Beiträge von Hartmut

    Erna,

    ich bin bekannt, dass ich nicht lange um den heißen Brei rumrede. Nicht persönlich nehmen, es ist nur der Sucht geschuldet. Die hat auch kein Erbarmen. Sollte es dir zu viel werden, sage es kurz und ich bin bei dir raus.

    Das brachte dann natürlich gleich das Thema auf, ob ich denn jetzt gar nicht mehr trinken wolle. Darauf konnte ich dann klartext reden.

    Klartext? Da bist du bei mir richtig, :mrgreen: ich rede meist Klartext. Ungeschönt, direkt und größtenteils auf den Punkt.

    Was bedeutet bei dir Klartext? Hast du dich als Alkoholiker zu erkennen gegeben? Wie kann ich das verstehen.

    Ich wollte nochmal anmerken, dass ich die Grundbausteine grundsätzlich sehr wichtig finde um einem das Nüchtern bleiben zu erleichtern.

    Was hast du denn von den Grundbausteinen umgesetzt, um auf so eine Schlussfolgerung zu kommen? Gut finden und sie umsetzen ist für mich ein Unterschied. Nur Teile rauspicken, weil es mir gerade nicht in den Kram passt, hebeln die Grundbausteine aus.

    Würde in meiner Band mehr Alkohol konsumiert, wäre ich nicht hingegangen,

    Wo ziehst du da für dich deine Grenzen und woher willst du eigentlich nach ein paar Tagen nüchtern wissen, was deine Grenzen sind? Trinken sie kein Alkohol, wenn du dabei bist? Ich halte es sogar am Anfang für gefährlicher, wenn „nur“ ein Glas neben mir getrunken wird als sich jemand bis „Unterkante Oberlippe“ sich zuschüttet.

    Verständnis zeigen mir nur Menschen, die nicht in meinem Beisein trinken. Vorausgesetzt, sie wissen von meiner Alkoholkrankheit. Ich kann es nicht verlangen und auch keinem verbieten. Ich kann mich aber darauf vorbereiten. Und zwar im Vorfeld. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das auch kein Problem, es abzuklären.

    Blieb weiter offen und ehrlich hier. Finde ich gut.


    Und wie lange trinkst du schon nichts mehr?

    Das stimmt...habe mich nicht gemeldet ..war so beschäftigt mit dem Leben umkrempeln...aber das war wohl ein Fehler ..

    Es ist gut, seinen Rückfall genauer zu betrachten, warum und wieso er kam.

    Die einen wollen aus den verschiedensten Gründen, einfach wieder saufen, deswegen melden sie sich nicht und suchen sich auch vor dem ersten Glas keine Hilfe. Andere verfallen in ihr altes Verhalten zurück und es kommt schleichend. Wichtig ist erstmal ehrlich zu sich selbst sein. Sonst hat das alles keine Chance.

    Hallo Sabine

    ich habe dein Rückfall hier in deinen alten Thread verschoben, sonst wird es unübersichtlich.

    Habe gestern mit der online Suchttherapie geschrieben...eine Entgiftung bräuchte ich nicht ..aber eine Gruppe wäre gut. OK...da bin ich wieder

    Es ist sehr schwer etwas zu deinem Rückfall zu sagen, da du dich fast ein Jahr nicht ausgetauscht hast und dadurch alle Zusammenhänge fehlen. Die Gruppe hattest du ja hier.

    Wie sieht es gerade aus? Trinkst du noch?

    Es Ist vermutlich frustrierend, wenn zum zigsten Male nicht auf dich gehört wird und ich hoffe, du denkst nun nicht, das auch bei mir Hopfen und Malz verloren ist.

    Du schätzt es falsch ein. Es geht nicht um mich. Es geht hier um dich. Ich bin ja trocken. Es frustriert mich auch nicht, mache dir mal keine Sorgen. Mit meiner Post wollte ich nur deutlich machen, dass du nicht die einzige bist, die am Anfang so denkt.

    , das auch bei mir Hopfen und Malz verloren

    Nicht als Sprichwort, aber ich hoffe das Hopfen und Malz bei dir keine Rolle mehr spielt ;) Also verloren bleibt.

    Hallo Erna

    ich habe keine andere Antwort erwartet. Ich hatte ja geschrieben, du hast dich schon entschieden. Ist doch deins.

    Ist für mich ja nichts Neues. In meinen 15 Jahren Trockenheit habe ich zig Tausend Beiträge gelesen und beantwortet, die immer mit demselben Muster abliefen. Es fängt mit einem heiklen Vorhaben an und werden trotz eigene Bedenken Strategien entwickelt wie man es durchziehen kann. Da werden schon mal die Argumente oder Erfahrungen ausgeschaltet. Die sind ja störend.

