Beiträge von Gaarder

    "Ein seltsamer Trigger"

    Wenn mein Suchtgehirn sich bei negativen Szenarien meldet, weiß ich mir ja mittlerweile zu helfen. Heute rief meine Werkstatt an: Auto ist wider erwarten problemlos durch den TÜV - die Kosten betragen nur ein Drittel von den vorher avisierten Euros.

    Und Zack meldet sich doch glatt bei mir ein Saufdruck - schrie irgendwie nach Belohnung. Ich musste mich erstmal sortieren bzw in mich horchen, was da gerade in meinem Kopf los ist.

    Das Angebot der Werkstatt mein Auto zu bringen, habe ich abgelehnt: "Situation verlassen" und bin die knapp 5 Kilometer zu Fuß gelaufen. Der Saufdruck hat dann unterwegs nachgelassen , letztendlich ganz verschwunden.

    Puh... positives Ereignis und Saufdruck - dass war mal ganz was Neues

    LG

    ich gewinne mit zunehmendem alter immer mehr den eindruck das es in der gesellschaft immer krasser wird die eigenen fehler zu sehen, geschweige denn diese anderen gegenüber einzugestehen. und was mich fast noch mehr verwirrt ist, das menschen auf die, die ihre fehler zugeben und reflektieren ja schon fast aggressiv reagieren

    Genau das habe ich bei meiner Gruppensitzung beim Verkehrspsychologen festgestellt: Das Wetter, meine Frau, mein Mann mein Arbeitgeber, meine Schulden bis hin zu : mein Hund war krank. Alles Begründungen warum man/frau im Suff Auto gefahren ist.

    Ich für mich habe erkannt, der einzige Grund für meine Suff-Fahrt ist die Person die mich im Spiegel anblickt.

    Ist es nicht aber so, wenn ich mir den Satz täglich sage um mich über den jeweiligen Tag zu "retten", mein Sucht Gedächniss darauf konditioniere oder besser gesagt legitimiere: Du kommst irgendwann schon zu deinem Recht . Rückfall also im wahrsten Sinne vorprogrammiert?

    "Heute trink ich ncht"

    Vielen lieben Dank für eure vielfältigen Antworten, Kommentare und Ansichten. Diese haben mich ein Stück weiter gebracht!

    Fazit: ich werde diesen Satz nicht gebrauchen. Er erinnert mich zu sehr an meine Zeit vor knapp 5 Wochen:

    "Morgen höre ich auf zu saufen" dann "Montag höre ich auf zu saufen" und weil wieder mal erfolglos "nächsten Monat höre ich auf zu saufen" final dann "Silvester darf ich zum letzten mal saufen, aber 01.01. höre ich ganz bestimmt auf"

    ... und so zogen die Jahre ins Land.

    "Mein Rucksack "

    Mein Auto ist TÜV fällig, daher war ausräumen angesagt. Im Kofferraum lag mein Rucksack. Mit diesem habe ich abends meinen Alk ins Haus geschmuggelt und am nächsten Morgen das Leergut wieder raus. Er stinkt widerlich nach Schnaps - das ist mir in meiner nassen Zeit nie aufgefallen.

    Mein erster Gedanke war: ab in die Waschmaschine, da recht hochwertig und ein Geschenk.

    Ich hab ihn dann in den in den Müll entsorgt. Es war ein symbolischer Akt. Eine Last auf meinen Schultern weniger.

    LG ... und knapp 5 Wochen trocken

    Trotzdem werden trockene Alkoholiker rückfällig. Nicht, weil plötzlich ein Grund auftaucht – sondern weil vorher etwas anderes passiert.

    Dazu habe ich als Neueinsteiger einmal eine (evtl für euch naive) Frage: "Heute trinke ich nicht" wird hier ja recht häufig genannt und so wie ich es den Schilderungen der UserInnen entnehme ist dieser auch erfolgreich.

    Ist es nicht aber so, wenn ich mir den Satz täglich sage um mich über den jeweiligen Tag zu "retten", mein Sucht Gedächniss darauf konditioniere oder besser gesagt legitimiere: Du kommst irgendwann schon zu deinem Recht . Rückfall also im wahrsten Sinne vorprogrammiert?

