Chapa - Hallo

  • Vielleicht habe ich auch vor diesem Gefühl angst, es nicht aushalten zu können. Gefährlich ist bei mir ein Hochgefühl von Freude, wenn alles gut läuft, sowie Dinge die mich herunter ziehen.

    Du erlebst deine ganzen Gefühle, Emotionen und Stimmungsschwankungen nun nüchtern.

    Gib dir Zeit, denn dein Körper braucht Zeit. Nimm dir nicht zuviel vor, schnell kommt das Gefühl der Überforderung.

    Mir haben Entspannungstechniken wie autogenes Training viel geholfen.

    Auch Sport ist ausgleichend. Ich habe viel Gym gemacht.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ehrlich gesagt, macht mir das ganze Angst.

    Am Anfang ist es unbekannt und unberechenbar. Ich musste mich erst selbst wieder kennenlernen.

    Das habe ich dann gleich kapiert und meinen Notfallkoffer hervor geholt

    Sehr gut.Du bist gerade dabei, dich wieder kennenzulernen.

    Wer spricht da? Bin ich es, oder ist es mein Suchthirn?
    Das Suchthirn macht das, was es immer getan hat, dich zum Alkohol trinken zu bringen.
    Neu ist, dass du es bewusst wahrnimmst und deine eigenen Strategien entwickelst,
    wie du damit umgehen kannst.
    Das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht und dafür brauchst du Geduld, und da das alles noch nicht so gefestigt ist, ist Risikominimierung die Strategie der Stunde.
    Angst hatte ich sehr bald keine mehr, aber Respekt vor der Aufgabe, die ich zu bewältigen habe.

    Meine Entgiftung habe ich in einer Klinik erlebt und nach dem 3. Tag startete langsam das Tagesprogramm.
    In den ersten Tagen habe ich auch viel geschlafen. Alkoholentzug bedeutet enormen Stress für den Körper und er hat ordentlich damit zu tun, darauf zu reagieren. Das ist sehr anstrengend. Gib deinem Körper die Zeit und Ruhe, die er braucht.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du erlebst deine ganzen Gefühle, Emotionen und Stimmungsschwankungen nun nüchtern.

    Gib dir Zeit, denn dein Körper braucht Zeit. Nimm dir nicht zuviel vor, schnell kommt das Gefühl der Überforderung.

    Mir haben Entspannungstechniken wie autogenes Training viel geholfen.

    Auch Sport ist ausgleichend. Ich habe viel Gym gemacht.

    Hallo KaDett,

    danke für deine Zeilen, was ich mir auch zu Herzen nehme und umsetzen möchte. Ich habe mir jetzt kleinere Ziele gesteckt, da es tatsächlich in der Vergangenheit oft zur Überforderung kam. Seit zwei Tagen gehe ich tatsächlich morgens auf das Rudergerät, es sind zwar nur 20 Minuten, jedoch fühle ich mich danach voller Energie. Zur Entspannung mache ich Atemübungen oder gehe mit meinem Hund raus, muss ich ja sowieso, jedoch länger.

    LG Chapa

  • Hallo Nayouk24,

    vielen Dank für deine Rückmeldung. Was sich diesmal bei mir geändert hat, ich gehe bewusster mit dem Ganzen um. Ich setze Prioritäten, meine Abstinenz steht an erster Stelle, egal was kommt. So eine grausame Zeit möchte ich nie wieder erleben müssen. Viel zu leichtfertig war ich vorher und habe anderen immer Prio gegeben. Und das bedeutet auch, mich an erste Stelle in meinem Leben zu setzen.

    Den Kampf zwischen mir und dem Alkohol habe ich aufgegeben.

    Lg Chapa

  • Tag 5 nach der Entgiftung

    Diese Woche war ich wieder in der SHG, das hilft ungemein. Ich bin sehr dankbar, wieder an der Gruppe teilzunehmen. Ein wenig Überwindung hat es mich schon gekostet, da ich ihnen ja den Rücken gekehrt hatte. Zwar bin ich in der Woche vor meiner Entgiftung schon da gewesen, jedoch nicht ganz nüchtern, da ich ja moderat weiter trinken sollte. Naja jedenfalls wurde ich herzlich in der Gruppe aufgenommen und ich spürte, dass sie froh waren, das ich wieder in die Spur gekommen bin.

