Beiträge von Sternie

    Liebe Kirara !

    Mir fällt das nicht kontrollieren auch nicht immer leicht.

    Vor allem weil er die letzten 2 Wochen dazu neigt, mir aus allem, was ich tue oder auch nicht tue, einen Strick zu drehen.

    Was ich auch mache (ich rede jetzt von Haushalt und was halt so an alltäglichen Dingen für mich anfällt), es ist grundsätzlich falsch und wird kritisiert. Und danach bin ich die Böse, die ja wieder was völlig falsch verstanden hat. Er greift mich nie körperlich an, aber fährt immer mehr die Psycho-Schiene... Aber so blöd es klingt, ich bin noch nicht bereit ihn ganz aufzugeben. Wir haben ja auch immer wieder schöne und gute Momente und Zeiten zusammen.

    Und er beteuert dann auch immer wieder, dass er mich liebt (ich ihn ja fataler Weise auch immer noch). Aber kurze Momente später bin ich dann wieder an allem Schuld.

    Es kostet unglaublich viel Kraft... Ich weiß manchmal abends gar nicht mehr, wie ich den Tag mit Job und allem überstanden habe...

    Wenn du es schaffst, dann zieh eine Linie für dich und zieh durch... Ich kann es leider (noch) nicht, aber ich wünsche dir ganz viel Mut und Kraft!

    hiiumaa das was du beschreibst kenne ich auch nur zu gut.

    Ich bin hier auch mitten im Abgrenzungsprozess, aber ich will ihn nicht aufgeben, weil wir eben auch gute Zeiten haben.

    Momentan ist es allerdings wieder sehr schlimm. Er trinkt täglich und gibt mir sehr oft die Schuld an allem. Ich versuche mich dann rauszunehmen, was mir leider nicht immer gelingt.

    Liebe Grüße

    Sternie

    Liebe Kirara,

    das was du beschreibst, kenne ich nur zu gut.

    Ich habe vor 2 Wochen für mich beschlossen, nicht mehr zu kontrollieren und auch nichts mehr zu sagen, auch wenn ich mir sicher bin, dass er getrunken hat.

    Für meinen inneren Frieden ist das ein wahrer Segen. Hab's ihm auch so kommuniziert, dass ich nichts mehr sagen werde.

    Wenn er nüchtern und trocken werden möchte, ist es sein Weg, den er gehen muss. Er hat meinen Rückhalt, wenn er sich langsam zu Tode trinken will - auch seine Entscheidung.

    Ich lebe gut damit, auch wenn es manchmal schwer fällt nicht wieder in das typische Co-Verhalten zurückzufallen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du da raus kommst.

    Liebe Grüße

    Liebe EllaDrei !


    Wie sich unsere Geschichten doch ähneln - nur mit dem Unterschied dass wir hier noch ein Paar sind.

    Auch ich habe ihm erst unlängst gesagt, dass ich mir nicht anschauen werde, wie er sich zu Tode trinkt. Und doch bin ich noch hier...

    Er ist seit gestern mal wieder zur Entgiftung - freiwillig! Weil er selbst gesagt hat, er will noch nicht sterben... Und da ist dann wieder dieser kleine Hoffnungsschimmer, der mich bleiben lässt... Weil vielleicht wird ja doch noch alles wieder gut. Einmal hat es ja schon geklappt 🙈

    Ein Wahnsinn! Ich atme jetzt auf alle Fälle erstmal durch und bin gut zu mir selbst!

    Alles Weitere muss die Zukunft zeigen!

    Und dein letzter Satz ist so wahr: ja, ich trauere schon lange um meinen Herzensmensch, auch wenn er noch gar nicht gestorben ist 😢

    Liebe EllaDrei !

    So wie dir geht es mir schon länger.eib Mann lag vor knapp 4 Jahren schon mal im Koma wegen gesundheitlicher Probleme aufgrund der Trinkerei.

    Seither war er mal fast 2 Jahre trocken und hat dann trotzdem wieder angefangen und hat jetzt wieder große gesundheitliche Probleme. Und das ist mit ein ganz großer Grund, warum ich es nicht schaffe ihn im Stich zu lassen.