    LG

    Aber geh nicht davon aus, dass hier nach drei Monaten Ruhe einkehrt :)

    darum möchte ich doch bitten, dass keine Ruhe einkehrt👍️

    (Anfahrt, Abfahrt, Parkplatz,

    ja, dass ist ein valides Argument. Der Aufwand ist schon recht groß und ein regelrechter Zeitfresser. Morgens früh raus, abends spät heim - Tag war gelaufen. Meiner Holden waren diese Tage immer ein Dorn im Auge.

    Nur so als kleiner Tipp.

    Danke, aber ich habe mich bereits mit der Geschäftsstelle in Verbindung gesetzt, welche mir Lösungsvorschläge unterbreitet hat.

    "Dauerkarte"

    Bis zum BuLi Beginn sind es ja noch ein paar Tage. Die ersten 6 Spiele wird mein Bruder ( natürlich gerne, Hurra her damit) für mich übernehmen. Derweil schaue ich dann zuhause via Bezahlsender. Nach Ablauf von gut 2 Monaten werde ich mir dann im klaren sein, ob ich die Karte endgültig abgebe.

    Gebe ich die Dauerkarte ab - ist das für immer. Eine Neue bekomme ich nicht mehr, da auf der Warteliste 100.000 Leute stehen - ist halt heiß begehrt.

    Hört sich wie ein fauler Kompromiss an ?! Wir respektive ich werde sehen - bis dahin bin ich im 3. Monat trocken und habe evtl eine ganz andere Einstellung.

    Noch was fällt mir ein, was für mich am Bittersten ist. Ich darf heuer auch nicht mit dem ebike in die Gegend mit den Weinreben fahren, die im Herst soooo schön ist.

    Guter und wichtiger Punkt, auch für mich. Im Herbst steht unsere jährliche Wanderung Ahrtal auf dem Rotweinwanderweg an . Traumhaft schöne Gegend - den Termin werde ich trotzdem absagen. Die Gefahr hier getriggert zu werden ist enorm.

    Muss ich halt im Web nach Alternativen suchen. Gibt ja massenhaft Wanderwege ohne Alk Bezug

    "Darts Club versus Lauftreff"

    Knapp 6 Jahre bin ich aktuell in einem reinen Darts Männerclub - Treffpunk örtliche Kneipe. Die Wahrheit ist: ja wir werfen auch Pfeile :saint:. und wer die Runde verliert muss einen ausgeben. Der Gewinner lässt sich nicht lumpen und läutet eine Runde Freibier ein... also ein reiner Sauftreff ... ohne Frauen selbstverständlich: die meckern ja nur ... aber für den anschließenden Fahrdienst sind sie dann gut genug.

    Seit meiner Abstinenz bin ich dort nicht mehr aufgeschlagen... hab mich mit dringenden Terminen raus geredet. Demnächst muss ich da wohl reinen Tisch machen. Ich will da nicht mehr hin , will aber auch niemandem vor den Kopf stoßen.

    Am Samstag habe ich mich bei einem Lauftreff angemeldet, in spätesten 2 Jahren wil ja wieder einen Marathon laufen. Meine Holde ist dabei gewesen und hat sich einer Walking Gruppe angeschlossen. Cool jetzt haben wir jeden Sonntag ein gemeinsames Ziel.

    Richtig schön ist : nix Kneipe oder Vereinsheim und hoch die Tassen . Wir treffen uns am Parkplatz Nähe Waldesrand . Der Gruppenleiter organisiert Wasser- und Snackstellen für die Laufpausen ... die Szene ist total Alk frei ... für Marathon sogar tabu.

    Einziges Manko: ich habe mal gerade die 5 km Runde geschafft. Bin halt Kondi mäßig total abgerockt.

    Ich verstehe eure Häme bzw Schadenfreude nicht !

    Ich finde es großartig wenn ein Weltstar sich outet! Resultat: in 8 seriösen Magazinen die ich heute gelesen habe wurde Alkohol und Sucht thematisiert. Adresse zur Suchthilfe und usw wurden immer genannt.

    Das Thema ist wieder präsent in der Öffentlichkeit und die finde ich am wichtigsten an der News.