    Meine Schlafqualität verbessert sich und ich bin morgens recht fit und freue mich so darüber. Der Tag fängt somit schon anders an. Für diese Woche hatte ich mir kleinere Ziele gesetzt und habe es tatsächlich gemacht. Das gibt mir auch eine andere Lebensqualität. Mit dem Alkohol war ich Fremdbestimmt, mein Alltag lief nur auf ein Ziel hinaus, wann kann ich wieder trinken, wieviel Flaschen habe ich noch und so weiter. Und das noch mit ganz tollen Nebenwirkungen. Dann noch meine Co-Abhängigkeit, mein Alltag hat sich dadurch noch zusätzlich an andere Menschen wie Partner und Bekannte, Kollegen ausgerichtet. Wo war ich eigentlich? Wer bin ich? Was will ich denn? Was bedeutet es ein Selbstbestimmtes Leben zu führen? Diese Fragen habe ich mir nie gestellt. Ich kenne gar nichts anderes. Mir wurde immer gesagt was richtig ist und was nicht. Ohne die Dinge zu hinterfragen, habe ich es gemacht, in allen Bereichen. Als ich meine erste Trinkpause von fast einem Jahr hatte, habe ich schon gemerkt das etwas nicht stimmt. Das Glas nur nicht zu trinken reichte nicht. Ich war ja weiterhin Fremdbestimmt, zwar dann nicht von der Flasche, jedoch von meinem ganzen Umfeld. Ich hielt meine eigenen Vorhaben nicht ein, sobald jemand etwas von mir wollte. Ich bin dankbar, es gemerkt zu haben, jedoch auch durch mitlesen hier im Forum. Diese Woche konnte ich dadurch schon die ersten Grenzen setzen. Das fällt mir noch nicht so ganz leicht, weil ungewohnt und eine bissle Unmut, wie wohl das Gegenüber reagiert? Für mich momentan ein riesiger Lernprozess.

    Danke für das Lesen.

    Lg Chapa

  • Hallo Chapa,

    das klingt doch schon ganz prima. Auch ich bin dabei meinen Sprachfehler zu korrigieren. Nämlich auch mal NEIN! sagen zu können. Auch ich konnte während meiner trinkenden Zeit schlecht Grenzen setzen. In vielen Bereichen habe ich mich oft breit schlagen lassen, zu Dingen und Unternehmungen, zu denen ich eigentlich überhaupt keine Lust hatte. Das fällt mir nun nüchtern recht leicht. Ich muss in erster Linie nach mir schauen. Mich und meine Gefühle achten. Ich denke das ist ganz wichtig für einen trockenen Weg. Bleib dran. Es wird wirklich jeden Tag besser.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • ich konnte während meiner trinkenden Zeit schlecht Grenzen setzen.

    Ja, wegen des schlechten Gewissens und um zu zeigen, dass ich doch gut funktioniere.

    Als ich trocken wurde, wurde ich gleichzeitig immer schwieriger zu manipulieren. Tatsächlich bin ich mir sicher, dass gar nicht alle so begeistert waren. ;)

    Ich bin ja aber nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Oh ja Alex,

    da komme ich gerade auch dahinter. Tatsächlich habe ich mich auch beruflich eher zurückgehalten, habe hingenommen, klein beigegeben; um bloß nicht ertappt zu werden. Ich merke ganz deutlich wie ich von Tag zu Tag mehr darauf achte was ICH eigentlich will und brauche. Sicher werde ich kein Hardcore-Egoist das ist nicht mein Ding. Aber ich habe auch keine Lust mehr auf Manipulationen.

