Erna,
ich bin bekannt, dass ich nicht lange um den heißen Brei rumrede. Nicht persönlich nehmen, es ist nur der Sucht geschuldet. Die hat auch kein Erbarmen. Sollte es dir zu viel werden, sage es kurz und ich bin bei dir raus.
Das brachte dann natürlich gleich das Thema auf, ob ich denn jetzt gar nicht mehr trinken wolle. Darauf konnte ich dann klartext reden.
Klartext? Da bist du bei mir richtig,
ich rede meist Klartext. Ungeschönt, direkt und größtenteils auf den Punkt.
Was bedeutet bei dir Klartext? Hast du dich als Alkoholiker zu erkennen gegeben? Wie kann ich das verstehen.
Ich wollte nochmal anmerken, dass ich die Grundbausteine grundsätzlich sehr wichtig finde um einem das Nüchtern bleiben zu erleichtern.
Was hast du denn von den Grundbausteinen umgesetzt, um auf so eine Schlussfolgerung zu kommen? Gut finden und sie umsetzen ist für mich ein Unterschied. Nur Teile rauspicken, weil es mir gerade nicht in den Kram passt, hebeln die Grundbausteine aus.
Würde in meiner Band mehr Alkohol konsumiert, wäre ich nicht hingegangen,
Wo ziehst du da für dich deine Grenzen und woher willst du eigentlich nach ein paar Tagen nüchtern wissen, was deine Grenzen sind? Trinken sie kein Alkohol, wenn du dabei bist? Ich halte es sogar am Anfang für gefährlicher, wenn „nur“ ein Glas neben mir getrunken wird als sich jemand bis „Unterkante Oberlippe“ sich zuschüttet.
Verständnis zeigen mir nur Menschen, die nicht in meinem Beisein trinken. Vorausgesetzt, sie wissen von meiner Alkoholkrankheit. Ich kann es nicht verlangen und auch keinem verbieten. Ich kann mich aber darauf vorbereiten. Und zwar im Vorfeld. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das auch kein Problem, es abzuklären.
Blieb weiter offen und ehrlich hier. Finde ich gut.