Beiträge von Hartmut

    Wir sind hier ein Alkoholiker‑Forum, und deshalb bleiben wir auch bei der Alkoholsucht.

    Vergleiche mit anderen Süchten bringen dich nicht weiter, weil sie am Kern vorbeigehen. Jeder Ausweichschritt in Richtung „ist ja wie Rauchen“ nimmt dir den Blick auf das, was wirklich zählt. Du bist alkoholkrank, und genau das braucht deine volle Aufmerksamkeit.

    Alkohol ist eine eigene Baustelle, mit eigenen Risiken, eigener Dynamik und eigenen Konsequenzen. Wenn du ausweichst, drehst du dich im Kreis. Deshalb lassen wir die Vergleiche weg und bleiben bei dem, worum es hier geht, deiner Alkoholsucht und deinem Weg raus daraus.

    a ich bin wieder hier. Hatte Trinkpause und nun soll es für immer vorbei sein

    Servus Micha, erstmal Hut ab, dass du wieder zu uns gefunden hast.

    Bevor du hier aber quer durchs Forum springst, brauchen wir ein paar Basics von dir, sonst reden wir alle aneinander vorbei.

    Ich will einfach wissen, wann du das letzte Mal getrunken hast, ob du im Moment trocken bist und ob du entgiftet bist oder noch mittendrin.

    Schreib da bitte ein paar Sätze dazu.

    Ziele bei einer Suchterkrankung heißen, sie zu stoppen und alles zu tun, was dafür nötig ist. Alles andere sind Wünsche aus tausend und einer Nacht.;)

    Als Erstes. Rauchen und Alkoholismus sind nicht dasselbe. Jeder Vergleich führt in die Irre. Beim Rauchen bedeutet ein Rückfall, dass man , falls man überhaupt abhängig war einfach wieder raucht.

    Beim Alkohol kann ein Rückfall direkt in den Entzug, ins Delir oder Schlimmeres führen. Das ist eben eine völlig andere Liga.

    Und es geht auch nicht darum, "nicht mehr daran denken zu wollen‘" Alkohol verschwindet nicht aus dem Kopf. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Es bleibt also ein Thema, weil es eine Suchterkrankung ist, keine schlechte Angewohnheit.

    Und es braucht Aufmerksamkeit. Jeden Tag. Keine Panik, aber es sollte klar sein. Das hast du ja auf der Hochzeit selbst gemerkt. Du dachtest, du bist stabil, und plötzlich war der Druck da.

    Genau so funktioniert Alkoholismus. Und die Saufmuster verschwinden auch nicht aus dem Kopf. Sie können überschrieben werden aber sie bleiben immer ein Teil von dir, im Hintergrund, abrufbar.

    Die Grundbausteine muss man nicht nur kennen man muss sie irgendwann auch leben. Bei einer Suchterkrankung geht es immer ums Tun. Und wie ich es seit fast 20 Jahren hier raushaue "Tun, muss man tun ".

    Schau sie dir nochmal an.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Dir alles Gute weiterhin.

    Donnerstag ist Vatertag.

    Am Sonntag war Muttertag. Wenn ich in den Kalender schaue, sind viele dieser Feiertage für mich Tage wie jeder andere. Ich habe früher nicht an bestimmten Tagen gesoffen, ich habe jeden Tag zum Anlass genommen. Also ist "Vatertag" auch kein Tag "besonderer" als sonst.

    Dass das Suchtgehirn kurz raschelt, liegt nur daran, dass man an solchen Tagen früher offiziell saufen konnte, ohne sich zu verstecken. Mehr steckt da nicht dahinter. Es gibt jeden Tag irgendwo ein Volksfest, stört mich heute auch nicht. Ich speichere solche Tage einfach als normale Tage ab, nicht als besondere.

    Wenn da also irgendwo noch ein alter Reflex das Suchthirn lauert und schreit , ja, dann soll es halt schreien. Das hat nichts mehr mit meinem heutigen Leben zu tun.

    Das ist nur meine pragmatische Sicht dazu.

    Als Erstes, du bist hier nur Gast.

    Es ist schon fast absurd, überhaupt darüber überhaupt zu reden.

