocke verlassen zu haben.

    Das habe ich gar nicht. Die Tage sind völlig normal, ohne irgendwelche Veränderungen.

    Hi Angler,

    ich dachte nach ein paar Wochen oder vielleicht Monaten der Abstinenz, dass jetzt der große, positive Knall kommen könnte.

    Der Lottogewinn, Beförderungen im Wochentakt, Gott persönlich steigt vom Himmel, um sich bei mir zu bedanken, dass ich nicht mehr trinke, irgendwie so ;)

    Aber tatsächlich bin ich jetzt halt nüchtern, sonst haben sich halt "nur" die "normalen" Veränderungen ergeben, besserer Schlaf, ein paar Kilos runter, ein paar Saufkumpels, die ich jetzt nicht mehr habe.

    Hartmut hatte in einem anderen Tread mal geschrieben "da ist jetzt halt nüchtern" und das trifft es auf den Punkt.

    Ich bin aber über die o.g. Punkte mittlerweile trotzdem schon sehr froh und möchte diese mittlerweile nicht mehr zugunsten eines Vollrausches mit all seinen Folgen aufgeben. Auch die ganzen "Psychosachen" wie diffuse Ängste, dauerhaft negative Gedanken und Gefühle usw. bin ich zu einem relativ großen Teil losgeworden, auch dafür lohnt sich die Abstinenz in meinen Augen schon.

    VG Soapstar

    Hi Amun,


    Im Dorf ist dieses Wochenende Kirmes ... ich werde zu hause bleiben, und eher ein paar ausgiebige Spaziergänge durch den Wald machen. Und das gleiche werde ich auch zum 1. Mai machen. Auch da wird es für mich keine Feier, kein Maibaum, keine Versuchung geben.

    Tatsächlich graust es mir schon vor nächster Woche und ehrlich gesagt auch den nächsten Monaten.

    Bei uns im Kaff wird nächste Woche auch wieder vom 30.04. bis 02.05 durchgesoffen (klar, muss man nutzen, wenn der Feiertag schon günstig liegt :( )

    Und dann kommt eh bald die Zeit, wo ich bei jedem Spaziergang und bei jeder Radtour aufpassen muss, wo dieses Wochenende wieder Dorffest, Weinfest usw ist. Natürlich kenne ich die Termine hier und kann dem Ganzen aus dem Weg gehen, trotzdem wird mir mein Saufhirn erzählen wollen, wo meine "Kumpels" gerade wieder abhängen und wie lustig das doch immer war.

    Ich werde ihm dann mit den Erinnerungen an Krankenhaus, Ausnüchterungszelle usw. begegnen und ihm erzählen, dass es nur Mist redet.

    Dennoch kann ich mich deswegen gerade nicht wirklich an dem schönen Wetter und dem nahenden Sommer erfreuen. Das hat mich letztes Jahr schon, trotz der damaligen Anfangseuphorie, viel Kraft gekostet und ich bin gespannt, wie es heuer wird. Letztes Jahr hatte ich hoffentlich meinen Tiefpunkt, als ich blutüberströmt und ohne Erinnerungen im KH aufgewacht bin und dann war es sogar anfangs richtig einfach, nix zu trinken. Mittlerweile muss ich mich mehr anstrengen, um mir diese Zeit in aller Deutlichkeit wieder vor mein inneres Auge zu holen.

    Wie dem auch sei, ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg und Spaß bei den weiteren Schritten in ein trockenes Leben und dass Du die Kirmes, den 01.05. usw sorgenfrei überstehen darfst!

    VG Soapstar

    Hi Berry,

    ich wollte mich nochmal melden, weil ich vorhin etwas kurz angebunden war und Dir die Info einfach ganz schnell weiterleiten wollte.

    Mit "Erfahrung von Langzeittrockenen" meinte ich, dass ich in meiner Vor Ort-SHG Langzeittrockene kennengelernt habe, die wiederum Alkoholiker kennenlernen durften, welche durch alkoholfreies Bier rückfällig geworden sind. Und sowohl in dieser SHG als auch hier im Forum wird generell immer davon abgeraten!!

    Nicht dass Du denkst, ich würde Langzeittrockene kennen, die gelegentlich mit alkoholfreiem Bier experimentieren ;)

    VG Soapstar

    Guten Morgen Berry,

    Hat jemand Erfahrung ob es Sinn macht mit z.B. alkoholfreiem Bier oder Wein ein gewisse Zeit zu überbrücken ?

