l. Ich würde aber Lügen, wenn ich behaupten würde, ich habe nie den Gedanken an Alkohol.
Es würde mich eher wundern, wenn es Alkoholiker gibt, die es nicht haben. In der Anfangszeit war es eher belastend für mich und musste mit den üblichen Notfalltechniken dagegenhalten. Heute nach über 15 Jahren bin ich froh, wenn sie ab und zu mal auftauchen. Das erinnert mich immer daran, das zu bleiben, was ich bin. Ein Alkoholiker.
Aber wir wissen ja alle, wohin das führt.
Wenn das alle wissen, warum gibt es dann Rückfälle
Ich weiß zwar wie du es meinst, aber ich bin da ein Egoist. Es geht da nur um mich. Was macht es mit mir, wo führt es mich hin!
Oder sind das schon Saufgedanken?
Alle Gedanken an Alkohol sind bei Alkoholiker Saufgedanken, heißt aber nicht, dass es Saufdruck ist. Saufdruck ist für mich ganz einfach. Ich habe den unwiderstehlichen Drang, jetzt saufen zu müssen. Mir Gedanken mache, woher bekomme ich den Stoff, wie setze ich es um.
Nun hatte ich mal eine längere Diskussion, ob man diese Gedanken auch in einer Scala, ähnlich dem Schmerzprinzip in Stufen 1–10 unterteilen kann. Was natürlich Humbug ist. Der eine empfindet den Schmerz erst ab Stufe 5 für schlimm, ein anderer geht schon bei Stufe 3 durch die Decke.
Was ich damit sagen möchte. Jeder Gedanke an Alkohol ist es wert hinzuschauen. Viel wichtiger ist es, ihn mitzuteilen. Dafür ist so eine Selbsthilfegruppe natürlich am besten geeignet.