    Sag mal, was soll eigentlich dieser Thron, auf den du dich hier setzt? Hier ist niemand mehr wert als jemand, der heute zum ersten Mal reinschaut. So funktioniert dieses Forum nicht .

    Also bitte, einmal runter vom Gas. Hier trägt niemand seine Trockenheit wie ein Orden durchs Forum. Wir sind alle gleich viel wert, egal ob 1 Tag oder 40 Jahre.

    Der Respekt wird mir in anderen Gruppen ob online oder nicht auf jeden Fall viel mehr gezollt, als in diesem Forum.

    Wenn du in anderen Gruppen mehr Respekt bekommst, ist das doch gut für dich. Aber hier läuft das anders: Niemand bekommt Sonderstatus, nur weil er länger trocken ist. Wenn du Gruppen suchst, die dich dafür feiern, dann geh dorthin. Hier geht es um Selbsthilfe auf Augenhöhe.

    Diese Erhöhung deiner Person kannst du dir hier sparen. Und wenn jetzt weiter Diskussionen darüber kommen, endet der Austausch.

    Das ist dann der Respekt, den wir dir hier im Forum mit auf den Weg geben.

    Ich sage ja schon. Es gibt Unterschiede im Weg oder der Denkweise.;)

    Und solange hinter dem Ganzen am Ende „trocken“ steht, ist das erstmal okay, egal, wie jemand dahin gekommen ist. Ich bin hier ja bekanntlich kein großer Freund von tiefenpsychologischen Analysen, theoretischen Modellen oder endlosen Ursachenforschungen , zumindest dann nicht, wenn keine schwere psychische Erkrankung dahintersteht.

    Ich habe das für mich nie gebraucht und auch nie als notwendig empfunden. Meine Erkenntnis war irgendwann schlicht die Notwendigkeit. Fertig. Natürlich gab es bei mir genug Begleitumstände rund um die Sucht, aber das war für mich nie „der Grund“, sondern eher das Umfeld, in dem die Sucht gewachsen ist.

    Getrunken habe ich trotzdem. Und aufgehört habe ich am Ende auch. Dazwischen war der Absprung, den ich nicht geschafft hatte.;)

    Und da macht es für mich eben auch einen Unterschied, ob jemand zwei oder drei Jahre problematisch gesoffen hat oder ob einer sich jahrzehntelang komplett zerlegt hat. Für mich ist es heute egal, ob es „gute Gründe“ fürs Saufen gibt oder nicht. Es bringt ja nichts. Ich bin süchtig und kann mit dem Zeug nicht mehr umgehen.

    Mir ist auch nicht wichtig, rückblickend auszuwerten, ob sich das alles „gelohnt“ hat oder welche tiefere Bedeutung dahintersteckt. Ich muss heute meinen Tag nüchtern verbringen , das reicht mir völlig. Und ich verbinde Trockenheit inzwischen auch nicht mehr mit Stolz oder besonderer Leistung. Am Anfang vielleicht. Aber das ist lange vorbei.

    Der Rückfall beginnt sowieso nicht erst beim Griff zum Glas, sondern deutlich früher im Kopf. Und wenn ich merke, dass Gefühle, Stress oder innere Zustände anfangen, mich Richtung Alkohol zu schieben, dann ist ein alkoholfreies Umfeld für mich keine Einschränkung, sondern schlicht Risikominimierung.

    Es ist ein Satz der Hoffnung.

    Er bedeutet: Gib niemals die Hoffnung auf. Ja es klingt lächerlich, aber mir hat mal eine Ergotherapeuten, die in

    Du benutzt oft Begriffe und erklärst dann, was sie für dich bedeuten. Das ist auch völlig okay. Aber deine Deutung muss ja nicht automatisch die gleiche Bedeutung für andere haben.

    Für den einen bedeutet ein Begriff etwas völlig anderes als für den nächsten User, der hier neu aufschlägt. Genau deshalb halte ich persönlich nicht viel davon, alles bis ins Detail theoretisch erklären oder zerlegen zu wollen.

    Ich muss mir die Sucht auch nicht bis in jede Nuance erklären. Mir reicht erstmal die Erkenntnis, dass sie eben nicht vollständig erklärbar ist und vor allem, dass sie stärker werden kann, wenn ich anfange, mich zu sehr gedanklich mit ihr zu beschäftigen.