    Allen einen schönen Freitag

    mach das auf keinen Fall!! Das Suchthirn meckert dann ganz schnell, warum das Bier nach Bier riecht und schmeckt, aber nicht wirkt. Und schwupps geht's dahin... Erfahrungen von sehr vielen Langzeittrockenen!

    VG Soapstar

    Das Dorf ist klein, sehr klein. Das Highlight am Wochenende ist die einzige Kneipe. Und dort beherrscht an solchen Tagen der Flair des Alkohols die Szenerie. Nein, keine Option derzeit.

    Lieber Amun,

    ich fühle mit Dir, wohne ebenfalls auf dem Dorf und auch hier ist der Alkohol ab Freitagmittag omnipräsent und deswegen "gehöre ich nicht mehr dazu".

    Aber ich habe mir zum Glück endlich eingestanden, Alkoholiker zu sein, obwohl ich schon über zwei Jahrzehnte lang weiß, dass ich damit nicht umgehen kann. Und die Schwierigkeiten und Probleme im Anschluss an den Konsum habe ich dann ganz allein, da ist dann niemand mehr da.

    Darum vergifte und zerstöre ich mich mittlerweile nicht mehr selbst, nur um irgendwie irgendwo dazu zu gehören. Ist nicht immer leicht, aber alles besser als wieder zu saufen.

    In meiner "realen" SHG hat ein langjährig trockener Alkoholiker mal gesagt "seit ich trocken werden durfte, hab ich mich selbst an der Backe". Und das heißt es nun, zu lernen, auch mal auszuhalten und ggf. mit anderen Beschäftigungen und Hobbys gegenzusteuern. Das 1. Jahr ist wohl das schlimmste, da müssen wir halt durch ;)

    Wünsche dir ein erholsames Wochenende und lass das 1. Glas stehen, egal wie verlockend es manchmal sein mag! Es lohnt sich!

    VG Soapstar

    Hallo Carl Friedrich,

    das hab ich auch gesehen. Vielleicht noch als kleine Ergänzung zu der speziellen Frage in dieser Show: In Grillsaucen enthaltener Alkohol muss NICHT durch die Angabe in Vol.% kenntlich gemacht werden.

    Wird dann einfach, wie von Carl Friedrich beschrieben, in der Zutatenliste als z.B. Whiskey aufgeführt.

    VG Soapstar

    Hallo Angler,

    ich vermute auch, dass du (Gott sei Dank) kein Alkoholiker bist. Ich wollte am Samstag oder Sonntag auch immer so viel tun oder erledigen oder Menschen aus nicht alkoholbedingten Anlässen treffen.

    Meistens habe ich nix davon geschafft, weil ich am Vortag bis zur kompletten Zerstörung getrunken habe bzw nach den geplanten drei Bier in der Kneipe nicht mehr in der Lage war, aufzuhören. Da stand ich nachts um 4 mit dem Bier in der einen und dem Schnaps in der anderen Hand rum, torkelnd und lallend.

    Dass ich am nächsten Tag die Eltern zum Mittagessen treffen wollte o.ä., war mir da schon längst entfallen oder egal oder ich dachte, das geht schon irgendwie. Das einzige, was dann ging, war komplett game over auf dem Sofa zu liegen, bis irgendwann abends der Drang kam, wieder in die Kneipe zu traben, um die Schuldgefühle des Tages wegzusaufen.

    An diesem Punkt sehe ich dich ja überhaupt nicht, zum Glück! Du bist wahrscheinlich ein sehr emotionaler Mensch und hast deswegen den Alkohol missbraucht, aber ich glaube nicht, dass du süchtig geworden bist. Ich war z.B. nie der Fahrer, weil ein Abend ohne Alkohol (am Wochenende) für mich gar nicht vorstellbar war. Wenn ich doch mal dachte, das würde gehen, musste ich das Auto am nächsten Tag vor der Kneipe holen, weil ich nach einer Cola doch literweise Bier brauchte, um mit den Trinkkumpanen auf einem Level zu sein.

    Also mir kommt innerhalb kürzester Zeit jegliche Kontrolle abhanden, wenn ich einmal mit dem Trinken angefangen habe. Du hingegen hast Bier weggeschüttet, weil es dich angeekelt hat. Ich habe teilweise nach dem Zapfenstreich noch stehengelassene Biere von anderen Gästen getrunken, weil kein Aufhören mehr möglich war.