    Auch wenn es mir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn ich loslassen würde. Aber ich kann es mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren.

    Liebe Grüße

    Er ist immer noch da.

    Ich hab für mich beschlossen, seinen Konsum nicht mehr zu kommentieren oder versuchen zu unterbinden. Gibt keinen Streit und schont meine Nerven. Aggressiv ist er ja nicht, auch wenn er zuviel hat...

    Nur vorhin hab ich ihm noch mitgeteilt, dass ich mir auch von ihm nicht mehr sagen lasse, was ich tun soll bzw. was richtig oder falsch ist. Er soll erstmal sein eigenes Leben auf die Kette kriegen.

    Jetzt schläft er ... Und ich kann wieder zur Ruhe kommen...

    Aber ich dachte nicht, dass Ignorieren so anstrengend sein kann 🙈

    Und ja, ich weiß, dass das keine Dauerlösung sein kann! Aber ich bringe es nicht übers Herz ihn weg zuschicken, vor allem, weil er momentan nicht fahren darf und auch nur Sommerreifen auf seinem Auto hat 🤦‍♀️

    Gerade in einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker ist der eigene Selbstwert häufig nicht besonders hoch. Viele Co‑Betroffene übernehmen anfangs die Vorstellung, sie seien schuld daran, dass der Alkoholiker säuft .Wenn einem das immer wieder vermittelt wird, übernimmt man diese Sicht irgendwann möglicherweise und verstärkt die eigenen Bemühungen, ihn trocken zu bekommen. Das habe ich hier im Forum auch schon öfter gelesen.

    Das trifft es tatsächlich ganz gut, also bei mir zumindest. Mein Mann gibt mir, wenn er getrunken hat, sehr gerne die Schuld daran, dass er so geworden ist. ( Wenn er nüchtern ist relativiert er das dann wieder!)

    Und den Schuh hab ich mir sehr lange angezogen und natürlich nagt das dann am eigenen Selbstbewusstsein.

    Der größte Witz war vor einigen Wochen, dass ER mir vorgeworfen hat, ich hätte zu wenig Selbstwertgefühl und deswegen könnte er mir nie etwas Recht machen und deshalb müsste er ja dann auch immer wieder trinken.

    Ich bin noch im Loslösungsprozess... Aber was ich hier schon mitgenommen habe, ist, dass ich solche Aussagen nicht mehr an mich ranlasse!

    Alles, was du hier beschreibst, kann ich eins zu eins bei mir bestätigen... Nur, dass ich es noch nicht geschafft habe, den Schlussstrich zu ziehen, weil ich noch in dieser Hoffnungsschleifer hänge 😔

    Arbeit lenkt ab und gibt Struktur. Das wird Dir gut tun. 👍

    Das tut es. Ich hab erst im September eine neue Stelle angefangen... War heute erstmal bei meiner Chefin und hab ihr erklärt, was Zuhause los ist. Großes Verständnis und wenn es mal nicht geht, dann soll ich ihr Bescheid sagen. Das nimmt mir eine große Last ab gerade.

    Beziehungspause ... Er geht jetzt und ich bin nur am Heulen... Es fühlt sich so beschissen an, denn eigentlich liebe ich diesen Menschen so sehr!

    Aber auf der anderen Seite hat er mich dahin getrieben, wo ich jetzt bin, dass ich mir manchmal gewünscht habe (und leider auch laut ausgesprochen habe), dass er erstmal gehen soll, wenn er nicht mit mir spricht...

    Auf der anderen Seite will ich nicht, dass er jetzt geht und mich mit allem Mist hier alleine lässt...

    Er ist noch nicht mal ganz weg und fehlt mir jetzt schon... Mein Herz zerbricht gerade in unendlich viele Teile!

    Ja, dieses Schweigen finde ich noch verletzender als wenn er mich beschimpfen würde. Und wie hopeless schreibt... Diese Monologe in der Hoffnung, das irgendwann mal irgendetwas ankommt.

    Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffe mich nach und nach aus der Situation rauszunehmen. Und dass ich dann wieder Freude an meinem Leben finden kann... Das ist momentan ein sehr großer Traum.