    Und genau das habe ich hier in über zwanzig Jahren bei vielen Rückfällen erlebt. Da wurde analysiert, verstanden, gedeutet, Ursachen gesucht, Nuancen herausgearbeitet und innerlich schon wieder mit der Sucht verhandelt. Das sieht nach außen oft sehr reflektiert aus, ist für mich als Alkoholiker aber manchmal einfach nur die nächste Schleife Richtung Rückfall.

    Deshalb halte ich es lieber einfacher. Impuls erkennen, Risiko ernst nehmen, nicht trinken, Alltag weiterleben.

    So, jetzt haben wir uns mal abgeklopft. Dir weiterhin einen schönen Austausch.

    tottie68 ,

    Ich habe in deinem Beitrag ein paar Absätze eingefügt, da es im Forum Menschen mit Sehbehinderung gibt.

    . Ich kenne Alkoholiker, die nach einer solchen Therapie Jahrzehnte hinter dem Tresen ihrer eigenen Kneipe standen und Alkohol ausgeschenkt haben, ohne einen Rückfall zu bauen.

    Und ich kenne auch jemanden, der sich nach einem Rückfall totgesoffen hat. Die gibt es eben auch.

    Aber am Ende gibt es nur mich für mich. Genau das muss jeder für sich selbst sortieren.

    Ich habe mit 13 angefangen zu trinken, das Ganze über Jahre immer weiter gesteigert und erst mit etwa 45 aufgehört, als ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte.

    Keine Therapie, keine klassischen Maßnahmen. Nur dieses Forum mit seinem Programm und der Start mit größtmöglicher Risikominimierung.

    Diese ganzen Konfrontations-Modelle kenne ich auch. Ich nenne das eher die „Faust in der Tasche“-Methode. Der Süchtige versucht Kontrolle über etwas zu demonstrieren, das ihm längst die Kontrolle genommen hat. Widersprüchlicher geht es für mich kaum.

    Denn ich habe das damals selbst ausprobiert. Da war ich hier schon angemeldet. Nach etwa zwölf Wochen kam ein fast tödlicher Rückfall. Seitdem ist mir klar. Es lohnt sich nicht, mit der Sucht zu spielen.

    Entscheidend ist nicht das Experimentieren, sondern die Erkenntnis, dass die Sucht stärker ist, sobald man ihr wieder Spielraum gibt.

    Und irgendeinen „Grund“ zu saufen gibt es immer. Sonst wäre ich nie süchtig geworden. Nur das Der eigentliche „Grund“ zu saufen die Sucht selbst ist

    Wenn ich das begriffen habe, dann setze ich mich gerade in der Anfangsphase nicht griffbereit vor das Glas und rede mir ein, ich hätte alles unter Kontrolle.

    Der Lebensweg, ganz kurz? Also so kurz wie es mir möglich ist.

    Ich könnte es natürlich kürzer fassen – nur ein kleiner Scherz. ;)Nein, es ist wichtig für dich.

    Ich habe den Eindruck, dass du über viele Dinge gleichzeitig schreibst und dabei sehr viel auf einmal verarbeitest. Das ist nach deiner Geschichte auch nachvollziehbar. Nur liegt der Schwerpunkt hier nun mal in erster Linie auf Sucht, Abstinenz und Alltag nicht auf sämtlichen Lebens- und Therapiethemen gleichzeitig. Das macht es dann schwierig.

    Was für mich außerdem schwer einzuordnen war. Mit 19 schon zu erkennen, dass man Alkoholiker ist, dann in Therapie zu gehen und anschließend 40 Jahre trocken zu bleiben, ist schlicht außergewöhnlich.

    Du hast im Grunde sehr früh schon fast alle medizinischen und therapeutischen Maßnahmen durchlaufen, die viele Alkoholiker überhaupt erst nach jahrzehntelangem Absturz erreichen , wenn überhaupt. Dadurch entsteht natürlich auch ein anderer Blick auf Therapie, Gruppen, Haltung und Selbsthilfe.

