Sternie... Es reicht so sehr!

  • Hallo an alle da draußen!


    Ich bin mittlerweile seit über 9 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit gut 3 Jahren verheiratet und weiß seit 5 Jahren, dass er Alkoholiker ist.


    Bis Mitte letzten Jahres war er fast 2 Jahre nach Entzug und Reha trocken. Dann ging er wieder an zu trinken. Mittlerweile hat er seinen Job gekündigt und ist arbeitssuchend, was sich aber aufgrund der Abhängigkeit schwierig gestaltet.

    Außerdem belügt er mich ständig,was seinen Konsum anbelangt. Wenn er getrunken, gibt er mir grundsätzlich die Schuld an allem und ich bin dann das Allerletzte. Wenn er wieder nüchtern ist, tut es ihm leid...


    Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich ihn gerne vor die Tür setzen würde... ABER zum einen hab ich Angst dann auch mein Zuhause zu verlieren (keine Ahnung, ob die Bank bei einer Trennung mit der Finanzierung weiter mitspielt) und außerdem habe ich Angst, dass er sich dann gar zu Tode trinkt (viel fehlt momentan mit Leberzirrhose nicht mehr!)


    Ich hoffe, hier auf Austausch und neue Denkansätze für die festgefahrene Situation.


    Liebe Grüße

  • Hallo Sternie, herzlich willkommen,

    das, was du über dein Zusammenleben mit deinem Mann beschreibst, habe ich ähnlich auch erlebt. Es ähnelt sich immer wieder.

    Um dich für den Austausch zu bewerben, klicke bitte auf diesen Link: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib einfach, dass du um Freischaltung bittest. Dein Thema findest du dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige wieder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora 3. Januar 2026 um 14:29

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung: Sternie... Es reicht so sehr!“ zu „Sternie... Es reicht so sehr!“ geändert.
  • Hey Sternie,

    das ging jetzt ja ratzfatz. Du kannst dich jetzt hier überall austauschen, mit einer Einschränkung. Bitte schreibe die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, die noch nicht freigeschaltet sind. Du erkennst das daran, dass die Nicks noch in roter Schrift erscheinen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke fürs Freischalten.

    Ich bin so unsicher, wie meine nächsten Schritte aussehen sollen... Ich bin hin und her gerissen zwischen, ich glaube ihm wieder oder das wars jetzt endgültig oder geb ich ihm noch eine Chance, wenn... 🤷‍♀️

  • Ich kämpfe gerade wieder so sehr...

    Gestern hab ich zum ersten Mal ausgesprochen, dass ich eine Beziehungspause möchte (das hatte er vor ein paar Wochen im Rausch schon mal selbst rausgehauen). Kam sofort, wenn er jetzt geht, dann ist es für immer... Das will ich aber (noch) nicht.


    An sich würde es mir schon reichen, wenn er endlich mal kapieren würde, wie sehr er mich verletzt, wenn er trinkt, mich zum Teil auch beschimpft, mich anlügt oder auch einfach nicht mit mir spricht, weil ihm das blöd ist und ich ihn nerve... (Je länger er schweigt, umso mehr rede ich, weil ich hoffe, ihn irgendwie doch zu erreichen)...

    Morgen geht bei mir die Arbeit wieder los und ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll. Die letzten zwei Wochen waren geprägt von viel Streit und natürlich auch wieder viel Misstrauen. Morgen weiß ich dann wieder nicht, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Das ist extrem zermürbend...

  • Er wird das nicht kapieren.
    Nur du kannst was ändern.

    Ein erster Schritg wäre erstmal, dich beraten zu lassen, bei einem Anwalt zB. Dann könntest du Klarheit über deine finanzielle Situation gewinnen.

  • Ich glaube, den Schritt zum Anwalt kriege ich erst hin, wenn er erstmal weg ist.

    Aber ja, auch das muss ich dann in Angriff nehmen. Ich hoffe, sehr, dass ich nicht auch noch meine Homebase verliere...

    Momentan kämpfe ich schon, das normale Leben, also Arbeit, Haushalt usw. auf die Reihe zu kriegen.

  • Hallo Sternie,

    (Je länger er schweigt, umso mehr rede ich, weil ich hoffe, ihn irgendwie doch zu erreichen)...

    Wie ich dieses Schweigen kenne. Es ist soo zermürbend und schmerzhaft. Du versucht zu reden, aber es kommt einfach nicht an oder irgendwas zurück.

    Ich habe regelrechte Monologe geführt und ihm versucht zu erklären wie ich mich damit fühle, keine Chance.

  • Hallo Sternie.

    Ich fühle mit Dir, weil ich diese Situation kenne. Mein Mann schweigt auch… Ich weiß jedoch, dass er auch deswegen schweigt, weil er mir objektiv Recht geben müsste. Er müsste aussprechen, was er ist, nämlich ein Alkoholiker. Er müsste aussprechen, was er tut, nämlich nicht nur sich selbst, sondern auch mir zu schaden. Das ist sicher ein schwerer Schritt. Genauso schwer, wie der Schritt für uns, für uns selbst Verantwortung zu übernehmen und uns abzugrenzen.

    Ich befinde mich auch gerade in diesem Prozess und habe es plötzlich mit Hilfe meiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen hier das erste Mal geschafft, mich aus belastenden Situationen rauszunehmen und Verantwortung „abzugeben“. Ich hoffe sehr, dass ich diesen Weg -mag es auch in kleinen Schritten sein- weiter beschreiten kann.

    Das wünsche ich Dir auch von Herzen.

    Pass auf Dich auf.

  • Ja, dieses Schweigen finde ich noch verletzender als wenn er mich beschimpfen würde. Und wie hopeless schreibt... Diese Monologe in der Hoffnung, das irgendwann mal irgendetwas ankommt.

    Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffe mich nach und nach aus der Situation rauszunehmen. Und dass ich dann wieder Freude an meinem Leben finden kann... Das ist momentan ein sehr großer Traum.

  • Hallo Sternie,

    auch mir kommt das sehr bekannt vor. Das ist sehr belastend.


    Ich schaffe es langsam immer besser, mich abzugrenzen, aber ich hänge auch immer noch drin in der Co-Abhängigkeit, obwohl wir auch schon einige Monate getrennt waren.


    Gerade werde ich auch mal wieder mit Beziehungsabbruch, Schuldverschiebung und anschließendem Schweigen abgestraft dafür, dass ich es gewagt habe, am Silvesterabend, als er ohne Zweifel stockbetrunken war, nicht auf seine Nachrichten und Anrufe zu antworten. Zudem scheint er wieder zu trinken.


    Ich habe Zeiten, da wünsche ich mir, die Kraft aufzubringen, endlich wirklich den Absprung zu schaffen. Und dann wieder merke ich, dass ich den guten Zeiten hinterher trauere und in der Hoffnung feststecke, dass irgendwann die guten Zeiten überwiegen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft! hiiumaa

  • Beziehungspause ... Er geht jetzt und ich bin nur am Heulen... Es fühlt sich so beschissen an, denn eigentlich liebe ich diesen Menschen so sehr!

    Aber auf der anderen Seite hat er mich dahin getrieben, wo ich jetzt bin, dass ich mir manchmal gewünscht habe (und leider auch laut ausgesprochen habe), dass er erstmal gehen soll, wenn er nicht mit mir spricht...

    Auf der anderen Seite will ich nicht, dass er jetzt geht und mich mit allem Mist hier alleine lässt...

    Er ist noch nicht mal ganz weg und fehlt mir jetzt schon... Mein Herz zerbricht gerade in unendlich viele Teile!

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