    LG

    Bibi + Guten Morgen

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo Chapa,

    das klingt doch schon ganz prima. Auch ich bin dabei meinen Sprachfehler zu korrigieren. Nämlich auch mal NEIN! sagen zu können. Auch ich konnte während meiner trinkenden Zeit schlecht Grenzen setzen. In vielen Bereichen habe ich mich oft breit schlagen lassen, zu Dingen und Unternehmungen, zu denen ich eigentlich überhaupt keine Lust hatte. Das fällt mir nun nüchtern recht leicht. Ich muss in erster Linie nach mir schauen. Mich und meine Gefühle achten. Ich denke das ist ganz wichtig für einen trockenen Weg. Bleib dran. Es wird wirklich jeden Tag besser.

    LG

    Bibi

    Guten Morgen Bibi,

    ich denke es liegt auch an der Erziehung. Als Kind ist es Überlebenswichtig sich anzupassen und im Erwachsenenalter eher schädlich. Darauf muss man aber erst mal kommen. Im Rückblick kann ich sagen, oft habe ich mich nicht getraut für mich einzustehen, da ich angst hatte Freundschaften zu verlieren oder das ich gekündigt werde auf der Arbeit. Ich stehe noch am Anfang damit, jedoch weiß ich wenn sich die Leute dann entfernen, dann waren es auch nicht die richtigen Menschen für mich.

    Lg Chapa

  • Ja, wegen des schlechten Gewissens und um zu zeigen, dass ich doch gut funktioniere.

    Als ich trocken wurde, wurde ich gleichzeitig immer schwieriger zu manipulieren. Tatsächlich bin ich mir sicher, dass gar nicht alle so begeistert waren. ;)

    Ich bin ja aber nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.

    Guten Morgen Alex,

    viele sind damit nicht begeistert und man wird nicht bejubelt dafür, dass man einen gesunden Weg für sich einschlägt. In meiner ersten längeren Alkoholpause von einem dreiviertel Jahr, stand ich plötzlich alleine da. Ich war ja zu nichts mehr nutze. Selbst meine Wanderfreundin hat mir den Rücken gekehrt. Sie sagte dies jedoch frei raus, dass sie schon mit jemand wandern möchte der danach noch mit zum Wein trinken geht. Das hat mich damals ziemlich verletzt und heute habe ich eher Mitgefühl mit ihr. Also auf so vermeintliche Freundschaften kann ich verzichten.

    Lg Chapa

  • Guten Morgen Bibi,

    ich denke es liegt auch an der Erziehung. Als Kind ist es Überlebenswichtig sich anzupassen und im Erwachsenenalter eher schädlich. Darauf muss man aber erst mal kommen. Im Rückblick kann ich sagen, oft habe ich mich nicht getraut für mich einzustehen, da ich angst hatte Freundschaften zu verlieren oder das ich gekündigt werde auf der Arbeit. Ich stehe noch am Anfang damit, jedoch weiß ich wenn sich die Leute dann entfernen, dann waren es auch nicht die richtigen Menschen für mich.

    Lg Chapa

    Hallo Chapa,

    Dein erster Satz gibt mir zu denken. Das ist wahr. Ich war als Kind auch immer angepasst. Zu Hause, in der Schule usw. Als ich ab 15 mehr unterwegs war als zu Hause, ist meine Anpassung in Rebellion übergegangen. Da ging es dann auch los. Die "normalen" Menschen waren für mich "Spießer" und ich suchte immer das Abenteuer und eben die "durchgeknallten" Menschen. Hinterher ist man immer schlauer.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Diese Woche kann ich doch schon kleine Erfolge für mich abzeichnen. Kleine Ziele konnte ich umsetzen und es macht innerlich etwas mit mir. Allerdings kommt auch immer öfter mein Suchthirn und erzählt mir, dass ich das ja jetzt wohl feiern könnte. So aus dem Nichts heraus, kommt es um die Ecke.

    Am Freitag habe ich etwas im Atelier gesucht und dann fiel mir eine kleine leere Sektdose in die Hand. Ich hatte dort immer heimlich getrunken und leere Dosen sowie Flaschen in den Regalen versteckt. Das hat mich tatsächlich angetriggert und ich habe auch gleich geschaut ob diese noch gefüllt ist.