    Ich selbst habe erst nach Jahrzehnten massiven Saufens überhaupt akzeptiert, dass ich Alkoholiker bin. Bis dahin wurde eher verdrängt, verharmlost und weitergemacht. Das prägt natürlich meinen Blick auf Sucht, Rückfallrisiko und Selbsthilfe bis heute.

    Deshalb kommen wir an manchen Stellen wahrscheinlich einfach aus völlig unterschiedlichen Richtungen. Das ist nicht schlimm. Aber es erklärt für mich inzwischen besser, warum unsere Sichtweisen und unsere Sprache teilweise so weit auseinanderliegen.

    Tottie,

    ich hatte schon gesagt, dass „Demut“ für mich keine Diskussionsgrundlage ist. Jeder bewertet das aus seiner eigenen Erfahrung und damit ist das Thema für mich erledigt. Warum das jetzt wieder seitenlang theoretisch aufgerollt wird, erschließt sich mir nicht. Auch der Erklärungsversuch über AA oder andere Selbsthilfegruppen passt hier nicht und sollte bitte unterlassen werden.

    Ich brauche dazu keine weiteren Erklärungen, Herleitungen oder philosophischen Modelle. Genauso wenig endlose Diskussionen über Verhaltenstherapie oder theoretische Konzepte.

    Wir sind hier kein Debattenforum für Selbsthilfetheorien. Der Schwerpunkt dieses Forums liegt woanders – das habe ich mehrfach erklärt.

    Könne wir es dabei belassen?

    Tottie, ganz ehrlich. Das mag für dich alles stimmig sein, aber seitenlange Erklärungen liest hier kaum jemand. Nur als Tipp.

    Ich glaube inzwischen, dass dieses Forum nicht der richtige Rahmen für dich ist. Nicht böse gemeint, aber wir drehen uns hier seit mehreren Seiten um Begriffe, Modelle, Philosophie, Verhaltenstherapie, Wissenschaftsgeschichte, AA, Demut, Neurowissenschaften und Grundhaltungen und genau das ist hier nicht der Kern der Selbsthilfe.

    Wir sind kein akademischer Debattenraum und keine philosophische Grundsatzdiskussion. Dafür gibt es passendere Orte. Und bevor sich das hier weiter im Kreis dreht, ist es ehrlicher festzustellen, dass unsere Grundausrichtungen unterschiedlich sind.

    Das ist keine Abwertung deiner 40 Jahre Trockenheit. Es passt nur menschlich und inhaltlich nicht zu dem Rahmen, den dieses Forum seit vielen Jahren bewusst vertritt.

    Ich weiß weder, wie alt du bist, noch wie lange oder wie du überhaupt getrunken hast. Ob Quartalstrinker, täglicher Trinker oder irgendwas dazwischen dazu steht fast nichts.

    Dafür aber seitenlange Ausführungen über Konzepte, Haltung und Philosophie. Das gehört hier nicht hin. Du springst durchs Forum und stellst überall Fragen, ohne eigene Erfahrungen einzubringen.

    Ich selbst habe über Jahrzehnte gesoffen, bis mir das Zeug fast alles zerlegt hat. Deshalb arbeite ich bei Sucht mit Realität, Risiko und Alltag , nicht mit theoretischen Modellen. Und genau da liegt der Unterschied zwischen uns.

    Denk einfach mal in Ruhe darüber nach aber bitte ohne weitere Rechtfertigungen oder Grundsatzerklärungen. Ich weiß sehr genau, wann ich für mich einen Strich unter eine Diskussion mache und wann etwas nicht mehr zum Rahmen dieses Forums passt.

    Apropos Selbsthilfe, das möchte ich hier für mich festhalten, kann es auch nicht wirklich einordnen: War das ein perfider Gruß vom Suchtgedächtnis?

    Wichtig ist für mich nicht, wie oder in welcher Form sich das Suchtgedächtnis meldet. Wichtig ist nur, dass ich es für mich richtig einordne. Ich mache mir da keine großen Gedanken darüber, warum genau dieser Impuls kommt oder was er jetzt „bedeuten“ soll.