    Nicht jede Geschichte geht gut aus. Auch das gehört hierher.

    Hartmut Dein Eröffnungspost treibt mich seit dem ich mich hier angemeldet habe um. Für mich ist das schon beinahe eine philosophische Fragestellung: was bringt mich im Leben weiter: die positiven oder die negativen Seiten - beide machen das Dasein nun mal aus. Viele Fäden hier fangen fast immer ungeschönt an und als Leser freue ich mich über manche Entwicklung - vermeldete Rückschläge tun mir fast körperlich weh. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so mitleiden und hoffen würde.

    Die negative Seite des Alkoholismus hat sich mir in dem Vorstellungsbereich offenbart; und hier beneide ich euch als Moderatoren/Innen nicht. Unendlich viele User haben sich mit ihren Sorgen und Nöten beworben - ihr gebt euch Mühe - habt ein paar Fragen - und dann hört man nichts mehr von den Usern. Wie frustierend muss das für euch sein.

    Vielfach frage ich mich, was wohl aus den Foristen geworden ist. Haben sie es gepackt, aufgegben - einen anderen Weg zur Abstinenz gefunden?

    Die Art und Weise wie hier manch einer augestiegen ist, läßt mich nicht Gutes erahnen - gleichwohl das zu einem Forum wohl dazu gehört.

    LG

    Auch das ist die geschönte Wahrnehmung eines Alkoholikers, der sich sein eigenes Trinken ein Stück weit schön reden will.

    Das sehe ich ein wenig anders! Ist ja nicht meine Erfindung, sondern die raue Wirklichkeit. Ich kann die Welt nicht ändern, nur meinen kleinen Mikrokosmos.

    Hier bei uns gibt es: Junggesellenfeste, Wahl der Maikönigin, Maibaum Aufstellen Schützenfest, Karneval und Straßenkarneval . Alles knallharte Events wo es mehrheitlich ums Saufen geht. Der Ortsvorsteher eröffnet die Feste mit Fassanstich und die örtliche Presse berichtet anschließend welcher Verein die meisten Meter Kölsch konsumiert hat. Die Gewinner sind dann stolz wie Oskar.

    Das ganze fällt bei uns unter Brauchtum. Ich romantisiere das nicht - ist aber nun mal Fakt.

    All dem gehe ich nun aus dem Weg - Alles im Leben hat seine Zeit - und die des Alks sind bei mir vorbei.   

    Liebe Elara,

    ich bewundere deine Kraft und Stärke. Du hast uns einen beindruckenden Faden hinterlassen. Leider blieb dir ein "Happy End" verwehrt.

    Die Umstände des Freitodes von deinem Mann finde ich bedenklich - eine Bewertung oder Verurteilung steht mit aber nicht zu. Er hat den Kampf gegen seine Dämonen aufgegeben.

    Möge das Universum seiner Seele gnädig sein.

    Vielleicht keimt in dir irgendwann einmal der tröstliche Gedanke, daß du mit deiner Geschichte einige Alkoholiker erreichen konntest - mich zumindest hat sie zu tiefts berührt und auch ordentlich wachgerüttelt.

    LG

    Den Alk. täglich vor der Nase, dass wäre nichts für mich Meine Frau hat diese Woche 2 Flaschen teuren Alk. für runde Geburtstage der Kollegen im Büro besorgt. Standen in unserer Küche zur Übergabe Ende des Monats. Ich habe meine Frau gebeten die Flaschen doch bitte mit ins Büro zu nehmen, da mich die Anwesenheit triggert. Hat sie dann auch gemacht mit den Hinweis, dass ihr das so nicht bewusst war.

    Mein Blick ist inzwischen im Gegensatz zu Neulingen, nicht mehr auf den Alkohol fixiert.

    Das ist beim mir wohl noch selektive Wahrnehmung, nach dem Motto: kaufst du dir eine rotes Auto - siehst du mit einem mal überall rote Autos.

    Und beim nächsten Mal bitte schon vorher daran denken, dass triggernde Situationen und Momente aufkommen können.

    Finde ich richtig gut das man hier im Forum auf seine Verhaltensweise sensibilisiert wird und das ohne erhobenen Zeigefinger!