    Und dann ging mir die Frage nicht mehr aus dem Kopf, was wäre wohl gewesen wenn sie noch ungeöffnet gewesen wäre? Bin ich schon so stabil? Ich konnte es für mich nicht beantworten in diesem Moment.

    Freitags war immer ein Tag des Einläuten vom Wochenende und natürlich des Trinkens. Auch wenn ich unter der Woche konsumiert habe, Freitags war trotzdem etwas besonders, schließlich Wochenende und da hat man sich es ja verdient. Was habe ich mir da alles erzählt.

    Ich war dann Freitag noch beim Friseur und während dessen, kam immer wieder die Stimme, es wird bestimmt am Abend langweilig und so ganz ohne Alkohol? Dieses Mal ist es mir zum Glück bewusst. Ich habe natürlich den Abend mit schönen Dingen gefüllt.

    Gestern war ich wandern und danach habe ich mir eine schöne Maniküre gegönnt. Meine Schlafqualität hat sich noch mehr verbessert und ich fühle mich langsam wieder wohler im Körper.

    Was mir neu ist, ich träume davon, das ich wieder getrunken hätte und wache erschrocken auf. Das kam jetzt diese Woche mehrfach vor. Ich träume dann von harten Sachen wie Schnaps, obwohl ich das nie probiert hatte. Auf gute nächste 24 Stunden.

    Lg Chapa

    Einmal editiert, zuletzt von Elly (2. November 2025 um 10:18) aus folgendem Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt.

  • Hallo Chapa,


    herzlich willkommen auch noch von mir, ebenfalls Alkoholikerin und seit einigen Jahren hier im Forum.

    Schreiben hilft, auch wenn noch nicht so sortiert.

    So gehts mir auch, von Anfang an und immer noch.

    Zu deinem Erlebnis im Atelier mit der leeren Dose will ich dir was erzählen. Ich bin jetzt seit etlichen Jahren trocken, aber neulich bekam ich eine Präsenttüte in die Hand gedrückt, und es stellte sich zu spät heraus, dass eine Flasche eines alkoholischen Getränks darin war. Zu spät, um sie dem Schenker zurückzugeben, der war schon weg.

    Trotzdem wollte ich sie auch nicht nur eine Nacht in meinem Zuhause haben. Bin sie anderweitig losgeworden.

    Ich bin zwar - für mein Gefühl - stabil trocken seit Jahren, aber das ist eben nur mein „Gefühl“, und meine Sucht ist eine Tatsache, und das bedeutet, dass ein Teil von mir immer auch diesen Alkohol trinken „will“.

    Bin ich schon so stabil? Ich konnte es für mich nicht beantworten in diesem Moment.

    Ich kann es auch weiterhin nicht für mich beantworten, weil sich die Sucht nun mal dem Rationalen in mir entzieht. Daher betreibe ich Risikominimierung, auch noch genauso jetzt wie vor Jahren am Anfang meiner Trockenheit. Der Unterschied ist, dass es inzwischen ohne Nachdenken geschieht und keine Anstrengung mehr ist.

    Schön, dass du hier bist, danke für deinen Gedankenanstoß, durch den ich mich selber auch mal wieder reflektiert habe. (Das mag ich so am Forum.)

    Weiterhin einen guten Austausch und einen schönen Sonntag dir.

    Viele Grüße

    Thalia

  • Ich kann es auch weiterhin nicht für mich beantworten,

    Ich kann das für mich beantworten. Würde nichts trinken. Aber unangenehm wäre es auf alle Fälle. Ich minimiere das Risiko, wo es geht.

    Und kann es auch nur jetzt für mich beantworten und ich kann nicht in die Zukunft schauen. Nur darauf hinarbeiten.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Und dann ging mir die Frage nicht mehr aus dem Kopf, was wäre wohl gewesen wenn sie noch ungeöffnet gewesen wäre? Bin ich schon so stabil? Ich konnte es für mich nicht beantworten in diesem Moment.

    Definiere „stabil“, ich habe keine Definition, aber einen Weg.

