Gaarder - Dont´ Look Back in Anger

  • Richtig so. Kneipe mit Pfeilewerfen um Bier, das ist nichts für Abstinente.

    Wenn ich mal kurz reflektiere, merke ich, dass ich seit meinem Ausstieg aus dem aktiven Teil der Sucht, in keinem Fußballstadion war, nicht einmal in einer Sportsbar. Das ist mir alles zu sehr mit dem Konsum von Alkohol verknüpft und der Sport diente mir in den letzten Jahren doch nur als Tarnung fürs Saufen.

    Das brauche ich auch nicht mehr.


    Mir fehlt auch nichts, ab- und an schaue ich mir mal ein Spiel im Free-TV an und/oder schalte samstags schon mal die gute alte Sportschau an und gucke die Zusammenfassungen. Das reicht mir.

  • Seit meiner Abstinenz bin ich dort nicht mehr aufgeschlagen... hab mich mit dringenden Terminen raus geredet. Demnächst muss ich da wohl reinen Tisch machen. Ich will da nicht mehr hin , will aber auch niemandem vor den Kopf stoßen.

    Super!! Wenn du sagst du hast keine Lust mehr ist es doch o.k. Wenn ich auf z.b. Sauna kein Bock mehr hätte würde ich denen da einfach sagen hab kein Bock mehr und fertig. Glaube nicht das du jmd. vor den Kopf stößt. Ist doch dein Hobby. Oder bist du vertraglich gebunden an diese Örtlichkeit?^^ Ich bin so froh das ich JEDEN nassen Kontakt abgebrochen habe.

    Am Samstag habe ich mich bei einem Lauftreff angemeldet, in spätesten 2 Jahren wil ja wieder einen Marathon laufen. Meine Holde ist dabei gewesen und hat sich einer Walking Gruppe angeschlossen. Cool jetzt haben wir jeden Sonntag ein gemeinsames Ziel.

    Mega!! Alkfrei und gesund statt Dauervergiftung. Kannst ja berichten was aus 5 km wird ^^

    Heute trinke ich nicht

  • aus dem aktiven Teil der Sucht, in keinem Fußballstadion war

    Das ist jetzt meine nächste Baustelle . Ich habe eine Dauerkarte für die "gelbe Wand " in Dortmund. Momentan bin ich völlig ratlos wie ich zu Beginn der BL damit umgehen soll, ... die sind ja auch in der Champions League.. das wird eine bittere Entscheidung für mich.

  • Damit die Entscheidung nicht so bitter wird, improvisieren.

    Dauerkarte verkaufen, da gibt's bestimmt Abnehmer. Erlös in einen Bezahlsender investieren, schwarz-gelbe Bettwäsche besorgen.

    Gemütlich zu Hause mitfiebern evtl mit jemandem der auch mit Saft und Wasser Fan sein kann. 😉

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Bolle Genau so hat es mein Mann - leidenschaftlicher Borussia-Fan und von Beginn an mit mir abstinent - auch gemacht. Das Wohnzimmer gehört dann ihm. Ich darf ihn nicht ansprechen, am besten auch nicht in seiner Nähe atmen ^^

    So minimiert sich das Verzichtsgefühl laut meinem Mann auf ein angenehmes Maß. Und nicht die geringste Gefährdung in Sicht.

  • Überlass die Karte einem anderen. Das wäre m.E. der einzig ratsame Weg.


    Ich habe meine Abstinenz an oberste Stelle gesetzt und ihr alles andere untergeordnet. Fußball ist so was von unbedeutend im Vergleich zu meiner Gesundheit und somit meinem Leben. Mein Leben hängt von meiner Gesundheit ab und nicht von Fußballspielen.

  • "Dauerkarte"

    Bis zum BuLi Beginn sind es ja noch ein paar Tage. Die ersten 6 Spiele wird mein Bruder ( natürlich gerne, Hurra her damit) für mich übernehmen. Derweil schaue ich dann zuhause via Bezahlsender. Nach Ablauf von gut 2 Monaten werde ich mir dann im klaren sein, ob ich die Karte endgültig abgebe.