    Und trotzdem flüstert mir der Alkohol oder mein Suchthirn bis heute noch ein, dass wir doch eigtl oft ein gutes Team waren und ich ihm noch eine Chance geben soll. Da bist du doch meilenweit davon entfernt und das ist ja auch wirklich gut so!!

    Ich will Dir natürlich auch nicht absprechen, Alkoholiker zu sein, habe aber wie gesagt das starke Gefühl, dass bei Dir "der Hund woanders begraben liegt".

    Nichtsdestotrotz wünsche ich Dir alles Gute und viel Kraft für Deinen Weg und natürlich auch die Hilfe des Forums, wenn Dir das trotzdem gut tut.

    VG Soapstar

    Ich hab mal deine alten Beiträge überflogen, ich weiß nicht, ob Du sie Dir auch nochmal durchgelesen hast…


    … da scheint wohl aktuell der Neid gepaart mit Suchtgedächtnis wieder gewaltig an Deine Tür zu klopfen….

    und nicht wirklich hat sich seit letzten Sommer etwas verändert…

    Hallo Tabsi,

    habe heute tatsächlich meine alten Beiträge hier gelesen und ja, ich bin wohl immer noch dort, wo ich letzten Sommer auch war.

    Es erschreckt mich irgendwie schon, dass ich gefühlt aktuell der einzige bin, der so denkt und fühlt, wie ich das tue. Andere haben den Punkt zum Glück schon länger überwunden oder nie gehabt und sind Gott sei Dank (ich gönne es wirklich jedem von Herzen) zufrieden abstinent.

    Mein Suchthirn hingegen kommt gerade wirklich mit den dümmsten Ideen überhaupt daher. "Sauf halt mal wieder, um dir wirklich zu beweisen, dass es schei*e ist" oder "Du bist ja vielleicht doch kein Alkoholiker. Als du dir die Diagnose gestellt hast, warst du halt gerade down". Ich kann gar nicht glauben, dass das wirklich in meinem Kopf spukt, ich hab schließlich alles, was in meinem Leben schief gelaufen ist, dem Alkohol zu "verdanken".

    Ich habe morgens um 5 verkotzte Klamotten gewechselt, um mit dem Fahrrad zum nächsten Bahnhof und von dort mit dem Zug in die nächste geöffnete Spelunke zu fahren, um mich dort weiter abzuschießen und orientierungslos eingesperrt zu werden und glaube immer noch, dass es aber auch mal wieder lustig sein könnte, auf Sauftour zu gehen. Echt nicht normal...

    Ich erwarte selbst in einem Alkoholikerforum nicht, dass das gerade jemand nachvollziehen kann, aber das Niederschreiben tut echt gut.

    Ich werde heute leider nicht mehr antworten, da ich jetzt ins Bett muss, da der Wecker morgen um halb fünf klingelt. Nochmals vielen Dank für alle Antworten und viele Grüße

    Soapstar

    Hallo Stef,

    Denn aus meiner Sicht ist die Langeweile der größte Feind der Abstinenz.

    das trifft es zu 100%. Aber leider kann ich sie nicht komplett verhindern. Ich will dem Dorfleben jetzt auch nicht die Schuld geben oder Verantwortung von mir wegschieben, aber es ist hier halt anders als in der Stadt.

    Ich kann hier abends nicht einfach mal essen gehen außer im Wirtshaus und wen ich da treffe? Die trinkenden Bekannten auf jeden Fall... und auch alles andere ist hier von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag mit Alkohol verbunden. Da komm ich gar nicht drumrum, wenn ich nur vor die Türe gehe. Leider ist halt auch mein Leben hier verwurzelt, Arbeit, Eltern, alles hier und eigentlich will ich hier auch gar nicht weg.

    Auf jeden Fall fühle ich mich gerade schon besser, einfach weil ich das hier mal aufschreiben konnte.

    VG Soapstar

    Hallo Kazik,

    Du hast da natürlich in allem Recht, was du sagst. Ich wollte allerdings nicht zum Saufen eingeladen werden, ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und das Theater war eine Idee von mir, mal wieder das Schneckenhaus zu verlassen. Dass auch das eine Saufveranstaltung wird, hätte ich wissen können, ja. Aber gehofft hab ich vielleicht auf was anderes, ich weiß es nicht genau.

