stef2303 - Der Weg in ein suchtfreies Leben - Zeit wird es!

  • Ich habe vermutlich, was meine Karma-Punkte betrifft, recht viel aufzufüllen, damit ich wieder auf zumindest >null< komme.

    Aber ich bemühe mich.

    Auch heute, als eine Kollegin weinend bei mir im Büro saß, weil ihr Vorgesetzter ihr [ich führe das nicht näher aus] angekündigt hatte, ihr (bei notwendiger Betreuung von x Kindern, keine 10 Jahre alt) das Home-Office streichen zu wollen. Konsequenz: Job-Verlust, weil ohne HO geht es nicht. Klar, wie soll man so seine Kinder versorgen?

    Ich habe ihr heute garantiert, dass alles so bleibt, wie es ist. Auch meinerseits (obwohl ich es darf) mutig, ich weiß. Die Konfrontation ist vorausprogrammiert. Aber ich halte das schon aus. Sie ging einigermaßen gefasst und mit einem Lächeln im Gesicht aus meinem Büro.

    Mit Karma hatte das aber nichts zu tun.

    Ich habe in den letzten ein, zwei Jahren meine Einstellung geändert: Mir sind Menschen (und deren Schicksale) inzwischen sehr wichtig geworden. Und ich werde, so weit es geht, deren Bedürfnisse, die Lebensumstände, so weit es geht, berücksichtigen...

    Auch ein Ergebnis der Trockenheit...

    Das hätte ich nie von mir gedacht...

    LG, Stef.

  • Konsequenz: Job-Verlust, weil ohne HO geht es nicht. Klar, wie soll man so seine Kinder versorgen?

    Solange die Qualität der Arbeit stimmt, ist der Ort meiner Meinung nach zweitrangig. Alles andere ist Management nach Gutsherrenart und passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. 🤷🏼‍♂️

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ich habe in den letzten ein, zwei Jahren meine Einstellung geändert: Mir sind Menschen (und deren Schicksale) inzwischen sehr wichtig geworden. Und ich werde, so weit es geht, deren Bedürfnisse, die Lebensumstände, so weit es geht, berücksichtigen

    Hi stef, das finde ich gut. Die Menschlichkeit bleibt viel zu oft auf der Strecke. Schön, das es Menschen gibt, denen das Schicksal und die Lebensumstände der Mitarbeiter nicht egal sind.

  • Mutig sich gegen den Vorgesetzten zu stellen. Ich hätte den Vorgesetzten "auf Spur gebracht" und dann gemeinsam mit ihm der Kollegin zur Lösung verholfen.

    So wäre die vertrauensvolle Zusammenarbeit nach allen Seiten hin gewahrt,

    LG Lebensmut

  • Mutig sich gegen den Vorgesetzten zu stellen. Ich hätte den Vorgesetzten "auf Spur gebracht" und dann gemeinsam mit ihm der Kollegin zur Lösung verholfen.

    Ja, ich weiß, das wäre auch richtig.

    Das richtige "Händchen" in solchen Dingen hatte ich allerdings noch nie...

    Mit ihrem "Chef" (dessen Vorgesetzter ich wiederum bin) kann ich nicht mehr sprechen - es gibt hier keine gemeinsame Basis mehr.

    Ich sagte ihm einst, was ich von ihm hielt, er wollte mich verklagen, ich sagte ihm daraufhin, ich werfe ihn raus. Nichts davon ist geschehen.

    Es ist derzeit eine etwas zweifelhafte Koexistenz.

    Die immer wieder eskaliert...

    Naja, das übliche Berufsleben halt...

  • Hallo miteinander!

    Ich bringe dies hier, um zu zeigen, was die Sucht mit einem macht:

    Zu Beginn: Seit 17 Monaten trinke ich nichts mehr. Doch das Suchthirn bzw. die Abhängigkeit spielen hier anscheinend nicht so richtig mit.

    Ich war heute mit einem ehemaligen Arbeitskollegen zu Mittag essen. Buffet beim Chinesen. Als Getränke gab es 2x Apfelschorle (0,5 l). Schon als mir das Getränk hingestellt wurde, merkte ich innerlich: Das Glas kannst Du nicht halten. Lass es! Wir gingen dann zum Buffet; das Glas griff ich nicht an. Derartige Situationen sind echt schlimm, möchte ich sagen.