    Denn wenn ich anfange, mich damit stundenlang zu beschäftigen, bin ich gedanklich oft schon wieder mitten in der Verhandlung mit der Sucht. Ich registriere den Impuls eher nach dem Motto „Aha, da bist du wieder. Kenne ich.“

    Und dann mache ich ganz normal mit meinem Alltag weiter. Mehr Aufmerksamkeit bekommt das nicht. Denn genau diese aktive Beschäftigung machte es in meinen Anfangszeiten wieder zu einem großen Thema. Das hielt mich fest.

    Bitte beachten, daß wir hier ein Selbsthilfeforum für selbstgemachte Erfahrungen sind.

    Priorität sollte die eigene Trockenheit sein und nicht das Motivieren und Trockenlegen von anderen Usern.

    Wir wollen hier keine solche Diskussionen, wie die hier hereingetragene. Unsere SHG ist die falsche Adresse für allgemeine Erörterungen von Theorien, Statistiken und externen Texten u. ä.

    Wie Linde66 es erklärt hat, habe ich noch ein paar Ergänzungen von mir.

    Die einzige Statistik, die ein Alkoholiker wirklich ernst nehmen sollte, ist die Rückfallquote und die liegt je nach Studie, Zeitraum und Definition nun mal irgendwo rund um die 90 %, mal etwas mehr, mal etwas weniger.

    Genau deshalb sind Selbstverantwortung, Wissen, Risikominimierung und praktische Selbsthilfe am Ende wichtiger als jede Diskussion darüber, welches Konzept oder welche Gruppe sich gerade selbst zum Königsweg erklärt. ;)

    Denn wenn trotz all der Therapien, Gruppen, Konzepte, Bücher, Podcasts, YouTube‑Erleuchtungen und sonstigen „bahnbrechenden Erkenntnisse“ trotzdem so viele Menschen wieder rückfällig werden, sollte man mit dem Begriff „Erfolgsmodell“ vielleicht etwas vorsichtiger umgehen.

    Vieles davon ist am Ende auch einfach ein Geschäftsmodell, Selbstinszenierung oder nur neue Verpackung für alte Probleme. Je mehr Systeme, Methoden und Heilsversprechen auftauchen, desto wichtiger wird es, sich wieder auf die eigene Realität zu konzentrieren und nicht jedem neuen Trend hinterherzulaufen, der gerade algorithmusfreundlich durchs Internet geschoben wird.

    Trocken wird man nicht durchs Philosophieren, Analysieren oder durch besonders schöne Erklärungen. Trocken bleibt man vor allem dann, wenn man das eigene Risiko ehrlich erkennt und den Alltag entsprechend verändert.

    Wenn diese Anpassung an die eigene Realität nicht passiert, säuft man eben wieder. So einfach ist Sucht .

    Während manche noch darüber streiten, welches Konzept theoretisch überlegen ist und sich im Philosophieren verheddern, steckt der Nächste längst wieder im Rückfall und säuft sich zu Tode.

    Hallo Tottie,

    mit dem ganzen Demutskonzept, spirituellen Deutungen oder AA‑ähnlichen Modellen kann ich persönlich nichts anfangen. Das ist nicht mein Weg und auch nicht der Ansatz dieses Forums.

    Und wie ich schon angedeutet habe. Es spielt hier keine Rolle, wie erfolgreich oder unabhängig andere Gruppen arbeiten. Wir haben unseren eigenen Rahmen, und wir diskutieren hier nicht dauerhaft über andere Konzepte oder Gruppen.

    Das bitte beachten. Wir haben seit über zwanzig Jahren unsere eigenen Prinzipien.

    Ich bin trocken geworden, weil ich irgendwann akzeptiert habe, dass ich mit jedem weiteren Glas mein Leben riskiere. Ich hatte mich fast totgesoffen. Das war der Punkt.

    Keine höhere Macht, keine spirituelle Erleuchtung, keine große Sinnsuche. Sondern eine klare Entscheidung und danach ganz praktische Schritte: Eben diese Forum, Arzt, Entgiftung, Maßnahmen, Alltag stabilisieren, neue Routinen.

    Und auch später spielte „Demut“ für mich keine Rolle. Im Gegenteil. Dieses Sich‑kleinmachen, Sich‑unterordnen oder dieses seelische „Ich bin machtlos“ war für mich eher ein Teil der Haltung, die mich überhaupt erst mit ins Saufen gebracht hat.