    Ich wohne halt auf dem Dorf, dort lernt man keine neuen Leute kennen und wenn man was unternehmen möchte, dann trifft man zwangsläufig immer die gleichen Leute. Und ich kann und will einfach nicht mehr jeden Samstagabend auf dem Sofa verbringen, das ist mir einfach zu wenig.

    Das "Experiment" war vielleicht eine unglückliche Wortwahl, ich sehe die Abstinenz schon als notwendig für mich an. Aber meinem Suchthirn geht sie immer noch ganz gehörig gegen den Strich, das wartet immer noch auf seine Belohnung. Und das ganz hartnäckig schon seit über einem Dreivierteljahr.

    Ich habe hier schon oft gelesen und auch in der SHG gehört, "Kampf", "Willen" und "Messer zwischen den Zähnen" funktioniert auf Dauer nicht. Aber diese vollständige Kapitulation bekomme ich einfach nicht gebacken. Ich dachte mal eine Zeitlang, dass ich es geschafft hätte, aber das hat sich aktuell leider als falsch entpuppt. VG Soapstar

    Hallo Forum,

    ich wollte mich auch mal wieder melden und mir ein bisschen was von der Seele schreiben.

    Vorweg: ich bin immer noch abstinent bzw. trocken (leider nicht zwischen den Ohren, wie man sagt), aber immer noch nicht zufrieden damit.

    Letztens hatte mein Nachbar und eigtl auch guter Freund einen runden Geburtstag. Den Samstag über wurde der Smoker von ihm aufgebaut, er hatte einen mobilen, beheizbaren Pool gemietet und auch die Biertischgarnituren wurden nach und nach aufgebaut. Die Freunde und Bekannten, die teilweise auch meine sind und nach und nach eintrudelten und die ersten Biere kippten, ließen auch nicht lange auf sich warten. Das hab ich bei schönem Wetter alles vom Balkon aus beobachtet (ich bin kein Spanner, mein Balkon zeigt einfach auf seinen Garten), denn ich war einfach nicht eingeladen.

    Kein "Hallo, komm rüber, nimm dir Steak und Bier", wie es bis letztes Jahr regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr vorkam. Das hat mir echt weh getan und ich denk, man wollte den Langweiler halt nicht dabeihaben.

    Letzten Samstag war ich mit Freunden (die letzten richtigen, wie ich dachte) im Theater, weil gemeinsame Bekannte dort aufgetreten sind. Es wurde auch dort in 90 Minuten ein Bier nach dem anderen getrunken, obwohl sie von meinem Problem und auch der unzufriedenen Abstinenz wissen. Rücksicht Fehlanzeige. Und als es hinterher ins Gasthaus ging, hat mich niemand gefragt, ob ich vielleicht mitkommen möchte. Im Gegenteil, es wäre alles reserviert und ich hätte mich vorher melden sollen. Man meinte noch "das ist für dich da eh nix", aber vorher konnte man ja neben mir auch saufen wie ein Loch.

    All diese Erlebnisse machen mich z.Zt. echt traurig und ich hadere auch nach neun Monaten immer noch mit meinem neuen Leben und denk mir manchmal "Schluss jetzt mit dem Experiment, das bist einfach nicht du, du bist Säufer, fertig aus".

    Ich will auch gar keine anderen Tipps für Freizeitgestaltung oder ähnliches, ich gehe meinen Hobbys ja immer noch bzw wieder nach. Aber Zufriedenheit stellt sich leider immer noch nicht ein.

    Klar, keine Zelle, kein Krankenhaus usw. ist natürlich super und lohnenswert, aber es reicht mir einfach nicht, um nicht manchmal wehmütig an die Saufzeit zu denken.

    Danke fürs Lesen und viele Grüße, Soapstar

    Ich finde es schon stark 8 Monate ohne einen Tropfen verbracht zu haben. Auch wenn der wille da ist, kann ich mir stand heute das noch gar nicht wirklich vorstellen.

    Das musst du auch gar nicht können! Du kannst dir die Zeitabschnitte so runterbrechen, wie es für dich hilfreich oder angebracht ist.

    Du kannst erstmal "heute" nichts trinken, du kannst aber auch "die nächsten fünf Minuten" nichts trinken, wenn dir "heute" mal zu lange vorkommt. Und dann wieder von vorn... Mir hat das anfangs sehr geholfen, weil mir ein ganzer Samstag ohne Alkohol da auch unvorstellbar vorkam.

