Alles anzeigenNein, so einfach ist das nicht. Nur das erste Jahr „auszusitzen“ reicht nicht.
Für mich war das erste Jahr dazu da, überhaupt stabil zu werden. Deshalb habe ich in dieser Zeit alles gemieden, was ich früher zum Saufen benutzt hatte , Feste, Feiern, bestimmte Orte oder bestimmte "Menschen." Die grundlegenden sichtbaren Triggerreize gemieden .
Aber im Grunde ging es um mehr.
In den ersten Jahren habe ich mir bewusst die Zeit genommen, mich neu zu orientieren und mir ein trockenes Leben aufzubauen. Ich habe die Zeiten neu besetzt, in denen ich früher gesoffen habe. Ich habe mir Aktivitäten gesucht, bei denen Alkohol keine Rolle spielte. Und das habe ich positiv gemacht, nicht als Pflichtprogramm und nicht als Abarbeiten irgendeiner Liste.
Mit der Zeit hat sich dadurch auch mein Denken verändert. Bestimmte Feste oder Situationen tauchten irgendwann gar nicht mehr in meinem Kopf auf, weil sie einfach keine Bedeutung mehr hatten. Das Denken hat sich verschoben.
Ich kann heute überall hingehen , aber eben nicht immer. Und genau das halte ich nach 18 Jahren immer noch so wie am Anfang.
Lieben Dank für deine ausführliche Antworten
. So ein Austausch hilft mir sehr. Das heißt ein Leben lang auf der Hut sein.