    Gebe ich die Dauerkarte ab - ist das für immer. Eine Neue bekomme ich nicht mehr, da auf der Warteliste 100.000 Leute stehen - ist halt heiß begehrt.

    Hört sich wie ein fauler Kompromiss an ?! Wir respektive ich werde sehen - bis dahin bin ich im 3. Monat trocken und habe evtl eine ganz andere Einstellung.

  • Joa, auf kurze Sicht meiner Meinung nach erst einmal eine akzeptable Lösung. Aber geh nicht davon aus, dass hier nach drei Monaten Ruhe einkehrt :) Im ersten Jahr gelten zu Recht verschärfte Regeln, und die Grundbausteine sind das Fundament, auf dem deine Abstinenz sicher stehen kann.

    In der 'Gelben Wand' brauchst du ja noch nicht mal ein Bier in der Hand. Nach allem, was man hört, gibt es da auch gern mal eine Bierdusche von seitlich oder oben. Nicht dein Ort, wenn du trocken sein möchtest.

  • Gute Lösung, wie du damit zurecht kommst siehst du dann.

    Kann mir vorstellen, daß die Vorteile des "Heimspiels"dich überzeugen (Anfahrt, Abfahrt, Parkplatz, Auswärtsspiel u.U. Couch mit Chips und ☕️

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Gebe ich die Dauerkarte ab - ist das für immer.

    Ein Kollege, der noch eine weitere Dauerkarte eines anderen Clubs hat, gibt sie nach Bedarf an Kollegen, Freunde und Bekannte weiter. Die freuen sich immer. So könntest Du über die Saison kommen und behälst offiziell Deine Dauerkarte und sie wird auch immer bei Besuchen eingebucht. Und für Spiele u.a. gegen Bayern, die Blauen, RedBull, Köln, Gladbach, HSV, LEV und ggf. Bremen u. Stuttgart brauchst Du Dir wirklich keine Sorgen machen, da geht die so was von schnell weg.


    Nur so als kleiner Tipp.


    Zu einem absoluten Topspiel würde ich zwar grundsätzlich gehen, allerdings nicht in der Kurve oder der Hardcorefantribüne. So was tue ich mir in meinem Leben nicht mehr an. Lieber entspannt auf der Tribüne, da wird übrigens wesentlich weniger gebechert.


    Aber wohlgemerkt, im ersten Jahr hast Du m.E. im DO-Stadion nichts verloren.

  • Aber geh nicht davon aus, dass hier nach drei Monaten Ruhe einkehrt :)

    darum möchte ich doch bitten, dass keine Ruhe einkehrt👍️

    (Anfahrt, Abfahrt, Parkplatz,

    ja, dass ist ein valides Argument. Der Aufwand ist schon recht groß und ein regelrechter Zeitfresser. Morgens früh raus, abends spät heim - Tag war gelaufen. Meiner Holden waren diese Tage immer ein Dorn im Auge.

    Nur so als kleiner Tipp.

    Danke, aber ich habe mich bereits mit der Geschäftsstelle in Verbindung gesetzt, welche mir Lösungsvorschläge unterbreitet hat.

  • "Mein Rucksack "

    Mein Auto ist TÜV fällig, daher war ausräumen angesagt. Im Kofferraum lag mein Rucksack. Mit diesem habe ich abends meinen Alk ins Haus geschmuggelt und am nächsten Morgen das Leergut wieder raus. Er stinkt widerlich nach Schnaps - das ist mir in meiner nassen Zeit nie aufgefallen.

    Mein erster Gedanke war: ab in die Waschmaschine, da recht hochwertig und ein Geschenk.

    Ich hab ihn dann in den in den Müll entsorgt. Es war ein symbolischer Akt. Eine Last auf meinen Schultern weniger.

    LG ... und knapp 5 Wochen trocken

  • "Ein seltsamer Trigger"

    Wenn mein Suchtgehirn sich bei negativen Szenarien meldet, weiß ich mir ja mittlerweile zu helfen. Heute rief meine Werkstatt an: Auto ist wider erwarten problemlos durch den TÜV - die Kosten betragen nur ein Drittel von den vorher avisierten Euros.