    Es werden sich auf Antworten gestürzt, die halbwegs das Vorhaben bestätigen. Da ist es auch wurscht, woher die Tipps kommen. Ob selbst erfahren oder nur spekuliert. Es wird mit Unverständnis argumentiert, wenn ein Widerspruch kommt.

    Das Überschätzen, die Beschönigung oder Gründe suchen, sich selbst zu bestätigen, haben alle Alkoholiker drauf. Es war ja nicht anders in der nassen Zeit. (Ich trinke doch nicht so viel, morgen höre ich auf und vieles mehr) das ist drinnen und schaltet sich nicht mit dem Wegstellen des Glases sofort ab.

    Nur nicht trinken, reicht eben nicht aus, und das ist nicht nur eine Floskel.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend, bevor ich wieder mal gesteinigt werde. :mrgreen:

    Wenn ich dort nicht gut aufgehoben bin, wo dann?

    Ich bin nicht da, um etwas auszureden oder etwas abzunicken. Es geht um Erfahrungsaustausch und ich bin auch kein Freund von irgendwelche Tipps.

    Du hast in deinen Post geschrieben. Suchtdruck, ängstlich, heikel und wie man sich darauf vorbereitet. Also massive Bedenken geäußert.

    Aber ich denke auch, dass dies eine Situation ist, die beherrschbar für mich sein kann mit entsprechender mentaler Vorbereitung

    Es findet sich immer rationale Gründe, um etwas zu machen, weil ich es einfach möchte. Egal ob es für mich gefährlich werden kann oder nicht.

    Die Sucht ist jedoch nicht rational. Du bist nach eigener Erkenntnis eben Alkoholiker.

    Ich war jahrelang mit einer Band befreundet und beim Proben dabei. Wir hatten da auch einen Partyraum und es war immer jemand, dabei, der was zum Saufen hatte. Da wurde auch mal schnell eine Flasche in die Hand gedrückt. Nicht mal von der Band selbst. Man trifft immer jemand.

    Aber du hast dich ja schon entschieden. Deswegen sind auch alle mögliche Erfahrungen erstmal unwichtig. Es geht auch nicht darum, keine Musik mehr zu machen, es geht eben darum, stabil zu werden. Alles hat seine Zeit.

    Die verlinkten Artikel habe ich bereits gelesen, daher war mir auch bewusst, dass ich "eins auf den Deckel bekomme" weil ich nicht bei arzt war. Aber das war nunmal eine spezielle Situation....

    Anscheint liest du die Artikel hier nur oberflächlich, oder suchst dir das Beste raus. Sonst würdest du heute nicht zur Bandprobe gehen. ;) Schaue mal den Artikel Grundbausteine näher an.

    Da verbindet vieles dort mit dem Saufen und wenn ich richtig gelesen habe auch das Kiffen. (kann mich aber auch irren)

    Ich würde es lassen, anstatt ganz am Anfang so einen Ritt auf der Rasierklinge zu versuchen. Du bist ängstlich, bereitest dich vor, hattest vor kurzen Saufdruck und das sind alles Indizien noch nicht stabil zu sein.

    Tipps um dagegenzuhalten und etwas durchstehen, wo du dich bewusst in Gefahr begibst, halte ich für unverantwortlich. Ich kann dir nur einen Tipp geben . Lass es erstmal gut sein.

    Alle erfolgreich Trockenen bestätigen, das benötigt Zeit, die Schlüsselreize lassen nach, das Gehirn verbindet immer weniger positive Reize, Stimulationen mit dem Suchtstoff.

    Und ab da liegt eben die Gefahr wieder glauben zu können normal zu trinken. „Man“ hat es ja im Griff. Nach den Erfahrungen von Rückfälligen ist jedoch alles, was in den Jahren zuvor „umgeschrieben worden ist“, mit dem Anfangen des Saufens wieder weg und die Sucht beginnt von Neuen.

    Hallo Andre

    willkommen hier im Forum.

    Die Erkenntnis Alkoholiker zu sein ist schon mal nicht verkehrt. Hilfe zu suchen, ist einfach klasse.

    Mal eine direkte Frage, da es ja auch um eine Beziehung geht. Ist die Hilfe für dich oder möchtest du damit nur nach außen zeigen, dass du etwas gegen deine Alkoholsucht machst? Für mich ein gravierender Unterschied für den Verlauf.

    Leider ist es mir wie gesagt am 08.07.2022 so richtig bewusst geworden, das ich nichts unter Kontrolle habe. Seitdem trinke ich nicht mehr,

    Hast du überwacht entgiftet (Arzt/Klinik) oder einfach so aufgehört? Das Forum richtet sich auch an Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Ist das bei dir auch so?