    Das brauche ich nicht und es ist für mich auch keine Diskussionsgrundlage.

    Vielleicht reden wir am Ende teilweise sogar über ähnliche Dinge, nur mit völlig anderer Sprache. Du nennst es Demut. Ich nenne es Verantwortung, Konsequenz und die nüchterne Erinnerung daran, wie schnell Alkohol alles zerlegen kann.

    Deine Sicht kannst du natürlich haben. Für mich bleibt sie aber sehr philosophisch und für viele hier eher schwer greifbar. Wir halten es bodenständiger, nicht saufen , stabil bleiben, konkrete Maßnahmen und morgens nüchtern aufwachen. Der Rest ist eher Verpackung.

    Und Demut ist keine Philosophie, keine Idee, keine Religion, kein Bewusstseinszustand, es ist eine Lebenseinstellung, die nur zu einem führt: Bodenhaftung, der Mut am Boden zu bleiben. Etwas was süchtigen wie mir scheinbar sehr oft fehlt. Wenn das hilft, warum nicht weitersagen?

    Also doch ein bisschen missionieren? ;) Für mich ist „Demut“ keine allgemeine Lebenseinstellung, sondern ein psychologisch stark aufgeladener Begriff. Viele verbinden damit Religion, Unterordnung, spirituelle Modelle oder ein bewusstes Sich‑kleinmachen.

    Genau deshalb taugt der Begriff für mich nicht als allgemeiner Schlüssel, den man einfach auf alle übertragen kann. Die User hier , egal ob neu oder lange trocken sind nicht blöd. Jeder kann selbst einschätzen, ob er mit solchen Begriffen etwas anfangen kann oder nicht.

    Wenn dir das persönlich hilft, ist das völlig in Ordnung. Aber es bleibt deine Perspektive nicht die allgemeine Sichtweise.

    Hallo Tottie,

    Nochmal etwas Grundsätzliches, jetzt hatte ich etwas mehr Zeit.

    Deine Sicht auf Sucht ist sehr philosophisch und stark an bestimmte Konzepte gebunden. Kann man so sehen. Hier im Forum arbeiten viele von uns aber deutlich bodenständiger, eher praktisch als theoretisch. Unsere Grundbausteine sind ziemlich simpel ;)

    Hast du sie gelesen? Mal runtergebrochen . Nicht saufen , bei Bedarf einen Arzt aufsuchen, sichere Entgiftung, stabile Maßnahmen, neues Verhalten, neue Routinen, ehrlicher Austausch und ein alkoholfreies Umfeld. Und eventuell therapeutische psychische Betreuung, dazu alles, was dazugehört.

    Wir arbeiten hier nicht mit spirituellen Modellen, religiösen Deutungen oder Begriffen wie Ohnmacht, Gnade oder Unfreiheit. Wenn dir das persönlich hilft, ist das völlig okay, aber es ist nicht das Fundament unserer Selbsthilfe.

    Ich selbst bin seit 19 Jahren trocken und bin meinen Weg ohne solche Konzepte gegangen – nicht besser oder schlechter, einfach anders. Am Ende geht es hier nicht darum, wer die philosophisch schönste Erklärung für Sucht hat, sondern darum, morgens nüchtern aufzuwachen und das Leben halbwegs stabil auf die Reihe zu bekommen.

    Der Rest ist eher Beipackzettel. Wer etwas zum Beipackzettel zufügen möchte, kann das tun aber wir gehen hier nicht jede einzelne Auflistung deiner Erfahrungen durch, dafür ist das Forum nicht gedacht.

    Viele hier haben keine Therapie gemacht, und ich selbst halte vieles davon für überholt, vor allem wenn es nach Schema F übergestülpt wird.

    Ich rede auch nicht um den heißen Brei herum. Ich bin direkt, aber nie gegen den User immer suchtorientiert. Selbsthilfe bedeutet für uns, eigene Erfahrungen, Alltag, Stabilität.

    Und ich persönlich halte nicht viel davon, ständig einzelne Abschnitte meiner nassen Zeit zu analysieren. Damals habe ich rund um die Uhr gesoffen , da gab es nichts zu sortieren. Entscheidend ist, was man heute nüchtern macht, nicht, was man damals betrunken gedacht hat. Es geht hier nicht um Beratung oder darum, neue Systeme zu installieren.