    Ich bezahlte dann nach einer Stunde; das Essen war kein Problem, aber das Glas griff ich nicht an. Es blieb voll. Mein Gesprächspartner sagte nichts, aber ich denke, er dachte sich schon so das eine oder andere.

    Derartige Situationen kommen bei mir sehr selten (alle paar Monate mal) vor, aber wenn dann doch, dann merke ich schon, was los ist...

    So viel zur Sucht... auch wenn man nichts trinkt, man wird sie nicht los!

    LG, Stef.

  • Als Getränke gab es 2x Apfelschorle (0,5 l). Schon als mir das Getränk hingestellt wurde, merkte ich innerlich: Das Glas kannst Du nicht halten.

    War es das Glas oder die Farbe oder der Geruch der Apfelschorle?

    Ich hatte das mal mit einem Glas Holunderlimonde. Auch in einem 0,5 l-Glas.
    Als mir das Glas hingestellt wurde, kam mir ein Geruch von ‚Hugo‘ in die Nase. Den gab auch mit Holundergeschmack und ich habe den früher oft mit Wein gemischt, weil ich den Wein sonst nicht reinbekommen hätte…. Da ging gar nix mehr. Ich habe das Glas stehen gelassen.

    So viel zur Sucht... auch wenn man nichts trinkt, man wird sie nicht los!

    Nein, man wird sie nicht los.
    Die Alkoholsucht ist eine unheilbare Krankheit. Sie kann ‚nur’ gestoppt werden, und das auch nur genau so lange wie absolut abstinent gelebt wird.

    Das ist auch der Grund, warum bei mir jahrelang alle Versuche, die Sucht zu besiegen, gescheitert sind. Gegen die Sucht zu kämpfen zieht so viel Kraft und es ist ein Kampf, den niemand gewinnen kann.

    Erst, als ich das so akzeptieren konnte, konnte ich den Kampf aufgeben.
    Ich habe gelernt, mit meiner Sucht zu leben. Ich werde sie nie wieder los. Aber sie zum Stillstand gebracht zu haben, ist so viel wert.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

    Einmal editiert, zuletzt von Stern (1. April 2026 um 09:09)

  • Bei dir war es das Apfelschorle-Glas, bei mir wäre es ein Lemon im Glas, wenn ich den alleine trinke. Kein Wunder – ich habe jahrelang Wodka-Lemon getrunken. Da meldet sich kurz das alte Programm und klopft an. Ich weiß genau, wer da spricht und was da andocken will.

    Das ist ein normaler Suchthirn-Reflex. Solche Momente können jederzeit auftauchen und sagen nichts über meine Stabilität aus. Ich nehme es wahr, ordne es ein, gehe notfalls aus der Situation raus und mache weiter. Gleichzeitig vermeide ich bewusst solche Situationen. Ich richte mich an meiner Sucht aus – nicht an dem Gedanken, was ich alles machen könnte.

    Ich habe ein gutes Gespür dafür entwickelt, was passt und was nicht. Wenn es sich nicht stimmig anfühlt, bleibe ich weg. Wenn die Sucht anklopft, bin ich raus.

    Denn das, was mich all die Jahre zufrieden und trocken gehalten hat, lügt nicht. Wenn ich zufrieden bin, ist das meine Grundlage. Diese Momente sind ein Aufflackern, eine Nebenwirkung des Suchtsystems,– mehr nicht. Und mit den Jahren werden sie weniger, treten kaum noch auf.

    Genau das macht es auch tückisch. Man geht eventuell gefühlt wieder größere Risiken ein und übersieht dabei, dass die alte Normalität vor der Sucht nicht zurückkommt.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Stern und Hartmut , ich wünschte, ich hätte mir in all den Jahren etwas weniger das Hirn weg gesoffen….. ich habe große Schwierigkeiten, mir solch wertvolle Inhalte einzuprägen😪 Deshalb können sich solche Texte eigentlich nicht oft genug wiederholen. 🙋🏻‍♂️

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Denk ich auch manchmal, Zwieback.