    Und Zack meldet sich doch glatt bei mir ein Saufdruck - schrie irgendwie nach Belohnung. Ich musste mich erstmal sortieren bzw in mich horchen, was da gerade in meinem Kopf los ist.

    Das Angebot der Werkstatt mein Auto zu bringen, habe ich abgelehnt: "Situation verlassen" und bin die knapp 5 Kilometer zu Fuß gelaufen. Der Saufdruck hat dann unterwegs nachgelassen , letztendlich ganz verschwunden.

    Puh... positives Ereignis und Saufdruck - dass war mal ganz was Neues

    LG

  • positives Ereignis und Saufdruck - dass war mal ganz was Neues

    Tatsächlich waren das bei mir die häufigsten Trigger. Tag gut gelaufen, "Jetzt erst mal ein Weizen".

    Aufgehört habe ich am Ende, weil es körperlich nicht mehr ging. Die Trigger waren aber erstaunlicherweise meistens die positiven Belohnung-verdient-Momente.

    "Situation verlassen" und bin die knapp 5 Kilometer zu Fuß gelaufen.

    Eine 1 mit * :thumbup:

    Das hat mir im ersten Monat auch mal den A. gerettet. Meine Ex hat damals vor meiner Nase ein Bier aufgemacht, als wir gerade im Streit waren.
    Da bin ich aufgesprungen und zur Tür raus. Wusste gar nicht wohin. Nach ca. 20 Minuten war es wieder gut.

    War damals intuitiv. Ich war noch gar nicht hier angemeldet und recht planlos unterwegs.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Gaarder,

    es ist gut, wenn du deine Triggermomente erkennst und sortierst. Dadurch kann schon vorab das ein oder andere vermieden werden bzw. du bist gedanklich vorbereitet. Aber wie du erkanntest, kommt Suchtdruck auch in Momenten auf, die offenbar nicht zu deinem dir bekannten Muster passen.

    Jedenfalls gut reagiert - raus aus der Situation - umschalten der Gedanken/der Tätigkeit/Umgebung. Und ebenso wichtig: es kann jederzeit unverhofft "einschlagen".

    Bei mir war Alk durchweg mit Wohlfühl-/Belohnungsmomenten, Erzeugen/Steigern guter Stimmung und lange Zeit auch Genuss verbunden. Stress, Frust, Probleme haben mich nie zum Trinken verleitet - im Gegenteil: bei wirklichen Problemen habe ich ganz bewusst Alkohol vermieden. Trotzdem achte ich heute - mit inzwischen viel Abstand - bei beiden "Polungen", ob sich noch etwas in mir rührt.

  • Hallo Gaarder,

    alles richtig gemacht.

    Ich finde auch die nicht vorhersehbaren Trigger am gefährlichsten. Letztes Jahr um die Weihnachtszeit habe ich mich gedanklich und organisatorisch im Sinne der Risikominimierung auf das Fest vorbereitet (was später auch ohne Ruckler vonstatten ging). Und dann habe ich in der zweiten Dezemberwoche das Haus dekorieren wollen - und wusch, kam der Anflug. Nicht wirklich Suchtdruck, aber das helle Bild vor Augen, wie ich dabei früher mit einer Flasche Bier durchs Haus gewirbelt bin. Das hat mir einen gehörigen Schrecken eingejagt. Ich hatte das nicht auf dem Schirm, dass mich so etwas Harmloses wie Engel platzieren und Lichterketten entwirren triggern könnte. Aber es war so, und ich musste ein paarmal durchschnaufen und mir Hilfe beim Schmücken holen. Dann war es auch wieder vorbei.

    Ich kann mir nie sicher sein. Deswegen bleibe ich wachsam.

    Alles Gute weiterhin

    Mattie

  • Super gelöst Gaarder . Raus aus der Situation und in den Körper, alte Verknüpfungen durchbrechen.
    Vielleicht „gönnst“ Du Dir stattdessen einen neuen Rucksack.

    Das mit der Weihnachtsdeko und der Verknüpfug zum Rotwein Mattie kenne ich auch.

    In diesem Sinne „ immer schön uffpasse“

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

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