    Für mich ist das darüber nachdenken, warum ich nichts trinke, schon schlecht. Z.B. wegen s.o.

    Ich glaube da wird vieles eben mal kurz vermischt. Das, was du schreibst, ist Normalzustand. Da denke ich zwar auch nicht darüber nach, weil ich ja die Suchtkrankheit, mit allen Folgen, was passieren kann, wenn ich wieder saufe weiß und akzeptiert habe.

    Mein Grundsatz war auf Suchdruck/Saufdruck gemünzt. Ich denke den Gedanken nicht zu Ende, wenn Suchtdruck aufkommt. Suchtdruck ist ein Ausnahme-Zustand, weil vehement das Saufen einverlangt wird.

    Hallo Burkhard,

    willkommen in unserer Online SHG ,

    wenn 1962 im Nickname stimmt nicht mehr lange 59 ;)

    8, 5 Jahren sind ja schon mal eine Hausnummer. Gratulation. Wie war dein Weg dahin? Kannst du mal etwas dazu schreiben, damit wir dich besser kennenlernen können? Hast du Therapie gemacht, Selbsthilfegruppen oder ähnliches?

    Der hat gut auf mich aufgepaßt und bei jedem Bier für sich um Erlaubnis gebeten

    Hat dein Freund selber ein Alkoholproblem?

    Ich kenne das aus meiner damaligen CO Beziehung. „Ach Schatz, kann ich ein Bier trinken oder ist es dir gerade unangenehm?“ ;) (Ich wusste ja, dass dann eine diplomatische Antwort kommen würde) „Ich habe nur etwas dagegen, wenn es zu viel wird.“ ;)  

    Bist du auch CO?

    Hartmut ist ja dagegen, aber ich finde das eigentlich auch manchmal ganz hilfreich, sich vor Augen zu führen, wie ein Rückfall vermutlich enden würde: ganz und gar nicht schön.

    Dagegen ist verkehrt. Ich mache es nicht, weil ich eben weiß, wie es enden wird. Ich kenne auch diese Nathalie Stüben. Sie macht ihre Kohle nicht nur mit selbstgemachten Erfahrungen. Muss ja etwas verkaufen. Nö, da bleibe ich doch lieber bei authentischen Langzeitrockene.

    Es können sich beim Durchspielen auch Gedanken einschleichen. „Och so schlimm wird das schon nicht, ein Glas geht doch“ Bin ja suchtkrank und das schließt auch irrationale Gedanken mit ein.

    Vielleicht ist das auch mein bisheriges Erfolgserlebnis. Ich ziehe dort eine Grenze, wo andere noch gedanklich unterwegs sind. Ich experimentiere nicht.

    Wenn es dir hilft, dann mache es. Es geht hier nicht darum, dass ich zufrieden trocken bin. Es geht hier alleinig um dich. Dieser Egoismus ist ein Grundstein.

    ps ich war 2015, 5 Wochen auf Sylt. Ich kenne diese Feiermentalität. Auch die verschiedenen“ Restaurants und Kneipen und Sehenswürdigkeiten. Schön dort.

    Aber wie das bei einem Schiff eben so ist, da gibt es keine Fluchtroute, wenn es mir zu kritisch werden sollte. Also werde ich wohl nicht teilnehmen.

    Haben die kein Rettungsboot? ;) Wenn es zu gefährlich erscheint, wenn es im Vorfeld Bedenken gibt, lasse ich sowas auch. Es gibt ja genug alternativ Möglichkeiten an diesen Tag etwas anderes, als Ersatz vorzunehmen.

    Hallo Alex

    das Problem ist, dass sich hier bekennende und nicht erkennende Alkoholiker austauschen. Ich versuche nicht, ich maße es mir nicht an oder spekuliere nicht, wie ein Alkoholiker auszusehen hat. Das ist kontraproduktiv für die den Weg aus der Sucht.

    Kein Nichtsüchtiger, kein CO oder Angehöriger kann das je beurteilen, nur der Alkoholiker selbst. Wenn jemand im Bus räuspert, hat er dann Corona oder muss es Husten mit Auswurf sein? Vielleicht doch nur eine leichte Erkältung? Dieses Schubladedenken passt eben nicht.

    Anzeichen für irgendwas gibt es für alle Krankheiten, aber wer sich schon in einer Selbsthilfegruppe befindet, dem ist sein Bierbauch egal, ob er vom Alkohol kommt oder nicht. Dem ist die Knollennase egal, denn er will seine verdammt, tödlich verlaufende Sucht stoppen. Die Motivation liegt da im Austausch, nicht im Erkennen.


    .