    Jetzt eine persönliche Frage: Was hat dich nach 40 Jahren eigentlich zu uns geführt? Hast du noch eine reale Selbsthilfegruppe oder suchst du etwas anderes? Beim Lesen deiner letzten Beiträge wirkt es eher so, als würdest du in Richtung Beratung oder Suchthelfer gehen. Deshalb interessiert mich deine Motivation, hier aufzuschlagen.

    Falls das hier nicht hingehört, bin ich der erste, der freiwillig dieses Forum verlässt. Ohne jegliches Murren und Grollen

    Ob du das mit oder ohne Groll siehst, ist natürlich deine Sache, aber es gibt hier eigentlich nichts zu grollen. Es spricht nichts dagegen, dass du dich hier austauschen kannst

    Nur zur Erklärung: Wir haben hier im Forum einen festen Ablauf. Bevor jemand richtig mitschreibt, schauen wir im Vorstellungsbereich . Was ist die Motivation? Ist jemand trocken oder auf dem Weg dorthin? Oder möchte jemand nur über Konsum reden?

    Die, die nicht aufhören wollen, kommen hier nicht rein. Das Forum ist für trockene und trockenwerden wollende Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben, entgiftet oder gerade in Entgiftung. Wer nicht aufhören will, kann sich am Stammtisch austauschen.

    Hier ist ein Link, über den du dich freischalten lassen kannst. Schreib einfach kurz „Biitt freischalten“ hinein, und der nächste Moderator wird dich freischalten und dich an die passende Stelle im Forum verschieben.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Totti,

    40 Jahre sind ja schon mal was.;) erstmal danke für deine Vorstellung und willkommen in unserer Selbsthilfegruppe. Wir sind hier ja eher auf Selbsthilfe spezialisiert.

    Beim Lesen wirkte dein Stil im ersten Moment ein bisschen so, als wolltest du uns bekehren? Kann gut am Schreibstil liegen, aber bei mir kam kurz der Gedanke an „Missionieren“ vorbei.

    Deshalb ganz direkt gefragt. Was ist deine Motivation hier?


    Zudem . hier muss niemand etwas nachweisen, jeder bekommt einen Vertrauensvorschuss.;)

    @all .

    Und noch eine kleine Anmerkung, die man nicht vergessen sollte:

    Wir sind hier im offenen Bereich. Das kann jeder lesen, der sich im Internet bewegt. Deshalb geht es nicht nur um die eigene Wiedererkennbarkeit, sondern auch um die von anderen, die hier gar nicht beteiligt sind.

    Alltagsthemen, Beziehungen und alles, was dazugehört, können natürlich Triggerpunkte sein und gehören auch zum Suchtgeschehen dazu. Aber es muss nicht jedes Detail öffentlich ausgebreitet werden. Dafür haben wir andere Bereiche.

    Das ist einfach ein allgemeiner Hinweis und nicht speziell gegen Abstinenzler oder einzelne Personen gerichtet.

    ich wusste nicht, dass ich mich hier nicht äußern darf.

    War doch alles richtig. Und etwas anderes hat doch auch keiner gesagt.

    @all. Bitte betrachtet nicht sofort alles mit einem negativen Hintergedanken oder einer negativen Interpretation. Ich gebe Hinweise , manchmal direkt, manchmal kantig , aber nicht mit dem Ziel, jemandem auf die Füße zu treten.

    Ich habe einfach kein Händchen für Goldwägelchen und kann mich auch nicht in jede mögliche Emotion aller User hineinfühlen.

    Und gerade beim Thema Sucht habe ich sehr schnell gelernt, dass Gefühle manchmal auch die perfekte Mauer sein können, um nicht handeln zu müssen. Deshalb bin ich meistens klar in meinen Aussagen. Nicht, um jemanden kleinzumachen, sondern damit das Thema greifbar bleibt.

    Und hier ging es letztlich nur darum, das Thema , sobald es über den reinen Alkoholbereich hinausgeht , wieder in den passenden Bereich zurückzuverlagern.

    Nicht mehr und nicht weniger