    Sehr gut ist, dass du die Suchtstimme erkannt hast. Dein Suchthirn sieht gerade die Felle davon schwimmen und zieht jetzt alle Register. Bei mir waren da Register dabei, die konnte ich mir zuvor nicht vorstellen.

    Ich stelle mir dann immer die Frage, bin ich das, will ich das, denke ich das wirklich?

    Mittlerweile hat sich das sehr beruhigt, aber ich weiß, dass die Sucht immer da ist.

    Ich glaube Alex_aufdemweg hat mal geschrieben, das Suchthirn ist genauso schlau wie ich. Heißt, wenn ich Erfahrung gesammelt habe und darauf reagieren kann, muss ich mit neuen Strategien des Suchthirns rechnen, die ich erkennen muss/kann.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Chapa,

    zu der Sektdose. Aus diesem Grund ist so wichtig, dass das Zuhause alkfrei ist. Ich gehe für mich davon aus, dass es für mich für den Rest meines Lebens ein Risiko ist, wenn bei mir zu Hause Alk herumstehen würde. Weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ich dann doch irgendwann zugreifen würde.

    Ich hatte dort immer heimlich getrunken und leere Dosen sowie Flaschen in den Regalen versteckt.

    kam immer wieder die Stimme, es wird bestimmt am Abend langweilig und so ganz ohne Alkohol?

    Ich habe diese beiden Zitate hingestellt, um mir zu verdeutlichen, was mir mein Suchtgehirn erzählen würde. Wenn ich ihm zuhören würde.;) Ich habe fast immer alleine getrunken, nicht heimlich, weil ich alleine wohne. Aber eins kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, viele der Abende waren langweilig ohne Ende. Das Glücksversprechen der Droge Alk hat sich bei mir schon sehr lange nicht mehr erfüllt.

    Und noch einmal zum Suchthirn. Ich halte von Anfang meiner Abstinenz Gedanken, die mir mein Suchthirn aufdrängen will nicht fest oder beschäftige mich gar mit Ihnen. Ich lasse sie einfach kreisen und dann verschwinden sie nach meist kurzer Zeit wieder.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo zusammen,

    die letzten Tag wollte ich schreiben aber es ging nicht. So ein Chaos im Kopf und viel zu viel denken, musste mich erst mal wieder sortieren. Körperlich geht es mir gut. Mein Suchthirn besucht mich immer öfter und bisher habe ich es rechtzeitig gemerkt.

    Anfangs noch die Euphorie und jetzt umgeschlagen in wie warten auf etwas. Ja auf was warte ich...? Hochstimmung, Party, der Knall im Kopf, gute Laune. Ja es ist Freitag. Mein Suchthirn weiß das. Diese Ruhe und ein Alltag ohne Drama ist noch ungewöhnlich, es fühlt sich fast langweilig an, obwohl ich dankbar bin nicht mehr trinken zu müssen und klar im Kopf zu sein.

    Diese Woche wäre ich fast auf mein Suchthirn herein gefallen. Ich restauriere gerade ein Puppenhaus und während dessen kamen schöne Bilder von einem Glas Wein nebenbei ( wohlgemerkt ein Glas schmunzle). So weit so gut. Mir kam dann die Idee doch nochmal zum Obi zu fahren um den Belag für den Boden zu kaufen. Nur, dass ich ihn hätte eh noch nicht legen können. Ich bin dann doch nicht gefahren, da ich auch so unruhig war innerlich. Später fiel mir ein, das ich am Eingang vom Obi mal Wein gesehen hatte, der mir damals aber zu teuer war. Leider habe ich viele Dinge oft in Verbindung mit Alkohol gemacht und das spüre ich gerade sehr arg. Sei es Malen, basteln, Haushalt usw. Mein Hirn verlangt ständig nach einer Belohnung. Ich gehe dann viel raus zum spazieren oder mache Atemübungen. Das hilft um mich abzulenken. Im schlimmsten Fall starte ich ein Netflix Marathon. Auch hier im Forum zu lesen hilft.