    Darum bin ich jeden Tag hier und sehr dankbar, dass länger und Langzeittrockene nicht müde werden, allen Interessierten das kleine und das große Einmaleins der Trockenheit "einzutrichtern".

  • Lieber Stef,

    danke für diesen wertvollen Beitrag!

    Ein bisschen off-topic, aber mich ärgert es oft, dass sooo viele leckere Cola-Mix entweder in der 0,5L-NRW-Flasche oder der 0,5L-Euroflasche angeboten werden. Damit fallen die für mich alle flach, da ich früher pro Wochenende 30 dieser Flaschen in der Hand gehalten habe.

    VG Soapstar

  • Aus dem Ursprungsbeitrag geht für mich nicht hervor, was jetzt konkret der Grund für das Nichtberührenkönnen war.
    stef2303 was war da genau?

    Alles danach sind Vermutungen, die aber in sich hilfreich sein können, wenn man an so eine Stelle "empfindlich" ist.

    Das Thema dürfte höchst individuell sein und ich achte genau drauf, was mich auch nur im Ansatz triggern könnte. Gläserformen sind es nicht. Wobei ich seit meiner Abstinenz "aus Prinzip" bestimmte Gläserformen meide. Kein Dogma, aber einfach gedacht: alles, was mich an alte Alk-Trinkrituale erinnert, lasse ich - wenn möglich - weg.

    Auch ein bisschen off-topic: bei jedem einzelnen Versuch, eine PET-Flasche aufzuschrauben und logischerweise den Deckel abzureissen, damit ich vernünftig eingießen kann, geht in meinen Gedanken ein stiller Fluch gen Brüssel. Den Deckel schraube ich trotzdem immer auf die (auch leere) Flasche und tat dies schon immer.

  • Beitrag 1:

    Liebe Leute, danke erstmal für eure Nachrichten.

    Es war etwas anders: Ich hatte irgendwann schon mal geschrieben (voriges Jahr vor oder kurz nach Weihnachten), dass ich nicht mehr in der Lage war, ein paar Schriftstücke zu unterfertigen, weil meine rechte Hand so derart zitterte, dass es mir unmöglich war, eine korrekte Unterschrift auf ein Blatt Papier zu bekommen. Tatsächlich tat sie es - und zwar so richtig; als ob man einen Schüttelfrost hätte... Das kann nun die Überlastung in der Arbeit sein, es kann aber auch vom Alkohol bzw. dem früheren Konsum (bzw. dem damit zusammenhängenden psychischen Konnex) herrühren (wobei ich bereits damals über ein Jahr nichts mehr trank).

    Beim Chinesen neulich beschlich mich so ein derartig ungutes Gefühl - vielleicht in Erinnerung an Weihnachten - dass ich das Glas, wenn ich es denn versuche aufzuheben, fallen lassen würde. Daher traute ich es mich wirklich nicht anzufassen. Weil ich wusste, es würde passieren. Rein innerlich begann nämlich schon meine rechte Hand zu zittern. Nicht äußerlich, aber ich wusste es: Das geht schief. Dann fällt das Glas auf den Boden und alle drehen sich nach Dir um. Das ist wirklich unangenehm, kann ich sagen. Wieso mir das alle paar Monate mal passiert, ist mir auch unerklärlich. Ja, es kann durchaus die Erinnerung an die früheren "großen" Sommerspritzer (also Weißwein mit Soda auf 0,5 l) oder die großen Biere gewesen sein; wissen tue ich dies nicht. Die Gläser hätte schon gestimmt. Aber zu anderen Zeiten ist das auch wieder kein Problem. Eine seltsame Situation (ich bringe dazu auch etwas in meinem Beitrag 2) - etwas später.

    Es ist leider schwer abzuschätzen, wann diese seltsamen Gedanken kommen; deshalb bestelle ich mir beim Essen meistens nur noch ein kleines Mineralwasser im Glas oder eine Cola Zero in der Flasche - dabei ist noch nie etwas passiert... Und ich fasse jedes Glas auch sicherheitshalber mit meiner linken Hand an, weil mit der gab es dieses Problem auch nie... naja... (bin Rechtshänder)... Monk lässt grüßen...

    LG, Stef.

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