    VG Soapstar

    Interessant wird es für mich wenn ich nach der Verletzung wieder am Leben teilnehme. Und da erhoffe ich mir unterstützung von gleichgesinnten. Deshalb die Anmeldung hier. :)

    Hi Sarre,

    diese Unterstützung wirst du auf jeden Fall brauchen, hier aber definitiv auch bekommen!

    Dieses Umkrempeln des bisherigen Lebens ist ja DIE Hauptaufgabe, um nicht nur "mal nix zu trinken", sondern dauerhaft zufrieden und auch glücklich trocken zu sein.

    Diese Aufgabe ist bei mir übrigens auch nach acht Monaten noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn ich mir selbst keinen schlechten Weg attestiere.

    Mir sind wenige Bekanntschaften geblieben, die meisten waren wohl doch Zweckgemeinschaften zum Saufen. Das war teilweise auch traurig und mal schmerzhaft, dies dann zu erkennen. Ist aber einfach zwingend notwendig!

    Also ich für meinen Teil kann und will gar nicht auf Partys oder in Kneipen gehen wie früher und dort dann ne Cola mit den gleichen Leuten trinken. Das würde ich sicher zwei-, dreimal schaffen, dann wäre ich wieder im Krankenhaus oder in der Ausnüchterungszelle.

    Und ob ich dann nochmal die Motivation, die Kraft etc. dafür aufbringen kann, den Weg von vorn zu beginnen? Das möchte ich gar nicht rausfinden!

    Weiterhin gute Besserung und übrigens top, dass dein Zuhause von deiner Frau sofort alkfrei gestaltet wurde!

    VG Soapstar

    Hi Sarre,

    oh Mann, ich wünsche dir erstmal eine vollständige Genesung deines Beins und deiner Zähne!

    Deine Geschichte klingt teilweise wirklich parallel zu meiner, auch ich kenne das Aufwachen in Krankenhäusern zu genüge, zwar zum Glück nie in diesem Ausmaß, aber mit gebrochener Nase, Kopfplatzwunden etc.

    Ich war dann auch immer derjenige, der bei sämtlichen Ausflügen etc. irgendwann verschollen war, weil ich einfach zu betrunken war, um mich räumlich oder zeitlich noch orientieren zu können und bin dann regelmäßig auf Parkbänken, Bürgersteig oder auch im Gebüsch schlafend von Polizei oder Rettungsdienst aufgegabelt worden.

    Trotzdem brauchte ich wirklich viele dieser Erlebnisse, um zu dem Punkt zu gelangen, dass ich jetzt handeln muss. Von daher, super dass du hierher gefunden hast! Und auch super, dass du schreibst, dass du dir für dich Hilfe suchst. Dass deine Frau von dieser Hilfe auch profitieren soll, ist m.M.n. total verständlich, aber in erster Linie muss es jetzt um dich gehen, das habe ich hier und auch in einer realen SHG lernen dürfen.

    Du bist zweifelsfrei die einzige Konstante, die dir auf jeden Fall bis zum Ende deines Lebens bleiben wird!

    Ich bin selbst erst acht Monate abstinent, zugegeben auch nicht nur mit Höhen, sondern auch mit Gedanken, dass früher nicht alles schlecht war. Aber du musst dir aktuell ja nur dein Bein oder dein Gebiss anschauen, um zu erkennen, wo Leute wie wir immer wieder enden werden, wenn sie der Abstinenz nicht absolute Priorität einräumen.

    Diese Antwort soll dir auf jeden Fall Mut machen, diese ersten Schritte jetzt zu gehen. Ich dachte jahrelang, dass ich noch viel zu jung wäre, um jetzt schon mit dem Saufen aufzuhören, dann könnte ich ja nie mehr irgendwo feiern und mein Leben gleich wegschmeißen! Aber im Endeffekt habe ich mich jetzt dafür entschieden, mein Leben eben nicht mehr wegzuschmeißen, sondern zu leben! So wie die Leute, auf die ich früher immer neidisch war, dass sie so "ganz ohne Probleme" (was natürlich nicht stimmt, die gibt's auch für Nichttrinker und Trockene, aber für aktive Alkoholiker doch am meisten)durchs Leben gehen können. Man kann abstinent jedenfalls Probleme anders angehen und viele sind auch einfach um einiges kleiner, als sie einem betrunken oder verkatert vorkommen.