    Mein Schlaf ist mittlerweile wieder ok, bis auf die Alkoholträume, jedoch hatte ich das auch mit den Zigaretten als ich vor Jahren aufgehört hatte. Was mich so dermaßen stört, überall sieht man nur die schönen Bilder von trinkenden Menschen, auch im Fernseher, sogar in Bücher wird es als schön beschrieben. In der Aldi-Werbung auf dem Prospekt, schön herausgeputzt mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Also ich freue mich dieses Jahr an Weihnachten ohne Alkohol und Dramen und ein Spaziergang am ersten Weihnachtsfeiertag mit klarem Kopf.

    Mit den ganzen Gefühlen und Emotionen darf ich noch umgehen lernen, es wird aber besser.

    Danke fürs lesen und lg Chapa

  • Mit der Zeit wird es einfacher und leichter, Chapa!

    Geduldig bleiben und eventuell eine andere "Belohnung" finden. Jeden Tag eine Zahl der abstinenten Tage in den Kalender schreiben kann motivieren!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Guten Morgen,

    ich habe lange nichts mehr geschrieben...ich weiß manchmal nicht was ich schreiben soll. So geht es mir auch in der SHG, da bin ich immer froh wenn ich da an ein Thema anknüpfen kann. Im Prinzip bin ich froh darüber, ich nehme meine Gedanken nicht mehr so ernst und analysiere. Somit hat auch meine Verurteilung mir Gegenüber aufgehört, gerade bei Gedanken an das Trinken. Die Gedanken, oh ich könnte etwas trinken...sie sind da, aber nicht mehr so intensiv, ich muss dem nicht mehr folgen. Meistens steckt bei mir ein Bedürfnis dahinter und ich frage mich dann, was würde mir jetzt gut tun?

    Zu Anfang hatte ich ja mal geschrieben, dass mein Partner nicht so einsichtig war, bezüglich seines Konsum. Das hat sich mittlerweile geändert. Er hat mit mir aufgehört und hat seit her nichts mehr konsumiert. Etwas anderes würde für mich auch nicht mehr funktionieren. Es ist ein wenig komisch, da wir jetzt nicht mehr so viel reden. Alkohol scheint wohl die einzige Verbundenheit gewesen zu sein. Jeder macht so sein Ding. Wir unternehmen auch zusammen etwas am Wochenende, alles sehr ruhig und ohne Drama. Naja mal schauen wie es sich entwickelt und ob wir uns wieder annähern können. Im Prinzip kennen wir uns ja nicht wirklich. Mit unserem Kennenlernen hat der Konsum angefangen. Sex ohne Alkohol undenkbar. Und nüchtern ist das gerade für mich nicht vorstellbar. Da benötige ich noch zeit. Vielleicht habe ich mir die Jahre auch etwas schön geredet.

    Jedenfalls bin ich happy, morgens nüchtern aufzuwachen. An manchen Tagen fühle ich morgens verkatert, als wenn ich getrunken hätte. Nach dem Kaffee geht es dann wieder.

    Danke für das Lesen und liebe Grüße

    Chapa

  • Es ist ein wenig komisch, da wir jetzt nicht mehr so viel reden. Alkohol scheint wohl die einzige Verbundenheit gewesen zu sein.

    Hallo Chapa, bei mir ist es auch noch ähnlich, zwar nicht so wie bei dir. Aber unsere Beziehung ist auch noch im Wartungsmodus.

    Das braucht natürlich Zeit, ihr habt wahrscheinlich jahrelang nebeneinander hergelebt und das stärkste Bindeglied war halt der Alkohol, das kann auch wieder anderst werden, du musst geduldig sein. Meine Frau und ich haben uns auch in unseren wilden Zeiten kennengelernt damit hat das glaube ich nichts zu tun.

    Sex ohne Alkohol undenkbar. Und nüchtern ist das gerade für mich nicht vorstellbar

    :) das wird sich ja wahrscheinlich ändern, aber es gibt ja offensichtlich eher redebedarf bei euch, ich meine das ihr wieder zusammen finden müsst oder herausfinden müsst ob ihr noch zusammen passt.

    LG R/no

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