    Es lohnt sich auf jeden Fall, zukünftig das erste Glas stehen zu lassen, ein bisschen Arbeit in die Abstinenz zu investieren und auch mal trübe Phasen auszuhalten.

    Viel Erfolg und viel Kraft hierzu!

    VG Soapstar

    Ich weiß nicht ob ich das hier schreiben darf, aber ich habe mal das Antialkbuch von Allen Carr gelesen

    Hi Pantun,

    ich habe das auch mal gelesen, hab es mir nach einem durchgesoffenen Wochenende aus der Bücherei organisiert.

    Ich hatte aber eigentlich nicht wirklich vor, das Saufen aus meinem Leben zu streichen, hatte eher ein bisschen Hoffnung auf ein Wunder, wie es so manche Raucher nach dem Lesen seiner Bücher beschrieben haben.

    Nun ja, es war für mich dann einfach "Unterhaltung", sonst nix. Ob es mir geholfen hätte, wenn ich meinen Tiefpunkt erreicht gehabt hätte? Keine Ahnung, vermutlich ist Alkoholismus nicht wegzulesen. Dass es der "Ruin" ist, wie er den Alkohol nennt, wusste ich auch schon Jahre vorher, hat mich aber nicht gejuckt, ganz ehrlich.

    Lieber SHG, online und/oder real, ist m.M.n. viel eher das Mittel der Wahl, um die Krankheit zu stoppen.

    VG Soapstar

    Hi Pantun,

    Du bist mit diesem Gefühl nicht alleine. Mir hat der Alkohol die letzten Jahre so viel kaputt gemacht, zwischenmenschlich als auch finanziell als auch von der Selbstachtung her.

    Trotzdem gibt es immer wieder diese Suchtstimme, die in irgendeiner Ecke flüstert "aber es war auch nicht alles schlecht, denk an den lustigen Männerausflug hier und an den lustigen Geburtstag dort".

    Ja, stimmt, die waren immer eine Zeitlang lustig, allerdings nie, wirklich nie bis zum Schluss. Das Ende, das ich selbst ja nie kannte, sondern mir immer, wirklich immer erzählen lassen musste, war immer peinlich, eklig, unwürdig oder auch lebensgefährlich und hat mir in der Folgezeit immer negative und niemals positive Erinnerungen an irgendwelche Feierlichkeiten o.ä. gegeben.

    Egal, wie oft ich gehofft hatte, dass es diesmal einfach nur lustig werden würde und ich rechtzeitig zu trinken aufhören würde, ich war schon längst nicht mehr in der Lage, irgendwelche Entscheidungen für mich zu treffen. Ich musste trinken, bis die Lichter aus waren, ob ich wollte oder nicht. Und am nächsten Tag war das Geheule wieder groß und die Psyche komplett am Boden.

    Das rufe ich mir immer wieder in Erinnerung, wenn die Stimme wieder ums Eck kommt und mir erzählen möchte, dass mir etwas fehlt.

    Ich bin immer noch nicht 100% zufrieden mit dem abstinenten Leben, da ich natürlich auch nie Alkoholiker werden wollte, aber immerhin kann ich das wieder Leben nennen. Das davor war eigentlich nur noch eine traurige Existenz, die entweder auf den nächsten Rausch gewartet oder sich vom letzten Rausch erholt hat, dazwischen war nur Leere. Von daher geht es ganz klar aufwärts und das wird es bei Dir ganz bestimmt auch tun, wenn Du dabei bleibst!

    VG Soapstar

    Hallo Shawn,

    bei mir hat sich bezüglich des Freundeskreises noch nicht viel getan.

    Aber das ist aktuell auch wieder ganz okay für mich, da ich seit dieser Woche wieder arbeiten gehe und sich so wieder die Normalität bzw der Alltag eingestellt hat.

    Ich war vorhin auch mal in einer anderen, realen SHG und das lasse ich gerade mal sacken und überlege, ob und wie es auch in dieser Richtung für mich weitergehen könnte.

    Danke für Deinen Beitrag!

    VG Soapstar

    Ja klar, anscheinend nur ich.

    Aber das reicht doch vollkommen, weil Du Dein Leben leben musst. Meine Freunde hätten mich auch nicht als Alkoholiker bezeichnet, weil sie ihren Saufkumpan sicher gern behalten hätten, meine Freundin auch nicht, weil sie natürlich nicht unbedingt mit einem Alkoholiker zusammen sein möchte, aber ich tue es. Und nur das zählt!